Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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39. Bei unserern Rundgang durch Neuhausen kommen wir immer wieder an Wirtshäusern vorbei. Kein Wunder, es waren zu Großvaters Zeiten, um 1900 auch achtzehn. Eines davon war die gern besuchte Gaststätte 'FiJderhöhe' mit ihrem Bierkeller, in der oberen Kirchgasse. Nicht nur des Bieres, sondern auch der schönen Aussicht wegen, kehrte man dort gerne ein. In dem um 1850 erbauten Bierkeller lagerte die einzig noch verbliebene Lammbrauerei ihr Bier. Das Anwesen wurde an den Gipser Albert Rank verkauft und in den 20er Jahren umgebaut. Der Wirtschaftsbetrieb ist seit 1934 eingestellt.

Aufnahme 1910.

40. Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mehrten sich die Anträge der Neuhausener Bürger um die Wirtschaftserlaubnis. Im Jahre 1864 wollte der Musiker Karl Josef Schmid in seinem kleinen Haus in der Kirchstraße einen Gastbetrieb eröffnen; er erhielt die Erlaubnis aber erst 1870 und gab seiner Wirtschaft den Namen 'Bock'. 1901 wurde der Metzger Christian Stoll Eigentümer des Anwesens und vergrößerte es durch eine Metzgerei, wie auf diesem Bild zu sehen ist. Heute ist das Anwesen um ein modernes Gebäude erweitert, in dem die Metzgerei untergebracht ist.

Aufnahme 1906.

SasihaU3 2. J'ä.gerhof von Kar! Bauftr

41. Ein Steinwurf vom 'Bock' entfernt war die Wirtschaft 'Zum Jägerhof', die seit 1871 bestand. Damals erwarb die Witwe Pauline Baumann dieses Anwesen. Ein Jahr später heiratete sie den hiesigen Sebastian Kärcher und brachte die Wirtschaft in die Ehe mit. Nach seinem Tod heiratete sie 1874 den Seifensieder Albert Friton, der nunmehr Jägerhofwirt war. 1901 kaufte Karl Schaller das Geschaft, als dieser 1912 starb, erwarb es Christian Weller. Dessen Witwe Katharina ehelichte wiederum 1915 den Sattler und Kapellmeister Kar! Bauer. Er erweiterte den Betrieb 1929 durch eine Terrasse und richtete eine Kegelbahn ein. Heute sieht es in diesern Teil der Kirchstraße ganz anders aus, Anstelle des Jägerhofes mit seiner großen Scheune steht jetzt das Kinderheim 'Marienhof" .

Karte: Verlag E. Barth, Stuttgart, 1921.

an. ,

42. Bernhard Lang, der dieses Haus von seinem Vater übernommen hatte, erhielt 1872 die Erlaubnis eine Wirtschaft zu führen unter dem Namen 'Zur Schwane', Nach dessen Tod führte die Witwe, die später den Bürgersohn Fridolin Fischer heiratete, das Geschäft weiter, bis sie es 1916 an Johannes Füllemann verkaufte. Dieser war zwei Jahrzehnte zuvor als Bierbrauer in der Lammbrauerei tätig. Er richtete in Neuhausen im Laufe der Zeit noch eine Schnapsbrennerei ein. Heute führen seine Tochter und die Enkelin, die inzwischen umgebaute Schwane weiter.

Aufnahme um 1916.

43. Der älteste Verein unserer Gemeinde ist das Bürgermilitär, heute Biirgergardegenannt. 1806 wurde diese Vereinigung von Neuhausener Männern zum ersten Mal unter diesem Namen erwähnt, obwohl sie vermutlich aus einer uralten Wehreinrichtung hervorgegangen ist. Seit ihrern urkundlich erwähnten Bestehen war der Ehrenschutz bei der Fronleichnamsprozession die vordringlichste Aufgabe. Auch heute ist die Bürgergarde noch Trager alter Überlieferung. Daraus versteht sich, daß sie bei heimatlichen Festen nie fehlen darf. Das Bild, das wir hier zeigen, ist die älteste noch vorhandene Aufnahme des Bürgermilitärs, aufgenommen vor der Zehntscheuer, die inzwischen abgebrochen wurde. In ihrer Mitte mit Käppi und weißer Schürze ein damaliger Gönner, der Ochsenwirt Kar! Bayer,

Aufnahrne 1887.

44. Der Kaufmann Andreas Rank gründete am 24. Oktober 1852 den Gesangverein 'Sängerbund'. Der Verein war seiner Herkunft nach ein Träger des demokratischen Gedankengutes, hat sich aber auch als Gesangverein bald einen guten Namen erworben. Sein erster musikalischer Leiter war der Lehrer Theodor Weiß. 1886 übernahm Oberlehrer Josef Volk den Dirigentenstab. Unter seiner Führung stieg der Verein rasch auf und zählte um die Jahrhundertwende zu den erfolgreichen Gesangvereinen des Landes, Der Verein erlebte 1926 den größten Tag seiner ruhmreichen Geschichte am 75. Stiftungsfest in den 'Volkswiesen' bei der Marienstraße. Am 25. Juni 1933 geschah, was viele für unmöglich gehalten hatten, die beiden Vereine 'Sängerbund' und 'Eintracht' schlossen sich im Männergesangverein zusammen.

Aufnahme 1868.

45. Am 4. Juni 1882, dem Dreifaltigkeitssonntag, lud der Lehrer Johann Schmid hiesige Männer in den 'Halmen' ein und gründete mit ihnen den Männergesangverein 'Eintracht', Einer der Gründe, die zur Bildung eines zweiten Gesangvereins führten war der, daß eine große Anzahl sangesfreudiger Männer vorhanden war, die nicht mehr in den Sängerbund aufgenommen werden konnten, da dessen Statuten nur eine begrenzte Anzahl Sänger zuließen. Die 'Eintracht' übernahm gleichzeitig die Funktion des Kirchenchores. Dirigenten waren die Lehrer Joharm Schmidt, Karl Bayer und Adolf Stütz. 1909 übernahm Oberlehrer Göppel die Leitung der 'Eintracht' und führte sie zu großen Erfolgen.

Aufnahme W. Mayer, Esslingen, 1895.

46. Diese, eigens zum 50jährigen Jubiläum des Sängerbundes entworfene Postkarte wurde an Freunde und Bekannte in aller Welt verschickt, überall dorthin, wo es Neuhäuser gab, vor allem in Amerika. In den Jahren 1849-1855 waren es bereits 227 Männer, Frauen und Kinder, die dorthin ausgewandert waren. 50 weitere Bürger befanden sich zu dieser Zeit im übrigen Ausland. Das Erinnerungsbild zeigt den Vorstand, die Ansicht der Heimat mit Kirche und Schule sowie die Wirtschaft 'Zum Fuchs', die 1830 eröffnet und 1897 von Wilhelm Beron an die Saalbaugesellschaft verkauft wurde. Diese Gesellschaft, die aus Mitgliedern des Gesangvereins 'Sängerbund' bestand, baute das Gebäude um und erweiterte es durch einen großen Festsaal.

Karte 1902.

47. Wie überall in katholischen Gegenden kann auch bei uns die 'Fasnet' auf eine lange Tradition zurückblicken. In der von Oberlehrer Franz Xaver Grimm, Schulleiter von 1868 bis 1897 in Neuhausen gefertigten Ortschronik waren Aufzeichnungen über die Neuhausener 'Fasnet' enthalten, die bewiesen, daß seit Jahrhunderten dieser Brauch begangen wurde. Leider ging dieses Werk verloren und nur durch mündliche Überlieferung ist aus dem Inhalt so manches erhalten geblieben. Er bezeichnete die 'Fasnet' als das Volksfest Neuhausens. So ist das Fastnachtsbrauchturn hier ursprünglich verwurzelt, ein Grund dafür, daß in Neuhausen die 'Fasnet' noch von Begeisterung und persönlichem Engagement getragen wird. Unser Bild zeigt das Fastnachtsspiel 'Die Welfensage' autgeführt vom Sängerbund Neuhausen, vor dem Rathaus.

Aufnahme 1896.

48. Nach diesem Fastnachtsspiel 1896 hat ein großer Umzug stattgefunden, der nicht nur durch die Straßen von Neuhausen, sondern auch in die umliegenden Ortschaften über Wolfschlugen, nach Sielmingen und wieder zurück nach Neuhausen führte, Jedes verfligbare Pferdegespann soll an diesem prächtigen Fastnachtsurnzug teilgenommen haben. Selbst ein Elefant, zu damaliger Zeit für die Bewohner eine Seltenheit, war eigens hicrfür aufgetrieben worden. Darum wunderte es niemand, daß ein Sielminger fragte: 'Ist das ein Echter? ' Unser Bild zeigt ein Wagengefáhrt des Umzugs.

Aufnahme 1896.

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