Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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49. Bis zur Jahrhundertwende feierte man die 'Fasnet' nur am Dienstag und zwar als ein Festtag, an dem für alle Neuhäuser die Arbeit ruhte. Die beiden Gesangvereine 'Sängerbund' und 'Eintracht' veranstalteten an diesem Tag einen Umzug, bei dem sie örtliche Begebenheiten in humorvoller Weise darstellten. Anschließend traf man sich im 'Ochsen' oder 'Saalbau' bei Theater, Musik und Tanz. Lange Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurde die 'kleine Fasnet' am Montag zuvor eingeführt. Dieser Tag gehörte nur der schulpflichtigen Jugend. Sie kostümierte sich, zog jubelnd durch die Straßen und freute sich über Geschenke, die man ihr gerne zukommen ließ. Hier stellen sich fünf Neuhäuser beim Fasnettreiben dem Fotografen.

Aufnahme 1924.

50. Im Jahre 1896 versammelte Anton Schrnid, genannt 'Boschke', eine kleinere Zahl von Spielern unter seiner Führung, die aber nur dann als Spielkörper zusammentraten, wenn ein einträglicher Auftrag in Aussicht stand. Aus dieser Gruppe erwuchs nach 1900 die Kapelle 'Presto'. Ihr späterer Leiter war der Wirt zum 'Jägerhof', Kar! Bauer. Ihm gelang es, die Mustkanten enger zusammenzuschließen und ihnen Spielaufträge zu sichern. Nachdem die Kapelle 40 Jahre bestanden hatte, Iöste sie sich im Frühjahr 1934 auf und vereinigte sich mit dem Musikverein. Unser Bild zeigt in der vorderen Reihe sitzend als ersten von links den späteren Dirigenten Kar! Bauer und in der Mitte der Gründer von 'Presto', Anton Schmid.

Aufnahme 1910.

51. Ein begabter und ehrgeiziger Musikant jener Zeit, der Schreiner Karl Josef Rank, war nicht gewillt, mit Anton Schmid, dem Gründer der Kapelle 'Presto' zusammenzuspielen und sammelte deshalb im Sommer 1900 einige Männer um sich, um unter seiner Leitung zu musizieren. Sie nannten sich 'Kapelle Rank'. Es kam der jungen Kapelle sehr zustatten, daß sie durch das Freundschaftsverhältnis zum Bürgermilitär das Spielen am Fronleichnamsfest übernehmen durfte. 1913 übergab Karl Josef Rank den Taktstock dem Gipser Karl Rank, der die Kapelle bis 1927 dirigierte. 1930 beschlossen die Spieler, die bisherige Kapelle in einen Musikverein umzuwandeln und ihm unterstützende Mitglieder zuzuführen. Hier präsentiert sich die 'Kapelle Rank' in den Uniformen des Bürgermilitärs.

Aufnahme 1902.

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52. Die Gemeinde konnte sich glücklich schätzen, als neben dem Vinzentiushausverein von 1886 die Schwestern vom Franziskanerorden am 30. Juni 1914 das Kinderheim St. Josef bezogen, die zweite soziale Einrichtung am Ort. Schon wenige Tage darauf trafen die ersten Kinder aus dem Paulusstift in Stuttgart ein. Bis zu der Erweiterung 1926 fanden etwa 60 Kleinkinder liebevolle Betreuung bei den Schwestern, deren Leistung und Opferbereitschaft dankbar anerkannt wurden. Unser Bild zeigt das Kinderheim nach seiner Fertigstellung 1914. Nach mehrmaligen Umbauten im Laufe der Jahre wurde es 1971 erneut vergrößert und modernisiert,

Aufnahme 1915.

53. Haben Sie's gezählt? Über 90 Kinderköpfe sind auf dem Foto (die Köpfe der mitgebrachten Puppen nicht mitgerechnet). Für alle diese Kinder des Kindergartens, 'Schüle' nannte man den 'Aufbewahrungsort' der Kinder irn Jahr 1925, war die 30jährige Schwester Luziana (rechts im Bild) zuständig. Schwester Luzentia durfte sich beim Fotografieren mit dazustellen, wegen der Symmetrie. Sie war damals für Nähkurse schulentlassener Mädchen zuständig, nachdem sie vorher viele Jahre Handarbeit gegeben hatte. Sie und Schwester Luziana gehörten zum Orden der Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal, die im Jahr 1876 nach Neuhausen in die Vinzentiushausstiftung gerufen worden waren für die Alten irn 'Spitäle', für die Kinder und für die Kranken der Gemeinde.

Fotografie um 1925.

54. Der Erste Weltkrieg von 1914-1918, der der 'guten alten Zeit' einjähes Ende bereitete, hat auch in Neuhausen Wunden geschlagen. Unsere Betrachtungen der damaligen Zeit wären unvollständig, wenn wir nicht an die vielen Familienschicksale, aber auch an den beispielhaften Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfsbereitschaft der Bevölkerung erinnern würden. Diese Feldpostkarte, die der Ochsenwirt an einen verwundeten Freund nach Tübingen in ein Lazarett schrieb, gibt Zeugnis davon.

Feldpostkarte 1914.

55. Unsere Pfarrkirche, die als 'größte Dorfkirche Europas' gilt, wurde 1850 innerhalb von vier Jahren erbaut, So wie sie hier abgebildet ist, präsentierte sie sich bis 1960 dem Besucher, Sicherheitsgründe und die Bedürfnisse des 20. Jahrhunderts machten eine Renovation erforderlich. Alles, was von der rein klassizistischen Form von Chor und Schiff ablenkte wurde entfernt, so daß die Bauweise dieses feierlichen, schlichten Säulensaals heute besser zur Geltung kommt.

Karte: H. Rubin und Co., Dresden-Blasewitz, 1925.

56. Das vertraute Geläut der Kirchenglocken gehörte in den Alltag des Ortes. Umso größer war das Opfer, als die alten Glocken, außer der 'Zwölfuhrglocke' aus dem Jahre 1450 'in den Krieg geholt' wurden. Keine kehrte zurück. Groß war darum die Freude, als am 20. Dezember 1925 Dekan Dr. Kottmann aus Rottenburg vor einer stattlichen Zahl von Neuhäusern, dem Bürgermilitär und der Feuerwehr die neugegossenen Glocken auf dem Kirchplatz einweihen konnte. Am 10. Januar 1926 erklang zum erstenma1 das Vollgeläute über dem Dorf und niemand konnte ahnen, daß sich dieses Glockenschicksal im Zweiten Weltkrieg wiederholen sollte.

Aufnahme 1925.

57. Es ist kaum vorstellbar, daß dieser Feldweg, den die Fronleichnamsprozession begeht, heute Wilhelmstraße heißt. Zu der Zeit, als die Aufnahme entstanden ist, waren die 'Weiherwiesen' , nördlich des Weiher oder Fleinsbach, ein ergiebiges Weideland. Links im Hintergrund ist die Bahnstation zu sehen, Das weite Feld ist heute restlos bebaut. An diesern Bild läßt sich die Entwicklung, die Neuhausen in den letzten achtzig Jahren durchlaufen hat, am deutlichsten ablesen,

Aufnahrne um 1920.

NEUHAUSEN .a. F. MarktstraBe.

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58, Von der 'Gänsbettbrücke' aus schauen WIT lil den unteren Teil der Marktstraße, bis vor zur Entenstraße. Auf der Briickenmauer steht St. Nepomuk, der 1946 auf Anraten des Denkmalamts erneuert werden mußte. Einige Jahre darauf mußte er wieder entfernt werden und konnte seitdem nicht wieder an seinen Platz, den er Jahrhunderte innehatte, zurückkehren. Links daneben steht noch der Mast einer abmontierten Petroleumlampe. Auf der linken Seite ist die Spezereihandlung Karl Grimm zu sehen, der das Geschäft, das Jahrhunderte im Besitz der Familie des Schultheißen Josef Anton Balluff war, 1894 käuflich erwarb, Das vorstebende Häuschen von Sattler Lang wurde 1968 abgebrochen.

Karte: Verlag Carl Grimm, 1912.

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