Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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Neuhausen - Marktstraße

59. In entgegengesetzter Richtung, Marktstraße aufwärts, wurde diese Aufnahme gemacht. Links das Haus von Sattler Carl Anton Lang, der seit 1905 auch Armenpf1eger in Neuhausen war. Er schrieb einmal in einem Lebenslauf, er habe 'ein Doppelhaus in der schönsten Lage, mitten des Ortes und vis-à-vis dem bisherigen Postlokal' erworben; gemeint war der 'Löwen', Der Sohn des Sattlers Lang erwarb später das auf der rechten Seite abgebildete Haus, in dem die 'Frau Posthalterin' Bauer wohnte. Das Nachbarhaus linker Hand wurde in den fünfziger Jahren abgerissen, an seiner Stelle wurde das Kaufhaus Grimm gebaut.

Karte: H. Rubin & Co., Dresden-Blasewitz, 1925.

Neuhausen Kirchstrasse

60. Im Großen und Ganzen sind die Gebäude der unteren 'Kirchgasse' erhalten geblieben, aber der Charakter der damaligen Zeit ist durch Aus- und Umbau wesentlich verändert worden. Die ländliche Straße von einst ist heute eine Hauptverkehrsstraße, Auf der linken Seite erkennt man das Haus Herzog, Friseur Pelott, heute Sulzer, dahinter der Saalbau, der im wesentlichen unverändert geblieben ist und das an den Schloßplatz grenzende heutige Textilhaus März. Rechts, wohl allen bekannt, das Haus des Buchbinders Kurfeß (Ernst), sowie die ehernalige alte Apotheke, die im Gebäude neben der oberen Schloßscheune (heute Klosterstraße 1) untergebracht war.

Karte: H. Rubin & Co., Dresden-Blasewitz, 1926.

61. Was für eine Erleichterung muß es für die Bauern gewesen sein, als die Dreschmaschine aufkam. Die Garben wurden direkt mit den großen Heuwagen vom Felde zur Dreschmaschine gefahren (wie in diesem Falle, zur Koppenmühle). Mancher kann sich wohl noch daran erinnern, wie die vielen Erntewagen in Reih und Glied oft über die Bäderstraße bis herauf 'Zur Krone' standen und darum des öfteren die ganze Nacht lang gedroschen wurde. Mehr oder weniger war mal jeder dabei, sei es um der Verwandtschaft, oder dem Nachbarn zu helfen, denn auf der Dreschmaschine mußte es fix gehen und jeder Handgriff sitzen, denn der Nächste wartete schon ungeduldig. Hier scheint es, daß man sich Zeit zum fotografieren nahm. Vielleicht war es der letzte Wagen an diesem Tag oder war die Maschine defekt.

Aufnahme 1925.

62. Auch um 1920 war das übliche Transportmittel noch Pferd und Wagen. Kleinere Transporte wurden per Pritschenwagen durchgeführt. Die Straßen wurden schon fester gebaut, und es war nicht mehr so beschwerlich zu fahren wie in früheren Jahren. Neuhausen bekam nun einen amtlichen Güterbeförderer, der die mit der Eisenbahn angekommenen Güter ihrem Ernpfänger ablieferte. So wie damals ein einzelnes Automobil noch als Vorbote einer neuen Zeit bestaunt wurde, so würde heute Pferd und Wagen Verwunderung bei den Kindern und Schmunzeln bei den Älteren hervorrufen.

Aufnahme um 1920.

63. Diese Aufnahme wurde an der Ecke 'untere Lettengasse' Wilhelmstraße gemacht. Wo heute das Postamt steht waren Wiesen und Obstgärten, auf denen Neuhäuser Schafhalter des öfteren den Pferch aufschlugen und die Schafherde noch ungestört die Straßen begehen konnte. Auch das 1902 erbaute evangelische Kirchlein, vor dem sich das Pferdefuhrwerk postierte, ist abgerissen; an seiner Stelle steht heute ein stattliches Mehrfamilienhaus. Die Wilhelmstraße selber wurde inzwischen eine gut ausgebaute Hauptverkehrsstraße und wäre von unseren Großvätern nicht wiederzuerkennen.

Aufnahme 1925.

64. Mitten in Gärten und Wiesen stand viele Jahre lang einsam dieses Haus, das nur über einen besseren Feldweg erreicht werden konnte. Umsomehr wird es den Beschauer verwundern, wenn er feststellt, daß es sich hier um die heutige Fleinsbachstraße handelt. Sie ist inzwischen vollständig bebaut und bildet die Verbindung zwischen Bahnhof- und Wilhelmstraße. Einst versammelten sich hier die Kinder des Ortes, um im Winter Schlitten zu fahren und im Frühling die ersten Veilehen zu suchen.

Aufnahme 1925.

65. Nach 1800 wurde neben Bier und Wein ein weiteres alkoholisches Getränk, der Most, immer beliebter. Zum Teil noch erhaltene Keller der Bauern und Handwerker geben Zeugnis von den Mengen, die einst zubereitet wurden. In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg nahmen Neuhausens Gipser und Maurer in Steinkrügen den gegorenen Apfelmost zur Arbeitsstätte, und dem Bauern schmeckte der Most viel besser als irgend ein anderes Getränk. Kein Wunder, daß die Neuhäuser Küfer, die die Mostfässer aus Eichenholz fertigten, stets mit Arbeit eingedeckt waren. Auf unserem Bild sehen wir Küfer Heer vor seinem Wohnhaus und Werkstatt in der Bahnhofstraße. 1963 wurde das Anwesen abgebrochen und später darauf die Tankstelle Heer errichtet.

Aufnahme um 1924.

66. Die Bewohner unseres Ortes waren im ausgehenden vorigen Jahrhundert und danach ein zwar herzhafter, aber friedfertiger, bei aller Einfachheit lebensfroher und fleißiger Menschenschlag. Man begnügte sich mit einem bescheidenen Auskommen und war zufrieden. Wenn wir uns aber schon die Zeit unserer Väter und Großväter vergegenwärtigen, dürfen wir die damalige Rivalität der beiden Gesangsvereine nicht außer Acht lassen, denn 'Sängerbund' und 'Eintracht' waren wohl große Kulturträger, aber auch im Gemeindeleben spielten sie eine maßgebliche Rolle. Selbst im Gemeinderat waren beide Gruppen als Konkurrenz vertreten.

Aufnahme Eintracht, 1925.

67. Nicht nur im öffentlichen Leben, sondern bis in die Familien hinein bekam man die Rivalität zu spüren. Selbst eine Heirat von der einen in die andere Seite konnte sehr erschwert sein. Interessant ist es, wenn 'Sängerbundler' und 'Eintrachtler', wie man sie damals unter anderem zu nennen pflegte, von dieser Zeit schmunzelnd erzählen. Etwas gutes war wohl auch dabei: ihre Leisrungen im Gesang liefben über Württemberg hinaus aufhorchen, Die Nachkommen dieser Männer sind heute im Männergesangverein vereint als 'ein Herz und eine Seele' und darüber sind wir Neuhäuser sehr froh.

Aufnahme Sängerbund, 1926.

68. Die Fassade dieses Hauses in der oberen Lettengasse war viel bewundert worden. Der Kirchenmaler Karl Konstantin Mayer, einst Eigentümer dieses Hauses, hatte diese Malereien um 1900 angebracht. Er war als Fachmann über die Ortsgrenzen hinaus geschätzt und bekannt. So wirkte er zum Beispiel maßgeblich bei Restaurierungsarbeiten in den Barokkirchen des Oberlandes und des Allgäu's mit. Auch an der Ausgestaltung unserer Pfarrkirche um die Jahrhundertwende, war er wesentlich mitbeteiligt. Drei seiner fünf Söhne traten in des Vaters Fußstapfen und machten sich als Restauratoren "einen Namen. 1929 wechselte das Haus den Besitzer, der es umbaute, wobei die Malereien bei der Außemenovierung verloren gingen.

Aufnahme 1925.

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