Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Willi Fay
Gemeente
:   Neuhausen auf den Fildern
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2696-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuhausen auf den Fildern in alten Ansichten Band 1'

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69. Schon um 1870 bernühte sich die Gemeinde um eine Apotheke, doch die Kreisregierung in Ludwigsburg lehnte den wiederholt gestellten Antrag ab, weil am Ort kein approbierter Arzt tätig war. Nach weiteren Verhandlungen erhielt dann schließlich DI. Hugo Bertsch im Jahre 1880 die Berechtigung, eine Apotheke einzurichten, die sich zunächst im Haus Klosterstraße 1 befand. 1894 übernahm Robert Hacker das Geschäft, baute aber bald das Haus Schloßplatz 8 und verlegte die Apotheke dorthin. Auch die umliegenden Dörfer profitierten von dieser Einrichtung. 1928 wurde mit dem Bau des Kriegerdenkmals der gesamte Schloßplatz neu gestaltet. Hier ist er noch in seiner ursprünglichen Front abgebildet.

Aufnahme 1925.

70. Wo heute die Mozartschule und das katholische Gemeindehaus stehen, war einst der Standort der machtigen Zehntscheuer. Sie war über tausend Jahre Zeuge der reichen Geschichte von Neuhausen. Noch im 17. Jahrhundert, wenn die Zehntgarben, ein Zehntel der Ernte, ausgezählt waren, mußte der Bauer diese unentgeltlich für die Herrschaft in die Zehntscheuer führen, Auch die Pfarrscheuer links und die Kaplaneischeuer rechts im Bild hatten alte Tradition. In der jüngeren Geschichte hatten sie verschredene Bauern in Pacht. 1929 baute Kaplan Herschlein mit jungen Männern der Gemeinde die Kaplaneischeuer zum 'Jugendheim' um. In den 60er Jahren wurden alle drei Gebäude abgerissen.

Aufnahme 1929.

71. Anhänger des kneipp'schen Heilverfahren riefen 1898 die hiesige Bevölkerung in den Ochsen, wo ein Fachmann das Werk von Pfarrer Kneipp erläuterte und einen Verein mit zunächst 20 Mitgliedern gründete. Josef Eisele, errichtete im Jahre 1899 in seinem Haus, Entenstraße 25, eine Badeanstalt, 'die sich bewährte, als die Grippe umging', so berichtet die Chronik. Inzwischen war der Kneippverein auf über 100 Mitglieder angewachsen. Aber schon 1906 zählte er nur noch 28 Anhänger. Diese waren überzeugt, daß der Verein nicht mehr länger zu halten sei und lösten ihn am 11. August 1907 auf. 1927 ließ der Bademeister zur Freude von Jung und Alt das Freibad bauen, das heute noch von der älteren Generation 'Badanstalt' genannt wird.

Aufnahme 1927.

72. Überschwemmungen waren keine Seltenheit. Die Niederschläge und Schneeschmelzen der oberen Filderebene sammelten sich im Fleinsbach und in der 'Benzach', die sich kurz vor dem Ort mit der 'Steppach' zum 'Wagenbach' vereinigt. Zurecht hat letzterer seinen Namen bekomrnen, denn die altdeutsche Bezeichnung 'wag' bedeutet 'gefährlich'. Die Gefährlichkeit dieses Baches erhielt dadurch noch eine Steigerung, daß seine Mündung in den Fleinsbach unterhalb der Gänsbettbrücke nahezu rechtwinkelig erfolgt und so die mitgeführten Wassermassen durch den Lauf des Fleinsbaches gestaut wurden. Mit viel Aufwand an Geld und Arbeit hat die Gemeinde in den 60er Jahren mit der Bachkorrektur diesem Übel ein Ende gemacht.

Aufnahme in der Schlosserstraße, 1930.

73. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrslage gelang in den zwanziger Jahren mit dem Entschluß, die Straßenbahn nach Neuhausen weiter auszubauen. Esslingen, Nellingen und Denkendorf hatten schon 1925 eine Gesellschaft zum Betrieb einer Straßenbahn gegründet, die dann 1926 in Betrieb genommen wurde. Neuhausen war darüber verbittert und enttäuscht. Die Arbeiterschaft forderte endlich einen Entschluß des Gemeinderates. Er raffte sich auf und trat 1927 der Straßenbahngesellschaft bei. Im folgenden Jahr wurden mit Hochdruck die Gleise verlegt. Unser Bild zeigt die Arbeiten in der Esslingerstraße. Oben links steht heute das Gebäude von 'Blumen-Preiïser', davor Schutzmann Richard Rank.

Aufnahme 1928.

74. Als am 21. September 1929 die Straßenbahn zum erstenmal in das festlich geschmückte Dorf einfuhr, wurde sie mit Hurrarufen und Böllerschüssen empfangen. Die ganze Gemeinde war auf den Beinen. Die meisten Vereine waren zugegen, die Bürgergarde stand Spalier. Es war ein großer Tag für Neuhausen. Man hat den Anschluß gefunden zum industriealisierten Neckartal. Unser Bild zeigt den ersten geschmückten Straßenbahnzug nach seiner Ankunft. Die Ehrengäste im Zylinder hatten soeben die Wagen verlassen. Im Frühjahr 1978 soll der Straßenbahnbetrieb eingestellt und durch Omnibusse ersetzt werden.

Aufnahme 1929.

75. Wie das Modell eines Architekten wirkt das Dorf aus der Luft gesehen. Noch bestimmt der Siedlungskern der Jahrhunderte das Bild Neuhausens. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden vereinzelt Wohnhäuser dazu gebaut. Seit den SOer Jahren hat die Gemeinde große Gebiete zur Bebauung urngelegt. Seither besteht Neuhausen nicht nur aus dern historischen Ortskern, den wir in diesem Band von Alt Neuhausen kennengelernt haben. Wünschen wir dem größeren Neuhausen, das inzwischen auf 10 000 Einwohner angewachsen ist, eine gute Zukunft.

Aufnahme: Luftbild 1930.

Bildquellennachweis

Altenburger Anton 14 Bayer Anna 63

Bayer Hilde 17

Bender Pia 16, 36, 62, 64 Bihr Martha 42

Bolz Kar! 50, 54

Bolz Oskar 2, 7

Braig Gretel 22, 23

EiseIe Agnes 70

EiseIe Anton 9

Eisele Emma 71

EiseIe OHo 12

Ernst Alfred 24, 46

Ernst Berta 18

Ernst Eugen 4, 41

Friton Kar121, 35, 61

Gemeinde-Archiv 10,11,33,43,44,45,51,52,66,67,72,73 Gianni Helene 13, 19, 20, 57

Grimm Otto 1, 58

Heer Paul65

Hertler Elfriede 26,30,31,32,48 Kärcher Gregor 15, 53,74,75 Knödler loser 5,69

Lang Dr. Cosmas59

Mayer Agnes 34

Mayer Walter 25

Nagel Agnes 49, 68

Pflüger Wilhelm 56

Rank Klara 3, 39

Rank Maria 37, 47

Rank Resi 6

Rank Richard 38

Schaller Armella 28

Schalier Max 27, 29

Sonnenwald Horst 40

Volk Marzella 8, 55, 60

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