Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 1

Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Siegfried Heinrich
Gemeente
:   Neukirch (Lausitz)
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5625-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 1'

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29. Die Vereinigte Volksschule von Neukirch wurde im Jahre 1881 gebaut. Sie nahm von daab die Kinder aus der Gemeinde Obemeukirch Lausitzer Seite, die bis dahin die Kirchschule und die Moserschule besucht hatten, unter ihre Fittiche. Nachdem 28 Jahre später gleich nebenan eine weitere, noch geräumigere Schule errichtet worden war, zogen an einem Wintertag im Januar 1909 die Schüler und ihre fünf Lehrer in feierlicher Stimmung dahin um, so daß das freigewordene Haus nun dem Gemeinderat von Neukirch (Lausitz) zur Ausübung seiner Amtshandlungen zur Verfügung stand. Zum gleichen Zeitpunkt verlegte die im Jahre 1893 gegründete Gemeinde-Sparkasse von Oberneukirch L.S. ihre Geschäftsstelle vom Gebäude der Handelsbank in das neue Gemeindeamt.

30. In diesem Haus Hauptstraße 22 praktizierte zur Zeit des Ersten Weltkrieges der Arzt Dr. Emil Wagner. Er war eine stattliche Erscheinung mit einem beträchtlich breiten Oberlippenbart und trug meist eine graue Offiziersuniform. Wenn er seine Patienten besuchte, dann fuhr er mit der Kutsche (Bild), später - und das war zu dieser Zeit ungewöhnlich - mit einem Auto der Marke 'Brennabor' vor. Dr. Wagner war der erste praktische Arzt im Regierungsbezirk Dresden, der ein solches Gefährt benutzte. Der Wagen, der sen 1916 im Ort und dessen Umgebung Aufsehen erregte, war von roter Farbe, hatte eine große Windschutzscheibe und besaß rechts außen Bremse, Gangschaltung und Hupe.

31. Das hier vorgestellte Gebäude gegenüber dem Neukircher Rathaus ist ein Geschäft mit langer Handelstradition. 1875 kaufte es ein Kramer namens Kar! Friedrich August WinkIer , um darin zwei Läden einzurichten. Jeweils eine schmale Treppe mit nur wenigen Stufen in der Mitte des Hauses führte links in einen Laden, in dem Tuche und Modestoffe verkauft oder in einer Schneiderei verarbeitet wurden, und rechts in ein Kolonial- und Schnittwarengeschäft. 1908 übernahm die Schneidersfrau Ida Alma Pauline Brauner den Teil des Hauses, in dem man Textilien vertrieb. 1m rechten Teil machte sich die Lebensmittel-Handelskette von Thams und Garfs seßhaft. Die Straße, die am Haus in südlicher Richtung zeigte, und die dazugehörigen Häuser wurden übrigens nach dem ersten Kramer benannt, Sie hießen fortan Winklerstraße und Winklerhäuser.

32. Um den ökonomischen Anforderungen des beginnenden 20. Jahrhunderts in den Gemeinden Oberneukirchs gerecht zu werden und endlich einmal das leidige Raumproblem auf längere Sicht zu lösen, gab der Gemeinderat von Oberneukirch Lausitzer Seite unter Vorsitz von Kar! Weikert 1907 die Zustimmung zur Projektierung einer neuen Schule. Die dann nach Plänen der Gebrüder Kießling aus Kötzschenbroda sofort begonnenen Bauarbeiten der Firma Beek führten bereits am 7. Januar 1909 zur Einweihung des architektonisch hervorragend gelungenen Bauwerkes. 1929 hatten die damaligen Gemeindeväter den klugen und sinnigen Gedanken, der Bildungseinrichtung den Namen des großen deutschen Dichters und Literaturkritikers Gotthold Ephraim Lessing zu verleihen.

33. Mit dem Weben von Leinewand am häuslichen Handwebstuhl verdienten früher viele Neukircher Einwohner mühevoll ihren Lebensunterhalt. Als aber in den Gründerjahren und später die neue Technik einzog und sich eine Reihe kleinerer und größerer mechanischer Webereien ausbreitete, ging die Hausweberei zurück. Der gezeigte Haus-Handwebstuhl ist der letzte seiner Art in Neukirch, an dem noch von früh bis tief in die Nacht bei blakender Ölfunzel ein Weber gesessen hat, um Schuß für Schuß durch die Kettenfäden die feste Oberlausitzer Leinewand in bester Qualität zu erzeugen. Herr Erhard Nierich, der verdienstvolle Heimatforscher und langjährige Museumsleiter, zeigt hier seinen Gästen, wie dieser letzte Neukircher Webstuhl-Veteran funktioniert.

Rettungshaus Oberneukirch a. H.

34. Unterhalb der 'Hohen Straße' am Lämmerberge liegt dieses Gebäude. Ursprünglich war es ein schieferbehangenes Bauernhaus, zu dem einige Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gehörten. In den Gründerjahren richtete ein Neukircher Töpfermeister für einen seiner Söhne hier eine Töpferwerkstatt ein, die jedoch infolge unrentabler Wirtschaftsweise bald wieder geschlossen werden mußte. ImJahre 1888 wurde im gleichen Gebäude vom christlichen Männerverein, der sich besonders der Jugenderziehung widmete, ein Rettungshaus für 18 schulpflichtige Jungen aus sozialschwachen Bevölkerungskreisen ins Leben gerufen. Die Betreuung der jungen Menschen sowie die Instandhaltung und Bewirtschaftung von Haus und Grundstück übernahm nun der Rettungshausverein.

35. Um die Jahrhundertwende gab der Buchbindermeister Ferdinand Hübschmann die 'Neukircher Nachrichten' heraus. Die Zeitung erschien dreimal wöchentlich und wurde in seiner Buchdruckerei (rechte Bildseite) hergestellt. Herr Hübschmann, von großer Statur und mit Vollbart, betrieb außerdem eine Buchhandlung und ein Schreibwarengeschäft, in dem er auch Anzeigen verschiedenster Art und diverse andere Druckaufträge annahm. In den zwanziger Jahren fand in dem Haus das Büro einer Handelsbank Unterkunft, ehe Herr Otto Lehmann - seines Zeichens Uhrmachermeister - ein entsprechendes Geschäft mit Reparaturwerkstatt eröffnete.

36. Im Jahre 1885 eröffnete der junge, unternehmungsfreudige Bäcker Christian August Hultsch direkt an der Hauptstraße nahe der Kirche eine eigene Bäckerei. Während seiner Wanderjahre war er bis nach London gekommen und hatte dort zehn Jahre als Bäcker und Koch gearbeitet. Nun ging er mit Tatkraft und Gottvertrauen - er war ein frommer Mann - erfolgreich an die Arbeit. Da er die Konzession besaß, sonntags zwischen Gottesdienst und Abendmahlsfeier an der Kirche Kaffee auszuschenken und Milchsemmeln zu verkaufen, bürgerte sich bald der Name 'Himmelsbäcker' ein. Das Lieferauto, mit dem sein Nachfolger Friedrich Hultsen den Kundenkreis zwischen Sohland, Bischofswerda und Neukirch mit dem wohlschmeckenden Schlüterbrot versorgte, wurde bald zu einem Markenzeichen des Handwerksbetriebes.

37. Nahe der Kirche steht dieses Haus, in dem der beliebte Arzt Dr. Clemens Gotthold Hellner fast drei Jahrzehnte unermüdlich praktizierte. Als Besitzer einer außerordentlich umfangreichen Bibliothek und einer ebenso reichen Sammlung von Exponaten aus der Geschichte Neukirehs freundete er sich bald mit dem Oberlehrer Georg Pilk an, hatten beide doch gleiche heimatgeschichtliche Interessen. Dr. Hellners Absicht, eine ausführliche Chronik über Neukirch zu schreiben, scheiterte auf Grund seiner starken ärztlichen Inanspruchnahme an Zeitmangel. Auf seine Bitte arbeitete sich sein Freund Pilk in die Materie hinein und promovierte damit an der Universität Rostock.

38. Der Stammtisch im 'Keglerheim' nahe der Kirche war - wie vielerorts in großen Gemeinden - Treffpunkt der Dorfprominenz. Hier wurde bei einem guten Glas Bier und angeregter Unterhaltung mancher wertvolle Gedanke geboren, der dann später tatsächlich auch seine Verwirklichung fand. So mag es wohl auch bei der Idee, ein Heimatmuseum für Neukirch zu gründen, gewesen sein, die in diesern Raum erstmalig geäußert worden sein soll. Wie es heißt, solle sie von dem Dreigespann Dr. Hellner, Dr. Pilk und Pfarrer Michaelis stammen. Diese drei waren es dann auch, die die Initiative zu der späteren, in Fachkreisen vielbeachteten Heimatgeschichtssammlung ergriffen.

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