Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 2

Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Siegfried Heinrich
Gemeente
:   Neukirch (Lausitz)
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5897-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 2'

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39. Das Neukircher Museum hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1916 wegen seiner reichhaltigen Sammlung von historischen Exponaten, seines umfangreichen, vielseitigen Dokumentenschatzes und seinen zahlreichen Publikationen in der Oberlausitz einen guten Ruf erworben. Ehe es seine endgültige Unterkunft 1938 in einem Flügel der Lessingschule tand, war es in Räumlichkeiten der Kirchschule, des Gemeindeamtes und der Volksschule des Mitteldorfes untergebracht. Es wurde anfangs von Dr. Georg Pilk und später mehrere Jahrzehnte von dem Lehrer und Heimatkundler Erhard Nierich betreut. Letzterer baute es in übersichtlicher Weise zum wissenschaftlich gestalteten Regionalmuseum auf, gründete einen Museumsverein und hatte rnanchen Strauß mit solchen Personen auszufechten, die dem Museum bestimmte Ausstellungsstücke streitig machen wollten.

40. Als die Neukircher Gemeindeväter im Jahre 1880 dem Anstellungsantrag des jungen Lehrers Gustav Reinhold Schöne zustimmten, ahnten sie sicher nicht, daß ihre Entscheidung höchst positive Folgen haben sollte. Der junge Pädagoge - versehen mit einer gediegenen Ausbildung am Landständischen Lehrerseminar in Bautzen und erfüllt mit Tatendrang und Arbeitseifer - stellte sich nämlich bald als ein hochtalentierter Erzieher, Musiker und Organisator heraus.1894 wurde er zum Kirchschullehrer berufen, und 1900 trat er das Amt des Kantors an. Ausgerüstet mit der Gabe des Improvisierens - so wird berichtet - war aus seinem Orgelspiel nach der Predigt oft eine Antwort auf deren Gedankeninhalt herauszuhören. Als Begründer der Neukircher Kantorei fühlte er sich auch nach seiner Berufung zum Schuldirektor mit ihr noch engstens verbunden.

41. Ein gutes Beispiel dafür, wie man mit persönlichem Fleiß und durch kluge Geschäftsführung ein erfolgreicher Fabrikant werden kann, bewies in den ersten drei Jahrzehnten nach 1900 der Neukircher Unternehmer Alwin Wünsche. Hervorgegangen aus einer Familie, die vom Kolonialwarenhandel und von der Hausweberei lebte, erkannte der junge, nach Selbständigkeit strebende Mann die wirtschaftlichen Signale der Zeit. Er richtete im Jahre 1917 eine mechanische Weberei ein, die sich von Anfang an auf die Herstellung ganz bestimmter Erzeugnisse spezialisierte. Über den Absatz konnte Herr Wünsche nicht klagen, und so wundert es nicht, daß er seinen Betrieb schon nach kurzer Zeit in ein neuerbautes Shed-Gebäude verlagern konnte. Die gutgehende Textilfabrik stellte hauptsächlich Geschirr- und Mangeltücher, Diwandecken und Läufer sowie Frottierware her.

42. Die früher als Kirchschulzens Weg bezeichnete Verkehrsverbindung von der Hauptstraße bis zum 'Waldschlößchen' wurde in den Jahren 1929130 einseitig mit Ein- bzw. Zwei-Familien-Häusem bebaut. Das Bild zeigt im Mittelgrund die zuerst errichteten Gebäude. Auch die an der einmündenden Bergstraße sind gut zu erkennen. Während damals die Waldsiedlung noch nicht existierte, stehen aber bereits im Hintergrund links das Postgebäude und das Postbeamtenhaus, die beide von Baumeister Rentsch gebaut wurden. Der Dahrener Berg bildet in seiner würdevollen Erhabenheit die den Hintergrund abschließende Hügelkulisse. Die mit ihm verbundenen Sagen, die reich entfaltete Pflanzenwelt und die Tatsache, daß kein Weg auf den Gipfel die erhaltene Ursprünglichkeit stört, machen ihn zu einem interessanten Erkundungsgebiet für jeden Naturfreund.

43. Der imJahre 1904 gegründete Turnverein 'Freiheit' nannte sich ab 1927 'Arbeiter-Turn- und Sportverein Neukirch', Sein Abzeichen trug in einer wappenartigen Form die Anfangsbuchstaben der vereinseigenen Symbolbegriffe 'Frisch-Frei-Stark-Treu'. Ende der zwanziger Jahre entstand aus einer kleinen Gruppe von begeisterten Trommlern ein Spielmannszug, der bald bis auf 18 Spielleute anwuchs. Er trat erfolgreich bei Turnfesten, Maifeiern und anderen Veranstaltungen auf und erfreute sich bei der Bevölkerung wegen seiner flotten, munteren Weisen großer Beliebtheit, 1931 umfaßtc der von Arthur Herzog und Paul Pöthig geleitete Spielmannszug 24 Musiker. Die Instrumente waren außer der Lyra - sie gehörte der Gemeinde - persönliches Eigenturn. Ihr Wert betrug 200-300 Mark. Geprobt wurde meist im Gelände des Luftbades.

44. Ende der zwanziger Jahre sah man in der schönen Jahreszeit in Neukirchs Straßen oft den Eiswagen der Firma Otto Winter dicht umlagert stehen. Sein Angebot an Schoko-, Himbeer-, Vanille- und Erdbeereis loekte so manches Schleckermäulchen - gleich, ob alt oder jung- an den Wagen mit den vier in der Sonne glänzenden silbernen Glocken, unter denen sich die verschiedenfarbigen Eisspezialitäten befanden. Wer konnte da schon den wohlschmeckenden Köstlichkeiten widerstehen? Fünf bis zehn Pfennige kostere eine Kugel oder ein Tütchen Eis. Der junge Arno Winter unterstützte oft seinen Vater beim Eisverkauf, und so ist er auch hier im Bild mit seinem Eiswagen während des Pfingstkonzertes am 'Georgenbad' für die anwesenden Kinder und die erwachsenen Gaste in Aktion und bietet Waffeleis vom Besten zur Erfrischung an.

45. 'Reisen heißt Leben' - dieser Ausspruch des Dichters Jean Paul war zu allen Zeiten in der 'Kofferfabrik der Gebr. Lehmann, Oberneukirch' die motivierende Idee der Betriebsentwicklung. Ernst Lehmann, der Begründer des Unternehrnens, war ein gelernter Sattler. Er kam auf seiner Wanderschaft in Leipzig mit der fabrikmäßigen Produktion von Koffern in Berührung und beschloß daraufhin, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. In Großpostwitz war es bald in vielerlei Beziehung zu eng, so daß er 1893nach Oberneukirch kam, wo sich weitreichende Eisenbahnverbindungen, viele einstiegswillige, geschickte Mitarbeiter und ausreichende Räurnlichkeiten als günstige Anfangsbedingungen erwiesen. Der Unternehmergeist von Ernst Lehmann, das technische Können seines Sohnes Hans und die kaufrnännische Begabung seines zweiten Sohnes Walter entwiekelten die Kofferfabrik zum Großbetrieb.

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46. Im letzten Jahrfünft des 19. Jahrhunderts erschienen in regelmäßiger Folge wöchentlich zweimal, Mittwoch und Sonntag, die 'Neukircher Nachrichten'. Das Blatt, dessen erste Ausgabe das Datum vom 3. Juli 1895 trug und die Postzeitungslistennummer 4931 a batte, war als Nachrichten- und Inseratenanzeiger für Neukirch und Umgebung gedacht und kostete wöchentlich acht Pfennige. Für den Verlag, die Expedition und die Annoncenannahme zeichnete Herr Ferdinand Hübschmann-Oberneukirch verantwortlich. Die Redaktion lag in den Händen von Herrn Gustav Lowke (Bischofswerda), der das Blatt durch die Firma Paul Klepsch drucken ließ. Mit seiner illustrierten Sonntagsbeilage, seinem gehefteten Jahreskalender und seinen Beilagen für Feld, Garten, Handel. Mode, Spicl und Sport fand dieses vielseitige Nachrichtenblatt seine interessierte Leserschaft.

47. Die Tätigkeit der Apotheken ist für die Gesunderhaltung der Bürger von unschätzbarem Wert. In Neukirch eröffnete der Apotheker August Friedrich Wolf am 2. Januar 1836 die erste Einrichtung dieser Art. Von Apotheker Näther, der sein Geschäft anfangs nahe der Schloßschänke betrieb, ist bekannt, daß er sich 1860 ein neues Haus an der Hauptstraße bauen ließ und dort am 8 . Juli des gleichen Jahres mit dern Verkauf von Arzneimitteln begann. Als Adler-Apotheke - symbolisch sollte mit diesem Namen körperliche Kraft und Stärke, aber auch ewige Jugend und langes Leben angedeutet werden - übernahm sie 1912 der mit hohen pharmazeutischen Kenntnissen ausgestattete Apotheker Richard Curt Keller, der der Apotheke bald zu ihrem weit über die Ortsgrenze hinausreichenden guten Ruf verhalf. 38 Jahre übte er verantwortungsbewußt hier seinen Beruf aus.

48. Nachdem im Jahre 1913 mit dem Bau des kirchlichen Vereinshauses am Wege von der Hauptstraße zum neuen Friedhofbegonnen worden war, konnte am 26. April 1914 - also noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges - das mit einem Kostenaufwand von 28 000 Mark errichtete und fertiggestellte Gebäude eingeweiht werden. In der neuen kirchlichen Einrichtung standen nun ausreichend Räume für Versammlungen christlicher Vereine, für die religiöse Unterweisung der Konfirmanden und für die Übungsabende des Kirchenchores zur Verfügung. Außerdem boten zwei Wohnungen Platz für die Familie des Kirchners und für die Unterkunft der Gerneindediakonissin. In einer Räumlichkeit war zeitweilig die Gemeindebücherei untergebracht. Als am 22. Juni 1918 der sächsische König Friedrich August lIL Neukirch besuchte, besichtigte er auch das Vereinshaus.

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