Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 3

Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Siegfried Heinrich
Gemeente
:   Neukirch (Lausitz)
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6247-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neukirch (Lausitz) in alten Ansichten Band 3'

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S9 Seit seines Bestehens war der Männergesangverein Neukirch ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde. Er gehörte dem Deutschen Sängerbund an und war bürgerlich orientiert. Keine dörfliche Iubtläumsfeier, kein Kommers bei Vereinsfestlichkeiten und kein Sängertreffen fand ohne seine Beteiligung statt. Das Repertoire reichte vom bekennenden vaterländischen Hymnus über das einfühlsame Volkslied bis zum breit angelegten Opernchor. Neben dem Pflichtetfer der Mitglieder an den Übungsabenden im 'Hofgericht' erwarben sich jene vier Herren große Ver-

dienste, die hier im Foto aus den zwanziger [ahren vorn neben dem Flügel Platz genommen haben. Es sind Chordirigent Kantor Reinhold Schöne, Sangesfreund Wilhelm Georg Schramm, Fabri-

kant Gustav Holtsch und Vereinsvorsitzender T öpfermeister Paul Louis Lehmann.

60 Die einstige Heeres- und Handelsstraße, die an der Hûbelschänke vorbeiführte und an der Haarthmühle Niederneukirch erreichte, zog ihre Bahn mitten durch den Hof der Lochschänke. Später teilte sie sich, um einerseits vom oberen Rittergut aus als Hohe Straße zum Kleebusch zu gelangen und andererseits als Alte Straße im Tal zwischen Picho und Dahrener Berg den Weg nach Wilthen zu finden. Das Foto, das nahe des Niederhofes aufgenommen worden ist, zeigt Reste der früheren Gutsgebäude, eine mächtige schattenspendende Kastanie und rechts den Weg, der als Lindenallee bis zum Wald-

rand verläuft. Der phantasiebegabte Betrachter sieht und hört hier förmlich die hochbepackten Planwagen rattern, die von schnaufenden Pferden gezogen werden. Kutscher und Tiere finden bald

die erhoffte nahe Einkehrstätte. Gleich links wird eine 'Deichsel' gemacht.

61 An der einstigen Strekkenführung der Hauptstraße nahe dem 'Hofgerichr' betrieb um die [ahrhundertwende der Handwerksmeister Robert Weikert eine Schmiede. An Arbeit mangelte es nicht, denn in der Nachfolge der Hofschmiede, die sich vorher nebenan befunden hatte, sicherte die Arbeit für das Rittergut annehmbare Einkünfte. So loderte das Schmiedefeuer von früh bis spät, und Meister Weikert war es möglich, für die berufliche Entwicklung seiner beiden Söhne einen soliden Grund zu legen. Für Sohn Ewald erbaute er auf eigenem Grundstück eine Bäkkerei, und für Solm Walter ließ er am väterlichen Nachbargebäude eine Sattlerei mit

Verkaufsraum einrichten. Die Vorderfront des Ladens (siehe Bild) mit ihren beiden Schaufenstern, den zwei Schaukästen und der Ladentür krönten das Sattlersymbol und die Firmeninschrift.

62 Die Böttcherei Arnold

in Niederneukirch Nr. 176 (heute Hauptstraße 74) ist für das holzverarbeitende Gewerbe in der Gemeinde ein fester Begriff. Gegründet wurde sie von Karl Traugott Arnold, der beim Neukircher Böttchermeister Hultsch die sogenannte Weißböttcherei erlernt hatte, Nach seiner Wanderschaft richtete er sieh 1887 in der ehemaligen Schmiede seines Schwiegervaters eine Werkstatt (irn Bild links der Haustür) ein, und als 1899 die "Tischler-, Böttcher- und Stellmacher Zwangs-Innung Neukirch am Hohwald' entstand, wurde er als Mitbegründer in den Vorstand gewählt. 1 922 trat Sohn Karl Gerhard Arnold bei seinem

Vater in die Lehre. Sechs Iahre danach machte auch er sich auf den Weg in die Fremde. Seine Wanderjahre als Geselle führten ihn nach Norddeutschland, an den Rhein und sogar in die Schweiz.

63 Eine der ältesten Gaststätten im oberen Wesenitztal ist die Wehrbrückenschänke. Sie liegt an einer nach ihr benannten Seitenstraße in Niedemeukirch. In früheren Zeiten führte die alte Dorfstraße direkt an ihr vorbei, so daß sich hier eine willkommene Gelegenheit für die Fuhrleute bot, nach anstrengender Fahrt eine Pause einzulegen. Durch die Begradigung der Hauptstraße in der Mitte des 1 9. Jahrhunderts aber geriet sie etwas ins Abseits, was ihrer Beliebtheit jedoch keineswegs schadete. Karl Berthold, der Besitzer der Schänke, übte mehrere Berufe aus. Er war Gastwirt, er bearbeitete die zum Hause gehörende landwirtschaftliche Nutzfläche, er

betneb einen gutsherrschaftlich konzessionierten Laden, und er unterhielt ein Fuhrgeschäft. Die Wehrbrückenschänke war Versammlungsort für mehrere Neukircher Vereine.

64 Zu den Wegbereitern der LausitzerTöpferkunst im oberen Wesenitztal gehörtTöpfermeister Karl Gottlieb Lehmann (Foto). Nach einer ausgezeichneten Ausbildung gründete er 1834 im Vertrauen auf die eigene Kraft und rnit einem starken unternehmerischen Willen die dritte Töpferwerkstatt in Neukireh. Geschickt die damalige Konjunktur nutzend, klug den auf Produktion undAbsatz abgestimmten Geschäftsgang leitend und mit dem Beitritt zur BautzenerTöpferzunft das Ansehen seines Handwerksbetriebes fördernd, gelang es ihm, für sein begonnenes Werk auch feste perspektivische Grundlagen zu schaffen. Alle vier Söhne bildete er des-

halb auch selbst zu qualifizierten Töpfern heran, so daß sie sich später ebenfalls - wie der Vater von hohern Berufsethos erfüllt - als tüchtige Meister ihres Faches bewährten.

65 Wo die Tröbigauer Straße auf die Dresdener Straße stößt, liegt auf der anderen Seite die Gastwirtschaft 'Germania'. Durch einen überdachten Eingang am Hauptteil des Gebäudes betrat man linker Hand die stets düster beleuchtete, mitWandtäfelung und niedriger Holzdecke versehene Gaststube. Sie war etwas altertümlich, doch sehr gemütlich mit Samtsofas, Tischen mit gedrechselten Beinen, einem Stamrntisch und einerTheke ausges

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