Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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9. So sah um 1917 der 'Mercedes' eines Großbauern, hier Wendier vom 'Liedleshof', aus, wenn sonntags ausgefahren wurde, um die Verwandten zu besuchen. Meist saß der Knecht auf dem Kutschbock - im Fond saß der Bauer mit Familie, modisch gekleidet. Um sich einen solchen Wohlstand zu erarbeiten, war eine Reihe fleißiger Vorfahren nötig, leichter schaffte man es mit einigen rechten Erbschaften oder Heiraten. Im hohen zweistöckigen Sandsteinhaus aus Naturquadern gab es damals schon Messingtürklinken und ein Badeine Seltenheit für einen Ort wie Neunkirchen. Noch heute findet man das Haus fast unverändert als Anwesen Kroder. Die Hauptstraße durch Neunkirchen führte bis zum Jahre 1968 an diesem Bauernhof vorbei.

10. Zu den allerkleinsten Bauern zählten die Häusler oder Taglöhner, die es früher in jedem Dorf gab. Mit dem Handwagen holten sie das Futter für ihre Ziegen und Hasen. Einige Hühner und ein Hahn vervollständigten meist den Besitz. Die Aufnahme aus dem Jahre 1912 zeigt das im Jahre 1824 vom Taglöhner Christoph MeindeI an der heutigen Speikerner Straße erbaute Haus. Zwischen dem Feuerwehrhaus und Möbelgeschäft Bezold gelegen, trug es die Hausnummer 12. Es gehörte zum Anwesen Hollbauer (Britting). Vor dem Haus zeigen sieh die stolzen Besitzer. Das Haus wurde 1961 abgerissen; nur Außenmauern blieben stehen, ehe an gleicher Stelle ein Neubau entstand.

11. Aus der Zeit um 1929 stammt dieses Bild. Bis zum Aufkommen der Traktoren in den fünfziger Jahren war die Handarbeit unablässig. Freunde und Bekannte mußten bei der Ernte mithelfen. Sie waren gekleider mit traditioneller Arbeitsschürze, die zur Schonung der übrigen Kleidung diente. Die Frauen trugen weiße Kopftücher zum Schutz vor der Sonne. Familie Meiler und zwei bei ihr wohnende Logieherren der Firma Gruco aus Schleswig-Holstein ruhen nach getaner Heuernte aus. An der Stelle dieser Wiese finder man heute die Sparkasse Neunkirchen.

12. War der Winter vorbei und der Boden etwas abgetrocknet, so daß man 'fuhrwerken' konnte, dann wurde Mist auf die Felder gefahren, Kunstdünger wurde kaum verwendet. Anschließend wurde das Feld umgepflügt. Das Foto von 1937 zeigt den Landwirt Falkner mit Familie auf der 'Schnapperin' gegenüber dem Anwesen Ringer am Röttenbach. Sein Kuhgespann trug noch Stirnjoche. Die dritte Kuh wurde mitgeführt, daß sie sich an die Arbeit gewöhnen konnte. Das Foto hat heute Seltenheitswert, aber früher war Kinderarbeit etwas Selbstverständliches, weitverbreitet bei den 'kleinen Leuten', den Kleinlandwirten und Handwerkern; jede Arbeitskraft wurde zum Überleben gebraucht.

13. Wer heute die gut geteerte Bahnhofstraße mit dem Auto befährt, kann nicht erahnen, welcher Mühe es bedurfte, mit ein- oder zweispännigem Kuhgespann den Weg zum Bahnhof Schnaittach und weiter zu den Feldern jenseits der heutigen B 14 zurückzulegen. Alle Kräfte, auch Kinder, mußten mithelfen, hier z.B. im Jahre 1931. Im Sommerhalbjahr fand deshalb am Nachmittag kein Schulunterricht statt. Soeben hat das Fuhrwerk mit den hölzernen Wagenrädern das Ziel, die kleine Landwirtschaft im ehemaligen Meiler-Haus, heute Schreibwaren Vogel, mit der Futterladung erreicht. Der Lenker des Pferdegespanns, Stefan Fritschka, war bei seinem Tod 1989 mit 97 Jahren der älteste Neunkirchner Einwohner.

14. Nur noch die Buchnerstraße in Neunkirchen erinnert an den Kommerzienrat Robert Buchner, der am heutigen Faun-Parkplatz und Terhaerst-Gelände eine Chamottefabrik betrieb. Er war einer der fünf Ehrenbürger des Ortes, langjähriger 2. Bürgermeister und Gemeinderat. Die Luftaufnahme aus dem Jahre 1932 zeigt rechts die Verbindungsstraße von Neunkirchen nach Heuchling, die heutige Staatsstraße 2241, abzweigend davon im Vordergrund die Eisenstraße und dahinter die Buchnerstraße. Links am Bildrand die Chamottefabrik. Der Wald des Frühmeßholzes davor wurde 1944 gerodet, als die Siedlungshäuschen der Firma Faun gebaut wurden. Seit 1961 stehen dort Wohnblöcke und seit 1963 die evangelische Kirche.

15. Die ursprüngliche Ziegelei auf dem Gelände des heutigen Tankholzplatzes, die im Ersten Weltkrieg einging, übernahm Robert Buchner in den zwanziger Jahren und baute sie als Chamottefabrik aus. Er beschäftigte ca. 100 Arbeiter, unter ihnen die ersten Gastarbeiter aus Sizilien, denn sie konnten die Hitze an den Brennöfen leichter aushalten. Gebrannt wurden anfangs Hartklinkersreine. später hauptsächlich Chamotteprodukte: feuerfeste Ausmauerungen für Kokereien, für keramische Öfen aller Art, für Hochöfen und Gaswerke. Der Lehm wurde mittels einer Lorenbahn von der oberen und unteren 'Larnmagrubn' am heutigen Wasserhochbehälter heruntertransportiert. 1929 wurde das zum Didier-Konzern gehörige Werk stillgelegt. Das Belegschaftsbild stammt aus dem Jahre 1924, in der Mitte mit Schirmmütze Werkmeister Strobel.

16. Der Name 'Gruco' leitet sich ab von Grießmann und Co, dem früheren Besitzer, der das Werk 1913 übernahm. An gleicher Stelle waren seit 1629 eine Mühle, seit 1847 eine Spiegelglasfabrik und seit 1880 eine Holzwarenfabrik bekannt. Sie alle nützten die Wasserkraft des Röttenbachs aus. Das Werk I der Gruco stellte die bekarmten Küchen her, dazu wurde ein großer Lagerplatz für Holz benötigt, der sich bis zum heutigen Sportplatz erstreckte. Die fertigen Teile wurden dann ins Werk II (heute RKL-Gelände, jetzt Altenpflegeschule) transportiert, dort lackiert und mit der Bahn verschickt. Das Belegschaftsbild des Werkes I wurde 1928 aufgenommen.

17. Die Zeit des Dritten Reiches hatte auch für Neunkirchen Auswirkungen: der jüdische Eigentümer der Gruco-Möbelwerke wurde enteignet. Besitzer wurde der Nürnberger Scherer, ab 1939 DL Hermann Ilse. Jedes Jahr wurde der 1. Mai, der Tag der Arbeit, festlich begangen, Fahnen gehißt und die Häuser beflaggt. Die Belegschaft marschierte komplett, gekleidet in blauen Schürzen, Hobel und Säge unter dem Arm, zur Kundgebung nach Lauf. Diese fand im Gasthaus 'Weißes Lamm' oder im 'Naturbad' statt. Die Aufnahme zeigt die Rückkehr 1933 oder 1934 in die Ortsmitte auf der Hauptstraße neben Gasthaus Bachmeyer. Die Gruppe wird von den Parteifunktionären angeführt, dahinter folgen die Arbeiter.

18. Als 1923 Bürger aus Neunkirchen und Rollhofen wegen Arbeitsbeschaffung ins Ruhrgebiet zogen, erlebten sie dort die Zusammenschlüsse der Bayern in sogenannten Bayern-Vereinen. Die Trachten und Volksmusik gefielen ihnen so gut, daß sie nach der Rückkehr in Neunkirchen 1934 einen Trachtenverein zusammen mit Interessierten gründeten. Sie gaben ihm den Namen GTEV = 'Gebirgs- Trachten-Erhaltungsverein Almrausch'. Auf einem hölzernen Tanzpodium wurde vor der Gaststätte Bachmeyer das 'Schuhplatteln' mit schöner alpenländischen Tracht der Bevölkerung vorgeführt und es gab viel Spaß. Gründungsvorstand war Hans Failner, letzter Vorstand Georg Ibler. Von Lauf kam immer ein Zither- und HarmonikaspieIer. Der Verein war bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegcs sehr aktiv, ruhte jedoch danach. Die Fahne existiert heutenoch.

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