Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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19. Am 6. Januar 1929 wurde durch Lehrer Andreas Schiffer in Neunkirchen ein Gesangverein gegründet, siehe Foto. Später gab es sogar zwei: der Gesangverein 'Humor' rekrutierte aus der gehobenen Gesellschaftsschicht und traf sich in der Gaststätte Meillinger, die 'Privatgesellschaft Frohe Sänger Neunkirchen' setzte sich aus der Arbeiterschicht zusammen und tagte in der Gaststätte Bachrneyer; sie wurde am 7. Februar 1931 in den fränkischen Sängerbund aufgenommen. Schließlich vereinigten sich beide Vereine zur 'Sängervereinigung'. Weihnachts- und Sommerkonzerte, Faschingsbälle und Theateraufführungen wurden von der Sängervereinigung durchgeführt. Ein großes Fest mit Festzug und Musikdarbietungen wurde 1950 anläßlich der Fahnenweihe begangen. Auftritte sind bis Mitte der sechziger Jahre bekannt, doch heute ruht der Verein.

20. An der Stelle des heutigen Ibler-Hauses in der Kirchengasse gab es bis 1918 eine Wirtschaft, die von den Vorfahren Bachmeyer betrieben wurde, ehe diese die heutige Wirtschaft an der Hauptstraße vom früheren Besitzer Dannhauser übernahmen. Abgerissen wurde das Gebäude im Schatten der Kirchenmauer 1934 und durch das heutige Wohnhaus ersetzt. Der große Garten lud gerne zur Geselligkeit ein, war es doch das Stammlokal für Feuerwehr und Theaterverein. Eine Kegelbahn und ein Tanzsaal (heutiges Anwesen Spieß in der Bergstraße ) sorgten für allen 'Komfort' . Die Kameraden lassen es sich um das Jahr 1904 in der hinteren Wirtschaft gutgehen.

21. Der Beiname Neunkirchens 'am Sand' weist auf einen wichtigen Bodenrohstoff hin. Hinter dem heutigen Friseursalon 'Happy Hair' an der Heuchlinger Straße befand sich um 1920 die erste Sandgrube des Ortes, weiterhin wurde Sand auf dem Gelände des heutigen Bauhofes und des TC Neunkirchen entlang des Hirtenweges ausgebeutet. Die Bäume wurden gefällt, doch blieben am Rande der Sandgrube noch einige Föhren (Kiefern) stehen. Der Sand rieselte langsam unter den Wurzeln weg, so daß sich 'Stelzenföhren' bildeten. Unter und auf den Wurzeln fanden die Kinder ideale Spielmöglichkeit. Eine Stelzenföhre nach der anderen verschwand, die letzte in den sechziger Jahren.

22. Der 'Brittingweiher' war neben dem 'Wohlgschaftsweiher' (heute zugeschüttet auf dem Gelände der Firma Gruco) das Paradies der Schulkinder. Er war das ganze Jahr als Spielplatz beliebt. Im Winter konnte man gegenüberder Schule (rotes Backsteinschulhaus halb verdeckt) 'hetscheln'. Gelegentlich brach bei dünnem Eis ein Kind ein, wofür es vom Lehrer noch eine Tracht Prügel gab. Die örtlichen Gastwirtschaften schlugen hier zur Kühlung ihr Stangeneis. Im Weiher badete man im Sommer noch bis Ende der fünfziger Jahre und fischte verbotenerweise. Auf dem Bild aus dem Jahre 1932 ist noch das kleine Gumann-Haus sichtbar, das dem Ausbau der Speikerner Straße weichen mußte.

23. Der Röttenbach, frühere Schreibweise Röthenbach, fließt träge durch den Ort. Bei Hochwasser, wie auf dem Bild in den vierziger Jahren, wurde schnell der Gemüsegarten des Bauernhofes Munker unter Wasser gesetzt. Der Steg zwischen Schäferweg und Ringstraße war nicht passierbar. Das Bild zeigt die Hauptstraße, die bis 1968 über die Brücke am Rathaus und weiter zum Kroderhofführte. Gut zu erkennen ist der Bauernhof Munker mit dem Backofen, dahinter das Gasthaus Bachmeyer. Wegen des Ausbaues der Bahnhofstraße wurde der Munkerhof als AussiedIerhof am Waldweg neu errichtet und 1960 das alte Bauernhaus in Ortsmitte abgebrochen.

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24. Die Bahnstation Schnaittach Bahnhof war als Umsteigestation für die Bewohner und Besucher des Schnaittachtales ein wichtiger Knotenpunkt. Von hier nahm seit 1895 die Nebenbahn nach Simmelsdorf ihren Ausgangspunkt. Sonntags brachten noch in den fünfziger Jahren viele Sonderzüge im Sommer Wanderer, im Winter Skifahrer aus Nürnberg. Doch kaum einer der Bahnbenutzer wußte, daß der nur 1,5 km vom Bahnhof entfernte Ort Neunkirchen am Sand hieß. Erst mit der Bahnhofumbenennung im Jahre 1970 wurde dies bewußt. Der aus dern Jahre 1877, dem Eröffnungsjahr der Bahnlinie Nürnberg-Bayreuth, stammende Bahnhofwurde 1981 abgerissen und durch einen ebenerdigen Neubau ersetzt. Die Restauration Titus Meillinger in Bahnhofsnähe war für die Wanderer ein beliebtes Einkehrlokal, nicht zuletzt wegen des schattigen Gartens.

25. Die Bahnlinie brachte auch neue, begehrte Arbeitsplätze mit sich, wie den Beruf des Streckenwärters, des Stellwerkers usw., zumal Schnaittach Bahnhof ein Eisenbahnknotenpunkt war und es eine Bahnmeisterei gab. Typisch und gleich in der Ausführung waren sie alle, die Bahnwärterhäuschen mit ihrer roten Ziegelbauweise und den grünen Fensterläden an beiden Enden der Bahnanlage. Der kleine Stall und der Hausgarten ermöglichten den Bewohnern ein bescheidenes Auskommen. Gegenüber den Wohnhäuschen gab es je ein Stellwerk, das 'obere' (Richtung Hersbruck) und 'untere' (Richtung Lauf), von denen aus die Weichen und Signale mit Seilzug betätigt, bzw. die Schranke mit der Hand gekurbelt wurden. Die Bahnarbeiter mußten jeden Tag die Petroleumlampen von den Signalen holen, reinigen und am Abend wieder aufsetzen. Manche Eisenbahnerfamilie fand später in Neunkirchen ihre dauernde Bleibe.

26. Am 3. Dezember 1934 traf die oberste Bauleitung der Reichsautobahn im Gasthaus Bachmeyer erstmals die Grundstückseigentümer Neunkirchens, Heuchlings und Laufs, um die geplante Linienführung der neuen kreuzungsfreien Autostraße zu bespreehen. die von Berlin nach München führen sollte. Im Juli und August ] 935 wurden die Aufträge zum Bau vergeben und im Februar 1936 konnte man die Streckenführung erahnen. Bald begannen die Brückenarbeiten. Eröffnet wurde die Teilstrecke Bayreuth-Nürnberg am 4. September 1937 vom Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, DL Todt, zusammen mit Gauleiter Julius Streicher und Kreisleiter Walz. Die 'Straße des Führers' war rechtzeitig zum Reichsparteitag fertiggestellt worden. Die Aufnahme zeigt die Röttenbachbrücke.

27. Scharenweise strömte die Bevölkerung sonntags in den Jahren 1936137 zu den verschiedenen Baustellen der Reichsautobahn. Ein imposantes Bauwerk war vor allem die Überquerung des Röttenbachs, denn die Brückenlager mußten wegen des Sumpfes auf 36 Eichenpfähle gesetzt werden. Handarbeit war beim Bau der Reichsautobahn angesagt, obwohl es auch Bagger und Betonmischmaschinen gab. Doch die Erdarbeit war Sache der Männer. Die ausgegrabenen Wurzelstöcke wurden für 50 Pfennige an die Bevölkerung verkauft. Beim Bau wurden im Bereich Neunkirchen auch mehrere vorgeschichtliche Funde getätigt. Die Aufnahrne zeigt die Bauarbeiten an der Brücke am alten Wasserhochbehälter mit Bliek zum Parkplatz.

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28. Die Totalansicht der Ansichtskarte des Ortes Speikern aus dem Jahre 1928 zeigt das Panorama von der Mühle (links) bis zum Gasthaus Fritz Merkl (heute Brendel). Auffallend ist die Falschschreibung des Ortsnamens mit 'ck'. Die Einzelaufnahme zeigt die St.-Florians-Kapelle, die im Jahre 1715 von dem dortigen Müller Konrad Kroder samt einem Kapital von 250 Gulden gestiftet wurde. Von dessen Zinser!ös sollten Messen gelesen werden. Der jeweilige Besitzer der Mühle war auch Eigentümer der Kapelle und hatte für Unterhalt und Ausstattung zu sorgen. 1875 schenkte der damalige Besitzer Georg Bachmeyer nach Streitigkeiten mit dem Pfarramt die Kapelle der politischen Gemeinde. Das Genehmigungsverfahren zur Übernahme der Kapelle durch die Gemeinde dauerte acht Jahre bis zum 26. August 1883.

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