Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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29. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln war und ist für die Bevölkerung eines jeden noch so kleinen Ortes immer wichtig. Seit 1919 sorgen in Speikern dafür die Familie Ott und ihre Vorfahren. Ursprünglich wurde in einem nur 8 qm großen Raum ein Spezereigeschäft von Kunigunde Seitz betrieben. Am heutigen Standort wurde 1923 im neugebauten Haus Nr. 36 ein Lebensmittelgeschäft eröffnet. Damals gab es Zucker, Reis, Mehl usw. noch aus offener Schublade. Hier konnte im Zweiten Weltkrieg auf Lebensmittelmarken eingekauft werden. Im Jahre 1946 wurde im Geschäft zusätzlich die Poststelle mit öffentlichem Telefon eingerichtet. 1979 erfolgte der Umbau zum heutigen modernen Laden.

30. Als einziger Landwirt mit Hopfenanbau in Speikern blieb in heutiger Zeit Gerhard Merkl in der Milchgasse übrig. Jedes Jahr kann man beim Hopfenfest die Arbeit des Rebenschneidens, das Doldenpflücken mit der modernen Hopfenpflückmaschine und die vollautomatische Trocknung miterleben. Aus der Zeit um 1910, als der Hopfenanbau noch sehr mühselig war und die Trocknung unter den steilen Hausdächern stattfand, stammt diese Aufnahme. Die getrockneten Dolden liegen in ca. 1 Ztr. schweren Säcken im Hof zum Abtransport bereit. Typisch ist das Fachwerk im ersten Stock, Stall und Wohnhaus sind unter einem Dach vereint.

31. 'Schwarz', 'Schusterbauer' , 'Hirten- und Gemeindehaus', 'Mirt!', 'Schneiderrnann' , 'Wirth' , 'Amerbauer', 'Schwarzbauer' , 'Mietermann' , 'Unterhaas', 'Trurneter', 'Oberschlenk' , 'Kulersbauer', 'Waberlbauer', 'Simersbauer', 'Böhm", 'Krodl', 'Oberhaas' , 'Gieglersbauer', 'Hauer", 'Keselbauer', 'Putzler' , 'Mühltaglöhner', 'Mühle', 'Moritzen' , 'Schuster', 'Unterschlenk' , 'Maurer', 'Brodhaas' und 'Schneider' sind Hausnamen alter Speikerner Bauernhäuser, die meist von dem Gewerbe des Besitzers abgeleitet sind. Viele Namen sind heute noch bei den Einheimischen im Sprachgebrauch. Völlig verschwunden ist das Anwesen 'Unterhaas': an dessen Stelle stehen heute Häuser der Bachstraße. Auf diesem Anwesen war seit urdenklicher Zeit eine Leineweberei betrieben worden, ab 1898 gab es dort eine Bäckerei als Nebengeschäft. Die Aufnahme entstand vor 1920, denn damals wurde der Stall umgebaut.

32. Ein Erinnerungsfoto zur Hochzeit ist heute selbstverständlich. Schön herausgeputzte Hochzeitsgäste stellten sich aber früher ebenfalls in bester Garderobe dem Fotografen. Die Aufnahme aus Speikern zeigt vor der lahrhundertwende die Hochzeit eines sicher wohlhabenden Landwirtes. Sehenswert sind die schönen weiten Kleider. dem Festtag angemessen, die schicken Anzüge der Männer und das Brautpaar in der Mitte der zweiten Reihe. Nach altem Brauch hält die Braut einen Blumenstrauß, sie ist allerdings nicht in Weiß gekleidet. Der Bräutigam fällt durch seinen Zylinder auf.

33. Auffallend wegen der Dachform ist heute das Anwesen in der Kersbacher Straße rechts unterhalb der Florianskapelle, früher Hausnummer 27. Als Hausname ist 'Schuster' bekannt, kein Wunder, denn auf dem 1818 erbauten Haus bestand schon von Anfang an die Konzession einer Schuhmacherei. Auch die nachfolgenden Besitzer übten dieses Handwerk aus. 1858 wurde die östliche Seite angebaut, die Westseite als Wetterseite wurde mit Holzbrettern verkleidet. Die Ansicht des Hauses mit den Besitzern davor wurde 1914 als Feldpostkarte geschickt.

34. Die Aufnahme von 1928 zeigt Familie Schiffer, die Besitzer des Anwesens Nr. 31 mit dem Hausnamen 'Maurer'. Das Haus wurde 1869 errichtet. Heute befindet sich an der Stelle dieses ebenerdigen Hauses in der Speikerner Kapellenstraße das Anwesen Polster. Links im Hintergrund ist der Backofen des 'Girglasbauern' (Haberberger) zu erkennen, an dessen Stelle nun der Kindergarten steht. Rechts ist der 'Schusterbauernhof' (Kroder) zu sehen. Hinter dem Haus befand sich das alte Feuerwehrgerätehaus. Zwischen Backofen und Scheune sowie vor dem Haus bot sich im Winter den Kindern eine geeignete Rodelbahn mit Auslaufbis zum Anwesen Habermann bzw. zur Wirtschaft.

35. Auffallend wegen des großen Holzlagers in Speikerns Ortsmitte ist das Sägewerk, doch als eine Seltenheit kann die im Haus untergebrachte Getreidemühle bezeichnet werden. Diese wurde bis 1987 mit der Wasserkraft der 'Schnaittach' betrieben, heute ersetzt durch eine moderne Turbine. Das ausgebaute hölzerne Wasserrad mit 36 Schaufeln aus Eichenholz hängt jetzt an der Scheune gegenüber dem Spielplatz. 1864 wurde die Mühle von Johann Georg Bachmeyer (Bachmaier) von der Obermühle bei Leinburg gekautt, 1903 kam zur Mühle die Schneidesäge hinzu. Weitere Besitzer waren DistIer , Halter und heute Mayerl. Das Bild zeigt die Besitzerfamilie Bachmeyer vor ihrem Anwesen um 1900 im 'Sonntagsstaat' mit dem Wams aus Kattun.

36. Gegenüber dem heutigen Speikerner Feuerwehrhaus befand sich einst ein kleines Häuschen mit drei Dacherkern. Heute steht dort das Anwesen Neumeyer. Der Besitzer von Hausnummer 12, namens Haas, betrieb Anfang des vorigen Jahrhunderts das Leinewebergewerbe. Späterer Käufer war Herr Trumet, auch 'Trumeter' genannt, aus Ottensoos. Im Februar 1917 wurde der Komplex nebst Gebäuden, Garten und dem ganzen Gemeinderecht von einem gewissen Scharrer aus Offenhausen gekauft. Dessen Sohn wurde später Gemeindehirte in Speikern und zog in das Hirtenhaus (heute dort Sparkasse). Aus dieser Familie stammt der Schriftsteller Adam Scharrer, der zahlreiche mundartliche sozialkritische Romane schrieb.

37. Speikerns wohl berühmtester Vertreter ist der Arbeiterschriftsteller Adam Scharrer (1889-1948). Geboren wurde er zwar in Kleinschwarzenlohe, Gemeinde Wendeistein, doch er erlebte als Hirtensohn und 17. Kind einer armen Familie seine Jugend in Speikern. Als Kommunist, im Dritten Reich Verfolgter, emigrierte erin die UdSSR und 1945 nach Schwerin, wo er 1948 begraben wurde. Er arbeitete in seinem schriftstellerischen Schaffen die Erinnerungen seiner fränkischen Heimat auf. Als Romanautor, Erzähler, Essayist schrieb er 1930 den ersten Antikriegsroman 'Vaterlose Gesellen' und 1933 denzeitpolitischen Bauernroman 'Die Maulwürfe'. Es folgten viele Werke, oft in fränkischer Mundart, die ein Stück unbeschönigte Zeitgeschichte bieten.

38. Wenn die Kartoffeldämpferkolonne in den Ort kam, mußten mehrere Landwirte zusammenhelfen. Die Genossenschaft hatte die fortschrittlichen Geräte angeschafft und zog von Ort zu Ort, um für das Vieh Futter zuzubereiten. Kartoffeln werden in Deutschland seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angebaut. Aus dem damaligen Namen 'Tartuffoli', die Trüffelähnliche, wurde 'Kartoffel', zu fränkisch 'Ebirn', wie man in Speikern sagt. Die Aufnahme wurde 1939 im Anwesen Reim gegenüber dem heutigen Kindergarten gemacht.

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