Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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39. Die 'Schlachtschüssel' , die gewöhnlich in den Herbst oder Winter fiel, war immer ein Erlebnis für den Ort. Da früher weder Kühlschränke noch Gefriertruhen vorhanden waren, mußten das Fleisch und die Wurst eingesalzen, eingekocht oder geräuchert werden. Das Schlachten des Schweines, das Brühen und Zerlegen geschah im Hof, wie hier bei Zeug 1933, die weitere Verarbeitung in der Küche bzw. Waschküche. Sogcnannte Hausmetzger hatten ihre Häuser und Höfe, wo sie jedes Jahr schlachteten. Die Krönung des Schlachttages war die gemeinsame 'Metzelsuppn', wo man sich mit Wurst, Speek, Kraut und Brot sowie mit Bier und Schnaps wieder kräftig stärkte. Doch auch die ärmere Bevölkerung bekam meist vom Schlachtfest etwas ab, die Nachbarn erhielten eine Kanne voll 'Metzelsuppn', in der manchmal ein Würstchen schwamm.

40. Früher gab es in Speikern zwei Wirtschaften: im heutigen Anwesen Pinzer und das jetzige Gasthaus Brendel in der Ortsmitte. Letztere wurde 1925/26 von Gerhard Merkl erbaut. Erster Pächter war Theodor Kasper, 1938 übernahm H. Sörgel die Restauration (später in Lauf als Wirt tätig), 1946 folgte Georg Brende!. Er übernahm die Wirtschaft, als er vom Krieg nach Hause kam, von seinem Stiefvater Merk!. Ein großer Raum im ersten Stock diente früher als Tanz- und Versammlungssaa!. Unvergessen sind die lustigen Faschingsfeiern, als sich die Teilnehmer große Mühe mit der Maskerade gaben. Im Schatten der mächtigen Bäume rasteten gerne die Wanderer. Aufnahme um 1930.

41. Bereits Anfang der vierziger Jahre bestand in Speikern die Möglichkeit, die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Im Saal der Gastwirtschaft Sörgel wurden die Kinder in den Sommermonaten durch die Kräfte der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt betreut. 'Tante Erika' hieß mit dem Familiennamen Matthes, wohnte in Speikern und war eine Helferin. Eine 'Tante Gunda' aus Ottensoos oder Weigenhofen ist aus dieser Zeit ebenfalls noch bekannt. 1967 eröffnete die engagierte Mutter und Hausfrau Susarme Greifenstein einen privaten Kindergarten, 1974 wurde der heutige Kindergarten eingeweiht. Die Aufnahme zeigt das Kindergartenjahr 1941142 mit Tante Gunda.

42. Zum Ausklang der Karwoche, von Gründonnerstag abends bis zum Auferstehungsamt am Ostermorgen, schweigen die Kirchenglocken. Täglich dreimal, beginnend am Karfreitag um 5.30 Uhr , 12 Uhr und 18 Uhr, urn runden die Speikerner Buben mit ihren alten Holzklappern dreimal die St.-Florians-Kapelle, dann nehmen sie ihren Weg durch den Kernort. Die Klappern bestehen aus einem Vierkantholz, das unten als Griff dient und an dem oben ein beweglicher, hammerähnlicher Klöppel angebracht ist, und aus einem Ouerbrettchen, auf das das Härnmerchen vorn und hinten aufschlägt; dabei entstehen recht laute Geräusche. Die Schlattern werden entweder selbst gebastelt oder aber über Generationen hinweg vererbt. Beim letzten Urnzug halten die Schlatterer vor jedem Haus und werden mit buntbemalten Eiern, Kuchen oder Geld beschenkt. Aufnahme um 1934.

43. Die große Flurprozession am Pfingstmontag, beginnend an der katholischen Pfarrkirche in Neunkirchen, führt über Rollhofen nach Speikern und zurück zum Kernort . Sie gilt als ein großes Ereignis im Pfarrleben. In Speikern waren und sind auch heute noch zwei Stationsaltäre: in der St.-Florians-Kapelle und am Doserschen Wegkreuz an der Bahnlinie. Das Allerheiligste wird vom Pfarrer unter dem 'Himmel', einem Baldachin, durch die Fluren getragen. Auf dem Bild um 1930 ziehen die Gläubigen die heutige Kersbacher Straße ortseinwärts. An der Stelle des Anwesens Haberberger und des Keltenrings stehen noch die Stangen der Hopfenfelder. Das letzte Haus auf der rechten Seite, von dessen erstem Stock die Aufnahme gemacht wurde, ist das Anwesen Zeug.

44. Eine Detailaufnahme des im Jahre 1902 angeschafften Vereinsbildes der Freiwilligen Feuerwehr Speikern zeigt einen Teil der Wehr mit der tragbaren Handlöschpumpe vor dem ehemaligen Vereinslokal, dem 'Vorderen Wirt', heute Anwesen Pinzer. Mit dem Trompetensignal wurden die Mannen zum Einsatz gerufen; schön sind ihre Spitzhelme. Am 16. November 1895 schrieben sich 29 männliche Einwohner in eine Einzeichnungsliste, so daß sich der Verein konstituieren konnte. Für die Erstausstattung sämtlicher Ausrüstungsgegenstände und Uniformen stellte der Vereinswirt Michael Bezold einen Kredit in Höhe von 600 Mark mit jährlicher Verzinsung von 4% zur Verfügung.

45. Zu den ältesten Vereinen der Großgemeinde zählt die SpVgg Speikern. Elf fußballbegeisterte junge Männer entschlossen sich im Jahre 1926 einen Sportverein zu gründen. Schwer war es anfangs, einen geeigneten Sportplatz zu finden, längere Zeit wechselte das Spielfeld zwischen mehreren Wiesen. Sehr bald konnten Erfolge vorgewiesen werden, denn 1928/29 und 1930/31 errang die 1. Mannschaft die B-Klassen- Meisterschaft und spielte bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in der A-Klasse. 1945 erhielt die SpVgg Speikern als erster Verein im Pegnitzgrund von der Militärregierung die Spielgenehmigung mit der Lizenznummer 001. 1971 gab sie sich den Namen 'SpVgg Speikern-Rollhofen'. Kaum jemand kann sich noch erinnern, daß es einen Vorgänger dieses Vereins gab, den 'Sport-Club' Speikern, bereits 1920 gegründet.

46. Ansichtskarten vom Ort Rollhofen wurden fast ausschließlich von den beiden Wirtschaften 'Schuster' oder 'Zum Rothenberg' herausgegeben, letztere auch im Volksmund als 'Hundsfotzn' bekannt. Dieses Gasthaus wird schon in den Salbüchern Kaiser Karls IV. erwähnt. Es brannte am 5. Juni 1930völlig ab und wurde dann an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Die Karte von 1922 zeigt noch das alte Haus mit dem großen Erker zur Straßenseite. Beliebt war der schattige Wirtshausgarten. Durch den Bau der Nebenbahn 1895 nach Simmelsdorfwar der Ort an die 'große Welt' angeschlossen, so daß viele Wanderer aus der nahen Großstadt hier einkehrten.

47. Noch aus der Zeit vor der Jahrhundertwende stammt die Gesamtansicht des damaligen Dorfes Rollhofen von Baron Guido von Volckamer aus Kirchensittenbach. In Rollhofen leben im Jahre 1904 in 42 Gebäuden 245 Einwohner und auf der Wolfshöhe 53 Einwohner in drei Wohngebäuden. Vom Ortsteil Hammer kann man gut die unbefestigte Straße zur Ortsmitte verfolgen. Hopfen ist eine wichtige Erwerbsquelle für die Bauern, wie die vielen Felder zeigen. Selbst auf dem heutigen HoJzlagerplatz des Sägewerks wuchsen die Reben. Noch stehen nicht die Wagnerei Taufer und das 1900 gebaute Anwesen Dressendörfer, Die Wolfshöher Tonwerke hat ihren Betrieb noch nicht bis zur Bahnlinie ausgedehnt.

48. Die Aufnahme um 1925 erlaubt einen Bliek auf die Rückseite der Rollhofer Mühle. Das unterschlächtige Wasserrad wurde später mit einer Holzstube verkleidet. Doch der technische Fortschritt und die damit verbundene Elektrizität, die das Gatter des Sägewerks antrieb, war nicht mehr aufzuhalten. Unabhängig von der Wassermenge der Schnaittach konnte nach Einbau der Turbine der Sägebetrieb aufrechterhalten werden, so daß dann das Wasserrad nicht mehr benötigt und bald abgebaut wurde. Der Ober- bzw. Unterlauf der Schnaittach im Bereich der Mühle war ein beliebter Badeplatz der Kinder. Die Mühle, Hausnummer 19, gehörte einst zur Herrschaft Rothenberg. Um 1920 war es eine Farbmühle, 1924 wurde die Mühle zu einer Getreidemühle mit Sägewerk umgebaut.

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