Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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49. Die Aufnahme um 1904 zeigt die frühere Hausnummer 34 in Rollhofen gegenüber dem Schulhaus gelegen, das Anwesen Stengel. Vor der lahrhundertwende wurden die fränkischen Häuser meist aus Sandstein oder als Fachwerkbau errichtet. Dieses Haus, wie eine Reihe weiterer Rollhofer Häuser (z.B. Bäckerei), wurde während der Herbst- und Wintermonate von einer Maurerkolonne aus Backsteinen gebaut, weil dies ein billigerer und schnell zu erhaltender Baustoff war. Damit begann eine neue Hausbaugeneration. Aus Kostengründen waren diese Häuser nicht unterkellert, was schließlich erst 1983 bei einern völligen Umbau nachgeholt wurde. Die gewölbten Fensterscheiben ermöglichten das gute Beobachten der Straßenszene, boten aber Schutz vor unerlaubten Einblicken ins Haus. In stolzer Pose präsentieren sich die Handwerker vor dem soeben fertiggestellten Haus.

50. Der 'Katholische Männerverein Rollhofen und Umgebung' wurde am 2. Februar 1902 auf Initiative von Pfarrer Egenhöfer, Neunkirchen am Sand, gegründet. Er setzte sich zur Aufgabe, die katholischen Männer zu sammeln zur Förderung ihrer Interessen in religiöser, sozialer und caritativer Beziehung sowie zur Pflege geselliger Unterhaltung. Zur Erreichung dieses Zieles sollten Vorträge gehalten werden über Interessen des Bauern- und Arbeiterstandes und über wichtige Tagesfragen. Ferner sollte es Vereins- und Familienabende geben. Als Mitglied wurde jeder volljährige unbescholtene katholische Mann aufgenommen, Protestanten als Hospitanten. Bereits am 26. Dezember 1905 spielte die Gruppe Theater (Eintrittspreis 20 Pfennige). Am 25. Dezember 1932 erfolgte die letzte Veranstaltung, dann wurde der Verein in der nationa~sozia~istischen Zeit verboten. Das Bild zeigt die Theatergruppe urn 1930.

51. Die Strörnungen der jeweiligen Zeit kann man gut am 'Soldaten- und Kameradschaftsbund Rollhofen' nachvollziehen. Im Jahre 1922 wurde er als 'Kriegerverein Rollhofen' gegründet, lebte 1953 nach dem Krieg mit ca. fünfzig Personen wieder auf, nannte sich ab 1966 'Krieger- und Soldatenverein Rollhofen' und erhielt schließlich im September 1992 den jetzigen obengenannten Namen. Heute zählt er 143 Mitglieder. Das Vereinslokal war und ist noch immer die Wirtschaft 'Zum Bahnhof. 1972 wurde das 50jährige Bestehen besonders gefeiert: mit Festzelt an der Schnaittach und einem Festzug gedachte man des Gründungsjahres. Doch in Rollhofen ist ein noch älterer Verein als dessen Vorläufer bekannt, wie die Aufnahme um die Jahrhundertwende beweist.

52. Der älteste Verein in Rollhofen war der 'Wahlkreisverein Fürth, Erlangen, Hersbruck, Lauf' mit Sitz in Rollhofen, der am 6. August 1905 gegründet wurde. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, für die Grundsätze und Bestrebungen der Sozialdemokratie einzutreten. Doch auch die Jagdgenossenschaft Rollhofen kann ein beachtliches Alter aufweisen. Mindestens einmal im Jahr trafen sich die Jachtpächter und Grundbesitzer zu einer Treibjagd, wie auf dem Foto 1939. Die Herren wurden in einer gefälligen Gruppe für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Das jährliche Jagdessen ist ein Überbleibsel der damaligen Geselligkeit.

53. An Silvester jedes Jahres pflegt man gesellig zusammenzusitzen und kräftig das alte Jahr zu begießen. Um Mitternacht wird mit starkem Lärm und vielen Lichteffekten das neue Jahr begrüßt und die bösen Geister vertrieben. Auch wenn in früherer Zeit nicht soviel Geld in den Himmel 'gepulvert' wurde, so legte man doch Wert auf eine zünftige Silvesterfeier . Um 1895 fanden sich die alten Rollhofer im Saal der Gaststätte Schuster am Bahnhofbei 'Urschl' ein: Hans Pinzer, Michel Grimm, Joharm Schütz, Wirtin Margarete Schuster, Georg Herzing, Konrad Kroder (Vater der Wirtin) und Johann Schiffer. Die vielen geleerten Flaschen lassen auf eine feucht-fröhliche Feier schließen.

54. Die Sonderkultur Hopfen war früher für die Landwirte eine wichtige Säule des Betriebes. Um 1883 hatte die Anbaufläche im 'Hersbrucker Gebirge' mit 5 000 bis 6 000 ha die größte Ausdehnung, sank dann aber in die Bedeutungslosigkeit ab: 1980 gab es nur noch 166 ha. Im gleichen Jahr gab es in der Gemeinde Neunkirchen noch zwölfHopfenpflanzer mit einer Gesamtfläche von 14,07 ha. Heute sind nur zwei Landwirte mit der Sonderkultur Hopfen übriggeblieben, je einerin Neunkirchen und Speikern. Das Bild von ca. 1925 zeigt eine Anbaufläche bei Rollhofen. Die ca. 6 m langen Reben wachsen an Holzstangen hoch, die jedes Jahr vorn Feld entfernt wurden. Für die intensive Pflege des Hopfens half auch eine noch so kleine Kraft, wie hier der einspännige Pflug, gezogen von einer Kuh.

55. Die Hopfenernte war jedes Jahr ein großes Ereignis für das Derf, so auch für Rollhofen. Wenn täglich bis tief in die Nacht in der Scheune die Dolden abgezupft wurden - später erfolgte dies auf freiem Feld - so wurde viel 'geratscht' und man erfuhr die Neuigkeiten des Dorfes. Zupferkolonnen kamen dafür aus der Oberpfalz. Das Bild zeigt Pflücker im Jahre 1939 bei Familie Wölfel, Die Hopfenanlagen wurden inzwischen von Einzelstangen auf ein Drahtgerüst umgestellt. Mit dem 'Niederfall' ,dem fröhlichen Abschlußfest, wurde die Zupfsaison abgeschlossen. Der Bauer hoffte, für seinen Hopfen einen guten Preis zu erzielen, doch der Preis schwankte zwischen 0 bis 2 000 Mark je Zentner. Ca 90% des Hopfenpreises sind jedoch heute vertraglich auf Jahre testgelegt. Früher war fast ein Drittel der Nutzfläche mit Hopfen bepflanzt.

56. Das größte kirchliche Fest in Rollhofen war die Primiz von Pater Wolfgang Stammler am 31. Juli 1938. Das Dorf stand Kopf, ragelang vorher hatte die Dorfgemeinschaft Girlanden gebunden, am Festtag waren das Elternhaus und viele Häuser des Dorfes geschmückt. Am 'Kirchenweg' neben der Scheune Mertel hieß ein Schmuckportal den Primizianten willkornmen, die Kommunionkinder begleiteten den Zug zur Pfarrkirche nach Neunkirchen. Dort wurde er von Pfarrer Erlwein begrüßt. Im Festgottesdienst wirkten Pfarrer Heinlein, Kersbach, Pfarrer Brehm, Schnaittach, und Pfarrer Rotter (oft Gast in Kersbach) mit. Als Mitglied der Steyler-Missionare (SVD) ging er später nach Schantung in China und nach Brasilien. Er starb im Juni 1975 und liegt in St. Augustin bei Bonn begraben.

57. Vorgeschichtliche Funde aus der Steinzeit und Bronzezeit weisen auf die Bedeutung unseres Gebietes, auch irn Bereich Rollhofen, als frühen Siedlungsplatz hin. Bei der Vergrößerung der Tongrube wurde am 29. Mai 1939 am Anger ein Hünengrab ('Fürstengrab') geöffnet. Funde ergaben sich auch beim Autobahnbau 1935/36. Weitere Bestattungen aus der Zeit um 500 v. Chr. wurden 1951152 gefunden. Bekannt ist ferner die Ausgrabung des Fundaments eines Steinkreuzes an der Schwedenföhre am 17. Juni 1933, wie das Bild zeigt. Die Reste vorgeschichtlicher Siedlungen werden am Archäologischen Wanderweg der Gemeinde Neunkirchen am Sand dokumentiert. Dieser Weg von Speikern über die 'Röd' zum Glatzenstein, nach Kersbach und zurück zum Ausgangspunkt, ist jedoch erst eine Einrichtung aus dem Jahre 1991.

58. Die Faschingszeit spielt heute in unserer Gemeinde keine gröBere Rolle mehr. Ältere Mitbürger von Neunkirchen und Rollhofen wissen aber zu erzählen, daB es in den zwanziger und dreißiger Jahren Faschingsumzüge in den Orten gab. Man nahm sehr viel Lokalkolorit in die Umzüge auf. So wurde manche 'Schandtat' der Bürger vom abgelaufenen Jahr aufgegriffen und zur Schau gestellt, was nicht immer nur angenehm war. Als Beispiel sei hier die 'Alt- Weibermühle' genannt oder Bäckermeister Pfisters 'geweichte Weckla' in Anspielung auf einen Unfall, als dieser mit Fahrrad und Brötchen in die Schnaittach kippte. Von 1949 bis 1953 wurden wieder Faschingsumzüge unter Regie des Sportvereins in Neunkirchen bzw. 1952/53 in Rollhofen unter Leitung von Lehrer Patzelt durchgeführt. Das Foto stammt vom Rollhofer Faschingszug 1935.

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