Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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59. Lorenz Wolf, Besitzer der Schnaittacher Ziegelei. erwarb im Jahre 1856 die ersten Grundstücke auf dem heutigen Gelände der Wolfshöher Tonwerke. Er hatte auch das Gaswerk Nürnberg mit seinen Erzeugnissen beliefert. Dabei lernte er feuerfeste Steine zum Bau von Feuerungen kennen, die bisher aus England bezogen werden mußten. Auf seinen Fahrten nach Nürnberg hatte er öfters Spuren hellen Tons beobachtet. Brandversuche ergaben, daß es sich bei dem Vorkommen bei Rollhofen tatsächlich um feuerfesten Ton handelte. Mit der Errichtung eines ' Altdeutschen Ofens' wurde der Grundstein zur Aufnahme der Chamotte- Fabrikation gelegt. Damit gilt diese Firma als eine der ältesten deutschen Hersteller von feuerfesten Erzeugnissen. Verschiedene Patente wurden erteilt.

60. Außer dem Werk I der Tonwerke auf der Wolfshöhe konnte nach dem Bau der Nebenbahnlinie Schnaittach Bahnhof-Simmelsdorf 1895 das Werk II mit Gleisanschluß in Betrieb genommen werden. Damit war der Abtransport der fertigen Erzeugnisse erleichtert. Schließlich gab es noch das Werk UI in Großbellhofen. Auf einer großen Schautafel im heutigen Sozialgebäude findet man Stationen der Betriebsentwicklung. Für alle Produkte mußten mehrere Holzmodelle als Form hergestellt werden. Diese wurden mit Ton befüllt und nach dem Trocknen entfernt, ehe das Erzeugnis unter hoher Temperatur gebrannt wurde. Im Bild von 1933 zeigen sich links mit Schirmmütze Werkmeister Kroder und rechts die Werksschreiner mit Sägen und ihren großen Hobeln.

61. Die Brauerei Wolfshöhe gehört heute zu den größten Privatbrauereien des Landkreises Nürnberger Land. 1869 sind bereits Ziegelei, Wohnhaus, Brauerei und Nebengebäude auf der Höhe nachgewiesen. Der Gründer der Wolfshöher Tonwerke, Lorenz Wolf, übergab die Brauerei dem zweiten Sohn Leonhard am 1. Juli 1873. Dervierte Vorfahre der heutigen Besitzer, Jean Weber, erwarb am 12. Juli 1882 die Brauerei durch Kauf. Brauern und Bierkutschern bot das mittelständische Unternehmen immer Arbeitsplätze, ebenso verschiedenen Handwerkern und Helfern: Monteuren und Hilfsmonteuren, Büttnern zur Herstellung der Fässer, aber auch Maurern, denn die Gebäude mußten immer wieder erweitert werden. 1955 wurde das neue Sudhaus gebaut. Die Tätigkeit der Kesselputzer (hier die Aufnahme vom Februar 1930) war keine einfache Aufgabe.

62. Große Mode war um die Jahrhundertwende und bis in die dreißiger Jahre das Versenden von Grußpostkarten mit Ansichten der Dörfer und deren markanter Bauwerke. Diese künstlerisch wertvolle Karte von 1903 (Original in Farbe) zeigt noch die typische Ornamentik des Jugendstils. Derartige Ansichtskarten sind heute von Sammlern sehr gesucht. Sie zeigt alle 'Sehenswürdigkeiten': die Wirtschaft 'Schiffers Gasthaus', heute 'Zur Linde', mit dem dahinterliegenden Rothenberg und dem Glatzenstein. Nach dem Rundwanderweg schmeckte das Seidel Bier besonders gut. Im Schatten der um die Jahrhundertwende noch relativ kleinen Linde ließen sich die Wanderer aus der nahen Großstadt Nürnberg gerne zur Rast nieder. Ab 1885 gab es sonntags Gartenkonzerte. Die erste Linde soll im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) als Friedenslinde gesetzt worden sein.

63. Die 1806 gepflanzte Schirmlinde an der Kersbacher Wirtschaft wurde am 9. Oktober 1954 als Naturdenkmal eingestuft. In ihrem Schatten wurde manche Kirchweih oder 'Knödelkirchweih' abgehalten. Der heutige Stamm weist den beachtlichen Umfang von 505 cm auf, die Höhe beträgt 21,04 m. Seit der Wirt Jakob Schiffer die Schankgerechtigkeit um 1806 erhalten hatte, bezeichnete er sich als 'Neuer Wirt' oder 'Schifferwirt', im Unterschied zum 'Alten Wirt' oder 'Stoffelwirt' . Auch die Bezeichnung 'Lindenwirt' ist bekannt. Heute ist der Gasthof unter dem Namen 'Zur Linde' ein beliebtes Ausflugslokal. In einer Beschreibung von 1893 heißt es: 'Von hier aus gehen die herrlichsten Wald- und Bergpartien. Führung wird gegen geringe Entschädigung auf Verlangen durch den Diener des Verschönerungsvereins Rothenberg in zuverlässigster Weise übernommen.' Karte von 1919.

64. Das älteste Foto von Kersbach aus der Volckarner-Sammlung wurde 1895 geschossen. Es zeigt die HeiligKreuz-Kirche und daneben die Schmiede. Eine Adelskirche erscheint erstmals 1366-1368 im Salbuch Kaiser Karls IV. Im Dreißigjährigen Krieg war die aus gotischer Zeit stammende Kapelle bis auf die Grundmauern ausgebrannt. 1645 wurde eine neue Kirche gebaut, die bald zu klein war, so daß man 1740 an einen Neubau ging. Die Benediktion der heutigen Kirche fand am26. September 1742, die Konsekration der Altäre und der Kanzel am 3. Mai 1784 statt. 1841 wurde die Pfarrei Rothenberg nach Kersbach transferiert. Aus dieser Zeit stammt die wundertätige Wallfahrtsmadonna. Vom 22. Mai 1849 an gehören Weißenbach, Siegersdorf, Rabenshof, Enzenreuth und Hinterhof, sowie Kirchensittenbach zur selbständigen Pfarrei Kersbach.

65. Als der Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck die katholische Pfarrgemeinde Kersbach zu einer Visitation um 1920 besuchte, wurde er mit allen Ehren empfangen. Die Feuerwehr gab dem hohen geistlichen Würdenträger vom Ortseingang bis zum Gotteshaus das Ehrengeleit. Der Ehrengast marschierte unter dem 'Himmel' (Baldachin), getragen von Mitgliedern der Kirchenverwaltung. Natürlich durfte Blechmusik nicht fehlen. Die Straße und die Häuser waren festlich geschmückt. Prozessionen werden in Kersbach wie in Neunkirchen an Fronleichnam abgehalten, aber der Zug mit der wundertätigen Madonna von Kersbach zum Rothenberg war immer ein besonderes Erlebnis. Bekannt sind auch in den fünfziger Jahren Fahrzeugsegnungen.

66. Als großes und stolzes fränkisches Bauernhaus präsentiert sich das Anwesen Bernet neben der Kirche. Der Hausname 'Morlabauer' weist auf einen früheren Besitzer Hans Bezold, genannt Morla Hans hin, der laut Rothenberger Salbuch 1589 einige Reutfelder des Rothenberges bewirtschaftete. Dieser Hof gehörte zum Kersbacher Burggut der Stibar. Im Jahre 1710 kam der Hof zur Herrschaft Auerbach, wohin er bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts erbzinslehenpflichtig war. Die Aufnahme von 1914 zeigt die damalige Besitzerfamilie Sommerer. Der hohe Dachboden wurde als Hopfenboden verwender, oft hingen Hopfensäcke über demZaun.

67. Der besondere Stolz der Ortschaft Kersbach war neben der Kirche die Schule für die Ortschaften Kersbach, Weißenbach und Siegersdorf. Das Schulhaus befand sich in der rechten Hälfte des Pfarrhauses. Als im Herbst 1959 eine zweite Schulstelle eingerichtet wurde , mußte ein neuer Schulsaal gebaut werden, der im März 1961 auf der anderen Bachseite eingeweiht wurde. Das Bild zeigt die Klassen 1-7 um 1896 mit Lehrer Brunner. Als Lehrernamen sind weiter in Kersbach bekannt: Andreas Schiffer, Ludwig Wammes, Franz Wörler, F. Kuttelwascher und Dr. Margarethe Adamski. Nach der Gebietsreform mußten die Kinder im Kernort die Schule besuchen. Das erste Kersbacher Schulgebäude wurde Pfarrbücherei, das zweite wurde verkauft und als Wohnhaus umgebaut.

68. Kersbach war früher als Wintersportort beliebt, wie auch die alte Ansichtskarte von 1920 beweist. Bekannt waren die 2,5 km lange Rodelbahn und die Skisprungschanze in der Röd, die bis zum Zweiten Weltkrieg existierte. Noch bevor auf dem Rothenberg Skisprungereignisse großen Widerhall fanden, trafen sich hier die Hobbysportler. Neben der Schanze stand eine Skihütte. Teile davon waren lange noch zu sehen. Sonntags war im Ort alles 'schwarz' vor Menschen, denn mittags trafen sich die Sportler in der Gastwirtschaft. Oft war alles mit Skiern vollgestellt, wie heute in bekarmten Wintersportorten.

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