Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Franz Semlinger
Gemeente
:   Neunkirchen am Sand
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5595-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen am Sand in alten Ansichten Band 2'

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69. Die idyllische Winteraufnahme des Jahres 1939/40 zeigt den gußeisernen Bronnen in Kersbach am Ortsausgang in Richtung Weißenbach, der als Viehtränke verwendet wurde. Einiges hat sich seit dieser Zeit verändert: der Brunnen ist verschwunden, das dahinterliegende Hirtenhaus mußte 1977 dem heutigen Feuerwehrgerätehaus weichen. Das rechte Sandsteinhaus wurde 1992 grundlegend saniert, steht aber noch. Dazwischen zwängt sich die Dorfstraße hindurch. Die Schneemassen, von denen man heute nur noch träumen kann, decken die damals noch unbefestigte Straße zu. Gegenüber der heutigen Wirtschaft ist ein ähnlicher, kleinerer Bronnen erhalten geblieben, der auch als Osterbronnen geschmückt wird.

70. Der dörfliche Lebensrhythmus wurde bestimmt von den immer wiederkehrenden Feld- und Hofarbeiten, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten anfielen. Der Arbeitstag währte für Bauern und Handwerker von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die ländliche Gemeinschaft Handwerker-Bauer war eine Symbiose, die sich in den Kreislauf der Natur einzufügen hatte. Wenn man tief die Furchen umgraben wollte, dann mußte das Kuhgespann schon kräftig ziehen, dann mußte das Gerät, hier Pflug und Pflugkarren, zum Teil noch aus Holz, vom Dorfschmied und Wagner gefertigt, in Ordnung sein. Zwischen Tier und Mensch bestand eine innige Verbindung, die auch in den menschlichen Tiernamen wie Berta, Luise, Klara usw. ihren Ausdruck fand. Die Aufnahme stammt vom 12. Mai 1939 aus Kersbach.

71. Die 1877 eröffnete Pegnitztallinie, die 'Eisenbahn ins Grüne', und die 1895 eröffnete Nebenbahn nach Simmelsdorf belebten den Tourismus. Die ersten Wanderwege wurden markiert, Wanderbücher und erste Ansichtskarten erstellt. Kersbach am Fuße des Glatzensteins profitierte durch den Besucherstrom der Festungsbesucher des Rothenbergs. Die überwältigende Mehrheit der Fremden kam aus dem Ballungsraum Nürnberg. Kein Wunder, daß Kersbacher Bürger die Idee hatten, die Festung zu erhalten. Sie gründeten im Jahre 1893 den 'Verschönerungsverein Rothenberg' . Der Vereinsvorstandschaft gehörten Pfarrer Güttler, Bahnadspirant Schwaab und Lehrer Winkier an. Die Festrede beim Gründungsfest hielt Konsul Knapp. Auf der schönen Schmuckkarte von 1898 präsentieren sich noch das barocke Juwel der Heilig-Kreuz-Kirche und die Wirtschaft Schiffer.

72. Wenn in Weißenbach eine Ansichtskarte, wie hier von 1937, auftaucht, findet man immer den 'Berggasthof Glatzenstein' abgebildet, ein beliebtes Ausflugslokal. Nicht mehr weit ist es von hier zum DolomitKletterfelsen Glatzenstein. Die Besucher aus Nürnberg genossen und genießen den schönen Ausblick bis weit über das Pegnitztal und zur Ruine Rothenberg. Was lag näher, als den Lieben zuhause oder Freunden eine Ansichtskarte zu schicken? Der nächtsgelegene größere Ort ist Schnaittach. Erst seit 1972 gehören die ca. vierzig Einwohner zur politischen Gemeinde Neunkirchen. Wer heute auf Spurensuche der Vorgeschichte den Archäologischen Wanderweg begeht, kehrt gerne im attraktiven Lokal mit gutbürgerlicher Kücheein.

73. Idyllisch liegt am Fuße des Glatzensteinfelsens ein Blockhaus inmitten des Buchenwaldes, das heute nie und nimmer in die freie Natur gestellt werden dürfte. Heute zählt das Gebiet der Fränkischen Alb zum Landschaftsschutzgebiet. Doch damals im Jahre 1912 diente diese Hütte als Vogelschutzwarte. Herr Otto Fink als Erbauer der Hütte untersuchte das Verhalten und die Vielzahl der heimisehen Vögel. Die Tier- und Pflanzenwelt rund um das Felsmassiv ist heute noch sehenswert: oft findet man sogar Feuersalamander.

74. Als dieses Bild um die lahrhundertwende von den Forst- und Waldarbeitern aus Kersbach und Umgebung aufgenommen wurde, war der Begriff 'Waldsterben' noch ein Fremdwort, die Industrialisierung steckte noch in den Kinderschuhen. Die menschliche Arbeitskraft war noch gefragt und vorhanden, der Lohn war gering, aber man war bescheiden und auch weitgehend zufrieden. FigurprobJeme gab es kaum bei harter körperlicher Arbeit und karger Nahrung. Die Abholzung der riesigen Stämme wurde in der 'Höll' zwischen Rabenshof, Hinterhof und Siegersdorf von Förster Albert mit seinen Männern durchgeführt.

75. Dreimal gibt Holz warm, wie der Volksmund es weiß. Das erste Mal im Wald beim Fällen, das zweite Mal zuhause beim Sägen und Hacken und das dritte Mal im Ofen. Auf dem Foto von 1920 in Weißenbach schwitzt Familie Bezold beim Handsägen von Stämmen auf dem 'Sägbock' . Holzschlichten galt als Kunst. Auf dem 'Hackstock' wird gerade ein Pflock angespitzt. Die Holzarbeiten waren die Tätigkeiten der Landwirte im Winter, wenn der Boden gefroren war, ehe sie wieder die Felder für die Aussaat vorbereiten mußten.

76. Dieses seltene Foto eines Richtfestes stammt aus dem Jahre 1935. Im Sommer 1928 entschied sich der 'Alpine Club Falkenhorst 1916 e.V. Nürnberg' eine Hütte zu bauen. 1930 wurde ein Grundstück links vom Ortseingang Weißenbach gefunden. Wegen der Arbeitslosigkeit und mangelnden Geldes mußte der Bau des Hauses mehrmals zurückgestellt werden. Als Baumaterial dienten Bruchsteine vom Glatzenstein, die in mühseliger Arbeit mit Handkarren vom Steinbruch hertransportiert wurden. Doch im Juli 1936 war es soweit: die Falkenhorst-Hütte konnte nach gewaltiger Eigenleistung eröffnet werden. Seit dieser Zeit finden für die Nürnberger, aber auch die Weißenbacher werden eingeladen, Tanzveranstaltungen, gemütliche Zusammenkünfte und Bergfeste statt. Das bekannteste davon aber ist heute noch das jährlich stattfindende Johannisfeuer.

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