Neunkirchen in alten Ansichten

Neunkirchen in alten Ansichten

Auteur
:   Otto Gerhartl und Dr. Gertrud Buttlar-Gerhartl
Gemeente
:   Neunkirchen
Provincie
:   Niederösterreich
Land
:   Österreich
ISBN13
:   978-90-288-3171-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Neunkirchen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die 60 km südöstlich von Wien, nahe der niederösterreichisch-steirischen Grenze gelegene Stadt Neunkirchen zählt zu den ältesten Siedlungszentren des Landes. Nach Gründung der nur wenige Kilometer entfernt situierten Stadt Wiener Neustadt Ende des 12. Jahrhunderts verlor Neunkirchen allerdings vorübergehend an Bedeutung. Erst das Industriezeitalter brachte wieder neuen Aufschwung und eine mehr als ein Jahrhundert anhaltende Blütezeit. Die in diesem Buch reproduzierten Bilder zeigen Neunkirchen während jenes Zeitraumes (1890-1938), in dem die Stadt noch zu den wichtigsten Industriezentren des Wiener Beckens gerechnet wurde und unbestrittener Mittelpunkt des ausgedehnten Bezirks Neunkirchen war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Neunkirchen seinc Bedeutung als Ind ustricort allmählich ganz verloren. Weltlicher und kirchlicher Verwaltungsmittelpunkt des Neunkirchner Bezirks zu sein, darin besteht heute die Hauptfunktion dieser nun rund 11 000 Einwohner zählenden Stadt; daneben ist Neunkirchen Schulstadt, Einkaufszentrum und Sitz eines leistungsfähigen Krankenhauses.

Die Möglichkeit, das alte Neunkirchen noch einmal vor den Augen interessierter Leser erstehen zu lassen, ist den Sammlern jener historischen Ansichtskarten und Fotografien zu verdanken. die das vorliegende Buch illustrieren. An erster Stelle wären hier die Kustoden des Neunkirchner Heimatmuseums zu nennen, welche beachtliches Material zusammengetragen haben, Diese Museumsbestände standen dank des großen Entgegenkommens der Herren Bürgermeister Felix Rigler, Stadtrat Hans Rericha und Kustos HL Dietmar Brenner dem Autor uneingeschränkt zur Verfügung, Eine Anzahl besonders interessanter Bilder stammen aus Privatbesitz, und zwar aus den Sammlungen HL Heinrich Pajek, Hans Krutt, Anna Wenisch, Amalie Schneidhofer, Martha Jagersberger sowie Anna Fleischmann. Zu Dank verpflichtet ist der Autor auch den diversen Neunkirchner Vereinen, die wertvolles Bildmaterialleihweise zur Verfügung stellten,

Geschichtlicher Überblick

Neunkirchens Vergangenheit läßt sich weit zurückverfolgen:

Bodenfunde künden von einer Besiedlung des heutigen Stadt-

gebietes bereits in der jüngeren Eisenzeit sowie zur Zeit der Römerherrschaft. Die erste urkundliche Nennung stammt aus dem Jahre 1094: Die in dem Bericht erwähnte neue Kirche namensgebend für den mittelalterlichen Ort - ist zu diesem Zeitpunkt als bereits bestehend anzunehmen und läßt auf ein weit höheres Alter jener Siedlung schließen, deren Mittelpunkt nun das große, neue Gotteshaus bildete. Der im Besitz des bayerischen Grafengeschlechtes der Formbacher befindliche Ort Niuwenchirgun war 1094 als Schenkung der Grafen von Formbach an das Benediktinerkloster Formbach am Inn gelangt. Im Jahre 1139 erhielten die Formbacher Mönche von Papst Innozenz II. für Neunkirchen das Markt- und Münzrecht bestätigt. Als stark frequentierter Markt und wichtige Münzstätte sowie als Sitz eines Archidiakons erlcbte der Ort Mitte des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt in seiner Entwicklung. Nach dem Aussterben der Grafen von Formbach im Jahre 1158 kam die Grafschaft Pitten an das in der Steiermark regierende Geschlecht der Traungauer und nach dessen Erlöschen im Jahre 1192 an die damals als Herzöge in Österreich herrschenden Babenberger. Der Babenberger Herzog Leopold V. gründete 1194 eine stark befestigte, neue Stadt:

Wiener Neustadt. Bereits unter den Traungauern war die Neunkirchner Münzstätte nach Fischau transferiert worden; nun, nachdem die Mönche von Formbach den Ort Neunkirchen im Tauschweg dem neuen Landesfürsten überlassen hatten, mußte auch das Marktrecht abgetreten werden Leopold V. begabte damit seine neue Stadt. Im selben Maße, in dem sich Wiener Neustadt entwickelte, verlor Neunkirchen an Bedeutung. Nur als Zentrum eines großen, nach wie vor zum Erzbistum Salzburg gehörigen kirchlichen Verwaltungsbezirks konnte sich Neunkirchen auch noch im 13. Jahrhundert behaupten. Vor 1379 erhielt der Ort neuerlich das so wichtige Recht, Markt abzuhalten; durch verschiedene Handels- sowie Mautprivilegien gewann Neunkirchen auch wieder an wirtschaftlicher Bedeutung und an Wolrlstand. Die Ungarneinfälle des 15. Jahrhunderts fügten Neunkirchen jedoch schweren Schaden zu: 1481 eroberte König Matthias Corvinus den Ort und zerstörte ihn, Kaum waren Kirche und Bürgerhäuser wieder instandgesetzt, erschienen 1529 und

1532 türkische Streifscharen vor dem mauerbewehrten Markt und setzten ihn in Brand. Durch Ausbau und Befestigung ihrer Pfarrkirche schufen sich die Bürger gegen Mitte des 16. Jahrhunderts eine sichere Zuflucht (Tabor).

Als eine fiir Neunkirchen überaus wichtige Entscheidung des Landesfürsten erwies sich die 1548 erfolgte Verleihung der Vogtei über die Neunkirchner Pfarrkirche bzw. die 1585 verbriefte Verpfàndung des Marktes Neunkirchen an die mit Erzherzog Ferdinand I. aus Spanien nach Österreich gekomrnenen Freiherren und späteren Grafen Hoyos, Wenn auch das ursprüngliche Projekt, auf dem Petersberg bei Neunkirchen ein großes Schloß zu errichten, wieder fallen gelassen und dafür das aIte Schloß Stixenstein als Hoyos'scher Familiensitz eingerichtet wurde, blieben die Grafen Hoyos doch bis ins 20. Jahrhundert Protektoren und Gönner Neunkirchens. So verdankt Neunkirchen einem Hoyos - und zwar Graf Hans Balthasar- das bis zum heutigen Tag bestehende Minoritenkloster. Kirche, Kloster und Markt fielen 1683 der Zerstörungswut türkischer Streifscharen zum Opfer. Beim Wiederaufbau erhielten die den Hauptplatz umgebendcn, im Stil der Gotik oder Renaissance errichteten Häuser nun barocke Fassaden. Zur Erinnerung an die Pest des Jahres 1713 errichtete die Bürgerschaft eine sehr schöne barocke Dreifaltigkeitssäule, deren Einweihung 1725 stattfand, Im Jahre 1752 äscherte ein Brand den Markt ein. Wie durch ein Wunder hatte das Feuer die Pfarrkirche verschont. Dennoch erfuhr das Kircheninnere in der Folge weitgehende Veränderungen. 1763 kamen Markt und Herrschaft Neunkirchen an die Erzdiözese Wien.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Markt Neunkirchen zu einem rasch an Bedeutung gewinnenden Industrieort:

Bereits 1802 bestand hier eine Blaudruckfabrik, zu der in der Folge eine Kattun- und eine Nadelfabrik, zwei Gespinstfabriken sowie die damals einzige Holzschraubenfabrik der österreichisch-ungarischen Monarchie dazukamen. Es waren zum großen Teil Fabrikanten aus der französischen Schweiz, die sich hier ankauften. Bei diesen für die österreichische Wirtschaft überaus wertvollen 'Zuwanderern' handelte es sich fast ausschließlich um Protestanten Helvetischen Bekennt-

nisses. Ein Gnadenakt Kaiser Franz I. erlaubte ihnen bereits 1826 zweimal jährlich in einem dafür adaptierten Saal der Druckfabrik Gottesdienst zu feiern. Binnen kurzer Zeit brachten die äußerst wohlhabenden Neunkirchner Protestanten die Geldsumme auf, die notwendig war, um einenBauplatz für einen Kirchenbau zu erwerben; 1862/63 erstand dann in der Dr. Stockhammergasse der originelle Backsteinbau der evangelischen Kirche. Die wirtschaftliche Blüte des Marktes im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde allerdings einige Male auch empfindlich unterbrochen: So durch die von 1893 bis 1896 anhaltende Streikbewegung in den Betrieben des gesamten Bezirks, die lange dauernde Aussperrungen zur Folge hatte, sowie durch die Depression des Jahres 1913. Die großen Betriebe boten aber dennoch die Gewähr für einen gewissen Wohlstand des Ortes. Dank dieser Prosperität sowie auch dank der Unterstützung durch die Sparkasse Neunkirehens konnte Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts eine Reihe von Einrichtungen geschaffen werden, die dem öffentlichen Wohl zugute karnen: Ein für damalige Begriffe vorbildliches Krankenhaus wurde gebaut, desgleichen ein Armenhaus; das zu klein gewordene barocke Rathaus wurde durch einen aufwendigen Neubau ersetzt, es gelang den Anschluß an die Erste Wiener Hochq uellenwasserleitung zu erreichen, elektrisches Licht wurden eingeleitet, ein ausgedehnter Park, der 'Volksgarten', ist angelegt und die Knaben- bzw. Mädchen-, Volks- und Bürgerschule in der Fabriksgasse sowie die Volksschule im Mühlfeld sind gebaut worden.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation Neunkirehens jedoch unaufhaltsarn. Als besonders schmerzlich empfand man die StiJlegung von Betrieben in der Größenordnung der Druckfabrik (1929) und der EJtzfabrik (1930). Dennoch wurde gerade in jener schweren Zeit Neunkirchen eine große Ehre zuteil: Am 17. August 1920 beschloß die Staatsregierung die Erhebung Neunkirehens zur Stadt und trug damit der trotz des wirtschaftlichen Niederganges noch immer vorhandenen Bedeutung dieses alten Siedlungszentrums Rechnung. Die Ende der zwanziger Jahre auflebende öffentliche und private Bautätigkeit veränderte das Stadtbild in durchaus erfreulicher Art und Welse,

1. Neunkirchen in den dreißiger Jahren: Ansicht von Südosten. Die im Vordergrund verlaufende Straße, die Seebensteiner Straße, führte damals noch weitgehend durch unverbautes Gebiet. Im Hintergrund die Flatzer Wand; bei dem ebenfalls im Hintergrund sichtbaren rechteckigen Waldstück (rechts im Bild) handelt es sich um das 'Kaiserwaldl'.

2. Neunkirchens Herzstück: Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule und Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt; die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1910.

3. Grußkarte aus dem Jahre 1903: Der Neunkirchner Hauptplatz-mit dem 1891 fertiggestellten Rathaus, dahinter der damals noch kaum verbaute Ortsteil Mühlfeld. Der im Bild sichtbare Rauchfang gehörte zur Schrauben- und Mutternfabrik Schoel1er u. Co in der Postgasse (nachmaliges Werk IJ der Fa. Brevillier u. Urban).

}feunkirchen in der 3ukunft

4. 'Neunkirchen in der Zukunft.' Jux-Correspondenzkarte aus dem Jahre 1915: über dem von Fahrrädern, Motorrädern, Automobilen und Straßenbahnwagen bevölkerten Hauptplatz kreisen Flugapparate in mannigfacher Gestalt.

5. Hauptplatz um 1890: Auf dem erst teilweise gepflasterten Platz steht ein hölzerner Ziehbrunnen, der 1895 durch den heute noch vorhandenen steinernen Trinkwasserbrunnen ersetzt wurde. Hinter der Dreifaltigkeitssäule das Kaufmannsgeschäft Johann Paur. Den Zugang zum Kirchhof flankiert das an das Paur-Haus angebaute Gerätehaus der Feuerwehr sowie das Eckhaus Wiener Straße Nr. 1 mit der Galanterie und Spielwarenhandlung des Andreas Anderle, nachmals Kobe1müller. Rechts im Bild Josef Fürsts Gasthaus 'Zum Goldenen Kreuz'.

6. Haus Hauptplatz Nr. 4 ('Donner-Haus') um 1898. Im Erdgeschoß dieses mit einer Barockfassade versehenen Renaissancebaues befanden sich zum Zeitpunkt der Aufnahme Franz Hofmanns Eisen-, Eisenwaren-, Spezerei- und Farbwarenhandlung sowie die Glaserei und Glaswarenhandlung Kar! Wend!.

7. Festliche Kundgebung auf dem Hauptplatz - vermutlich aus Anlaß des SÜjährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs I. im Jahre 1898. Für die Honoratioren hatte man vor dem 'Donner-Haus' ein Festzelt errichtet.

8. Am 1. Juli 1907 verheerte eine Brandkatastrophe den Markt Neunkirchen. Besonders arg wütete das Feuer in der erst kurz zuvor renovierten Pfarrkirche. Das Interesse der zahlreichen, auf diesem Bild festgehaltenen Schaulustigen gilt der Feuerwehr, die eben ihre Geräte aus dem Spritzenhaus holt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek