Neusäß in alten Ansichten

Neusäß in alten Ansichten

Auteur
:   Kilian Bartikowski
Gemeente
:   Neusäß
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6751-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neusäß in alten Ansichten'

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Haltestellen der WeIdenbahn in Lohwald und Hammel

Hammel, die als kleinste Gemeinde - nach der Volkszählung von 1905 - gerade einmal 132 Einwohner zählte, und der noch spärlich bewohnte Lohwald erhielten am 5. Dezember des [ahres 1903 jeweils eine Haltestelle an der Lokalbahnstrecke von Augsburg-Oberhausen nach Welden. Die erste Bittschrift vom 28. April 1895 an die königliche Eisenbaudirektion zum Bau der Lokalbahnstrecke erklärt, warum der kleine Ort im Gegensatz zu den doch größeren Gemeinden einen Bahnanschluss bekommen sollte. In erster Linie wurde der Bau mit dem Aufgebot an zu transportierenden Gütern begründet. Die bereits hier beginnenden Wälder, die sich weiter bis in den HolzwinkeI zogen, machten den Holzabbau zu einem lukrativen Geschäft. Dieses Gewerbe expandierte und wurde zunehmend industrialisiert, vor allem wegen des großen Bedarfes an Lang- und Bauholz bzw. an Brennholz. Eine Fläche von Wäldern in einer Gesamtgröße von 26000 Tagwerk (88.582 km2) war an der projektierten Bahnstrecke gelegen. [àhrlich galt es daraus 25000 m3 Lang- und Bauholz und 30000 m3 Brennholz zu schlagen. Um diese gewaltigen Holzmassen transportieren zu können, war die Eisenbahn das einzig probate Verkehrsmittel. Nur als ein sekundärer Grund für den Bau der Eisenbahnlinie wurde der Passagiertransport und die bequemere Möglichkeit, die Kreisstadt Augsburg zu erreichen, angeführt.

Neben der Eisenbahnstrecke, die von Augsburg über Neusäß und Westheim nach Ulm führte, war die Weldener Lokal noch prägender für die Entwicklung dieses Raumes.

Haltestelle Lohwald

Dass die Weldener Bahn in erster Linie für den Warentransport konzipiert war, zeigt auch ein Blick in den überdachten Warteraum der Haltestelle Lohwald. Es ist nichts von dem Chaos und der Hektik eines städtischen Bahnhofs zu spüren, welche von kreuz und quer laufenden Reisenden verursacht werden. Es gab keine langen Warteschlangen, da die Fahrgastbilletts nicht in der Station, sondern im Zug selber gelöst werden mussten. Diese Gegebenheit kam im [ahre 1912 auch zwei Einbrechern nicht zu Gute. Das Gögginger Amts- und Anzeigeblatt berichtet am 17. Oktober 1912 über einen Einbruch in die Bahnhofsstationen Neusäß, Lohwald und Welden der Lokalbahnstrecke bzw. über einen Einbruchsversuch in die Station van Aystetten. Dass die beiden Festgenommenen und für die Tat zur Rechenschaft Gezogenen - der reisende Kaufmann Hermann Helmbald aus Erfurt und der Friseur Otto Mayer aus Wien - nur eine spärliche Beute von etwas Bargeld und ein paar Briefmarken gemacht hatten, war wohl dem Umstand zu verdanken, dass in den Stationen, aufgrund des nicht stattfindenden Fahrkartenerlöses, auch kaum Bargeld zu holen war.

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Erster Fahrplan 1903

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Winterfahrplan 1928/29

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Fahrt mit der WeIdenbahn

Von der Ruhe und Idylle, aber auch vom Holzreichtum dieser Gegend zeugen die Worte des in Welden geborenen Heimatdichters Ludwig Ganghofer: 'Komrnt man auf der schwäbischen Postraße von Augsburg her, und fuhr man an den alten Schlössern von Hammel und Aystetten vorüber, so versinkt die Straße in dunklen Fichtenwäldern, die fast kein Ende mehr nehmen wollen. Das ist der Adelsrieder Forst. In der Mitte des Waldes stand ein Kreuz; da wurde vor hundert [ahren eine Bäuerin mit ihrerTochter von Wölfen zerrissen. Dann wieder Wald und Wald, bis die dunkelgrünen Schatten sich endlich öffnen zu einem hellen, hügeligen Wiesengelände. ( ... ) Das ist zu Winters zei ten keine gemütliche Landschaft. Aber der Frühling schüttet liebliche Schönheit über dieses stille Bachtal, das sich zu einem stundenweiten Rund von sanft gewellten Hügeln auseinanderdehnt. Ein dicht geschlossener Kranz von Wäldern, in denen das strenge Nadelholz nur kleine Laubparzellen duldet, schließt sich als ein blaudunkler Wall um diesen Kessel dörflicher Kultur. Getreidefelder und Wiesen sind noch zahlreich von kleinen Gehölzen durchsetzt, die in der Nähe der Häuser zusammenfließen mit den Weißdornhecken und den blühenden Obstbäumen der Gärten.'

Sägewerk Hammel

Auf dieser Aufnahme um 1905 ist das Hammeler Sägewerk zu sehen, das heute noch in der Hammelerstraße 2 steht.

Lohwald Industriewerke

Aber auch das Wohnviertel um Franzensbader und Marienbader Straße war einmal Gewerbegebiet. Das Amts- und Anzeigenblatt für Göggingen und Umgebung vom 29.5.1919 vermerkt dazu: 'Westheim, den 27. Mai. Neubau einer Farbenfabrik in Lohwald, Gemeinde Neusäß, beabsichtigt die Steingewerkschaft üffenstetten, A.-G, Werk Lohwald, auf eigenem Grundbesitz und zwar östlich der bereits bestehenden Lagerhalle.' Die Luftaufnahme zeigt die Industriewerke im [ahre 1925, die Fabrik wurde so gebaut, dass sie direkt an die bereits bestehende Bahnlinie anschloss.

Auf der Postkarte von 1905 mit der Restauration sieht man noch den ehemaligen Lohwald.

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