Neusäß in alten Ansichten

Neusäß in alten Ansichten

Auteur
:   Kilian Bartikowski
Gemeente
:   Neusäß
Provincie
:  
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6751-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neusäß in alten Ansichten'

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Auf der unteren Ansichtskarte ist noch die alte Holzbrücke über die Schmutter zu erkennen, über die man zu Fuß oder mit kleineren Gefährten sogleich den Gasthof van Alois Welz erreichen konnte. 1977 wurde eine Brücke über die Schmutter gezogen.

Außerdem zeigt das Panoramabild noch die alte katholische pfarrkirche St. Vitus, deren Patroziniumsgeber u. a. auch der Schutzheilige der Gastwirte war. Die Kirche lag auf einem nach Süden und Osten steil abfallenden Hang am Nordrand des alten Ortskerns und war von einem Friedhof umgeben. Ihre Entstehungsgeschichte ist mit dem ehemaligen Grundherrn Hans Langenmantel, ebenfalls ein Augs burger Patrizier, eng verbunden. Eine Urkunde aus dem [ahre 1 329 beweist, dass Langenmantel den Kirchensatz als bischöfliches Lehen erhielt und somit sich Herr von Ottmarhausen nennen durfte, da Kirchensatz und Ortsherrschaft rechtlich zusammenhingen. Urkunden aus dem 16. und 17. Jahrhundert führen den heiligen Ottmar und den Nothelfer St. Vitus als Patrone an. Die beiden Patrozinien waren im süddeutschen Raum weit verbreitet. Der ehemalige St. Gallener Abt Ottmar wurde auch zum Narnensgeber des Ortes, während der Kult des hl. Vitus, der im Barock seinen Aufschwung erlebte, das Ottmarspatrozinium der Kirche verdrängte. Die Renovierung des Kirchenbaus wurde lange Zeit vernachlässigt. In den 70er [ahren musste er gesprengt werden, da das Gebäude so baufällig und durch eine gefährliche Turmneigung von ca. 15 cm vom Einsturz gefährdet war, dass eine Renovierung nicht mehr möglich war. Nach der Sprengung fanden archäologische Ausgrabungen statt, dabei stieß man auf vier weitere Kirchen an dieser Stelle. Dank dieser Ausgrabungen konnte die Entstehung des Ortes ins 9. oder 10. Jahrhundert datiert werden.

Wilhelm März und Familie Hauser's Nachfolger

Ein weiteres Symbol für den Wandel zur Industrialisierung und den wirtschaftlichenAufschwung ist der Betrieb Familie Hauser's Nachfolger. Der Käsemeister Wilhelm März, dessen Name die heutige Ortsverbindung von Ottmarshausen und Neusäß kürt, kaufte 1904 den 1872 im Markt Dinkelscherben von]osefHauser gegründete Firma zur Produktion von Labextrat für die Käseproduktion auf und führte diese ab sofort unter dem Namen losef Hauser's Nachfolger, Inhaber Wilhelm März weiter. Er modernisierte den Betrieb, indem er der Labfabrik eine Werkstätte zur Reparatur und Aufarbeitung von Separatoren angliederte. Die Entwicklung von Separatoren und maschinellen Zentrifugen etablierte sich kurz nach der ]ahrhundertwende rasch zu einem aufsteigenden Wirtschaftszweig. Wilhelm März wurde Generalvertreter des bayerisch-schwäbischen Raumes beim damaligen Marktführer Ramesohl & Schmidt (heute Westfalia Separatoren, Olede) . In den landwirt schaftlichen Betrieben konnte ab jetzt die zeitaufwendige Arbeit des Milchentrahmens erleichtert und verkürzt werden. Neue lukrative Einsatzgebiete öffneten sich für diesen Industriezweig, indem man Sepparatoren für Dampfzylinderöle und Spezialseparatoren zur Klärung von Lagerbier entwickelte.

Wegen des wirtschaftlichen Erfolges vergrößerte März sein Betriebsobjekt und kaufte die 1917 wegen allgemeinen Rückgangs in diesem Gewerbe in Konkurs geratene 'Chocolade- und Zuckerwarenfabrik' der Firma Herzer auf. März verlegte die gesamte Labproduktion nach Ottmarshausen. Auf Grund seines Engagements für die Erbauung des Kriegerdenkmals der Gefallenen des Ersten Weltkriegs erhielt er 1932 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde. Neben der Reparatur der Kirche war dies das einzige Projekt, das sich die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt der immer knapper werdenden Kassen noch finanziellleisten konnte.

Schmutterhochwasser

Zeiten von wirtschaftlichem Aufschwung und Niedergang wurden aber auch von kontinuierlich wiederkehrenden Naturkatastrophen, wie dem Schmutterhochwasser, begleitet. Die Schmutter trat mehrere Male über die Ufer. Äußerst zerstörerisch war die Katastrophe von 1924. Im 'Amrsblarr für den Bezirk Schwaben Augsburg Land' ist am 25. August 192 4 unter der Rubrik 'Straßensperre' zu lesen: 'Das Hochwasser hat die Brücke über die Schmutter nahe der Mühle in Hainhafen (im Zuge der Straße - (Westheim) - Hainhafen) völlig zerstört; die Brücke muß neu gebaut werden. Der Verkehr nach und von Hainhafen muß daher über Schlipsheim oder (da auch die Brücke zwischen Lohwald und Ottmarshausen zerstört ist) über Hammel- Ottmarshausen umgeleitet werden.'

Das Fehlen finanzieller Mittel in den kommunalen Haushalten ließ es noch nicht zu, die nötigen Entwässerungsanlagen zu bauen. Der Mensch war noch mehr von der Willkür der Naturgewalt abhängig. Waldemar Hoffmann - auf dem rechten Bild - war Benefiziat der Wallfahrtskirche auf dem Kobel und somit auch Chronist dieser Geschehnisse. Er berichtet über die Katastrophe aus demjahre 1927 amSonntagden 25.9:

'Das ganze Schmuttertal von der Biburger Straße bis Batzenhafen, ist ein großer See.'

Ein Schreiben des Bezirksamtes an die GemeindeTäfertingen vom 25. Februar 1929 mit dem Betreff 'Hochwassernachrichtendienst für die Schmutter' weist zudem daraufhin, dass zu dieser Zeit noch kein ausreichendes Nachrichtennetz bestand, um die Bewohner vor den herannahenden Wassermassen zu warnen. In Hainhafen existierte zwar schon im [ahre 1907 eine öffentliche Telefonstelle, die der Unfallmeldung diente, private Telefone oder öffentliche Telefonzellen waren aber noch nicht vorhanden.

Hainhafen

Hainhafen hat mit Ottmarshausen viele Gemeinsamkeiten. Der Ort gehörte ebenfalls den Bischöfen zu Augsburg, die ihn mit dem Patronatsrecht der Kirche St. Stephanus an die jeweiligen Grundherren zu Lehen gaben. Darunter waren die Augsburger Patrizierfamilien Partner, Langenmantel, Fugger und die Freiherren von Rehlingen. Diese residierten in der ehemaligen Wasserburg, die am Westrand des Dorfes in der Schmutterniederung lag. An deren Stelle steht das heutige Hainhafer Schloss - eigentlich bestehend aus zwei Schlössern - dem Hochschloss, wahrscheinlich von Jakob Fugger im [ahre 1582 errichtet und dem Langschloss im 18. Jahrhundert von der Familie von Rehlingen gebaut. Das hier abgebildete sehr idyllisch am Fluss gelegene Hochschloss suchte der bedeutende Kaufmann wohl auf, um Stunden der Muße und Ruhe finden zu können. Besonders das Innere ist sehenswert. Im Rittersaal befindet sich eine äußerst gut erhaltene Stuckdecke, wahrscheinlich gefertigt von dem aus Tirol stammenden Stuckateur Andreas Heinz, der bei dem Augsburger Bildhauer Mathias Lotter seine Lehre machte und in seinem Auftrag auch den Stuck der Hainhafer Chorturmkirche, die im kleinen Nebenbild der linken oberen Karte abgebildet ist, schuf Als Meisterwerk des Künstlers ist aber die Stuckdecke der Kobelkirche zu betrachten. In einem anderen Nebenbild dieser Karte ist zudem noch die Volksschule von Hainhafen zu sehen. Sie schloss sich mit den Gemeinden Schlipsheim und Westheim bis 1892 zu einem Schulsprengel zusammen. Aus diesem Grunde wurde auch das auf der Karte abgebildete Gebäude von 1864 errichtet, da die räumlichen Gegebenheiten der alten Schule nicht mehr ausreichten.

Auf der unteren linken Aufnahme ist die ehemalige Hainhafer Brauerei abgebildet. Wie viele andere kleine Orte besaß auch damals Hainhafen eine eigene Brauerei. Dem Brauereibesitzer Nikolaus Mayer gehörte zudem im 'Schwäbischcn Himmelreich' eine Gastwirtschaft.

Gruss aus der Brauerei J{aiilhofen.

Besltzer Nikolaus Mayer.

Das Ausflugsgebiet 'Schwàbisches Himmelreich' wurde nicht nur dazu genutzt, ein gutes Geschäft zu machen, sondern diente auch wohltätigen Zwecken.

Im Juli 1925 wird durch den katholischen Jugendfürsorgeverein der Diözese Augsburg und unter Mithilfe der Schlipsheimer und Augsburger Bürger die Tages- Walderholungsstätte im Schwäbischen Himmelreich eröffnet. Gesundheitlich angeschlagenen Kindern sollten unter ärztlicher und pädagogischer Aufsicht die Möglichkeit haben, sich zu erholen.

Auf der unteren Fotografie von 1927 posierte im Vordergrund der Dorfpfarrer Knoll von Hainhafen mit einer Gruppe von Hainhafer Schülern noch einmal vor dem Schulgebäude, bevor sie sich zur Abfahrt zur Walderholungsstätte aufmachten.

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