Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5996-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1'

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39 Das Bild zeigt die untere Heubischer Straße mit einem Teilstück vom 'Gehrlichers-Haus' auf

der linken Seite, Rechts stehen im Vordergrund die Häuser Carl ('Schwamm'), Siegel (später Witter) und Liebermann ('Merch'). Die Straße mündet in den Alexandrinenplatz, wobei ganz im Hintergrund die Gastwinschaft 'Coburger Tor' zu sehen ist. Das Gasthaus, das früher Ernst Lambein, 'Popp' genannt, besaß, ûbernahm im Sommer 1901 die Brauerei Werner. Ernst Lambein war der Bruder vom 'Poppenschwarz', dem das Haus vom späteren Café "Ieddy-Bär' gehörte.

40 Im Iahre 1899 wurde auf dem Alexandrinenplatz, der seinen Namen von der Gemahlin des Herzogs Ernst 11. erhalten hat, das Denkmal für den am 16. Dezember 1843 in Neustadt geborenen Heimatschriftsteller Heinrich Schaumberger enthüllt. 62 [ahre später ließ der Stadtrat das Denkmal aus verkehrstechnischen Gründen in die Grünanlage an der Schaumbergerstraße versetzen. Hinter dem Denkmal stehen die früheren Häuser Sattler, Austraße 2, und Fleischmann, Alexandrinenplatz 1. Ganz im Hintergrund ist noch das 1961 abgebrochene Anwesen Töpfer, Austraße 11, zu erkennen. Hier, am Alexandrinenplatz, beginnt für den

Neustadter die 'Alt Schtoudt'. Diese Bezeichnung läßt sich schon im 18. Jahrhundert nachweisen.

41 Auf dem Bild von der 'Alm Schtoudt', aus dem Bereich, in dem früher das Zwietzer Tor stand, ist links das 1925 gegründete Schuhhaus Grempel, das Elternhaus des Alt-Oberbürgermeisters Hellmut Grempel, zu sehen. Dahinter stehen die Häuser Wenzel, Finzel und Lützelberger. Auf der rechten Seite des Bildes sind das Haus Mechtold und das Anwesen Hein zu erkennen. Die Sippe Grempel, der Freude an der Musik, Sinn für Humor und schon in alten Zeiten starke Bildungsfreudigkeit nachgesagt wird, ist seit 1760 in Neustadt ansässig. In [enem [ahr heiratete der Leineweber [ohann Georg Christian Grempel aus Schweinshaup-

ten die Neusradter Schlosserstochter Anna Cordula Bär. Die zahlreichen Nachkommen wurden durch Hausnarnen, wie 'Poppola', 'Finkn', 'Repsn' , 'Pudls' und 'Vtzensn' , unterschieden.

42 Bei Umbauarbeiten an der alten 'Poppenwirtschaft' , dem heutigen 'Coburger Tor', fand man im [ahre 1928 ein Kreuzgewölbe, das sich durch die Fensteranlage als ein Häuschen im Haus erwies. Dabei ist nicht auszuschließen, daß es sich um den Rest einer alten Kapelle handelt. Es könnte aber auch der Unterbau eines Stadtmauerturmes gewesen sein, zumal die Südwestwand des Hauses als Stadtmauer diente. Beim Durchbrechen einer Wand stieß man auf mehrere kleine, ausgemauerte Hohlräume, in denen sich allerlei Knochen, Glassplitter und Zwetschenkerne befanden. Die Funde geben Zeugnis von dem auch hier verbreiteten

Aberglauben, daß man durch Einmauern von Tieren (Ratten, Hühnern und Vàgeln) das Bauwerk unüberwindbar machen könne.

43 Die Hausinschrifien, die bei den Umbauarbeiten am 'Poppenwirtshaus' im Iahre 1928 freigelegt wurden, zeigen neben den Iahreszahlen von 1623 und 1695 ein Kreuz, an dem sich eine Schlange emporwindet, und rings herum den Wahlspruch der Familie Eckstein: . Ach Gott, wend's zum besten!' Kreuz und Schlange veranschaulichen den Familienwahlspruch, der sich aus dem 21. Kapitel des 4. Buches Mose wie folgt erklären läßt:

Als das Volk Israel auf seinem Zug durch die Wüste mit seinem Murren den Zorn Gottes entfacht hatte und Gott feurige Schlangen unter das Volk sandte, wandte es sich in seiner Not an Mose, daß er Gott

um Versöhnung bitten solle. Gott befahl daraufhtn Mose, eine eherne Schlange aufzurichten, und [eder, der sie ansah, konnte wieder genesen.

44 In ältester Zeit führte die Ernststraße den Namen 'Krarnsgasse' , eine Bezeichnung, die auf die KramhandIer hinweist, die dort ihre Waren feilboten. Bereits aus demjahre 1646 ist der Name 'Hafenmarkt' überliefert, der einen Ort kennzeichnete, an dem Töpferwaren (Häfen) verkauft werden durften. 1825 wurde die Straße als 'Schuhmarkr' bezeichnet. Ihren heutigen Namen verdankt sie Herzog Ernst H., der zu den bedeutendsten Herzögen des Coburger Landes zählte. Auf der linken Seite des Bildes ist das Haus des Uhrmachers Rehm, 'Uhrntuod'genannt,zusehen,dahinter der 'Fröbers-Beck', auf der rechten Seite neben der

ehemaligen Klempnerei Mauer das Café "Ieddy-Bär' und danach das Haus der Firma Max Oscar Arnold, das später dem Milchhändler Rammel gehörte.

Neustadt b. Coburg crnstslraße

45 Die WilhelmstraBe, früher Mittelgasse genannt, weil sie die mittlere der drei zum Markt führenden Straßen war, verdankt ihren Namen dem deutschen Kaiser und König von Preußen Wilhelm 1. Der Kaiser wurde am 22. März 1797 in Berlin geboren und verstarb dort am 9. März 1888. Das erste Haus auf der linken Seite des Bildes. als Eckhaus zur Ernststraße gehörig. besaß im]ahre 1880 Anton Carl, der damals die dortige Schmiede in eme Schlosserwerkstatt umwandeln ließ. In dem folgenden Anwesen des Klempners Leopold Mauer befanden sich später die Klempnerei Büchner und der Salon Hecht. Nach dem Feuergäßchen ist

das Haus Bechmann zu erkennen (heute Kölbel). Ihm folgt das Anwesen der ehemaligen Buchhandlung Germann und die LöwenApotheke.

46 Albert Arnold, der die 1902 erbaute Gastwirtschaft in der Ernststraße 21 betrieb, war der Bruder des Geheimen Kommerzienrates Max Oscar Arnold. Zu manchen Zeiten war der 'Maler' auf dem Amtshof der Sammelpunkt für Leute, die sich ein gutes Abendessen im 'Malkasten' leisten konnten. Die Speisekarte bot hierfür die nötige Abwechslung. Unter den Stammgästen war aber ein 'Gutschmecko', der nicht mehr wußte, was er noch essen sollte. Eines Abends sagte er zur Wirtin: 'Hosta denn nex annoseh, Lina? Ich mücht amool was, wu ich in mein Laam noch net khott hou!' Der Maler Schulz, der an einem Neben-

tisch zugehört hatte, rief daraufhin durchs Lokal: 'Lina, schick nunto zum Papp un loß a halb Pfund Hiern huol. Des is was, wuro sei Laam noch net khott hott!'

Restaurant Albert Arnold NEUSTADT b. Coburg,

47 Auf einer Schützenscheibe des Iahres 1924 ist das alte Amtsgericht, Ernststraße 23a, festgehalten. Zu [ener Zeit stand es [edoch nicht mehr, denn den Abbruch ließ die Regierung bereits 1912 vollziehen. Als eines Tages am neuen Arntsgericht eine Fläche mit Gras angesät werden mußte, blieben ein paar Handvoll Grassamen übng, Die 'Kunst', die rnit dem Ansäen beauftragt war, ging ins Amtsgericht, um den übrigen Samen beim Oberamtsrichter abzuliefern. 'Den können Sie meinetwegen behalten, Herr Arnold' , sagte der Oberamtsrichter. 'Sie künnm na owo besso gobrauch!' entgegnete Arnold. 'Was soll ich denn mit dem

Grassamen machen?' fragte der Oberamtsrichter zurück. 'Nu, Sie künntn na nei die Aktn gschträä. Ich glääb, Sie hamm etlichs douliechen, wu mancho fruha war, wenn Grous drübo wachsn te-it.'

48 Zu den Spezialitäten des Cafés und der Konditorei Lindig, vormals Steinrück, Sonneberger Straße 3, gehörte bei den Getränken die 'Heiße Schokolade', beim Gebäck der 'Igel' oder ein Stück 'Bismarck-Elche'. Damals war der 'Steinrückshügel' (links vom Haus) noch befahrbar. Die Staffel wurde erst 1913 erbaut. Aufder Ansichtskarte aus der Zeit um 1910 ist auch ein Auto aus jener Zeit zu sehen und am Haus 'Bräukarl' ein Schild mit der Aufschrift 'Automobû-vermtetung'. Als im Sommer 1892 das erste Auto durch die Stadt fuhr, lachte und spottere man ûber die 'Sche-is ohna Deiksl un ohna Pfarrn'. Nur vereinzelt

waren Worte der Bewunderung zu hören, Für viele gab das knatternde Fahrzeug sogar den Anstoß zur schleunigsten Flucht.

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