Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5996-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 1'

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49 Wie das Café Lindig urn 1910 eingerichtet war, zeigt Aufnahme. Rechts ist ein Teilstück vom Trichter eines Grammophons zu sehen, das nach Geldein wurf

zur Unterhaltung beitrug. Am Wochenende erfreuten ein Klavierspieler und ein Geiger die Gäste. Urn die gemütliche Atmosphäre

des Hauses zu steigern, spielten die Musiker ab und zu ein weniger bekanntes Lied, dessen Titel die Gäste erraten mußten. Für die richtige Antwort winkte ein kleiner Preis. Eines Tages ging der HöhnsWilhelm als Sieger hervor. Alles staunte über seine Musikkenntnisse. Niemand hatte nämlich darauf geachtet, daß er bei seinem Gang zum WC

aus Versehen an den Notenständer stieß, der dabei zu Boden ging. Bei dieser Gelegenheit hatte er mit sicherem Blick den Titel des Musikstückes abgelesen.

50 Das 'Bergschlößchen' , Sonneberger Straße 10, lief im jahre 1863 der Bäcker und Bierbrauer Ernst Witthauer erbauen. Die Gastwirtschaft war das erste Haus in Neustadt, in dem Gaslicht brannte, denn Witthauer errichtete gegen Ende des jahres 1865 an der Sonneberger Straße die erste Gasbereitungsanstalt der Stadt. Früher befand sich im Erdgeschoß des 'Bergschlößchens' eine Brauerei. Im ersten Stock stand die Brau- und Sudpfanne. Die Gasträurne, in denen die' gute Gesellschaft' der Stadt verkehrte, lagen im zweiten Stockwerk. Zwischen der Bergstraße und der zum 'Bergschlößchen' gehörenden Kegelbahn befand sich

eine schöne Gartenwirtschaft mit einem Springbrunnen in der Mitte. So gesehen machte das Haus einen vornehmen Eindruck, der den Namen 'Bergschlößchen ' rechtfertigte.

Neustadt bei Coburg.

51 Die Gastwirtschaft Dietrich, in der Mitte des Bildes stehend, wurde im Volksmund auch 'Schtörznhaus' oder 'Schlaabaam' genannt. Sie fiel Ende April 1939 dem Straßenverkehr zum Opfer. Beim Abbruch zeigte sich, daß unter der Schieferverkleidung ein hübsches Fachwerk verborgen war. Das Haus wurde zwischen 1777 und 1783 von dem Strurnpfwirker johann Ludwig Wagner erbaut. Es spielte im Straßenverkehr eine wichtige Rolle, denn hier war die Zollschranke, der 'Schlaabaarn'. Ieder Wagen, jeder Reiter mußte hier anhalten und dem Zolleinnehmer seinen Kreuzer Pflastergeld bezahlen. Ihren Hausnamen brach-

ten die 'Schtörzn' aus TheiBenstein bei Spittelstem mit. Dort haftete er an einem Haus, dessen früherer Besitzer Mustkant war und die 'Schtörz' geschlagen hatte.

52 Das Kolonialwarengeschäft von Heinrich Roth, Senneberger Straße 21, besser bekannt als Anwesen des Bäkkermeisters Seyfarth, ist auf dem Bild von der Sonneberger Straße durch den Mühlgraben getrennt. Nur eine kleine Brücke stellt die Verbindung zur Straße her. Auf der linken Seite des Bildes ist die ehemalige Fischhandlung Braunschmidt zu sehen, auf der rechten Seite das Anwesen Liebermann, An Stelle des Hauses Seyfarth stand frûher das zweite Städtische Brauhaus. Es konnte sein Wasser direkt aus dem Mühlgraben entnehmen, der hier vor dern Eintritt in die Stadt noch nicht verunreinigt war. Trotzdem

stammt aus jener Zeit das geflügelte Wort: . Achtung, morgen wird gebraut! Daß niemand in den Mühlgraben sch ... ßt!'

HEINRICH ROTH Kolonialwaren und Spirituosen.

53 Wie die Wittkenstraße im Iahre 1907 aussah, zeigt dieses Bild. Links vorne steht das Haus Martin, Wittkenstraße 8, auf der rechten Seite sind die von Bernhard Bosecker erbauten damaligen Häuser Reißmann (später Sauerteig), Langbein und Nagel (später Günther) zu sehen. Genannt wurde die Straße nach dem Geheimen Staatsrat Exzellenz Edmund von Wittken. Der Staatsrat. der am 3. Dezember 1837 in Zeitz geboren wurde und am 28. jannar 1927 in Coburg starb, setzte sich als Vorstand des Coburger Staatsministeriums sehr zum Wohl der Stadt ein. Er nahm sich der Neusradter Verhältnisse an, indem er sie durch eigene

Anschauung und durch persönliche Beziehungen näher kennenzulernen suchte. Die Stadt Neustadt belohnte seinen Einsatz durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts.

Jeus1aUT O{erzo~th. Co ur~)

I enslrasse

54 Das Kinderfest, das seit fast 450 Iahren in Neustadt gefeiert wird, erlebte 1930 einen Höhepunkt. Damals mußte der Festzug etwas

ganz Besonderes bieten, vor allem den Charakter der Stadt herausstellen, da zu jener Zeit Filmaufnahmen gemacht wurden, die weit über die Heirnatgrenzen hinaus für

die 'Bayerische Puppenstadt' werben sollten. Das Bild zeigt einen Aus schnitt von den Filmaufnahmen am Arnoldplatz. Die Vorführung des Filmes unter dem Titel 'Im Banne des Puppenlandes' wurde im Juni 1930 zu

einem Ereignis für Neustadt und die ganze Umgebung. Kein Wunder, daß das Lichtspielhaus die Darbietung ver-

längern mußte. 16 Kopten dieses Filmes wurden anschließend im In- und Ausland gezeigt.

55 Dem Arnoldplatz kann man den schönsten Namen geben, im Volksmund bleibt er immer der 'Brandplatz' . Hier stand einst ein Städelviertel, das am 19. Oktober 1921 abbrannte, wobei ein Schaden von über einer Million Mark entstand. Durch den Brand verlor Neustadt nicht nur die letzte Erinnerung an die früher vorherrschende landwirtschaftliche Prägung, auch das Gesicht der Stadt erfuhr eine entscheidende Veränderung. Und weil sich heute durch die Bebauung wieder ein neuer Anblick ergibt, wurde das Bild aus der Mitte der fünfziger [ahre in diesen Band aufgenommen. Bei genauerem Hinsehen

sind auf dem Bild die inzwischen abgebrochenen Häuser Sänger, Scheibe, Schilling und 'Schmidts-Beck' zu erkennen.

S6 Die Lindenstraße, die bis 1883 Rödenstraße hieß, war bei Hochwasser oft so weit überschwemmt, daß das ganze Gelände im Vordergrund des Bildes einem See glich. Dies führte in den neunziger jahren des 19. Iahrhunderts zu einer kleinen Episode. Der Töpfers-Karl, der eilig in die Innenstadt wollte, fluchte am Rande des 'Sees', weil er mit seinen gestickten Hausschuhen nicht durch konnte. Für eine Maß Bier erklärte sich der Maler Schulz bereit, ihn 'aufzuhuckln' und durch das Wasser zu tragen. Fast am Ende des 'Sees' angelangt, sagte der Maler Schulz plötzlich: 'Ich kaa nümmo! BluoB a Sekund, Freund Karl, muß ich

mich ausruh!' Und ehe der Karl etwas erwidern konnte, ließ er ihn ins Wasser gleiten. Er packte ihn aber sofort wieder und trug ihn unter dem Gelächter der Zuschauer an Land.

57 Die Wasserspiegelung in der Röden zeigt neben dem Haus von Berg und einem Teil der Gastwirtschaft 'Geußenbräu' auch die neue Coburger Brücke auf einer Ansichtskarte aus dem Verlag von Fritz Greiner in Neustadt, die am 30. November 1903 geschrieben wurde. Der Fluß, der einen unterschiedlichen Wasserstand aufweist, vor allem nach der Schneeschmelze im Thüringer Wald hoch anschwellen kann, so daB schon Kahnfahrten auf ihm veranstaltet wurden, hat seinen Namen mit Sicherheit nicht von dem rötlichen Wasser, das er alle Iubeljahre bei Hochwasser vielleicht einmal führt. Er trägt den wohl ältesten Namen dieses Landstri-

ches, denn er ist von dem indogermanischen 'rodhos' abgeleitet, einem Wort, das soviel wie Fluß bedeutet.

58 Auf dem Bild von der neuen Coburger Brücke, die 1903 an Stelle der aus dem [ahre 1602 stammenden erbaut wurde, sind auch die Gaststätte 'Geußenbräu', das alte Stadtkrankenhaus und die Auferstehungskirche zu sehen. Das Stadtkrankenhaus ließ der Magistrat auf dem Grundstück des ehemaligen Siechenhauses im Iahre 1847 als Bürgerstift errichten.Da kein Anstaltsarzt vorhanden war, oblag die Behandlung der Kranken den hiesigen Ärzten. Die Pflege und die Verköstigung harte der Hausmeister zu übernehmen. Von 1859 bis 1880 wurden in dem Gebäude zwei Schulklassen untergebracht und zwei Lehrerwohnungen eingerich-

tet. Danach führte man das Haus seiner ursprünglichen Bestimmung wieder zu. Anfang September 1986 erfolgte der Abbruch.

Coburgerbrücke.

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