Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9 Die Niederlassung von Thams & Garfs (heute Drogerie Dziubalka) erfreute sich in Neustadt großer Beliebtheit. 'Do Thamso', wie er in Neustadt genannt wurde, nahm die Sonderangebote der heutigen Supermärkte vorweg. Er hatte immer preiswerte Waren, allerdings nicht gerade zur Freude der übrigen Einzelhändler. Ob Kaffee, Tee, Kakao, Konfitüren, Kolonialwaren, Obst- und Gemüsekonserven, Delikatessen, Weine, Liköre, Schokolade und dergleichen, alles war hier zu günstigen Preisen zu haben.

Bei einem Angriff amerikanischer Jagdbomber am 11. April 1945 brannte der

Laden von Thams & Garfs völlig aus. Haushoch loderten die Flammen, als 15 Zentner Butter, die hier lagerten, vom Feuer erfasst wurden. Die Feuerwehr sah sich bei der Bekämp-

fung des Brandes vor eine schwierige Aufgabe gestellt.

10 Ein altes Neustadter Geschäft war die Firma Nöthlich & Otto, Marktplatz 3. In dem Anwesen befindet sich heute das

Hotel Am Markt und das Optikergeschäft Vieweg. Nöthlich & Otto hatte früher das reichhaltigste Lager an Neustadter Ansichtskar-

ten. Nicht nur der Vertrieb, auch der Verlag befand sich in den Händen der Firma.

11 Auf dem Bild ist die Städtische Sparkasse, Marktplatz 5 und 6, zu sehen. Die Gründung der Sparkasse geht auf den 1. Juni 1875 zurück. Damals war sie noch mit der Stadtkasse verbunden. Erst zum 1. Ianuar 1914 erfolgte die Trennung und die Sparkasse zog in das Anwesen Bohla, Steinweg 1. Da die Räumlichkeiten bald zu klein wurden, erwarb die Kasse 1 9 19 das Anwesen Tittel, Marktplatz 6. Als sich im Iahre 1927 die günstige Gelegenheit bot, das angrenzende Anwesen Kletzin, Marktplatz 5, zu kaufen, griff die Sparkasse zu und konnte damit ihren bisherigen Hausbesitz abrunden.

Ab 1. Ianuar 1938 schloss sich die Städtische Sparkasse mit den Sparkassen in Coburg und Rodach sowie der Bezirkssparkasse Coburg zu einer Zweckverbandssparkasse unter dem

Namen Vereinigte Coburger Sparkassen zusammen.

12 Als Albert Arnold, Heimatdichter und Ehrenbürger der Stadt, bei Professor Beer-Wallbrunn in München Musikstudien betrieb, lernte er die zur damaligen Zeit bekannte Schauspielerin Else Kupfer kennen und lieben. Nach der Eheschließung im Iahre 1916 folgte 19 1 9 die Übersiedlung nach Neustadt.

Frau Else Kupfer-Arnold, die bei Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin nach einem kometenhaften Aufstieg von Erfolg zu Erfolg eilte, zählte zu den Großen der deutschen Bühnenwelt. Den Höhepunkt erreichte sie, als Reinhardt sie trotz mehrjährigen Vertrages an das Metropoltheater in Berlin abgeben musste. In der Folgezeit rissen sich die Bühnen des In- undAuslandes um den jungen,

überall von Beifall umrauschten Star. Hamburg, Dresden, Wien, Leipzig, Chemnitz, Breslau, Nürnberg, Düsseldorf, Budapest, Stockholm und viele andere Städte waren die Orte ihres Wirkens.

13 Frau Else Kupfer-Arnold, die am 14. Februar 1974 in Neustadt verstarb, lag die leichte Muse mehr, obwohl sie einmal gestand, dass sie den Wechsel später bedauert habe. Das ]ugendhaft-Burschikose und das Liebenswürdig- Freche kennzeichneten ihre Wesenart, trotzdem lagen ihr die sentimental-seriösen Partien ebenso gut, und es nimmt deshalb nicht wunder, dass sie den 'Puck' aus Shakespeares Sommernachtstraum als ihre Paraderolle bezeichnete. Über zweihundertmal begeisterte sie bei Reinhardt in dieser Elfenrolle das Publikum, und mehr als hundertmal stand sie im gleichen Stück als verliebte 'Hermia' auf der Bühne.

N ach ihrer Eheschließung sagte sie der Bühne ade. Nur ab und zu war sie

noch im Deutschlandfunk mit Liedern zu hören, die ihr Mann Albert Arnold für sie komponiert und getextet hatte.

14 Das Haus Förster, Steinweg 7, ist vor allem durch seine über zweihundertjährige Geschichte als Lebküchlerei bekannt. Das Gewerbe der Lebküchler wird allerdings schon im 16. Jahrhundert in Neustadt erwähnt. Nach dem Kirchenbuch gab es bereits 1598 einen Lebküchler namens Kaspar Deinert oder Deinhart. Das Gewerbe konnte jedoch damals nicht zu großer Blüte kommen, weil in erster Linie die Nürnberger Pfefferkuchen große Konkurrenz machten. Daneben waren auch die Coburger Lebkuchen weit verbreitet. Erst im 19. Jahrhundert gelangten die Neustadter Leb-

küchler zu größerer Bedeutung, da sich ihre Zahl so stark vermehrt hatte, dass sie sogar den Coburger Lebküchlern gegenüber in der Mehrzahl waren. Neustadter Lebku-

chen der Familie Förster durften nach einem Entscheid der Herzoglichen Landesregierung 'in Anbetracht der Güte und Wohlfeilheit' sogar in Coburg verkauft werden.

15 Zu den Neustadter Spezialitäten gehörten neben den Lebkuchen die so genannten 'Schiffola'. Sie waren nicht so groß wie die normalen Lebkuchen und auch in ihrer Zusammensetzung nicht so aufwendig. Dafür wurden manchmal zur Verzierung Glanzbilder aufgeklebt. Durch den entsprechend niedrigeren Preis fanden die 'Schiffola' viele Käufer, nicht nur in Neustadt, sondern auch in Thüringen und Sachsen. Man muss sich in die Zeit zurückversetzen, als zehn oder zwölf Kinder in einer Familie keine Seltenheit waren. Für eine solche Kinderschar hochwertige und demzufolge teuere Lebkuchen zu kaufen, war den Eltern kaum möglich.

Wie die 'Schiffola' aussahen, zeigt das Bild. Unterlegt ist

das Rezept, das heute kaum noch aufzutreiben ist. Es soll zum Nachbacken anregen.

~

1/2 Pfund SirUP 'ß oder braun)

1/2 pfund Iucter (We1.

1 Pfund Mehl elllBhlener Zimt

1 Teelöffel 9 emehlener Koriander 1 Teelöffel 9 Nelken 1 Messerspi.tze gemahlene Anis 1/2 Teelöffel gemat'llener

5 HirsCh"Ornsalz . MalZ(.8ffee)

SC~'tI8rZer Kaffee (Kotl1r81.08r5

mit etwas Satz

. n einem Topf über

. SirUP und (sffee 1-

zoesec . ufiösen.

schwacher Hitze 8 IJ einem

d Hirschhornsalz 7-

Mit Mehl, Gewürzen un

festen Teig kneten.

oder êoer Necht stehen Mehrere Stunden lang

lessen. .

. den ener kleine Rechtecke Busschnel.

Ausrollen,

l'und BusstBChen .

. en. Bei mittlerer Hiue

aackblech B1.nfet't. t braun becken.

etw8 20 Minuten lang gu

. . . nseln und

. Zucken/8sser e3.np1. .

",nschließend m1.t. b 'lder aufkleben,

eventuell kleine Glan1. 1.

16 Neben einer kleinen Gesamtansicht der Stadt zeigt das Bild das Café und die Konditorei Grempel ('Poppola') , BergstraBe 1 a. Dass es sich dabei um eine Werbekarte für das Café und die Konditorei gehandelt hat, ist auch daran zu erkennen, dass zwischen den beiden Aufnahmen ein Mädchen mit einer Torte zu sehen ist.

Das Haus wurde im Iahre 1889 nach einem Entwurf von Bernhard Bosecker für den Bossierer und Modelleur Richard Oberender erbaut. Im Iahre 1902 übernahm der Konditor Heinrich Grempel das Anwesen. Er lieB die für sein Geschäft erforderlichen Umbauten

vornehmen und eröffnete neben der Konditorei ein Café.

Im Iahre 1958 wurde die Spitze des Eckturmes mit den vier kleinen Türmchen abgebrochen und durch

ein Zeltdach ersetzt. Die Spitze war durch die Witterung baufällig geworden.

1 7 Am 16. Dezember 1928 wurde erstmals in Neustadt ein öffentlicher Nikolaustag abgehalten, der zu einem Anziehungspunkt für Jung und Alt, Stadt und Land werden sollte. Der Nikolaustag begann um 14 Uhr mit einer Weihnachtsfeier im Schützenhaussaal. Gegen 16.30 Uhr folgte ein Fackelzug der Neustadter Jugend, der sich durch alle bedeutenderen Straßen der Stadt bewegte. Hieran beteiligten sich über tausend Kinder, die einen großen Nikolaus mit sich führten. Als gegen 1 8 Uhr der Zug auf dem Marktplatz ankam, wurde er bereits von einer den ganzen Platz füllenden Menschenmenge erwartet. Unterhalb des von zwei brennenden Weihnachtsbäumen flankierten großen Nikolauses warfen die Teil-

nehmer ihre Fackeln zusammen. Anschließend trugen die Neustadter Gesangvereine einige Lieder vor.

18 Auf dem Bild ist die alte Superintendentur zu sehen, die im Zuge des Rathausneubaues 1968 abgebrochen wurde.

Als der Maler Schulz gerade neun Iahre alt war, hatte er es auf den Ananas-Apfelbaum des Superintendenten abgesehen, an dem nur drei Äpfel hingen. Eines Spätnachmittags stand der kleine Christian auf einem der Äste und langte gerade nach dem dritten und letzten Apfel. Da fuhrs wie eine Stimme Gottes durch den Garten: 'Ja, Kerl, was suchst denn du da droben?' Der Superintendent Gumlich war etwas früher von seinem Spaziergang zurückgekehrt und drohte mit seinem Spazierstock zu

dem kleinen Christian hinauf. 'Ich will dich Mores lehren, du Bursche! Weißt du nicht, dass das eine Sünde ist?' Der kleine Christian war zu Tode erschrocken, aber er hatte

sich schnell wieder gefasst. 'A Sûnd?', riefer hinab. 'Des khaa doch ke-i Sünd gsei, dou warn zwä Öpfl rougopappt un die hau ich bluoß widdo nauf woll heng!'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek