Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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19 Die Glockenbergschuie mit ihren Zwerchhäusern ist ein stattlicher Biedermeierbau, der in den Iahren 1831 und 1832 errichtet wurde. Den Entwurf fertigte der 1 81 2 von Karlsruhe nach Co burg berufene Weinbrennerschüler Friedrich Streib, der als Architekt und Landbaumeister tätig war und später die Coburger Baugewerkschule gründete. Der Bau ist durch eine klare Gliederung gekennzeichnet, dessen Kern das Treppenhaus bildet. Die Klassenzimmer und die Nebenräume liegen an den Außenwänden. In dem südöstlichen Dachstübchen dieser Schule wurde am 16. Dezember

1843 der unvergessene Schriftsteller Heinrich Schaumberger geboren. Heute beherbergt das Gebäude die Sondervolksschule.Von 1907 bis 1939 befand sich in diesem Haus

unter anderem auch die Industrie- und Gewerbeschule.

20 Die im Iahre 1854 eröffnete Zeichen- und Modellierschule wurde 1897 in eine selbständige höhere Fachschule, in die Industrie- und Gewerbeschule, umgewandelt und mit Hilfe von Max Oscar Arnold ab 1. Juli 190 1 verstaatlicht. Durch die Verstaatlichung stellte sie ihrem Namen 'Herzogliche' voraus, der nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Iahre 1918 in 'Staatliche' umgewandelt wurde. Die Schule, die zunächst in den Räumen der Volksschule Heubischer Straße mit untergebracht war, siedelte im Iahre 1 9 0 7 in das Glockenberg-Schulgebäude über.

Um den Schülern einen Anreiz zu bieten, wurden die in der Schule gefertigten Arbeiten jährlich ausgestellt und prämiert. Als

Erster gab hierfür PrinzgemahlAlbert eine jährliche Zuwendung von 50 Gulden. Sogar die Königin Victoria van England stiftete 1860 einen Preis in Höhe van 100 Gulden.

21 Dass sich die praktischen Arbeiten der Industrie- und Gewerbeschule auch im Freien abspielten, zeigt dieses Bild. So scheuten die Schüler nicht davor zurück, vor der SanktGeorgs-Kirche einen Drachen aus Schnee und Eis für den heiligen Georg zu modellieren. Der Drache hat schon einen Menschen fast verschlungen. Es wird wohl ein Lehrer gewesen sein. Zu dem Heiligen selbst hat das Material vermutlich nicht mehr gereicht.

Das Bild erinnert an eine kleine Geschichte. Da haben vor vielen Iahren zwei Kinder nach einem heftigen Regenguss auf der

Straße mit dem angespülten Dreck gespielt. Ein Lehrer, der vorbeikam, fragte sie, was sie da machten, worauf eines der Kinder sachkundig erklärte: 'Mir baun a Schul.' 'Das ist

schön,' sagte der Lehrer. 'Macht ihr da auch den Lehrer dazu?' 'Haja' , entgegnete eines der Kinder, 'wenn do Draack langt!'

22 Zwischen der Stadt und der Industrie- und Gewerbeschule bestand ein gutes Einvernehmen. Das beweist auch dieses Bild, das Anfang der dreißiger Iahre entstand und den damaligen Bürgermeister Stelzner sowie den Fachschullehrer Knauer mit Lehrkräften und Schülern vor dem Schulhaus auf dem Glockenberg zeigt. Die Staatliche Industrieund Gewerbeschule war einerseits die Berufsschule für die in der Spielwarenindustrie Beschäftigten, förderte künstlerisch begabte Volksschüler, denen sie stundenweise Unterricht gab, hatte daneben aber auch Vollschüler, die sie soweit ausbildete, dass

sie eine Kunstakademie besuchen konnten. Nach den Worten eines Kritikers stellte sie eine Vereinigung von Akademie, Kunstgewerbeschule und Fachschule dar.

23 Die Industrie- und Gewerbeschule sah ihre Hauptaufgabe in der Heranbildung von Modelleuren, Bossierern und Malern für die Spielwaren-, Porzellan- und Tonwarenindustrie. Dass sie unter der Leitung von Professor Max Derra die besten Voraussetzungen für den Besuch höherer Kunstschulen bot, beweisen zahlreiche Künstler, die in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt wurden.

Aber auch für die Neustadter Industrie bildete Derra Modelleure und Maler aus, die sich im engeren Heimatbereich einen Namen machten. Erinnert sei nur an den Modelleur Carl Lu-

ther, den Modelleur und Zeichner Gustav Luthardt sowie die beiden Maler Ernst Schilling und Albert Schubert.

Das hier gezeigte Schaustück stammt von dem

Bossierer Albert Reinhardt aus dem Iahre 1919.

24 Das erste Schützenhaus am Muppberg wurde im Iahre 1845 errichtet. Ab 1882 erfolgte eine ständige Bewirtschaftung. Mit ein paar Namen von ehemaligen Schützenwirten (eine vollständige Auflistung ist nicht beabsichtigt) sollen Erinnerungen geweckt werden. Da ist zunächstAlbert Arnold zu nennen, der Bruder des Geheimrats Max Oscar Arnold. Ihm folgte sein Schwager Bernhard Seifert, der anschließend nach Mellrichstadt verzog. Zu den weiteren Bewirtschaftern zählten Adam Köhler (der spätere Wirt des 'Bergschlößchens'}, Anton Martin (der Stiefsohn von Albert Ar-

nold), Edmund Schilling, 'do Zotäälo' (sein geflügeltes Wort 'Ich kaa mich doch net zotääl!' brachte ihm den Spitznamen ein), ein Puchheim aus Gotha, Joachim Oswald (der van

hier aus den Ratskeller in Augsburg übernahm), die Familie Pleyer, Ernst Bunzei ( der später seine eigene Gastwirtschaft in der Eisfelder Straße 13 eröffnete) und Fritz Göttling, der

zuvor in der Rosenau tätig war.

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25 Der Schützenplatz diente seit jeher vielfältigen Veranstaltungen. Er war nicht nur Festplatz am Vogelschießen, sondern auch Spiel- und Sportplatz. Für viele andere Veranstaltungen, wie beispielsweise das traditionelle Neustadter Kinderfest, ist er noch heute unentbehrlich. Das Bild zeigt uns einen Reigentanz anlässlich des Neustadter Kinderfestes. Im Hintergrund ist das Schützenhaus zu sehen, so, wie es im Iahre 1924 umgebaut wurde.

Doch nicht nur am Kinderfest, auch sonst pflegten die Neustadter Kinder allerlei Spiele. Da es früher wenig Verkehr gab, war

normalerweise auch die Straße zum Spielen frei. Die gebräuchlichsten Spiele waren 'Fangoles " 'Voschteckoles', 'Kaiser, König, Edelmann", 'Schänzo-Räuba', 'Die Sau', 'Merboles' ,

'Aaschlaoles' und 'Zwerbln' . Für die ganz Kleinen gab es 'RinglReiha.'.

26 EinAusschnitt aus dem Neustadter Kinderfestumzug zeigt unter anderen den 1967 verstorbenen Rektor Erich Schilling. Die Lehrer Erich Schilling und August Hofmann waren es, die 1 92 3 die schon vor dem Ersten Weltkrieg gepflegten Freiübungen und Reigen zum Kinderfest wieder einführten und neben dem Neustadter Nationaltanz, dem 'Rutscho' , zu einem festen Bestandteil des Festes machten. Da die Kinder die Übungen in ihrer Festkleidung ausführten, entstand ein bunt bewegtes Bild, das die Zuschauer immer wieder begeisterte. Gleichzeitig wollten die beiden Lehrer

durch das Abhalten turnerischer Wettkämpfe ein würdiges Fest gestalten, das nicht nur dem Magen und dem Karussell frönen sollte. Um dem Wettturnen, einem aus Hundert-

meterlauf, Ballwurf und Weitsprung bestehenden Dreikampf, mehr Anreiz zu geben, erhielten die Sieger Urkunden.

27 In der Rosenstraße, die hier im Bild zu sehen ist, hat einst der PatzschkesEmil nach einerTheateraufführung, in der er den Feldherrn Moltke spielen musste, einen vom Kantor Hofmann geliehenen Frack verloren, den er auf dem Heimweg über dem Arm getragen hatte. Er eilte sofort zurück, doch der Frack war nirgends mehr zu finden. Trotz seines Kummers ließ er es sich aber nicht nehmen, am Montag früh zur 'Fabers- Line' zum Frühschoppen zu gehen. Er saß gerade bei einem Glas Bier, als draußen der Geuthers-Heiner lautstark ausläutete, dass in der Rosenstraße ein Frack gefunden

wurde. Die Freude beim Patzschkes- Emil war riesengroß. Was er nicht wissen konnte, war, dass der Bunzels-Max gesehen hatte, wie er den Frack fallen ließ, kein Wort sagte,

ihn zur Polizeiwache trug und darum bat, den Frack am Montag bei der 'PabersLine,' ausläuten zu lassen.

281mjahre 1896 wurde die' Altdeutsche Weinstube', Rosenstraße 1, durch Gerrit Gams eröffnet. Gams war der erste Autofahrer in Neustadt. Sein in der Fahrzeugfabrik Eisenach hergestellter Kraftwagen, der sich schon 1905 in Neustadt nachweisen lässt, hatte einen Zweizylinder-Benzinmotor mit 4,8 PS und ein Eigengewicht von 680 Kilogramm. Gerrit Gams, der auch der erste Autohändler und -vermieter in der Stadt war, erhielt 1909 als Zweitwagen einen 9 PS starken Vorführwagen von der Firma Ley in Arnstadt. Die Kraftfahrzeugsteuer betrug damals für ein Auto 15 Mark, für ein Motorrad 10 Mark.

Da es sich hierbei für jene Zeit um keine geringen Beträge handelte, sahen sich die Kraftfahrzeughalter gezwungen, ihre Fahrzeuge von Zeit zu Zeit außer Betrieb zu setzen.

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