Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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29 Auf dem Bild ist die Bergstraße mit ihren hohen Staffeln zu sehen, die zu den Hauseingängen führten und früher in Neustadt häufig anzutreffen waren.Vor 1883 hießdie

Straße, deren Name sich vom Berg ableitet, 'Vohlsleite'. Genannt wurde sie nach der Mademoiselle Vohl, die in der Biedermeierzeit eine große Rolle in Neustadt spielte. Sie war

sehr begütert und wohnte in einem Haus, das quer über dem Anfang der heutigen Bergstraße stand. Beim großen Stadtbrand des Iahres 1839 wurde auch dieses Gebäude ein

Raub der Flammen.

An die 'Vohlsleite' erinnert heute noch der Begriff 'Leitn', wie die Bergstraße im Volksmund genannt wird.

30 Das Bild zeigt die Heubischer Straße mit der Gastwirtschaft 'Friedrichshöh' auf der linken Seite. Im Saal der 'Friedrichshóh' wurde im Iahre 1930 eine Ausstellung mit heimischen Spielwaren eröffnet, die ihres großen Erfolges wegen zur Errichtung

eines Museums führte.

Zur Eröffnung der Schau gab es ein kleines Festessen im 'Grüntal' . Der Maler Schulz, der zufällig im Grüntalgarten saß, wurde bei dieser Gelegenheit von einem Journalisten interviewt. Über eine Stunde saß er bei einer Flasche Wein mit ihm zusammen und fragte zum Schluss: 'Nun, da müssen bei Ihnen

doch auch große Männer geboren sein?' Der Maler Schulz schüttelte langsam und nachdenkend den Kopf. 'Gruoßa Manna in Neuschtodt goborn? Dou hau ich noch nex dovaa

ghört. Su weit ich wäß, senn in N euschtodt bluoß kle-ina Kinno auf die Walt kumma. Owo ma kaa ja amol gfrouch.'

3 1 Die Schaustücke, die in der Spielzeugausstellung gezeigt wurden, sollten auch dazu beitragen, den Geschmack der Hersteller zu verbessern und neue Anregungen zu geben. Wie wichtig dies war, zeigt eine kleine Episode. Ein Neustadter Fabrikant machte nur 'Säula' und lieferte sie zum Fleischmanns- Ruß nach Sonneberg. Dieser wollte eines Tages mal etwas anderes haben und schickte ihn, da er keinen Einfall hatte, zu seinen Modelleuren. Die empfahlen ihm, ein Rotkehlchen zu machen. 'Dou brauchsta blouß dei Säula zo namma, die Uhrn runto zo tun, links un rachts an Flüchl

un hintn an Schwaaz na.' Die Woche darauf legte der Fabrikant sein Modell vor. 'Was soll denn des sei?' fragte der FleischmannsRuß. 'A Ruotkella, Herr Kommerzienrat.' Der

Fleischmanns- Ruß schaute das Ding an und lachte schallend. 'Des Ruotkella hot öbbo a Sau ausgobrütt?'

32 Bei den Puppen, früher Docken genannt, war es anders, als bei den meisten Industrie-Erzeugnissen. Sie wurden nicht in allen ihren Teilen in einer Fabrik hergestellt. Köpfe, Körper, Arme, Beine, Stimmen, Augen, Frisuren, Kleider, Hüte und Schuhe, alles wurde in Sonderbetrieben gefertigt. Nachdem der Puppenmacher die ihm zugestellten Körper und Glieder mit Farbe versehen und die Teile mit Gummischnur zusammengehängt hatte, war das 'Gestell ' fertig. Die weitere Bearbeitung blieb der Puppenfriseuse und dem Puppenfabrikanten überlassen.

Auf dem Bild sind Frauen zu sehen, die gerade den Puppen die entsprechenden Frisuren verpassen. Künstliche Frisuren aus Flachs und Wolle gab es schon in der Mitte des 19.

Jahrhunderts. Später kamen dann Perücken aus Lammfellen, Menschenhaaren und Mohair auf.

33 Neben der Puppenfabrikation gab es noch die Tierstopferei, der es gelang, wahre Prachtexemplare von Bären, Affen, Katzen, Hunden, Löwen und dergleichen zu fertigen. Die ersten weichgestopften Spieltiere stellte in Neustadt im Iahre 1899 die Firma Carl Hofmann her. Frau Hofmann war es auch, die, ohne etwas von der Teddybären - Fabrikation der Firma Steiff zu wissen, im Iahre 1904 in einer Modezeitschrift das Schnittmuster für einen Bären entdeckte und es nach längeren Versuchen in den folgenden Iahren für das Geschäft auswertete.

Das Bild zeigt eine Tierstopferei, in der gerade Teddybären mit Holzwolle gestopft und zusammengehängt werden.

34 Zu den Gaststätten, die schon um 1850 erwähnt werden, gehört auch die Faber-Dehlersche Wirtschaft in der Heubischer Straße 24. Sie wird heute Zum Leuchtturm genannt. Hier in der oberen Stadt ist einmal eine lustige Geschichte passiert. Da hatten sich eines Tages einige Neustadter, unter ihnen der Stolles-Christian, häuslich niedergelassen. Bald kam eine lustige Sonneberger Gesellschaft dazu. Der lustigste unter ihnen, der Modelleur Eichhorn, rieb sich gern an den Neustadter 'Kaloraams '- Bürgern herum. Als er in die Gaststube trat und die vielen Neustadter sitzen sah, schnupperte er und sagte zur Wirtin: 'Ich wäß net, Lina, bei euch riechts heit nouch lauto Kaloraam! '

Da sprang der Stolle auf

und rief: 'Racht hosta! Es werd grad es Frassn gokocht fo die Summbarcho Sàu!'

35 Der Blick in die Heubischer Straße stadtauswärts zeigt, dass sich auch hier so manches verändert hat. Auf der linken Seite ist vorne noch ein Teilstück vom alten Rathaus zu sehen. Es folgt die Zinngießerei Witter und daneben das Haus Fleischmann ('Sachsnbeck') .

Auf der rechten Seite fällt vorne der Blick auf die Kröckelei, auf ein früher stadtbekanntes Gasthaus, in das sowohl Sonneberger wie Coburger Persönlichkeiten regelmäßig kamen, um mit ihren Neustadter Geschäftsfreunden und Bekannten am Abend einen Meinungsaustausch zu pflegen. In ihren Glanzzei-

ten wurde die Kröckelei von Frau Klara Kröckel bewirtschaftet. Ihre vorzügliche Küche machte die Kröckelei weit und breit bekannt, und so kamen auch viele Auswärtige, die auf

gutes Essen hielten, gerne nach Neustadt.

36 Die Teilansicht von den Räumlichkeiten in der Kröckelei, Heubischer Straße 12, in den zwanziger Iahren vermittelt eine gepflegte Atmosphäre.

Von den Vereinen, die die Kröckelei als ihr Versammlungslokal betrachteten, seien unter anderem die Abendgesellschaft und der weithin bekannte 'Wurstsuppenclub' genannt. Natürlich waren auch die Vorstandssitzungen all der Vereine dort, in denen Geheimrat Arnold die maßgebende Rolle spielte, so der Verschönerungsverein, die militärischen Vereine, die Feuerwehr, die 'Gerrnania' und andere mehr.

Da ging es manchmal hoch

her, wenn gerade ein 'Blauer' gefeiert wurde oder wenn der 'Wurstsuppenclub' seine Tagung abhielt. So lustig wars in keiner Wirtschaft! Und gab es einmal Krach, da fand Frau

Kröckel mit fast männlicher Energie auch die richtigen Worte. Sie hatte wohl äußerlich eine raue Schale, war aber im Grunde ihres Herzens eine gute, i a sogar weiche Seele.

37 Auch mit einer Sommerwirtschaft konnte die Kröckelei aufwarten, wie die Lauben im Hof des Anwesens zeigen.

Viele bekannte Leute, unter ihnen Admiral Scheer, waren Gäste in der Kröckelei. Das war kein Wunder, denn Frau Kröckel galt als eine der tüchtigsten Wirtinnen weit und breit. Als sie mit ihrem Mann als junge Frau nach Neustadt kam und die Metzgerei und Gastwirtschaft Kästner übernahm, machte sie diese kleine, stille Wirtschaft in kurzer Zeit zu einem der besuchtesten Lokale. Durch ihre Fröhlichkeit verstand sie es, Gäste heranzuziehen und

zu halten. In noch jungen Iahren verlor sie ihren Mann. Mit einer Stube voller kleiner Kinder stand sie da. Aber mit der ihr eigenen Energie und mit einem unendlichen Fleiß nahm

sie den Kampf ums Dasein auf und bestand ihn. Ein Kreis treuer Stammgäste ließ ihre Wirtschaft auch in Zeiten des allgemeinen Niedergangs nicht veröden.

38 Das Haus Heubischer Straße 16 ist das ehemalige Stadtschloss der Herren von Birkig. Es wurde zwischen 1516 und 1521 errichtet. Ohne Zweifel handelt es sich hier um eines der ältesten und vornehmsten Häuser der Stadt. Darauf weisen vor allem die ganze Bauart, die alten Mauerreste, die großen Unterkellerungen und der einst große, früher als Schlosspark genutzte Garten hin.

Nach demAussterben der adeligen Familie von Birkig ging das Anwesen in bürgerlichen Besitz über. Zu den Eigentümern gehörte unter anderen Iohann Christoph Conrad Bau-

mann, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Miteigentümer des großen Hüttenwerks in Hüttensteinach zu den reichsten Männern der Stadt zählte.

In der Toreinfahrt zum heutigen EDEKA-Markt sind noch Reste der alten Stadtmauer mit der Jahreszahl 1599 erhalten. Die eingemeißelten Buchsta-

ben 'H L' weisen vermutlich auf Hans LeiB, einen zu jener Zeit bekannten Neustadter Bürger, hin.

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