Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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39 In der Werkstatt des Anwesens Heubischer Straße 16 betrieb die Familie Bretschneider eine Puppenfabrikation. Das Bild

zeigt das Ankleiden und Verpacken von Puppen. Die Kleider wurden von geübten Näherinnen aus bereits zugeschnittenen

Teilen je nach Modell in zweckmäßiger Reihenfolge zusammengenäht und mit dem erforderlichen Zierrat versehen. Zu dieserTätig-

keit gehörte auch das Umwenden und Bügeln der fertigen Kleider.

40 Bei diesem Blick in die untere Heubischer Straße fallen vor allem die Staffeln auf, die damals in die Häuser führten. Auf der rechten Seite steht das Schaumberger-Denkmal mit dem massigen Haus Köhler im Hintergrund, das im Iahre 1975 abgebrochen wurde. Das im 17. Jahrhundert erbaute Anwesen Köhler, Heubischer Straße 2, zählte einst zu den vornehmsten Häusern der Stadt. Die verputzte und verschieferte Fassade des Gebäudes verbarg ein wunderschönes Fachwerk. Hätte man die Fassade freigelegt, statt das Haus abzureißen, wäre das alte Patrizierhaus ein bauli-

ches Schmuckstück für die ganze Stadt geworden, zumal die Lage des Hauses die Schönheiten der alten Fachwerkarchitektur voll zur Geltung gebracht hätte.

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41 In dem Haus Heubischer Straße 2 wurde am 17. Oktober 1884 der Bildhauer Gustav Köhler als Sohn des KaufmannsWilhelm Köhler und seiner Ehefrau Christiane geb. Förster geboren. Nach dem Besuch der Münchner Akademie war er jahrelang in den Kunstwerkstätten in Süßen/W ürttemberg schöpferisch tätig. Das Bild zeigt ihn bei seiner Arbeit. Seine Hauptstärke lag auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst. Aber auch Bildnisse bekannter Persönlichkeiten, wie Dichter, Denker und Tonkünstler, hatte er in den Bereich seines Schaffens einbezogen und leistete auf diesem GebietVorzügliches. Zu den in Neustadt bekanntesten Arbeiten zählt wohl die packende Darstellung des Ritters Sankt Georg über der Eh-

rentafel der Gefallenen in der Sankt-Georgs-Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Köhler wieder in seine Heimatstadt zurück und verstarb hier am 21. September 1960.

42 Im Mittelpunkt des Bildes steht das Coburger Tor mit der Aufschrift: 'Exportbier-Brauerei von Anton Werner.' Hier wurde am Stammtisch so manche Lügengeschichte erzählt. Vor allem, wenn der Alex da war. Als Südwestafrikaner berichtete er eines Tages von einerWachteljagd, bei der er seine Schrotpatronen vergessen hatte. Nur noch eine Kugel steckte im Lauf 'Was glaubt ihr, was ich da gemacht hab? Auf eine Felswand hab ich geschossen! Ein paar hundert Wachteln flatterten erschreckt auf Aber im nächsten Augenblick regnete es nur so von toten Wachteln. Felssplitter

sind besser und billiger als Schrot. Was glaubt ihr, wie viel tote Wachteln ich aufgelesen hab? Neunundneunzig Stûck!'

'Dou hätt ich doch gleich hunnot gsocht, Alex!' ,

meinte einer aus derTischrunde. Da schüttelte der Alex den Kopf und entgegnete: 'Wegen einerWachtel werd ich euch doch keine Lüge sagen!'

43 Anläßlich eines Kinderfestes entstand diese Aufnahme von der Coburger Straße. Auf der rechten Seite des Bildes, zwischen den Häusern Bühling und Korn, steht noch ein alter Pumpbrunnen. Besondere Beachtung verdient das erste Haus auf der linken Seite. Aus dem Zusammenhang gerissen, würde es heute kaum jemand wiedererkennen, da die Schaufenstereinbauten ein ganz anderes Bild vermitteln. Wer würde in diesem Haus das ehemalige Blumengeschäft Rehm suchen und daneben den Friseursalon?

44 Hier im Anwesen Coburger Straße 11 wurde der Schöpfer unserer beiden Ehrenmale, der Bildhauer Gustav Reißmann, am 1 7. März 1887 als Sohn des Bossierers Carl Moritz Reißmann und seiner Ehefrau Maria Ernestine geb. Dorn geboren. Von seinen Eltern hatte er die künstlerische Begabung geerbt, die in der ehemaligen Industrie- und Gewerbeschuie die erste Förderung erfuhr. Mit 18 Iahren ging er nach Dresden. Dort besuchte er drei Iahre lang die Kunstgewerbeschule und anschließend die Akademie der Bildenden Künste. Als Bildhauer schuf er viele Klein- und Großplastiken, die seinen Namen weit über die Grenzen seiner Wahlheimat Dresden trugen. Durch die Verleihung der silbernen und

goldenen Medaille der Dresdner Akademie fand sein künstlerisches Schaffen eine verdiente Würdigung. Als er in der Schicksalsnacht der Stadt Dresden durch Bomben seine gesamte Habe verlor, kehrte er nach Neustadt zurück und starb hier am 22.Januar 1954.

45 Zwei Läden beherbergte früher die Coburger Straße 11, wie das Bild zeigt. Links davon befand sich die Bossiererstube, in der der spätere Bildhauer Gustav Reißmann schon als Kind mithalfund brauchbare Modelle für das Geschäft lieferte.

Viele werden sich noch an den Laden von Erich Hoßbach erinnern können, der später hier eingerichtet wurde. Was konnte man dort nicht alles kaufen! Rohrmöbel, Kinderwagen, Bürsten und Papierwaren, Galanterie- und Spielwaren sowie Offenbacher Lederartikel. Hoßbach bot auch Rohrmöbel aus eigener Herstellung an.

46 Die Pfaffenmühle in der Coburger Straße 14 ist wohl fast so alt wie die Stadt selbst, wenn auch nicht in ihrer heutigen Gestalt. Ihr Name hat nichts mit der Kirche zu tun, sondern kommt von einer ehemaligen Besitzerin, die eine geborene Pfaff war. Bis zumjahre 1580 hieß sie Niedermühle. Ihr bekanntester Besitzer war der Coburger Festungskonstabler Konrad Rüger. Durch seine Eheschließung mit Margaretha Lehr im Iahre 1637 kam er in den Besitz der Mahlmühle. Konrad Rüger war der Mann, der im Iahre 1632 beinaheWallenstein erschoss. Mitten unter das Pferd hat er dem

großen Heerführer die Steinkugel aus seinem Geschütz auf der Veste Coburg gesetzt und Wallenstein hat geschworen, 'die Bestie hängen zu lassen, die den Schuss abgefeuert'. Nur die

tapfere Verteidigung der Veste hat ihn gehindert, den Schwur zu erfüllen.

47 Die Rögenmühle, Arnoldplatz 7, erhielt ihr Wasser, wie die anderen Mühlen auch, aus dem Mühlgraben. Sie wird bereits im Iahre 1317 als Mittelmühle erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte diente sie zunächst als Mahl- und Ölmühle, später als Säge- und Märbelmühle sowie zuletzt als Trommelmühle, zur Herstellung von Porzellanmasse zum Gießen von Biskuitporzellan-Puppenköpfen. Im September 1934 wurde das Mühlwerk abgebrochen, nachdem zur gleichen Zeit auch die Zuschüttung des Mühlgrabens erfolgte.

Es ist anzunehmen, dass die Mühle vor dem Badtor nach einem ehemaligen Besitzer genannt wurde. So lässt sich beispielsweise in den Kirchenbüchern vom Iahre 1578 ein Sebastian

Reg als Müller in Neustadt nachweisen.

Über hundertjahre lang war die Mühle im Besitz der Familie Süssenguth. Viele werden sich noch daran erinnern, dass in

diesem Anwesen das Bekleidungshaus Wöhner seinen Sitz hatte.

48 Am 22. Dezember 1928 wurde in der Kirchstraße 9, in den ehemaligen Stallungen des Maurermeisters Arno Geuther, eine Weindiele, verbunden mit einem Café, unter dem N amen Teddy-Bär eröffnet. Nach dem Willen des Eigentümers Arno Geuther sollte das Lokal eigentlich Alt-Heidelberg heißen. Er hatte es unter diesem Namen bereits angekündigt, als ein Freund der Familie den Vorschlag machte, einen Namen zu suchen, der mit der heimischen Industrie im Zusammenhang steht. Und während man noch grübelnd vor dem Haus stand, fiel der Blick auf das Anwesen

der Firma Förster mit dem Schild 'Teddy-Bären - Vertrieb'. 'Nennt es doch Teddy-Bär', meinte der Freund, und so geschah es auch. Unter diesem Namen wurde schließlich das Café

zu einem Begriff im gesamten Coburger Land und in Südthüringen.

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