Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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49 Das Café Teddy-Bär, hier ein Blick in den Innenraum mit Bar, wurde geradezu zu einem Werbeschild für die Stadt. Da hier stets etwas geboten wurde, kamen viele tanzlustige junge Leute allwöchentlich nach Neustadt, um sich im 'Teddy-Bär' zu vergnügen. Das Café genoss im weiten Umkreis einen guten Ruf. Die ersten drei Iahre war das Café an einen Herrn Rebhan verpachtet. Am 15. Ianuar 1932 übernahm es die Familie Geuther selbst. Als im Iahre 1950 Arno Geuther verstarb, sah sich seine Witwe außerstande, den Betrieb weiterzuführen und verpachtete ihn an Georg Ulbrich, der nach

erfolgreichen Iahren das Pachtverhältnis zum 3 1. März 19651öste.Am 1. April 1965 übernahm die Stadt Neustadt das Haus, von der es die Arbeiterwohlfahrt am 1. April 1989

kaufte und in den Räumen des Cafés den AWO- Treff Teddy-Bär einrichtete.

50 Der Inhaber der Förster-Schindhelmschen Gastwirtschaft wurde schon 1859 in der Liste der Neustadter Bierbrauer aufgeführt. Als das Haus 1895 abbrannte, wurde es größer als zuvor wieder aufgebaut. Hermann Schindhelm braute jahrelang im Städtischen Brauhaus ein sehr gutes Bier und war als 'Sandwirt' bekannt. Die Gastwirtschaft in der Ernststraße 5 hieß zeitweilig auch 'Hindenburg' . Im Iahre 1920 ging die Gastwirtschaft ein. Im Volksmund wurde das Haus unter dem Namen 'Kartnhafola' zu einem Begriff.

51 Zur Förster-Schindhelmschen Gaststätte, Ernststraße 5, gehörte auch eine Gartenwirtschaft.

In der Gaststätte selbst hat einmal der Neustadter Holzmacher Timotheus Bechmann, 'Motus' genannt, an einem Fastnachtsmontag ein Kabinettstückchen geliefert. Die Wirtin, die Ernestine, hatte gerade viele pfannkuchen und Spritzkuchen für den Stiftungsball des 'Liederkranzes ' gebacken und in eine Kammer gebracht, die neben der Küche lag. Unglücklicherweise war daneben auch das stille Örtchen. Der 'Motus' , der schon einen tüchtigen Brand hatte, wollte diesen

Ort aufsuchen, geriet aber in die Kammer, in der die pfannkuchen in einer Lade lagen. Er hob den Deckel auf, setzte sich auf den Rand und erledigte sein Geschäft. Plötzlich ging im

Hausflur ein großes Geschrei los. Zu spät hatte man bemerkt,wo der 'Motus' hingeraten war. Alles Gebäck war verdorben. Seit jenem Tag hieß der 'Motus' auch ' do Loudnscheißo' .

52 Zu den ältesten nicht abgebrannten Häusern der Stadt gehört die Gastwirtschaft Zum Bräukarl, Sonneb erger Straße 5, früher Amtshof genannt. Auf dem Bild ist sie neben dem Café Steinrück als zweites Haus von links zu sehen. Das 'Haus vor dem LinderTor'

wurde vermutlich nach 1672 erbaut und war 1684 im Besitz des Rotgerbers Nicol Schelhorn. Im Eigentum dieser Familie blieb es bis zum Iahre 1765, dann ging es auf die Familie Süssenguth über. Im Iahre 1834 erwarb der Kaufmann Christoph Witthauer

das Anwesen, von dem es 1847 in den Besitz des Webers Friedrich Dehler kam, der es aber schon 1872 an den Bäcker und Wirt Moritz Bauer verkaufte. Dieser exportierte von 1890 bis 1895 231 Hektoliter Bier. Sein Bierkeller befand sich am Eingang zum Seilers-

gründchen. Aus dem Besitz der Familie Bauer kam das Anwesen 1902 an den Brauer Karl Faber (Bräukarl), der noch im Iahre 1912 sein Bier im Städtischen Brauhaus braute.

53 Ein Blick über den Amtshof in südwestlicher Richtung zeigt links außen das ehemalige Axthelmshaus (heute Leistner), Steinweg 10. Das stattliche Eckhaus wurde wie die anderen beiden Häuser nach dem großen Stadtbrand von 1839 neu aufgebaut. Um 1870 erhielt es eine spätklassizistische Fassadengestaltung. Ernst Axthelm, der Eigentümer des Hauses, besaß ein gut gehendes Puppen- und Spielwaren - Exportgeschäft, das 1933 aufgegeben wurde. Das zweite Haus von links ist das Anwesen Bräutigam (vormals Schaller), Steinweg 17. Der damalige Eigentümer Gustav Schallet

betrieb eine Klempnerei und hatte eine Ofenhandlung.

Das letzte Haus im Bunde ist das ehemalige Anwesen von dem bekannten Medizinalrat und Bezirksarzt

Dr. med. Iohann Faber, Erns ts traße 20.

,$ N~stadt b. Coburg

:- Sonneberger Straße

, .

54 Die Engstelle in der Sonneberger Straße wurde im April 1 939 mit dem Abbruch des Hauses Sonneberger Straße 15 beseitigt. Das auf der linken Seite stehende 'Schtörznhaus'. die Gastwirtschaft Dietrich (vorher Luthardt), konnte auf ein hohes Alter zurückblicken. Das Anwesen wurde zwischen 1777 und 1783 von dem Strumpfwirker Iohann Ludwig Wagner erbaut und im Grundbuch als das 'neuerbaute Haus ohnfern der Herrnmühle' bezeichnet. Im Volksmund hieß das Anwesen auch 'Schlaabaarri' , denn hier stand früher eine Zollschranke, an der i eder Aus-

wärtige halten und dem Zolleinnehmer das fällige Pflastergeld bezahlen musste.

55 Das Bild zeigt von links nach rechts das so genannte 'Schneckenhäuschen', die Gastwirtschaften Zum Felsenkeller und Iägersruh an der Sonneberger Straße.

In den achtziger Iahren des 19. Jahrhunderts befand sich das Wirtshaus Zum Felsenkeller im Besitz des Bäckermeisters und Gastwirts Hermann Hofmann ('Schte-inora Beck'). Der Inhaber der Jägersruh war Anton Knorr. Durch das Ableben von Hermann Hofmann ging auch das Wirtshaus Zum Felsenkeiler in den Besitz von Anton Knorr über und es entstand ein gemeinsamerWirtschaftsbetrieb.

Im Iahre 1913 brannte der Felsenkeller ab. Er wurde aber nicht an der gleichen Stelle, sondern gegenüber (vom Betrachter des Bildes aus gesehen auf der rechten Seite) als Schützenhaus

Jägersruh wieder errichtet. Die im Hintergrund des Bildes stehende alte Jägersruh wurde 1962 abgebrochen.

56 Die Fahnenweihe der Freien Turnerschaft, verbunden mit einem We ttturnen vom 4. bis 6. Juni 1921, wurde für den Verein sowie für die Leibesübungen des ArbeiterTurnerbundes zu einem vollen Erfolg. Dem Fest ging am Samstagabend ein Kommers im Saale des Gewerkschaftshauses voraus. Die Stadtkapelle und die 'Liederhalle' sowie der Arbeiter-Gesangverein gaben ihr Bestes, um den Abend würdig zu gestalten. Am Sonntag früh um 8 Uhr begann das Wettturnen auf demAnger.

Um 13 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug vom Gewerkschaftshaus durch die Straßen der Stadt zum Festplatz. Nach einem Begrüßungslied und einer Festrede wurde die Fahne geweiht. Es folgten Mas-

senfreiübungen, Musterriegenturnen und ein Konzert. Nach der Siegerehrung fand am Abend ein Ball in drei Sälen statt. Am Montag folgten ein gemütlicher Nachmittag und am Abend ein geschlossener Vereinsball.

Zur &rinnerung an die gahnenroeihe der greien qurnerschaft 91eustadt b. Goburg am 5. und 6. 8uni 1921

57 Auf dem Bild ist das

im Iahre 1925 gegründete Trommler- und Pfeiferkorps der Freien Turnerschaft zu sehen. Die hintere Reihe zeigt, von links nach rechts: Richard Habelitz, Karl Fischer, Albert Müller, Fritz Habelitz, August Grempel, Franz Heerlein, Alfred Langbein, Armin Kunzelmann und Willi Luther. In der vorderen Reihe stehen, von links nach rechts: Karl Pechtold, Franz Faber, Wilhelm Faber, Franz Bieberbach, Herbert Bräutigam, Bruno Faber und Berthold Bräutigam.

In den ersten Apriltagen des Iahres 1933 wurde neben anderen Vereinen die Freie Turnerschaft von

den Nationalsozialisten aufgelöst und ihr Vermögen eingezogen. Der Verein durfte auch die Gastwirtschaft, die er im Iahre

1 926 mit dem Vereinsheim fertiggestellt hatte, nicht

mehr betreiben.

Im Frühjahr 1947 schloss sich die ehemalige Freie Turnerschaft mit dem FC Arminia 06 zumArbeiterSport-Verein (ASV 0 6) zusammen.

58 Über den Mühlgraben, der einst durch die gleichnamige Straße floss, führten Stege in die gegenüberliegenden Keller.

Bei vielen kinderreichen Familien war ein Fest eine gute Gelegenheit, sich einmal richtig satt zu essen. Als es bei einer Kindstaufe Taubenbraten gab, bekam der kleine Max nur eine halbe Taube, da viele Verwandte und auch der Herr pfarrer zu Gast waren. Er pirschte sich deshalb an die Seite seines Vaters und bettelte: 'Vatto, gab ma halt noch a Trumm!' 'Du hast gonuch khott!' sagte der Vater. Max kehrte enttäuscht auf seinen Platz zurück. Er war dem Weinen

nahe vor Wut. Doch plötzlich fasste er einen schnellen Entschluss. Er ging mit festen Schritten auf seinen Vater zu und sagte: 'Vatto, wenn do ma jetz ke-i Trumm gibst, souch ichs

in pfarra, äss Krackn sen un äss da do Mutto ihr Hemm schö verzah Touch ahost! '

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