Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmut Scheuerich
Gemeente
:   Neustadt bei Coburg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6629-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt bei Coburg in alten Ansichten Band 2'

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69 Für die Fertigstellung eines Puppenkopfes mussten früher fünfBerufszweige tätig werden. Dabei handelte es sich um den Puppenkopfmaler, den Puppenglasaugenmacher, die Wimpernmacherin, den Augeneinsetzer und die Puppenfriseuse. Auf dem Bild ist der Puppenkopfmaler Edmund Schubert aus der Eisfelder Straße 1 6 beim Malen von Wimpern und Augenbrauen zu sehen.

Der Puppenkopfmaler bespritzte zuerst die Köpfe mit Zelluloselackfarbe. Dann wurden die Augenschatten, Wangen und falls erforderlich sogar die Haare spritztechnisch auf-

gebracht. Mit dem Pinsel malte er die Augenbrauen, die Lippen und gegebenenfalls die Wimpern. Bei Puppenköpfen, die keine Glasaugen erhielten, wurden die Augen mit Pinsel

und Punkthölzern gemalt oder Abziehbilder aufgesetzt.

70 Das erste Neustadter Freibad, das am 15. Juli 1890 in der Coburger Straße vor dem Schleifhäuschen eröffnet wurde, war durch einen Bretterzaun vor Einblicken geschützt und diente zunächst nur allen männlichen Personen. Auf vielseitigen Wunsch öffnete das Freibad ein paar Tage später seine Pforten auch für Frauen. Sie hatten im ersten Iahr jeweils nur vormittags und nachmittags eine Stunde lang Gelegenheit, das Bad zu benutzen. Während der ganzen Zeit, in der diese öffentliche Anstalt bestand, durften sie niemals gemeinsam mit den Männern baden. Für

ihre Beaufsichtigung war auch kein Bademeister, sondern eine Bademeisterin zuständig. Genauso getrennt badeten auch Jungen und Mädchen. Bis zum Iahre 1923 wurde der Ba-

debetrieb in dieser Anstalt aufrechterhalten.

71 Besucher des ersten Neustadter Freibades stellten sich hier zu einem Gruppenfoto. Nicht alle besaßen eine Badehose, wie das Bild beweist.

Als nach Aufhebung der Badeanstalt das Gelände an zwei Papiermachégießer zur Einrichtung eines Betriebes verpachtet war, geschah Ende Mai 1924 etwas für die damalige Zeit Ungeheuerliches. Die Pächter ließen in dem noch vorhandenen Wasserbecken Neustadter beiderlei Geschlechts und i eden Alters hüllenlos baden. Eine Verwarnung und der Hinweis, dass die Beteiligten bei einer Wiederholung mit einer Gefängnis-

strafe bis zu zwei Iahren zu rechnen hätten, beendete dann endgültig den Badebetrieb.

72 Das Bild zeigt die 1887 in der Eisfelder Straße 17 gegründete Porzellanfabrik der Brüder Gotthelf und Cuno Knoch aus Rauenstein in Thüringen. GotthelfKnoch, der am 25.Januar 1859 alsSohn des Täuflingsmachers

Christian Knoch in Rauenstein geboren wurde, kam nach der Schulzeit als Kaufmann zur Firma Handel und Grempel in Neustadt in die Lehre. Am 2. Mai 1882 heiratete er hier Christiane Karolina Frieda Knorr. Da er großes Inte-

resse an der Porzellanherstellung hatte, gründete er 1 887 mit seinem Bruder eine Porzellanfabrik. Hierfür unterhielt er Musterlager und Vertretungen in Berlin, Hamburg, Breslau, Paris, Brüssel, Amsterdam undSmyrna.

Von 1900 bis 1902 ließ GotthelfKnoch auch die erste Arbeitersiedlung der Stadt errichten. Die Straße wurde ihm zu Ehren Knochstraße genannt.

73 Sehr vielseitig waren die Erzeugnisse der Firma Knoeh. Neben billigen Exportartikeln, wie Figuren, Vasen, Jardinieren, Likörkrügen, Tabakdosen, Tieren und dergleichen, stellte sie auch feinste Luxusporzellane her, wie Tafelaufsätze, Uhrgarnituren, Nippes aller Art, Büsten sowie Schaufenster- und Reklamefiguren. Für die Puppenindustrie in Neustadt und der ganzen Umgebung waren die Biskuitporzellan- und Charakterpuppenköpfe sowie sämtliche Puppenglieder von Bedeutung. Aber auch Gebrauchsgeschirre (Tassen, Kännchen, Schalen, Becher sowie Teeservice) gehörten zum Sortiment.

Da keiner der drei Söhne von GotthelfKnoch in die Firma eintrat, verkaufte er den Betrieb im Iahre 1919

an Max Oscar Arnold. Knoch verstarb am 21. März 193 1 in Neustadt.

74 Das Gasthaus Thüringer Hof, volkstümlich 'Zum Sando' genannt (nach dem Eigentümer Alexander Florschütz ), an

der Rückertstraße 1, wurde am 11. April 1945 durch einen Angriff amerikani scher Jagdbomber völlig zerstört.

Florschütz betrieb nicht nur das Gasthaus, er gehörte auch zu den Neustadter Lieferbauern, das heißt, er beförderte die Erzeugnisse

der Neustadter Spielzeugindustrie gegen Entgelt vor allem zu den Exportgeschäften nach Sonneberg.

75 Mit dem Anwesen Florschütz in der Rückertstraße 1 war auch eine kleine Landwirtschaft verbunden. Das Bild zeigt die

junge Familie kurz vor dem Zweiten Weltkrieg bei der Heuernte in der Zwietzau.

Die Landwirtschaft diente

früher in Neustadt weniger dem Nebenerwerb, sondern mehr der Deckung des eigenen Bedarfs. Der Haupterwerbszweig der

Bevölkerung waren Industrie und Gewerbe.

76 Vor der ehemaligen Fabrik von Hermann Steiner ist in einer Luftaufnahme die Knochstraße zu sehen. Die früher acht gleichen Häuser bildeten die erste Arbeitersiedlung der Stadt. Gotthelf Knoch, der Inhaber der ersten Neustadter Porzellanfabrik, ließ sie in der Zeit von 1900 bis 1902 erbauen.

Da die Straße außerhalb

des Bebauungsplanes lag, musste sich die Firma Knoch verpflichten, die Straße unter Aufsicht der Stadt vorschriftsmäßig auf eigene Kosten auszubauen, zu kanalisieren, mit Petroleumlampen und einem Pumpbrunnen zu versehen und später unentgeltlich an

die Stadt abzutreten. Die Kosten für den Ausbau der Straße wurden allein auf 10 000 Mark geschätzt. Das war für die damalige Zeit eine hohe Summe.

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