Neustadt in Holstein in alten Ansichten Band 1

Neustadt in Holstein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hugo Koch
Gemeente
:   Neustadt in Holstein
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3105-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustadt in Holstein in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das vorliegende Büchlein will anhand alter Ansichtskarten und Fotos einen Überblick geben über unsere Stadt am Anfang dieses Jahrhunderts, als sie noch keine 5 000 Einwohner zählte.

Lesen wir dazu einige Zeilen aus einem Heft, das der Neustädter Verkehrsverein in dieser Zeit herausgab:

Der Stadt Neustadt i. Holst. und dem Seebad Pelzerhaken sollen die [olgenden Ausfiihrungen gelten. Neustadt ist seit langen Jahren ein beliebtes Ziel der Badegiiste aus dem deutschen Binnenlande. Pelzerhaken soll neu als Badeort erschlossen werden, nachdem umsichtige, weitbliekende Männer die großen Vorziige von Pelzerhaken erkannten. ..

Pelserhaken ist das jiingste Seebad unserer holsteinischen Kilste und wir prophezeien ihm eine Entwicklung, die noch manches Staunen heruorrufen wird ...

Hier gilt noch filr die Badegäste der Grundsatz: Keine rauschenden Vergnûgen, kein prickelnder Nervenreiz, Das Badeleben gestaltet sich hier familiär und herzlich. ..

Neustadt ist heute schon von allen Seiten zu Wasser und zu Lande leicht zu erreichen. Ohne große marktschreierische Reklame ist Neustadt in der Saison stets vollbesetzt; Beweis dafiir wie die Vorzüge der Stadt anziehend wirken. Neustadt will ebenso wie Pelzerhaken jenem Badepublikum seine Tore öffnen, das am Strande des Meeres wirkliche Erholung sucht, das in beschaulicher Ruhe leben will, nicht aber von der Kurverwaltung von einem Vergnügen ins andere gehetzt werden will ...

Zum Seebad Neustadt gelangt man über die herrliche Strandpromenade, die sicn am Hafen zum Meere hinzieht. Die Einrichtungen des Bades entsprechen durchaus modernen Ansprüchen. ..

Am Strande vergehen dem Kurgast viele Stunden in süßen Nichtstun. ..

In Pelzerhaken bietet sich wunderbare Gelegenheit, siclt [ilr wenig Geld für die Sommermonate ein eigenes Heim zu schaffen. Bauplatz, Einfamilienhaus und innere Einrichtung sind fiir 6 000 Mark zu beschaffen. ..

Pelzerhaken muß sick in denkbar giinstigster Weise entwickeln, wenn die nach Meinung wohlunterrichteter emster Mënner bereits gesicherte Bahn Neustadt-Liibeck [ertig ist! In längstens 11/2 Stunde können dann die Bewohner der Millionenstadt Hamburg am Strand Pelzerhakens sein.

Neustadt als Industriestadt hat eine ungeahnte Zukunft. Man wird einwenden, die Stadt kann nicht zween Herren dienen, sie kann nicht Seestadt sein und gleichzeitig Industrie heranziehen wollen ... Das Gegenteil ist der Fall, die für die Industrie aufgenommenen Landereien liegen [ernab von den Stätten, die dem Badeverkehr dienen.

Vor 700 Jahren war es das Bestreben der holsteinischen Grafen, Liibeck, das freie Reichstadt geworden war, durch die Gründung von Seestädten an der Ostsee Rivalen zu schaffen. Zu diesen Städten gehörte auch Neustadt, das der Chronist um 1350 als ein bescheidenes Abbild Lübecks bezeichnete. So hat man damals schon Neustadts Lage richtig eingeschätzt, wenn auch die Hoffnungen, die man hegte,

sich nicht erfiillten aus Grûnden, die wir hier nicht zu erörtern brauchen.

Heute regt sich in der Stadt wiederum ein frisches Vorwärtsstreben, hinter dem nicht mehr holsteinische Grafen, sondern der mächiige Schutz Preußens steht. Neustadt denkt nicht daran die berechtigten Interessen anderer zu verletzen, aber daß es vorwärts drängt, ist sein Recht und seine Pflicht.

Möge die Zeit nicht mehr fern sein, wo die auf kilhlen nüchternen Erwägungen aufgebauten Hoffnungen weitbliekender Männer sicb erfûllen!

Nun, lieber Leser im achten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, vertiefe Dich in die alten Ansichten und bilde Dir selbst ein Urteil über die 'gute alte Zeit' und den Fortschritt!

1. Wir beginnen unseren Rundgang durch die Stadt vor dem Kremper Tor. Neustadt war im Mittelalter eine befestigte Stadt mit doppeltem Wall, Mauer und Graben. Von den ehemaligen drei Stadttoren ist nur das Kremper Tor erhalten geblieben. Dieses Bild zeigt den Zustand im Jahre 1901.

2. 1898 hatten 214 Bürger ein Gesuch an den Magistrat und die Stadtverordneten- Versamrnlung eingereicht, das Tor abzureißen, da es sich 'im Laufe der Zeit nicht nur als ein Hindernis, sondern als eine direkte Gefahr für den Verkehr erwiesen' hätte. Es würde nicht nur von den Anliegern, sondern von beinahe sämtlichen Einwohnern Neustadts als 'eine zwecklose Last' betrachtet.

3. Die 'städtische Straßencornrnission' mit Sanitätsrat Brüchmann und Weinhändler H. Hoff widersprach der Eingabe und erklärte unter anderem: Wir glauben, daß die Stadt in dem Kremperthor, wenn es gritndlicn restauriert und womäglich in seiner ursprîlnglichen Form und Gestalt wieder hergestellt ist, ein sehr beachtenswertes Baudenkmal aus alter städtischer Vergangenheit hat, welches nicht ohne zwingenden Grund zerstört werden sollte.

4. Nach den 1905 vom Landeskonservator Prof. Haupt aufgestellten Plänen wurde das Tor 1907 durch den Neustädter Banmeister Hugo Prüß restauriert. Haupt schreibt dazu:

So ist das Vorgehen der städtischen Behörden der schönste Erfolg der denkmalsfreundlichen Bemühungen und ein Zeugnis erfreulicher Umkehr der sog. öffentlichen Meinung. Im neu erstellten Anbau wurde 1908 das Kreismuseurn eröffnet.

5. Unter Vorantritt der Musikkapelle marschiert die Schützengilde mit ihren Fahnen, jeder Schützenbruder mit Gehrock und Zylinder, durch die Kremper Straße, um den alten Schützenkönig zum Vogelschießen abzuholen. Danach geht es mit dem Magistrat zusammen zum Festplatz am Gogenkrog.

Neustadt, Ostholstein.

Kirche mil /1arktplatz.

6. Den Abschluß der einen Seite des Marktplatzes bildet die Stadtkirche, deren ältester Teil - der Chorraum - zur Stadtgründungszeit 1244 erbaut wurde. Der unterste Teil des Turmes wurde 1334 errichtet, der obere Teil mit dem Turmhelm 1846/47. Im Vordergrund eine der vier ehemaligen Wasserpumpen.

Neustadt IOstholstein.

Marktplatz.

7. Gegenüber liegt das Rathaus, 1819 nach den Plänen des Bauinspektors Heylmann durch den Neustädter Baumeister Cay Hinrich Prüß erbaut. Dort befand sich von 1887 bis 1922 auch die 1824 gegründete Städtische Sparkasse, welche 1943 von der Kreissparkasse übernommen wurde. Links vom Kandelaber, das Haus mit dem geschwungenen Giebel, ist das Gebäude der 'Neustädter Bank', der heutigen Volksbank von 1860.

N e u.~d t i. Holstern vom Kirebturm aus gesehen

8. Quer über den seit 1729 gepflasterten Markt führt der Fahrweg, am Kandelaber - von J.H. Petersen gestiftet - vorbei. Der spätere Ehrenbürger Rob. Lienau kritisiert in einer öffentlichen Erklärung 1902: Der Marktplatz gleicht im Friihiahr und Herbst einem frisch gediingten Acker, tm Sommer einer schlecht gepflegten Wiese und im Winter besonders nach Jahrmärkten, zum Schrecken aller Anwohner einem wandernden Kehrichthaufen.

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