Neustrelitz in alten Ansichten

Neustrelitz in alten Ansichten

Auteur
:   Christiane Witzke
Gemeente
:   Neustrelitz
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5191-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neustrelitz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Unter den Städten des fast 1000jährigen Mecklenburgs ist sie eine der jüngsten. Sie umgeben keine mittelalterlichen Mauern oder Wälle , noch sieht man Wachtürme. Neustrelitz, im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern gelegen, verdankt seine Existenz dem Willen eines Fürsten, deshalb ist die Geschichte der Stadt aufs engste mit der des Landes verknüpft. 200 Jahre ist sie Residenz- bzw. Landeshauptstadt von Mecklenburg-Strelitz.

Die Landschaft, die die Stadt umgibt, entstand mit ihren Hügeln und Wäldern, Seen und Sümpfen im wesentlichen nach derletzten Eiszei t vor etwa 20 000 Jahren.

Neustrelitz, Kreisstadt in Mecklenburg- Vorpommern mit etwa 27 000 Einwohnern, liegt auf halbem Weg zwischen der deutschen Hauptstadt Berlin und der Ostseeküste an der B 96 (E 251), inmitten zahlreicher Seen der mecklenburgischen Seenplatte.

Zur Geschichte: 1695 stirbt die Güstrower Linie des Mecklenburger Fürstenhauses aus. Zwischen den nächstberechtigten Erben kommt es in der Folge zu mehrjährigen Erbschaftsstreitigkeiten, die schließlich 1701 durch den 'Hamburger Erbvergleich' beigelegt werden. Es entstehen zwei Mecklenburger Herzogtümer: Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Mit Herzog Adolf-Friedrich 11. (1658-1708) beginnt die Linie des Strelitzer Fürstengeschlechts. Ihm folgt sein Sohn Adolf-Friedrich Ill. (16861752) auf dem Thron nach. 1712 brennt das Strelitzer Residenzschloß binnen Stunden bis auf die Grundmauern ab. Man kann gerade noch das nackte Leben retten. Nun ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Noch sind die Folgen des Dreißigjährigen Krieges im Land nicht überwunden, da überschwemmen russische Heere im Nordischen Krieg das Land, die Kassen sind leer - es fehlt zum Wiederaufbau des Schlosses das notwendige Geld. Als sich auch noch die Strelitzer Bürger weigern, Hand- und Spanndien-

ste zu leisten, wird der Wiederaufbauplan endgültig fallengelassen.

In den ersten Jahren nach dem Schloßbrand wohnt die herzogliche Familie abwechselnd in Priepert und Feldberg. 1726 entschließt sich Adolf-Friedrich III. das in der Nähe der alten Residenz in den Jahren 1709 bis 1711 erbaute zweistöckige Jagdhaus am Zierker See zum neuen Residenzschloß auszubauen. Unter Leitung des aus Braunschweig stammenden 'hochfürstlichen Kunstgertners' Christoph Julius Löwe wurde der Neubau 1731 vollendet. 1732 wird durch Löwe auch der Schloßgarten in Richtung zum Zierker See hin angelegt.

Schon bald aber erweist es sich als äußerst lästig, daß die Behörden in Strelitz liegen und der Hofstaat sowie die Beamten auch dort wohnen, zumal es zwischen dem neuen Residenzschloß und Strelitz (etwa 5 km Luftlinie entfernt) noch nicht einmal eine halbwegs ordentliche Straße gibt. So beschließt der Landesherr den Bau einer neuen Residenzstadt.

Unter dem Datum des 20. Mai 1733 bekundet Herzog AdolfFriedrich lIl. seinen Willen, ' ... zu einem unweit Strelitz belegenen Ort. .. unter dem Namen Neu-Strelitz wegen seiner angenehmen Lage ... eine neue Stadt aid a anzulegen .. .'

Dieses Datum gilt als Gründungstag von Neustrelitz, obwohl schon ab 1731 einige Häuser innerhalb des heutigen Stadtgebiets bestanden haben. Urn die Besiedlung des vom Herzog ausersehenen Geländes zu befördern (der Grund und Boden ist Eigentum des Herzogs), werden im erwähnten Fundationsbrief zugleich eine Reihe von 'Conditiones' eröffnet: Das Bauland (für Haus, Hof und Garten) wird ' ... Erb- und eigentümlich umsonst gegeben' ebenso das Bauholz. Außerdem erfolgt eine Befreiung von allen Abgaben für die Dauer von zehn Jahren, das Baumaterial wird zum Selbstkostenpreis abgegeben und Religions- und

Zunftfreiheit gewährt. Allerdings wird auch festgelegt, wie zu bauen isr: nur eine Etage hoch, am Markt sind zwei Etagen gestattet, die Dächer rnüssen mit Dachziegeln gedeckt, die Fassaden im Holz ausgemauert und das Dach soll ein Mansarddach sein. Außerdem ist zwischen den Häusern ein Abstand von 6-8 Fuß (ca. 2-4m) einzuhalten, um bei Bränden ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Diese Festlegungen haben der Stadt ein unverwechselbares Gepräge gegeben.

Das zum Bauen bestimmte Areal ist allerdings für diesen Zweck denkbar ungünstig, es ist sehr hügelig, dicht bewaldet und ein Bruchgraben mit tiefen Sumpflöchern zieht sich quer durch die Stadt. Der Wille des Fürsten ist Gesetz. So entwirft Julius Löwe einen Grundriß für die Stadtanlage. Zum Zentrum bestimmt er nicht das Schloß, sondern einige hundert Schritt davon entfernt einen quadratischen Markt (mit etwa 100m Seitenlänge) und von ihm ausgehend einen achtstrahligen Straßenstern - in jede Haupt- und Nebenhimmelsrichtung je eine Straße, wobei einige Straßen anfangs nur wenige Meter lang waren, weil ihnen die Geländebedingungen ein Halt geboten. Dennoch, die Bebauung beginnt, zunächst baut die Beamten- und Dienerschaft, dann aber mehr und mehr kommen Handwerker und Gewerbetreibende, nicht nur aus Strelitz oder Mecklenburg, sondern auch aus anderen deutschen Landen. Die Vergünstigungen für die Ansiedlungswilligen erfüllen ihren Sinn. Im Laufe der ersten fünfzig Jahre nimmt die Einwohnerzahl ständig zu. Da das Bauen in die Höhe durch die Vorschrift unterbunden ist, baut man einfach in die Tiefe. Noch heute bezeugen eine Fülle von Hinterhäusern diese rege Bautätigkeit. In keiner anderen Stadt von Mecklenburg-Strelitz leben so viele Menschen in einem Haus wie in Neustrelitz. Julius Löwe achtet darauf , daß sein Stadtentwurf konsequent eingehalten wird. Diesem Umstand verdankt Neu-

strelitz heute seine in Europa einmalige Anlage.

Die Entwicklung der Stadt geht dann relativ schnell vor sich, besonders durch den Bau von Kunststraßen , eines Kanals (damit sind Berlin und Hamburg per Schiff zu erreichen) und später von Eisenbahnlinien. Die Stadt wird zu einern wichtigen Verkehrsknotenpunkt und entwiekelt sich zu einem Zentrum des Fremdenverkehrs.

Bis 1918 ist Neustrelitz Residenzstadt des Großherzogturns und danach Landeshauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Der Zweite Weltkrieg verschont sie zwar weitgehend aber wertvolle historische Gebäude fallen ihm zum Opfer: das Residenzschloß, das alte Palais, das Staatsministerium, ein Kavalierhaus und das Theater (1954 wieder aufgebaut). An die Stelle der zerstörten Gebäude treten Baracken, die der Stadt den Beinamen 'Barackstadt' (mehr barack als barock) gegeben haben.

Der Betrachter dieses Büchleins 'Neustrelitz in alten Ansichten' mag sich sein eigenes Bild machen und dabei bedenken, daß Neustrelitz - wie eingangs betont - eine junge Stadt ist. Eine Stadt, die sich (bis auf wenige Ausnahmcn) ihren eigenen Reiz , den sie im 19. Jahrhundert durch die Großherzöge und ihre Baurneister crhielt, weitgehend bewahren konnte. Gewiß, manches trübt den Bliek und stört die Harmonie - aber der Fleiß der Einwohner und die nach den gesellschaftspolitischen Umwälzungen 1990 entstandenen neuen Bedingungen werden dazu führen, daß Neustrelitz bald wieder den schmückenden Beinamen 'Perle des Nordens' erhält.

Neustrelitz, im März 1991

Haraid Witzke Karbe- Wagner- Archiv

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1. Diese handgezeichnete, kartographische Darstellung der Lage der Stadt Neustrelitz (OriginaI8,5 x 6,0 cm) wurde dem 'Stammbuch' (heute würde man es 'Poesie-Album' nennen) von Prof. C.P. Villatte, Neustrelitz 1805, entnommen. Es zeigt die Anlage des Schloßbezirks und der Stadt wie sie die Zeit bis heute überdauert hat.

2. Bliek auf Neustrelitz über den Zierker See um 1850. In der rechten Bildhälfte der Schloßbezirk mit Hebetempel und Schloßfront sowie Tiergarten, in der linken die Stadtanlage mit der Stadtkirche und dem Rathaus. Am gegenüberliegenden Ufer der Hafen von Neustrelitz mit seinen zwei Speichern (1842-1846 erbaut) und Lastschiffen. Von Neustrelitz bestand eine schiffbare Verbindung nach Hamburg und Berlin .

3. Der östliche, stadtseitige Flügel des Schlosses vor dem Umbau 1905; dieser Flügel wurde 1865 erneuert und zeigt in seiner Ansicht halbrunde ionische Säulen statt flacher Pilaster und eine Balustrade über dem Hauptgesims. Die Skulpturen an der Straße sind Zinkabgüsse antiker Statuen.

4. Schloß von Neustrelitz nach dem Umball190S-19ü9.

jYeustrelitz Orossherzogliches Schloss

5. Das Schloß vom Schloßgarten. Mit dem in den Jahren 1905 bis 1909 erfolgten Urn- und Neubau des Westflügeis (Pläne Hofbaurat Geyer, Berlin) hat das Schloß seine endgültige Gestalt bekommen. Dominierend der nach dem Eosanderschen Turm vom Schloß Charlottenburg-Berlin gestaltete Schloßturm an der Baunaht zwischen dem alten und neuen Teil. Dieser Teil beherbergte Wohn- und Repräsentationsräume und hatte einen geschlossenen Innenhof.

6. Schloß-Luftbildaufnahme um 1930. Dieser Bliek aus der Vogelperspektive gibt die imponierende Anlage von Schloß, Schloßkirche, Schloßgarten und Tiergarten wieder.

7. Schloßhof um 1915. Der Seitenflügel (links) stammt noch aus den Jahren vor 1850, deutlich erkennt man die größere Geschoßhöhe im Neubau, der eingefügte kleinere Turm bildet eine harmonische Verbindung. Das Gebäude links ist einer der beiden um 1830 von P.W. Buttel umgebauten Pavillons; in ihm waren bis etwa 1820 Regierungs- und Justizkanzlei, Archiv, Verwaltung und Sitzungsräume untergebracht. Danach wurde das Gebäude Gästehaus.

8. Landesmuseum Neustrelitz. Bis 1918 (Ende der Monarchie) diente das Schloß den Strelitzer Herzögen zu Wohn- und Repräsentationszwecken. Danach beherbergte es die Sitzungs- und Fraktionszimmer des Landtages des Freistaates sowie die Landesbibliothek, das Hauptarchiv und das Landesmuseum. Hier blieken wir in einen Saal mit kostbaren Möbeln und anderem Interieur.

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