Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

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8. Als man durch das Portal in den Schloßhof eingefahren war, stand - wie es im rechten Bildrand zu sehen ist - die Neuwieder Schützengesellschaft Spalier, um die hohen Herrschaften zu begrüßen. In der Kutsche rechts sitzend kann der genaue Beobachter den Kaiser ausmachen, neben ihm Fürst Wilhelm zu Wied. Die Kutsche - auch dies mag einem kritischen Betrachter nicht entgehen - ist wohl nach dem Einfahren in den Schloßhof noch einmal ein Stück zurückgefahren, um dem Fotografen, den man freilich nicht ausmachen kann, eine gute Blickrichtung, Perspektive für seine Aufnahmen zu gewähren.

9. Um dem Kaiser einen gebührenden Empfang zu bereiten, wurden alle Straßen durch Flaggenmasten und Fahnen, die mit Girlanden verbunden waren, so prächtig geschmückt, daß sie ein herrliches Gesamtbild ergaben. Im linken Teil dieser Ansicht befanden sich die Wohnhäuser der fürstlich und städtisch bediensteten Herrschaften; die Häuser mußten dem Straßenbau weichen und wurden 1982 abgerissen. Ganz schwach läßt sich in der Bildmitte das Kaiserliche Postamt erkennen, welches in der Hermannstraße gelegen die Schloßstraße am oberen Ende abgrenzt. Im Wandel der Zeit hat dieser Teilbereich unserer Stadt wahrscheinlich den meisten Fortschritt erfahren, denn die Häuserzeile rechts im Bild ist - bis auf geringfügige Einzelheiten, wie die Fassade des Hauses ganz vorne rechts im Bild - heute nicht mehr auffindbar.

10. Die Schloßstraße stellt sich mit Bliek vom Kaiserlichen Postamt in Richtung Rhein dar. Im Rahmen der Neuwieder Kaisertage hielten sämtliche Schützenvereine der weiteren Umliegenschaft in Neuwied ein großes Treffen ab. Mit ihren farbenfrohen Uniformen, reich dekoriert mit einer Vielzahl von Orden und Ehrenauszeichnungen, mit prächtigen, bunt bestickten Vereinsfahnen und einem hohen Maß an Disziplin, marschierten die Truppen im Juni 1897 durch die Straßen unserer Stadt. Soweit es auf der dargestellten Ansicht zu erkennen ist, waren die Schützengesellschaft Bonn, Ruhrort, Leutesdorf, Dierdorf und viele andere Vereine anwesend, um bei diesem freudigen Ereignis mitzuwirken. Rechts im Bild befindet sich in der oberen Schloßstraße das von der um 1800 gegründeten 'Casino-Gesellschaft' erbaute 'Casino-Haus' (1825/26).

11. Hier stellt sich das 'Rheinische Bekleidungshaus F. Hoerder' , an der damaligen Kreuzung Marktstraße 4l-Ecke Luisenplatz dar. Sein Namen war weit über die Grenzen Neuwieds bekannt - führte es doch Herren- und Knabenbekleidung, Sport- und Autobekleidung, verfügte es über ein großes Lager, welches die feinsten Tuchwaren beherbergte, gehörte auch noch eine große Maßschneiderei hinzu. Ein gemeinsames freundliches Lächeln, welches auch noch heute ein jeder Neuwieder sein Eigen nennt, gibt dieser zeitgenössischen Aufnahme in der Kulisse der Kaisertage einen besonderen Ausdruck. Das schwerfällige Kopfsteinpflaster, welches auf dieser Ansicht besonders gut zu erkennen ist, gilt als ein typisches Merkmal der damaligen Zeit. Noch heute ist es an vielen Stellen unserer Stadt zu sehen.

12. Auf dieser viergeteilten Ansichtskarte stellt sich links oben das Rheinufer dar, welches vorgehend ja bereits ausreichend beschrieben wurde. Rechts oben befindet sich das Neuwieder Schloß, links unten der Landgerichtsplatz und daneben die Mädchenanstalt. Diese Ausführungen von Ansichtskarten, mit vielen verschiedenartigen kleinen Bildchen, die in ihrer Art als einzelne, sehr ideenreiche Einzelstücke gestaltet sind, waren - wollte man sie ja in weite Fernen schicken - bei den Leuten sehr beliebt; auch begehrt bei denen, die das Kärtchen als Adressat erhielten und von unserer Stadt auf diese Weise viel Aufschlußreiches erfuhren.

13. Die schmiedeeisernen Gittertore, sowie der darüberliegende Zierbogen und das darauf angebrachte fürstlich wiedische Wappen wurden im Jahre 1877 zwischen den beiden Torpavillons angebracht. Unter dem Fürstenhut befindet sich die viergeteilte Schildkartusche mit den Stammwappen von Wied, Isenburg und Runkel, den drei Stammhäusern des Grafen -, seit 1784 beziehungsweise 1791 Fürstengeschlechtes von Wied seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im Mittelschildchen das wiedische Wappentier, hier in Gestalt eines radschlagenden Pfaus. Die Löwen als Schildhalter gehen auf das Löwenwappen der Niederlande zurück, denn 1871 hatte sich Fürst Wilhelm zu Wied mit Marie Prinzessin der Niederlande vermählt. In dem geschwungenen Band unter dem Wappenschild liest man die Devise 'Fidelitate et veritate' (in Treue und Wahrheit).

14. Anstelle der ursprünglichen Stadtburg, die 1693 zerstört wurde, begann der Sohn und Nachfolger des Stadtgründers, Graf Friedrich Wilhelm zu Wied, 1707 mit dem Bau des neuen Residenzschlosses. Zunächst wurde bis in das Jahr 1712 nur das Hauptgebäude in einfachem Landbarockstil errichtet. In den Jahren 1719/20 entstanden die beiden Torpavillons. Graf Johann Friedrich Alexander hatte für den weiteren Ausbau des Schlosses 1738 von dem Architekten de Lancizolle Pläne anfertigen lassen. So entstanden in den Jahren 1745-1752 die im selben Stil gehaltenen Seitengebäude, die jedoch mit Eckrisaliten ausgeführt wurden.

15. Der klassizistische Umbau des Mittelrisalits mit einem Balkon, auf wuchtige Tragsäulen gestützt, ist datiert von 1838. Das Rondell inmitten des Ehrenhofes, mit reichem Buschwerk und Blumenbeeten, wurde vor 1850 angelegt und bereits 1966 entfernt. Der Platz wurde gänzlich umgestaltet und zeigt seitdem die ursprüngliche, viereckige Rasenanlage mit einem Wegekreuz, wie sie im 18. Jahrhundert als Parade- und Exerzierplatz für die wiedische Haustruppe diente. Das heute noch vom Fürsten zu Wied bewohnte Schloß enthält in Treppenhaus, Vestibül und Sälen erlesene Ausstattungen des Barocks, Rokokos und Klassizismus.

16. Diese schon sehr betagte Fotografie aus dem Jahre 1876 zeigt die dem Marktplatz gegenübergelegene Häuserzeile in der unteren Marktstraße. Fünf Jahre später, am 20. September 1881, legte man anstelle der alten, noch aus dem 17. Jahrhundert stammenden reformierten Kirche, die wegen Baufälligkeit abgebrochen worden war, den Grundstein einer neuen evangelischen Kirche, der heutigen Marktkirche (linker Bildrand). Im April 1884 erfolgte die Einweihung des mächtigen, im neugotischen Stil erbauten Gotteshauses. In dem Eckhaus (rechter Bildrand) befand sich eine dem Verlag der 'Neuwieder Zeitung' angehörende Buchhandlung, die später von der Familie Kehrein fortgeführt wurde und noch heute in deren Besitz ist. Da Herr Peter Kehrein selbst mit der Heimatgeschichte unserer Stadt sehr verbunden ist, richtete er wohlwissend in einem angrenzenden Gebäude ein Antiquariat ein - ein wahres Mekka für alle Heimatfreunde.

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MADCHEN-

ANSTALT

17. Aus einem zweigeschossigen Wohnhaus an der Engerser StraßeEcke Friedrichstraße richtete man nach kurzer Umbaudauer die Mädchenanstalt her (1822). Nach sehr positiver Entwicklungsphase erweiterte man die Schule 1852 durch ein drittes Stockwerk und schließlich im Jahre 1901 durch ein weiteres, viertes Stockwerk. Es ist mein Bemühen bei der Auswahl der alten Neuwieder Ansichten darauf zu achten, daß sich auch einige Menschen darauf befinden. Die sich in der Bi1dmitte darstellende Kindergruppe vermittelt dieser Ansicht etwas Leben und Ausdruck. Auch an dieser Stelle läßt sich das alte Kopfsteinpflaster mit den oftmals sehr mangelhaften Gehwegbefestigungen besonders gut erkennen.

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