Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

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Neuuiied

Piorrstro Se.

18. So sah die Pfarrstraße um 1900 aus. Die mit Randsteinen abgegrenzte Fläche stellt den Marktplatz dar, auf dem noch heute allwöchentlich die Marktfrauen ihre Güter feil bieten. Etwa in der Bildmitte befindet sich das Moselhaus und darunter das Rathaus, welches Graf Franz Karl Ludwig zu Wied 1740 als damals größtes Haus unserer Stadt errichten ließ und 1765 der Stadt zum Zweck der Armen- und Waisenpflege schenkte. Diese Sozialeinrichtung erwies sich jedoch als finanzieller Fehlschlag und wurde von der Stadt 1773 erst verpachtet und 1784 an die Firma Remy & Barensfeld verkauft, die hier Blech- und Emailgeschirr, das berühmte 'Neuwieder Pfauenblech' herstellte. Nachdem die Firma erloschen war, zogen 1877 die 'Höhere Töchternschule' und die Stadtverwaltung ein. 1912 'erfolgte ein Umbau - seitdem Rathaus.

19. Um 1750 wurde der Luisenplatz als nordöstliche Begrenzung der Stadt angelegt und 1828 erstmals mit einem Kettengeländer umgrenzt. Im Jahre 1830 wurde der Luisenplatz mit Bäumen bepflanzt, die im mittleren Teil jedoch 1935 entfernt wurden, da die Stadt einen Autobusbahnhof benötigte; der Luisenplatz wurde zu einer zweispurigen Verkehrsstraße ausgebaut. Die alte Baumanlage (Bild) ist 1956 ganz aus dem Stadtbild verschwunden und die nach 1956 angepflanzten Bäume stehen bedeutend enger zusammen als damals. Auf der Ansicht, Luisenplatz bei der Kreuzung Marktstraße, erkennen wir noch die alte Baumanlage, die jedoch zu beiden Seiten Parkplätzen weichen mußte.

Engerserstrasse.

20. Wo heute große Transportwagen die Waren zu den Geschäften bringen, mußte man damals mit einem meist selbst gebauten Handwagen auskommen. Da kannte keiner Verkehrsschilder, wie wir sie heute anjeder Straßenkreuzung vorfinden - statt stockender Autoschlangen hatten die Hand- und Pferdewagen stets freie Fahrt injeder Richtung und an Verkehrsregeln kein Bedarf. Hier, in der dargestel1ten Engerser Straße, bietet sich nun die Gelegenheit, ein echtes Neuwieder Original,einen 'Näiwidder Schärjer', bei der Arbeit zu sehen. Die Schärjer waren Hafenarbeiter, die die Waren von oder zu den Schiffen transportierten. Typisch für jeden Schärjer war der etwas nach vorn abgewinkelte Karren, der auf einem Speichenrad fuhr.

21. Ein reizvoller Anblick bietet sich dem Betrachter bei der abwechslungsreichen Gestaltung dieser Häuserzeile. Die Fassaden, oftmals mit phantasievollen Stuckarbeiten und Fachwerk versehen, mit Erkern und kleinen Balkons, obenauf manch schöner Giebel mit einem kleinen Türmchen und, nicht zu übersehen, die Grünanlagen, die sich hier befinden, geben diesem Straßenzug noch heute einen besonderen Ausdruck.

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Landgerichtsplatz.

22. Um das Stadtbild zu verschönen, entstand 1870 vor dem Gerichtsgebäude der Hermannsplatz, welchen man mit einer Anzahl von prächtigen Eichen und Ulmen gestaltete. Im Jahre 1879 wurde der Hermannsplatz urnbenannt zum Landgerichtsplatz. 1895 erbaute man in der Mitte des Platzes einen dreischaligen Springbrunnen, der nun zur vollendeten Gestaltung beitrug. 1953 wurde anläßlich der 3oo-Jahr-Feier Neuwieds der Landgerichtsplatz zu Ehren des Stadtgründers in Graf-Friedrich-Platz umbenannt. Anstelle des dreischaligen Brunnens führt heute eine breite Straße als Einfallstraße am Gericht vorbei in unsere Stadt.

23. Als Neuwied 1815 Kreisstadt geworden war, billigte die Regierung im Jahre 1819 die Eröffnung eines Lehrerseminars für die Regierungsbezirke Koblenz und Köln. Weil jedoch zu dieser Zeit noch kein eigenes Gebäude vorhanden war, mußte man vorerst mit einer Unterbringung im Stadthaus, später im Roentgenhaus vorliebnehmen. Nach einer Bauzeit von drei Jahren konnte es dann 1863 sein eigenes Gebäude an der Engerser Landstraße - damals noch außerhalb der Stadt - beziehen. 1899 ergänzte man das Seminar durch eine gegenüberliegende Übungsschule. Seit 1929 Knabengymnasium. Es folgten noch mehrere Um- und Anbauten. Heute ist in dem ehemaligen Seminar das Werner-Heisenberg-Gymnasium untergebracht.

24. Das Auguste-Viktoria-Haus wurde 1897-1899 als Provinzialblindenanstalt erbaut. Auf der Ansichtskarte ist zu erkennen, daß die Anstalt gerade erst fertiggestellt wurde; betrachtet man in der rechten unteren Bildseite den Bauschutt, unten links im Bild den noch teilweise vorhandenen Bauzaun, sowie die noch sehr unwegsamen Flächen vor und teilweise hinter dem Anstaltszaun. Erinnert man sich daran, daß um diese Zeit auch der Mo1tkeplatz (1901) und das Landratsamt (1906) entstanden, wurde die Blindenanstalt zu einem wesentlichen Bestandteil der damaligen Gesamtgestaltung.

25. Da in unserer Stadt für taubstumme Menschen noch keine Unterbringung in vorhandenen Sozialeinrichtungen möglich war, richtete man 1854 im Roentgenhaus eine Taubstummenschule ein, die im Jahre 1871 von der Provinzialverwaltung übernommen wurde. Die Taubstummen waren gezwungen noch einige Male umzuziehen sie verweilten kurze Zeit im Moselhaus und im Ottohaus. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die neue Taubstummenanstalt in der Elisabethstraße, damals noch außerhalb der Stadt, fertiggestellt und ihrer Bestimmung im Jahre 1900 übergeben.

Pensionat u. höhere Mädchenanstalt der Brüdergemeine.

26. Da unsere Stadt weit über die Grenzen hinaus als 'Schulstadt' bekannt war, hatte die Brüdergemeine schon in den Jahren 1870/71 eine Knabenanstalt in der oberen Friedrichstraße, unweit des Hermannsplatzes (später Landgerichtsplatz), erbaut. Sie erfuhr einen regen Zustrom von Schülern, die aus der Stadt, der weiteren Urngebung, ja sogar aus der Schweiz und England kamen. Das unterhalb gelegene und 1871 erbaute Moravian Hotel der Brüdergemeine wurde 1979 abgerissen; man findet heute eine moderne Straßenkreuzung vor.

27. In der Zeit des Ersten Weltkrieges war in der Mädchenschule der Brüdergemeine (seit 1914) zusätzlich noch ein Reserve-Lazarett untergebracht. Nachdem der Krieg beendet war, beherbergte dieses Haus ab Oktober 1920 die Zinsendorfschule und von 1929-1936 das Lyzeum. 1936 wurde das Gebäude für längere Zeit geschlossen; heute befindet sich hier die Fachschule des Lebensmittelhandels.

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