Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

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28. Diese Art von Ansichtskarten wird bei Sammlern trefflich 'Ereigniskarte' genannt, da sie - wie hier an ein besonderes Ereignis erinnert. Die Einweihung der 'Zinsendorfschule' am 1. Oktober 1920 fand in dem Gebäude statt, welches einst als Knabenanstalt von der Herrnhuter Brüdergemeine erbaut wurde. überall dort, wo es nette Menschen gibt, bilden sich in großer Anzahl Musikvereine verschiedenster Art. Ist es hier bei der Einweihung der 'Neuwieder Bläserchor', der ein morgendliches Ständchen zum Besten gibt, hätte es wohl auch der 1839 gegründete Männergesangverein 'Liedertafel', der 'Quartettverein 1898', der 'Schubert-Chor' oder der 'Männerchor Neuwied' sein können.

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29. Zu den größten Persönlichkeiten unserer Stadt gehört der Sozialreformer und Begründer des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens Friedrich Wilhelm Raüfeisen (I818-1888). Raüfeisen war von 1852-1865 Bürgermeister der Ortschaft Heddesdorf und begann mit dem 'Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein' (I854) sein Lebenswerk. Er schuf 1864 den 'Heddesdorfer Darlehenskassenverein' nach dem Prinzip genossenschaftlicher Selbsthilfe. Auf der Ansicht stellt sich die 1853 erbaute Raiffeisendruckerei mit der Organisationszentrale, sowie mit dem Denkmal Raiffeisens, welches 1902 der Berliner Bildhauer Arnold Künne entworfen hatte, dar. Heddesdorf war erstes Organisationszentrum und Ausstrahlungspunkt des heute weltweit verbreiteten Ideengutes Raiffeisens.

30. Diese Eisenbahnschiene mit der Schranke, die quer über die damalige 'Neuwiederstrasse' verlief, galt als Trennungslinie zwischen der Stadt Neuwied und der Ortschaft Heddesdorf. Etwa vier bis fünf Jahre später, nachdem ein Fotograf diese Ansicht im Bild festhielt, nämlich im Jahre 1904, wurde die Ortschaft Heddesdorf in die Stadt Neuwied eingemeindet. Später wurde diese vom Hauptbahnhof kommende und in Richtung Fahr-Irlich führende Eisenbahnschiene auf eine Brückenanlage verlegt, sodaß sie ganz aus dem Straßenbild verschwand. Die 'Neuwiederstrasse' wurde gänzlich zur Heddesdorfer Straße umbenannt; das Raiffeisendenkmal 1938 auf den Raiffeisenplatz beim Museum versetzt.

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31. Auch hier finden wir heute einen modernen Straßenzug vor. Wo damals noch Pferdegespanne zur Abfahrt aufgezäumt wurden, wie es hier auf der zeitgenössischen Ansicht (1910) neben dem ehemaligen Pensionat von Cotzhausen zu erkennen ist, fahren heute Autos aus den Toreinfahrten oder Garagen heraus. Die schwerfälligen Straßen wurden mit einer Teerdecke überzogen und erhielten eine massive Randbefestigung. Die sich in diesem Teilbereich der Heddesdorfer Straße befindenden Häuser wurden geringfügig umgebaut, renoviert und größtenteils mit einem neuen Fassadenkleid versehen.

32. Eine hervorragende Wohlfahrtseinrichtung und zugleich Sehenswûrdigkeit besitzt die Stadt in der 'Städttschen Badeanstalt' mit Schwimmhalle in der oberen Marktstraße. Sie ist mit allen neuen Einrichtungen zum Baden für Jung und Alt, Gesunde und Kranke ausgestattet. Diesen in Kurzform wiedergegebenen Werbetext hatte man damals niedergeschrieben, um den Gast unserer Stadt auf dieses Vergnügen aufmerksam zu machen. Die von Ehrenbürger Remy gestiftete und 1908 fertiggestellte 'Städtische Badeanstalt' fand in Kürze äußerst regen Anklang bei der gesamten Bürgerschaft, ja sogar Badegäste aus der Umgebung reisten an um sich diesen Spaß zu gönnen und sich mit der ganzen Familie zu vergnügen.

33. Ein Bliek in das Innere der 'Städtischen Badeanstalt' zeigt, daß man sich bei der Gestaltung der Badehalle einiger Mühe unterzogen hatte. In der linken Bildseite unter geschwungenen Bögen befinden sich kleine Balkons, auf denen Angehörige oder Schaulustige standen, um das Badegetummel aus nächster Nähe und doch trockenen Zustandes zu verfolgen. Das große Becken war durch eine dicke Schnur in zwei Hälften aufgeteilt - der vordere Bereich für Nichtschwimmer, der hintere Bereich für die Schwimmer. Mit vielen Abänderungen ist die Badeanstalt zwar heute noch erhalten, doch zeigt die Fotografie den ursprünglichen Zustand und wird jeden entzücken, der hier schon einmal gebadet hat und das Bad nur so kennt, wie es heute ist.

34. Das Hotel 'Im Schirm' befand sich im unteren Teil der Schloßstraße. Durch seine Größe für ein Hotel sehr unscheinbar, zog es doch viele Menschen an, da es allseits bekannt und beliebt war für seine gute Küche. In seiner Bürgerhausähnlichen, zweigeschossigen Bauweise, mit den großen Schlagläden, mit dem Satteldach und den typischen Gaupen, den gußeisernen Laternchen und dem freundlichen Blumenwerk bot es jedem Spaziergänger, jedem Reisenden und Gast einen etwas romantischen Anblick. Der genaue Betrachter erkennt in der Mittel1aterne den eingearbeiteten Schirm, der dem Hotel seinen Namen gibt.

35. Die Bürger stellten sich schon gerne in Positur, wenn ein Fotograf kam und umständlich seinen Fotoapparat aufbaute, um einen Altstadtwinkel oder gar ein Ereignis im Bild festzuhalten. Das Auto mit dem 'seltsamen Anhängsel' gehörte der Transportfirma Dreiner. Soeben hatte man in fremdem Auftrage diese Maschine am gegenüberliegenden Bahnhof abgeholt und mußte sie nun seinem Empfänger überbringen. Waren die Autos seinerzeit noch ohne Scheiben, einfachster Bauart und im ersten Hinblick etwas 'wackelig', vermochten sie es doch mit ihren starken Maschinen schwerste Lasten zu ziehen oder zu transportieren.

36. In dieser herrlichen Parkanlage, dem Bismarckpark, der damals noch weit außerhalb der Stadt gelegen war, fand das ganze Jahr über vor diesem wundervollen, im Fachwerk erbauten Restaurant mit seiner großen Außenterrasse, eine Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen statt. Somit war es kein Wunder, wenn man zu jeder Gelegenheit mit der ganzen Familie in den Bismarckpark spazierte, um einer Vereinsveranstaltung oder gar einem Gartenkonzert beizuwohnen; im Winter bot sich die Gelegenheit, Schlittschuh' zu laufen.

37. Eine Aufstellung ohne Ende würde es ergeben wenn man versucht wäre, alle Neuwieder Vereine auf einem Blatt Papier aufzuführen. Sind es alteingesessene Vereine wie der Schützenverein oder mancher Gesangsverein, sind es modernere Vereine wie der Ruder-, Schwimm- oder Fußballverein - es sind auch manche kurriose und seltene Vereine, wie zum Beispiel der 'Radfahrerverein Solidarität' oder der 'Neuwieder Raucherclub' aufzufinden. Auf dieser Ansicht präsentiert sich der 'Radfahrerverein Solidarität', der seine Disziplin nicht nur auf herkömmlichen Rädern suchte, sondern auch auf Spezialrädern wie Hochrad oder Tandem.

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