Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

38. Im großen Bismarckpark bot sich den Vereinen nicht nur genug Fläche zum trainieren, sondern auch reichlich Gelegenheit dazu, das Erprobte den erholungssuchenden Gästen, die auf der Freiterrasse vor dem Restaurant verweilten, vorzuführen, und die dann ihrerseits jede Darbietung mit langem Applaus honorierten. Wenn an herrlichen Sommertagen lange Tischreihen aufgestellt wurden und eine Vielzahl von Besuchern den Bismarckpark aufsuchte, fanden vor dem Restaurant, oftmals an Sonntagen, Gartenkonzerte statt, die bis in den späten Nachmittag hinein andauerten.

39. 'Wenn die Neuwieder die Eisbahn spritzen, fängt der Himmel an zu schwitzen', so hieß es im Neuwieder Volksmund. Tatsächlich war es so, das jährlich zur Frostzeit ein städtischer Arbeiter den großen Bismarckplatz (gegenüber der heutigen Kirmeswiese) vor dem Restaurant mehrmals ordentlich mit Wasser bespritzte, welches über Nacht erfror und eine Natureisbahn ergab. Alles was auf Eis stehen konnte, erzählt mir Frau Ruth Pfeiffer, ist hinaus auf die Eisbahn gelaufen. Die Damen mit dickem 'Muff', viele kleine Jungs, die für fünf bis zehn Pfennig jedermann die Schlittschuhe festdrehten und sogar 'Oma und Opa' :.- so weiß Frau Helene Schlüter zu berichten trauten sich auf's Eis; viele blieben bis spät am Abend, als nur noch die unzähligen Fackeln Licht spendeten, die beim Einbruch der Dunkelheit aufgestellt wurden.

40. Der 'Neuwieder Raucherclub' war ein nicht alltäglicher Zusammenschluß von Herren, die sich das gemütliche Zusammensein bei einer mit erlesenstem Tabak gestopften Pfeife zur Lebensaufgabe gemacht hatten. Bei jedem regelmäßigen Treffen kamen sie in irgendeiner Wohnstube eines Mitgliedes zusammen, unterhielten sich über ein interessantes Thema, lasen Bücher oder hielten ein 'Spielchen' ab und - über all dem rauchte ein jeder sein geliebtes Pfeifchen.

41. In der mittleren Marktstraße gelegen, schräg gegenüber der 'Städtischen Badeanstalt', befand sich das Atelier des fürstlich wiedischen Hoffotografen Albert Eisele. Oftmals wurde er ins Schloß gerufen, wenn es darum ging, die fürstliche Familie zu fotografieren, ein Portrait des Fürsten herzustellen oder zur Stelle zu sein, wenn das Fürstenhaus hohe Gäste bewirtete, ein Fest gab oder sonst ein freudiger Anlaß es wert war, im Bilde festgehalten zu werden. Zu dieser würdigen Aufgabe eines fürstlichen Hoffotografen kamen dann noch jene hinzu, die ein Fotograf als alltägliche Aufgaben ansah, denn damals machte er vom Fotografieren bis zum fertigen Foto alles alleine, ohne die technischen Mittel im Labor, die es heute gibt; hinzu kamen die Wünsche der Bürger, der Stadt und Zeitungen.

42. Der Nachfolger von Albert Eisele wurde sein Berufskollege Theophile Plaire, der über die Aufgabe als fürstlicher Hoffotograf hinaus eine stattliche Anzahl vieler schöner Aufnahmen unserer Stadt fotografierte, von denen viele als Ansichtskarte der Stadt Neuwied erhalten bleiben. Durch seine pflichtbewuste Tätigkeit als Fotograf, der für jedermann zur Stelle war wenn er benötigt wurde, erhält sich Theophile Plaire, der 1982 verstorben ist, ein achtbares Ansehen bei der Neuwieder Bürgerschaft.

43. Dieses Nähmaschinengeschäft befand sich in der mittleren Marktstraße, unterhalb des Hofateliers Plaire. Beim genauen Hinsehen erkennt der Betrachter, mit welcher Sorgfalt und Harmonie seinerzeit ein Schaufenster eingerichtet wurde. Die Nähmaschinen wurden - da ein Ladenfenster ja die Visitenkarte eines Geschäftes ist - in übersehbarer Anordnung ins rechte Licht gestellt und liebevoll mit den verschiedensten Mustern bestückt. In der linken Hälfte, die Szenerie etwas auflockernd, steht eine Blumenvase mit frischen Blumen und auf einem Nähtischlein ein Kaffeewärmer in Gestalt eines Püppchens und auf der unteren Ablage weitere verschiedene Nähmuster und Zubehörmaterialien.

OS··-" c_

.... :-: -~~ ~

, -".

44. So stellte sich der Verkaufsraum eines Nähmaschinenfachgeschäftes noch bis weit in die dreißiger Jahre hinein dem interessierten Kunden vor. Er war schlicht, sachlich und übersichtlich eingerichtet, auch mit den jederzeit bewunderten Nähmustern auf einer jeden Maschine ausgestattet, die unweigerlich darüber Aufschluß gaben, was der Besitzer einer solchen Maschine herzustellen vermochte. Für den Kunden war im hinteren Teil eine Sitzecke eingerichtet, auf der man sich niederließ um in aller Ruhe ein Verkaufsgespräch zu führen oder wenn nicht zumindest ein gemütliches Gespräch stattfand. Dieser nostalgisch anmutende Laden ist wohl schwer in unsere heutige Zeit hineinzudenken.

45. Der Metzgermeister Carl Hild zeigt sich hier dem Fotografen mit seinem gesamten Hab und Gut. Ein stattliches Wohnhaus - in der unteren Engerser Straße gelegen - mit einer Metzgerei im Erdgeschoß. Die Metzgerei der Familie Hild war dafür bekannt, nur beste Fleisch- und Wurstwaren zu verkaufen, weshalb sie sich eines großen Kundenkreises erfreute der stets vollauf zufrieden war. Auch die Familie hatte sich für den Fotografen zurecht gemacht und zeigte sich von ihrer besten Seite. Typisch auch hier wieder die ein- beziehungsweise zweigeschossige Bauweise der Bürgerhäuser, wobei dieses Haus eine besonders schöne Fassade aufweist.

46. Anläßlich eines Jubiläums, daß die Metzgerfamilie Hild feierte, hatten sich alle Neuwieder Metzgergesellen und Meister zu einern Ehrenzug formiert und marschierten durch die Stadt. Auf den Gehsteigen standen die Bürger, grüßten die Vorbeiziehenden und erwiesen durch ihre Aufmerksamkeit Ehre und Dank. Viele der Anwesenden schlossen sich sogar am letzten Glied des Zuges an und gingen mit durch die Stadt um auch dann dabei zu sein, wenn der Zug irgendwo endete und alle Beteiligten in gemütlicher Runde beisarnrnen saßen.

47. War das ein Prachtexemplar von Bulle. Er mag wohl jahrelang herangewachsen sein, auf prächtigen, saftigen Wiesen geweidet haben und hatte sich wohl stets bester Pflege erfreut. Hier, bei seiner endgültigen Reise vor das Schlachthoftor, präsentierte sich das stolze Tier ein letztes Mal in seiner ganzen Pracht. Im Bild rechts, der lächelnde Herr, daß war gewiß der Bauer, der nicht ohne Grund derart fröhlich war; denn war der Bulle erst einmal geschlachtet, brachte er mit Gewißheit den von ihm erwarteten Ertrag.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek