Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

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48. Das unsere Stadt eine überaus vereinsreiche Stadt war und es auch heute immer noch ist, dürfte dem Leser dieses Büchleins inzwischen bewußt sein. Hier zeigt sich der Neuwieder Badeverein 'Nixen' auf dem Wege zum Badevergnügen. Alle Vereinsmitglieder trugen die gleichen Badeanzüge, auf die ein symbolisches 'N' aufgenäht wurde. Es waren durchweg junge, heranwachsende Mädchen, die das Baden und Schwimmen liebten und bald keinen Tag ungenutzt ließen, ihrem Hobby nachzukommen. Konnten sie des Wetters wegen nicht immer im Freien schwimmen, so erinnern wir uns daran, daß unsere Stadt ja seit 1908 eine Badeanstalt besaß, die die jungen 'Nixen' dann aufsuchten.

49. Dieses Bild fertigte im Jahre 1906 der Neuwieder Fotograf Bernhard Kaufmann. In dieser sehr gekonnt hergerichteten Kulisse liesen sie sich schon gerne einmal fürs Familienalbum ablichten, - zumal es noch äußerst männliche Tugenden sind, wie das Zeitungslesen oder das Biertrinken, - was ja sonst nur der Vater tat -, die diese jungen Männer hier demonstrieren. Auffallend malerisch wirkt bei dieser Aufnahme der Hintergrund, der den Eindruck erwecken sollte, daß dieses nette Beisammensein im heimisehen Garten oder gar in einem am Waldrand gelegenen Restaurant stattfand.

50. Die Negerkapelle 'Zampa', so weiß mir eine alte Neuwiederin zu erzählen, waren Bürger, die sich maskiert hatten und zu freudigen Festen aufspielten. Der kritische Betrachter mag mir Recht geben, daß die Verkleidung dieser jungen Männer so vortrefflich gelungen ist, sodaß man fast den Eindruck gewinnt, es wären farbige Musiker aus dem weit entfernten Afrika, die auf einer Durchreise einst in unserer Stadt musizierten. Im linken Bildrand ist der Urheber dieser Ansichtskarte, die etwa 1901 entstanden ist, der Fotograf Bernhard Kaufmann dargestellt. Auch ihm verdankt die Nachwelt eine Vielzahl schöner, meißt im 'Jugendstil' gehaltenet Ansichtskarten,

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51. 'Die ganze Stadt war aus dem Häuschen', wie man im Volksmund so schön sagt, als der 'Große Werbefestzug' sich formiert hatte und durch die ganze Stadt zog. über dreißig Wagen und Fußtruppen passierten hintereinander die staunenden Bürger, die dicht gedrängt an den Straßen standen, die Kleinen in den vorderen Reihen, die Großen hinten - und wer Glück hatte, der wohnte so zentral, daß er nur das eigene Fenster zu öffnen brauchte, hinunterblicken konnte und bequem auf einem Polsterkissen aufgestützt all das sah, was sich in seiner Straße ereignete. Hier marschierte in der mittleren Marktstraße gerade die 'Persiltruppe' vorbei, die für ihr Produkt warb.

52. Bei diesem, mit reichlichem Tannengrün geschmückten Auto, wurde für das Mineralwasser 'Reginaris' geworben. Es ist sehr schlecht zu deuten, da die übergroße Flasche auf dem Wagen keine Aufschrift hatte, die auf das Produkt hinwieß. Im rechten, unteren Bildrand jedoch läßt sich bei genauem Hinsehen auf einern Werbeplakat der Schriftzug 'Reginaris' ausmachen. Diese Art von Werbefestzügen, wie dieser aus dem Jahre 1928, wurden in den zwanziger Jahren mehrmals organisiert und durchgeführt. Heute würde man es vielmehr Handwerker- oder Leistungsschau nennen, die an einem festen Standort stattfände.

53. Die 'Neuwieder Schulbankfabrik' fährt in einem ebenfalls mit Tannengrün behangenen Fuhrwerk vorbei und hat, ganz originell und trefflich zugleich, eine Schulklasse, auf Bänken aus eigener Produktion sitzend, hinten aufgeladen. Auf der Straße sind die Schienen zu erkennen, auf denen nach 1906 die Straßenbahn fuhr. In der halbrechten Bildseite erkennt man das Wohnhaus der Familie Gronemeyer, die den Neuwieder Postkartenverlag betrieb.

54. Diese, wohl ausgefallendste Idee, hatte die Neuwieder Zeitung, die sich dem schmunzelnden Volk als 'Sonderberichterstatter der Chicago-Tribune' präsentierte. Dahinter marschiert der 'Neuwieder Bläserchor' , der, wie viele andere Musikvereine mitlief, um den 'Großen Werbefestzug' mit heiterer Musik aufzulockern. Es ist schlecht zu erkennen, welches Wetter wohl geherrscht haben mag, - einerseits stehen die Zuschauer recht dick bekleidet da, andererseits schreitet das Mädchen der 'Chicago-Tribune' ziemlich 'luftig' bekleidet daher. Eines hatten jedoch alle Beteiligten - seien es Veranstalter oder Zuschauer - gemeinsam, nämlich einen Riesenspaß und bestimmt auch reichlich zu lachen über diese enorme Ideenvielfalt, die das Gelingen dieses 'Werbefestzuges' garantierte.

55. Einer der ältesten Sportvereine unserer Stadt ist die 'Neuwieder Schützengesellschaft', die anläßlich des Besuches des Kronprinzen Friedrich Wilhelm lil., am 14. Oktober 1833 im Neuwieder Schloß gegründet wurde. Der Ursprung der Neuwieder Schützengesellschaft läßt sich noch weit über den offiziellen Gründungstag hinaus, auf die damalige 'Neuwieder Bürgerwehr' zurückverfolgen, die als Vorläufer der Schützengesellschaft zählt und bereits in den ersten Jahrzehnten nach Gründung der Stadt im 17. Jahrhundert formierte, und als Selbsthilfe der Bürger gegen Landstreicher und allerlei Gesindel vorgingen. Auf der Ansicht stellt sich ein Festschmuck aus dem Jahre 1903 im ehemaligen Hohenzollernsaal in der Hermannstraße Ecke Pfarrstraße dar.

56. Der alljährliche Aufmarsch der 'Bürgerwehr' gestaltete sich seit dem Jahre 1752 zu einer Art Schützenfest, welches eine Bestätigung für die Annahme der Verwandtschaft von bürgerlicher Selbsthilfeorganisation und heutiger Schützengesellschaft ist. Die einheitlichen Uniformen wurden stets mit Auszeichnungen oder Spangen geziert, welche auf zahlreiche Schützenfeste und Vereinserfolge hinweisen. Echte Kameradschaft und sportliche Disziplin, daß sind aus alter überlieferung noch heute die Wesensgrundzüge dieses Vereins. Mit seiner stattlichen Mitgliederzahl ist die 'Neuwieder Schützengesellschaft' nicht nur einer der ältesten Vereine unserer Stadt, sondern auch einer der beliebtesten Vereine. Diese um 1900 entstandene Aufnahme zeigt die 'Neuwieder Schützen' in einem Gruppenbild.

57. Vom Weißenthurmer Ufer gesehen, zeigt sich unsere Stadt dem Betrachter in dieser Gesamtansicht. Da auf den folgenden Seiten das geschildert wird, was die Neuwieder über drei Jahrhunderte hinweg als ihre größte Not ansahen, nämlich das Hochwasser, sei nochmals dargestellt, wie seicht die Ebene unserer Stadt in Richtung Rhein abfiel und wie dürftig das Rheinufer befestigt war, welches unsere Stadt nicht zu schützen vermochte, wenn der Rhein aus seinem trägen dahinfließen plötzlich zu einem reißenden Ungeheuer wurde.

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