Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Neuwied am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Ziegelmeier
Gemeente
:   Neuwied am Rhein
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2905-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Neuwied am Rhein in alten Ansichten'

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58. Hier ist der Rhein bereits so hoch gestiegen und das Wasser so weit in die Stadt hineingeflossen, daß alsbald der gesamte Handel zusammengebrochen war und alles Hab und Gut rettungslos den Fluten zum Opfer fiel, sofern man es nicht aus den unteren Regionen hinauf in die höher gelegenen Stockwerke geschaffen hatte. In der Bildmitte, etwa dort wo sich ein schwimmender Strauch befindet, ist die Grenze des reißenden Stromes auszumachen. Es fällt eigentlich sehr schwer, sich heute vorzustellen, unter welch enormen Belastungen die Bürgerschaft seinerzeit durch das Hochwasser gezwungen war zu leben. Floß das Wasser nach wochenlangem Warten wieder langsam ab, waren die zurückgebliebenen Schäden oftmals so groß, sodaß manche Familie kurz vor dem finanziellen Ruin stand.

59. Die täglichen Geschäfte mußten trotz der großen Wasserflut weiterhin verrichtet werden. In kleinen Booten fuhren die Männer von Haus zu Haus, besorgten die notwendigsten Dinge, die man zum Leben benötigte, fuhren Nachbarn zu Orten, wo sie dringende Geschäfte zu erledigen hatten oder reparierten die durch die Flut beschädigten Häuser. Ohne diese Männer, die, wann immer sie irgendwo benötigt wurden, zur Stelle waren, wäre eine Existenz während des Hochwassers völlig ausgeschlossen. In der linken, hinteren Bildhälfte läßt sich das schmale, silbern dahingleitende Band des Rheines ausmachen, wogegen die hier abgebildete, untere Marktstraße an der Ecke Kirchstraße.in ruhigem Wasser stand.

60. Hier hält das Hochwasser gerade seinen Einzug in die Stadt. Noch standen die Anwohner auf kleinen, schmalen Behelfsstegen, die sie an den Häusern entlang befestigt hatten, um sich wenigstens solange fortbewegen zu können, bis das Wasser anstieg und jeder auf die Boote angewiesen war. Rechts im Bild - zu erkennen ist nur der Zaun - befindet sich die Marktkirche (1881), darüber, an der Kreuzung Engerser Straße, das 1863 erbaute königliche Gymnasium. Die Hochwassergrenze verlief - nach heutiger Bezeichnung - im Zuge der Elisabethstraße, Julius-Remy-Straße, Stadtkrankenhaus, Heddesdorfer Straße, Hofgründchen und Dierdorfer Straße.

61. In der unteren Schloßstraße waren bei dem Hochwasser 1882/83 die 'Neuwieder Pionier-Cornrnandos' pausenlos im Einsatz, um Behelfsbrücken von Haus zu Haus zu schlagen. Sie boten allseits ihre Hilfe an, unterwiesen die Bevölkerung darüber, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten hatte und bildeten Nichtbootsfahrer dazu aus, ein kleines Boot zu steuern. Die Pioniere waren vor allem dann im Einsatz, wenn starker Eisgang herrschte und die dieken Eisschollen mit reißender Wucht in die Häuser stießen und vielerorts starke Beschädigungen hinterließen, die sofort repariert werden mußten.

62. Das Haus des Installateurs Carl Vincenz in der Marktstraße bot dem Fotograf trotz des Hochwassers, daß ja für die Bevölkerung so gewohnt war wie das Essen und Trinken, einen derart interessanten Anblick, daß er es in dieser Szenerie im Bild festgehalten hat. Es ist anzunehmen, daß dieses Hochwasser die Familie Vincenz so sehr überrascht hat, daß sie nicht einmal mehr die Zeit fand, den Ladenraum im Erdgeschoß leerzuräumen; es ist nicht auszumachen, ob das Wasser steigt oder schon begriffen ist zu sinken. Gerade denke ich daran, daß uns der Deich (1929-1931) schon seit über 50 Jahren vor ähnlichen Hochwassern schützt und es für die alten Neuwieder ein noch größeres Wunder ist als für die Bürger, die noch keine Stadtüberschwemmung mit all ihren Nöten und verheerenden Schäden erlebt haben.

ALS QUELLEN DER BEGLEITTEXTE DIENTEN:

Das Stadt- und Heimatbuch 300 Jahre Neuwied von Albert Meinhardt, Neuwied. Herausgegeben im Jahre 1953 von der Neuwieder Verlagsgesellschaft mbH, Neuwied.

Neuwied Einst und Heute von Albert Meinhardt, Neuwied. Erschienen 1978 im GronenbergVerlag, Gummersbach.

Heimatkalender und Jahrbücher 1925 ff des Landkreises Neuwied. Herausgegeben von der Kreisverwaltung Neuwied.

Amtliche Kreisblätter des Kreises Neuwied.

Neuwieder Generalanzeiger.

Neuwieder Zeitung.

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