Niedernberg in alten Ansichten

Niedernberg in alten Ansichten

Auteur
:   Albert Wagner
Gemeente
:   Niedernberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2507-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Niedernberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Eingegliedert in die Kette linksmainischer Städte und Dörfer liegt auf halber Höhe zwischen Asehaffenburg und Obernburg der im Jahre 1095 erstmals urkundlich erwähnte Ort Niedernberg, dessen geschichtlicher Ursprung auf die Anlage eines römischen Kohortenkastells zurückgeht.

Es soll jedoch nicht Aufgabe dieses Bildbandes sein, die kontinuierliche Entwicklung von den ersten historischen Ansiedlungen bis zur Gegenwart exakt nachzuzeichnen, sondern vielmehr soll er bei der reiferen Generation Erinnerungen an die 'gute alte Zeit' wachrufen und der heutigen Jugend einen bescheidenen Einblick in die Zeit um die Jahrhundertwende vermitteln.

über viele Jahre hinweg hat sich das Gesicht unseres Heimatortes unter dem Fleiße der hier ansässigen Bewohner ständig verändert. Den Umständen und Möglichkeiten ihrer Zeit entsprechend prägten sie das Straßenbild des heutigen Ortskernes. Der karge Sandboden brachte in der überwiegend landwirtschaftlich orientierten Gemeinde nur geringe Erträge hervor. Dies wirkte sich wiederum auf die Größe der einzelnen Gehöfte aus. So ist es auch zu erklären, daß in der benachbarten Bachgaugemeinde Großostheim mit ihren fruchtbaren Lößböden wohlhabendere Bauern anzutreffen waren. Doch auch hier mußte niemand den Hungertod sterben, wenngleich auch in manchen Familien oft am 'Hungertuch genagt' wurde. Fleisch und Wurst standen sehr selten auf dem Speiseplan unserer Großeltern. Dafür sorgten 'Grumbiern und Matte', 'Gröste und Dickmilch', 'Himmel und Erd' oder ähnliche ländliche Gerichte für die nötige Abwechslung auf dem bescheidenen Speisezettel. In beinahe jedem Keller lagerten einige Hektoliter 'Ebbelwoi', der nicht nur als Hausgetränk, sondern auch in der Küche und bei gewissen Krankheiten von Mensch und Vieh, Verwendung fand. Schließlich konnte Niedernberg nach einer Statistik vom Jahre 1900 einen Bestand von 10 610 Kernobstbäumen aufweisen und gehörte damit nach Obernburg zu den größten Obstanbauern hier am bayerischen Untermain.

Das strikte Bauverbot außerhalb der Dorfmauer bis kurz vor der Jahrhundertwende, wirkte sich in den beengten Räumlichkeiten von Wohnungen, Stallungen und Schuppen aus. Oft mußten in einem Gehöft zwei oder drei Familien mit Mensch und Vieh aufs engste zusammenleben. Mancher Viehstall, Keller und Speicher wurde von zwei oder mehr Familien geteilt und es läßt sich leicht erahnen, welche Spannungen auftraten, wennjeder auf sein Nutzungsrecht pochte. Für viele war es eher eine ewige Plackerei, als ein rosiges Dasein in der so oft zitierten 'guten alten Zeit'. Doch unsere Vorfahren lebten sehr genügsam und anspruchslos. Sie mußten noch, wollten sie sich etwas nicht Alltägliches anschaffen, die fmanziellen Mittel dazu regelrecht vom Munde absparen. Schließlich fielen auch noch ihre letzten Ersparnisse 1923 der Inflation zum Opfer.

Die Zeit spielte damals noch eine untergeordnete Rolle. In der Landwirtschaft richtete man sich mehr nach dem Stand der Sonne und dem vertrauten Geläute der Kirchenglocken, als nach der Uhr. Zeitdruck und Streß, die

negativen Begleiterscheinungen unseres industriellen Fortschritts, kannte man noch nicht. Mit dem Pferde- oder Kuhgespann konnte man ohnehin keine genauen Zeitangaben treffen und oft nahmen die langen Anfahrtswege mehr Zeit in Anspruch, als der eigentliche Arbeitsvorgang auf dem kleinen Grundstück. Dazu kam noch die totale Witterungsabhängigkeit, die nicht selten zur Verschiebung oder Einstellung der Feldarbeit zwang. Solche Regentage waren meist ein willkommener Anlaß, kleine Reparaturen an Gerätschaften bei den örtlichen Handwerkern ausführen zu lassen, wo man nebenbei auch noch allerhand Neuigkeiten erfahren konnte. Überhaupt wurde damals die Geselligkelt weit mehr gepflegt, als in unserer heutigen schnellebigen Zeit. An langen Winterabenden traf man sich abwechselnd bei Freunden und Verwandten, tauschte Erfahrungen aus, erzählte sich alte Begebenheiten und Geschichten, die schon auf die gleiche Weise als kulturelles Erbe über Generationen weitergegeben worden waren. Kein Fernseher und kein Radio hielten sie im eigenen Haus zurück und jeder freute sich auf den obligatorischen Gegenbesuch.

Ein erster bescheidener Wohlstand wurde mit der einsetzenden Industrialisierung und dem Aufkommen der Heirnschneiderei spürbar, von welchem vor allem für die Bauwirtschaft neue Impulse ausgingen. Der Einzug der Elektrizität in den zwanziger Jahren, schaffte schließlich die fundamentalen Voraussetzungen für den allgemeinen Aufwärtstrend. Gleichzeitig jedoch schwand mit jeder technischen Neuerung ein Stück ländlicher Idylle dahin. Beachtenswert war um die Jahrhundertwende schon der hohe Stand der Fototechnik, welcher es uns heute erlaubt, diesen Zeitabschnitt mit 'lebendigen' Darstellungen zu dokumentieren.

Allen, die durch ihre Unterstützung und mit Erinnerungsfotos zum Gelingen dieses Bildbandes beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

1. Das Foto zeigt die Pfarrkirche 'St. Cyriakus', als ältestes sakrales Bauwerk unserer Gemeinde, vor der großen Umbauphase 1897. Der gotische Turm mit seinem steinernen Spitzhelm und der im gleichen Baustil erstellte alte Chor sind heute noch erhalten. Dagegen wurde das geostete Längsschiff 1897 unter der Regie von Maurermeister Reising aus Großostheim abgetragen und durch ein neues nach Norden (Chor) und Süden erweitert.

Im Vordergrund ist der Treppenaufgang zur Empore zu erkennen. Der erkerartige Haupteingang befand sich unter einem Rundfenster an der Südseite des Langhauses. Der ruinöse Zustand der Außenfassade spricht für die Dringlichkeit der Umbaumaßnahme.

2. Anmutig präsentierte sich nach gelungener Erweiterung der unmittelbar am linken Ufer des Maines gelegene Kirchenkomplex von Osten her. Dem bekannten Dombaumeister und Architekten Prof. Dr. Joseph Schmitz von Nürnberg, war es letztlich hervorragend gelungen, die zum Main hinführende Ortsstraße harmonisch in den neuen Baukörper mit einzubeziehen. Erkennbar ist das Fehlen des rechten Seitenschiffes, welches 1931 durch den Maurermeister J osef Gehlert von Sulzbach angefügt wurde. Der niedrige Wasserstand des Flusses erinnert an die Zeit vor dem Ausbau dieser bedeutenden Wasserstraße. In der rechten Bildhälfte ist das 1823 von Johann Georg Schuler, Steinhauer und Baumeister aus Pflaumheim, errichtete Pfarrhaus sichtbar.

3. Einen Einblick in das Innere der Niedemberger Pfarrkirche, dem geistlichen Mittelpunkt unserer Dorfgemeinschaft, vermittelt diese Aufnahme aus dem Jahre 1933. Mancher der hier abgebildeten Gegenstände, wie Kanzel - sie stand bis zum Jahre 1931 am ersten Pfeiler rechts -, Kommunionbank und Chorstuhl, um nur einige zu nennen, fielen längst dem Trend der Zeit zum Opfer. Die bunten Chorfenster mit ihren religiösen Motiven, wurden 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört. Elektrische Liederanzeigetafeln und Lautsprecheranlagen verdrängten die Heiligenfiguren Herz-Jesu und Herz-Mariä von ihrem angestammten Platz beiderseits des gotischen Chorbogens.

4. Auf dieser Straßenansicht aus der Zeit vor 1927 sind gleich mehrere örtliche Veränderungen festgehalten. Im ersten Anwesen links erkennen wir das Wohnhaus von Karl Hartlaub. Das anschließende Gebäude mit dem davorstehenden 'Fuhrwerk' wurde 1937 zur Verbreiterung der Schulgasse - sie hieß früher Schmiedgasse - abgetragen. Dahinter wird der Fachwerkbau von Johann Klement mit seinem Nebengebäude, in welchem einst eine Ölmühle betrieben wurde, sichtbar. Im Hintergrund erblickt man das aus der linken Häuserzeile hervortretende und mit Hohlziegeln gedeckte Rathausgebäude. Rechts im Vordergrund zeigt die Aufnahme einen der damals gebräuchlichen Gemeindebrunnen.

5. Einen Bliek in die südliche Richtung der Hauptstraße, zeigt dieses Foto, das um 1927 entstand. Hier wurde die schon von den Römern als Lagerstraße angelegte Straßenkreuzung Hauptstraße/ Kirchgasse abgelichtet, welche als solche auf dieser Aufnahme heute kaum wieder zu erkennen ist. Harmonisch präsentiert sich hier ein homogen gewachsener Straßenzug voller Romantik und ländlicher Idylle, der uns in die Zeit unserer Großeltern versetzt. Am 28. März 1945 wurde die an der Ecke zur Kirchgasse stehende Scheune des Valentin Feeher von den in Sulzbach operierenden deutschen Truppen in Brand geschossen und zerstört. Nach dem Ankauf dieses Anwesens errichtete 1961 die Raiffeisenbank an dieser Stelle ihr erstes Bankgebäude.

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