Niederwiesa in alten Ansichten

Niederwiesa in alten Ansichten

Auteur
:   Siegried Fiedler
Gemeente
:   Niederwiesa
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5965-4
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Niederwiesa in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

von

Siegfried Fiedler,

Diplom-Pädagoge/Studienrat, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Niederwiesa

Europäische Bibliothek - ZaltbommellNiederlande

Dank gebührt:

Herrn Jörg Sommerschuh für die Bereitstellung von Fotodokumenten, Herrn Uwe Glawe für die Reproduktion historischer Fotos

und

Mitgliedern der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte für Informationen zu geschichtlichen Fakten.

D ISBN 90 288 5965 9/ en-

© 1994 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande

Nachdruck und Vervielfä1tigungjeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

EINLEITUNG

Niederwiesa ist eine relativ kleine, landschaftlich sehr herrlich gelegene Gemeinde in unmittelbarer Nähe der Stadt Chemnitz, nur 8 Kilometer in östlicher Richtung entfernt. Es zählt heute rund 3 500 Einwohner. Der Ort hat eine Ausdehnung von 1 108 Hektar und zieht sich in einem sanften, von einem Bach durchflossenen Tal von Südwest nach Nordost. Nördlich endet Niederwiesa direkt an der Zschopau.

1125 hatte Kaiser Lothar am Chemnitzbach ein Benediktinerkloster. das sogenannte Bergkloster. gestiftet, zu dessen Füßen sich ein Dorf, das spätere Chemnitz, entwickelte. Diesem Ort wurde bereits 1143 das Marktrecht verliehen. Von hier aus erfolgte die Besiedlung der weiteren Umgebung, die dicht bewaldet und sicherlich noch menschenleer war. Sehr wahrscheinlich zogen sich die Ansiedlungen entlang der alten Verkehrsstraße, die aus Franken von Nürnberg über Hof, Plauen, Zwickau und Chemnitz nach Dresden führte.

Etwa um das Jahr 1216 werden im damaligen Miriquidi Axtschläge die bis dahin herrschende Stille gestört haben. Der Miriq uidi war ein fast undurchdringlicher, finsterer Wald im hügeligen Vorfeld des Gebirges, das später den Namen Erzgebirge erhielt. Die Rauchzeichen der Rodefeuer werden weithin sichtbar gewesen sein. Fränkische Siedler schufen mit diesen Rodungen Weideland und Äcker. Auf den neu entstehenden Wiesen, vorrangig an sanften Hängen, errichteten sie ihre Höfe. Das Jahr 1216 wird als das Entstehungsj.ahr Niederwiesas angenommen, obwohl die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahre 1346 nachgewiesen werden kann. Die Urkunde bezeichnet die Siedlung als 'selbständige Pfarrei Wise, zum Bistum Meißen gehörig, an das der Bischofszins zu entrichten war. Die Ansiedlung unterstand der Lehenherrschaft der Ritter.

später Grafen, von Lichtenwalde. Diese Lehenherrschaft prägte das gesamte Leben und die Entwicklung Niederwiesas bis an das Ende des 19. Jahrhunderts.

Die ersten Gehöfte zogen sich im Tale, eines neben dem anderen, am Dorfbach entlang. So erhielt unser Dorf sein bis heute erhaltenes Gepräge: es entwickelte sich zu einem langgestreek ten Reihendorf mit Waldhufen. Jeder Hof lag auf der ihn gehörigen Hufe, die sich von der Talsohle den Hang hinaufzog und oben meist mit einem Stück Wald ihren Abschluß fand. (Hufe ist der Begriff für eine alte deutsche Flächeneinheit, das Feldmaß für den Besitzanteil an der Dorfflur und umfaßte etwa 7 bis 15 Hektar). Die Höfe standen zu dieser Zeit wegen der Überschwemmungsgefahr nicht unmittelbar im Talgrund am Bach, sondern an den Hängen. Auf dem Land beiderseits des Baches wurden die gemeinsamen Gemeindewiesen angelegt.

Vieles hat sich im Ort über die Jahrhunderte verändert, dennoch ist unverkennbar, daß Niederwiesa seit seiner Gründung ein Bauerndorf war. Sowohl viele Bezeichnungen von Fluren, Höhen und Bergen, als auch die Bauart der Gehöfte bezeugen die fränkische Herkunft. Die Gehöfte wurden nach fränkischer Art errichtet: Wohnhaus, Ställe und Scheune befinden sich in getrennten Gebäuden, die meist von drei Seiten den Hofumgeben. Die vierte Seite ist bisweilen offen, manchmal aber auch von einer Mauer mit einem Hoftor geschlossen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Mauer manchmal durch ein viertes Gebäude ersetzt. Noch heute existieren in unserem Ort mehrere solcher Vier-Seiten-Güter die typisch für den sächsischen Raum sind und zum Teil schon seit vielen Jahren unter Denkmalschutz stehen.

Zwei Bauernfamilien können sich rühmen, schon seit 1575 in

der Gemeinde ansässig zu sein: Familie Höppner und die Familie Agsten, diese sogar ununterbrochen auf demselben Besitztum.

Noch bis Mitte des 18. Jahrhunderts betreffen die meisten Kirchenbucheinträge Bauern, seit dieser Zeit aber mindestens eben so oft Häusler und Handwerker. In vielen Häusern wurde bis in das 19. Jahrhundert Strumpfwirkerei betrieben. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts begarmen viele Einwohner außerhalb der Gemeinde Arbeit zu suchen, vorerst in den Spinnereien von Chemnitz und Frankenberg. Den größten Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung nahm jedoch der 1863 beginnende Bau der Eisenbahn, zunächst der Linie ChemnitzAnnaberg. Durch die nunmehr einsetzenden günstigen Verkehrsbedingungen suchten immer mehr Einwohner auswärts eine Arbeit, da im Ort selbst kaum Industrie vorhanden war. So entwickelte sich Niederwiesa im 19.120. Jahrhundert immer mehr zu einer Arbeiterwohnsitzgemeinde.

In der frühen Entstehung und Entwicklung unseres Ortes ist nicht nachweisbar, ob es sich um ein einheitliches Gemeindewesen handelte, das zu späteren Zeiten eine Teilung erfuhr, oder ob von Anfang an zwei verschiedene Ortsteile gegründet wurden. Da jedoch erstmals 1563 im Gerichtsbuch die Unterscheidung zwischen 'Oberwiese' und 'Nieder-wihsau', weil der untere Teil des Ortes als Aue bezeichnet wird, erfolgt, ist anzunchmen, daß erst um diese Zeit eine Teilung vorgenommen wurde. Über Jahrhunderte hinweg bildeten nun die beiden Ortsteile ein getrenntes Gemeinwesen. Die Ortschronik verzeichnet während dieser Zeit über.dreißig verschiedene Namen und Schreibweisen: Wise, Wese, zu der Wysen, Woisse, Ober- undNiederwiesa ... Noch 1902 wurde sogar in Ober-, Mit-

tel- und Niederwiesa unterschieden. Alle Namen und Schreibweisen nehrnen jedoch stets Bezug auf die Lage des Ortes an den Wiesenauen entlang des Dorfbaches, der an den unteren Gütern in die Zschopau mündet.

1890 wurden bereits Verhandlungen über die Vereinigung der beiden Gemeinden begonnen. Sie scheiterten an vielen Streitigkeiten. zum Beispiel um den gemeinsamen Namen. 1902 wurden die Verhandlungen erneut aufgenommen. Nach langwierigen, oftmals harten Auseinandersetzungen einigten sich 1913 beide Gemeindevertretungen über den Zusarnmenschluß. Ab dem 1. Januar 1914 gab es nun die Gemeinde 'Wiesa, Bezirk Chemnitz, Post und Bahnstation Niederwiesa'. Am 20. Juli 1915 beschloß der Gemeinderat den Ort 'Niederwiesa' zu benennen, das wurde kurze Zeit darauf durch das Staatsministerium bestätigt, so daß seit dieser Zeit unser Ort endgültig seinen Namen hat.

Vieles hat sich in diesen Jahrzehnten geändert, Wie auch in jeder anderen Gemeinde war die Geschichte äußerst wechselhaft. Friedliche, vielfach harte Arbeit, Kriege, Katastrophen. Not und Schrecken prägten das Leben einer jeden Generation. Mögen die alten Fotos Anregung zum Nachdenken geben, mögen sie dazu beitragen, aus der Geschichte die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft für Alle menschenwürdig zu gestalten.

Niederwiesa, im September 1994

Siegfried Fiedler, Diplom-Pädagoge Studienrat

1. Diese Luftaufnahme aus dem Jahre 1930 zeigt den Ort Niederwiesa in seiner landschaftlich schönen Lage. Wenn auch die Eubaer Straße, links unten im Bild, nur erst in ihrem Anfang zu sehen ist, so wird der Charakter des langgestreckten Reihendorfes doch schon deutlich. Häuser und Straßen sind auch heute noch von viel Grün umgeben. Im Mittelpunkt überragt die Kirche die sie umgebenden Häuser. Links davon wölbt sich die Eisenbahnbrüeke der Linie Chemnitz-Dresden über die Chemnitzer Straße, die einstige F 173, die seit fünfzehn Jahren durch eine Umgehungsstraße entlastet wird. Auf dem Berg links oben heben sich die neuerbaute Schule und die Turnhalle deutlich ab.

nicilcnui"fa 1903.

2. In dem Jahre, aus dem diese und die folgende Aufnahme stammen, 1903, war der Ort noch in Niederwiesa und Oberwiesa getrennt. Die Vereinigung erfolgte erst 1914. Quer durch das Bild von Niederwiesa zieht sich, entlang des Dorfbaches, von Bäumen umsäumt, die Taistraße, in deren unterem Teil zahlreiche Bauerngehöfte stehen. Viele Flächen sind noch unbebaut. Der spatere Schulberg, links im Bild, ist noch verhältnismäßig dicht bewaldet. Die Taistraße endet mit der Mündung des Dorfbaches in die Zschopau, während die heutige Dresdner Straße sich im oberen Teil des Bildes zwischen den Häusern entlang schlängelt, parallel zur Eisenbahnstrecke und Niederwiesa rund 2 Kilometer von Flöha entfernt abschließt.

®berroiefa 1903.

3. Oberwiesa erstreckt sich entlang der Dorfstraße, die seit 1928 den Namen Eubaer Straße trägt, etwa 2 Kilometer ebenfalls am Dorfbach entlang und geht dann direkt in Euba über. Die Eisenbahnbrücke überquerte damals Iediglich das vom Dorfbach durchflossene Tal. Die Chemnitzer Straße ging zu diesem Zeitpunkt noch um die Kirche herum und führte am heutigen Stellwerk über die Eisenbahn. Am Hang, im gebührenden Abstand zum Dorfbach, liegen die Bauemgehöfte. Der Wald am Hang selbst ist zur Zeit der Entstehung des Fotos schon lange gerodet. Die Flächen sind in Weiden und Felder umgewandelt.

4. Im unteren Teil der Gemeinde überspannt die Eisenbahnbrücke der Strecke Niederwiesa-Hainichen den Dorfbach und die Taistraße. Diese Linie wurde, genau wie die von Chemnitz nach Dresden, 1869 in Betrieb genommen. 1863 begarm der Bau dieser schön in die Landschaft eingefügten Bogenbrücke. Zwischen den größeren Siedlungshäusern oberhalb der Brücke erstreckt sich die Dresdner Straße. In diesem Abschnitt Niederwiesas sind die bewaldeten Hänge noch vorhanden. Im 19. Jahrhundert wurden dann auch verstärkt Siedlungshäuser in unmittelbarer Nähe des Dorfbaches errichtet, wie das Gebäude direkt an der Brücke. Sie hatten allerdings des öfteren unter Hochwasser zu leiden.

5. Da der Ort bis 1913 aus zwei selbständigen Gemeinden bestand, gab es folglich auch zwei Richter. Beide waren erblich belehnt worden und besaßen das Schankrecht. Um sie namentlich unterscheiden zu können, erhielt das Gut des Oberwiesaer Richters den Namen Lehngericht und das in Niederwiesa Erbgericht. Beide Güter waren mit einem Gasthof verbunden. Links in diesem Bild, in einer Aufnahme vom Kirchturm um 1900, das Lehngericht des Oberwiesaer Richters. Es wurde nach 1905 umgebaut und ist dann als 'Preißler-Gut' bekannt. Das Gebäude an der unteren Bildkante, das zwischen Gut und Dorfbach steht, ist die 'Sinkwitz-Schmiedc'.

6. Das Lehngericht im Jahre 1907 nach seinem ersten Umbau. Es war mit dem Gasthof Lamm verbunden, dessen Längsseite ganz rechts in der Bildmitte zum Teil zu sehen ist. Die 'Sinkwitz-Schmiede' wurde mit dem Umbau abgerissen und etwa 200 Meter weiter rechts aufgebaut. Das Stück neu gebaute Straße war zunächst die Zufahrt zur Schmiede, da zu diesem Zeitpunkt die Chemnitzer Straße noch über die Kirchstraße verlief. Unter der Eiche steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71. Es wurde am 2. September 1880 an dieser Stelle eingeweiht und 1928 auf den Friedhof versetzt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek