Niederwürschnitz in alten Ansichten

Niederwürschnitz in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Wolff und Kurt Schnerrer
Gemeente
:   Niederwürschnitz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6322-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Niederwürschnitz in alten Ansichten'

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Einleitung

'War von Stollbarg nordwärts wannert, übern Barg nach Huhstäh hie,

da sieht ze erseht do ze senn Fissn drinne unnre Wärschnitz stieh ... '

Liebevoll umfaßte einst der Textdichter [ohann Speck mit seinen Wärschnitz-Lied das ganze Heimatdorf. Wenn auch der Flußname Würschnitz slawischen Ursprungs ist, wurde der Ort jedoch als zweireihigesWaldhufendorfum 1170 von fränkischen Bauern besiedelt. Urkundlich wird es erstmals 1447 in einem Lehnbrief des Burggrafen Schlick von Lasan erwähnt, der im gleichen [ahr den Ritter Rembrecht von der Oelsnitz mit 'Nydernwyrßnitz' belehnte. Das Dorfzählte damals '23 Bauern und Gärtner'. Fast genau vierhundert [ahre, bis 1832, gehörte der Ort zur Grundherrschaft des Rittergutes. Zwei Dutzend Bauern- und sogenannte Gartenhäuser sind im fränkischen Fachwerkstil erhalten geblieben, die ältesten an die 200 [ahre alt. Landwirtschaft und später Leineweberei sowie Strumpfwirkerei waren Haupterwerb im früher kleinsten Dorf des Amtes Stollberg, bis 1844 die Steinkohle auf Niederwürschnitzer Randf1ur entdeckt wurde. Vier Steinkohlenbauvereine mit zwölf Schächten förderten bis 1875 Kohle. Noch heute erinnern Halden an den Johannesschacht und den D-Schacht, andere Schächte sind in Straßennamen erhalten.

Durch den Bau von zwei Maschinenfabriken 1865 und den Anschluß an das Sächsische Eisenbahnnetz mit der 1895 eingerichteten Haltestelle entwickelte sich Niederwürschnitz zu einem aufstrebenden Industrieort. Seine Einwohnerzahl war innerhalb fünfzig [ahren um das achtfache auf 4000 gestiegen. Die fast stürmische Vermehrung der Zahl der Wohnhäuser gipfelte 1898 im Bau einer Zentralschule und nach der parochialen Selbständigkeit dem Bau der Johanneskirche im [ahre 1904. Der neugotische Backsteinbau mit seinen Doppelturm wurde zum weithin sichtbaren Wahrzeichen von Niederwürschnitz.

Bergleute fanden sich in Vereinen zusannnen, der älteste, der Bergmännische Sängerbund von 1854, lebt noch heute im Volkschor 'Frisch auf' weiter. Und so manches Bild aus alter Zeit gibt Zeugnis vom Leben und Schaffen seiner Menschen.

Der Gedenkstein am Sächsischen Hof erinnert an die Gründung der ersten deutschen Bergarbeitergewerkschaft 1869, die den Kampf gegen brutale Ausbeutung führte. Während das Kriegerehrenmal am Friedhof der Toten des Ersten Weltkrieges gedenkt, können wir den 275 Opfern des Zweiten Weltkrieges nur ein stilles Gedenken widmen und mit der letzten Zeile des eingangs angeführten Liedes wünschen: 'Wärschnitz, bleib su friedlich stieh!' Ein Rückblick in von Bildern einst wäre unvollkommen, wollten wir die fünfzig [ahre vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart negieren.

Nach der Beseitigung der Kriegsschäden wurden für die auf über fünftausend gestiegene Zahl von Einwohnern in den [ahren bis 1960 fünfzehn Mehrfamilienhäuser gebaut. Später folgte an mehreren Standorten eine Anzahl privater Eigenheime, vorwiegend an der August-Bebel-Straße und der Schaftreibe.

Der zu Volkseigentum umgewandelte Industriebetrieb Schmiedel nahm als Zentralwerkstatt für den Bergbau und seit 1967 als Zulieferbetrieb für den Textilmaschinenbau, jetzt 'VEB Textima Teilefertigung' , eine dominierende Stellung im Ort ein. Davon zeugen äußerlich die großen Produktionshallen und das Verwaltungsgebäude.

Von den einstmals 57 Vereinen, die, soweit sie nicht schon früher eingegangen waren, nach 1945 allesamt verboten wurden, blieben in dieser Zeit vor allem die Kleingärtner und Kleintierzüchter erhalten.

Neu waren die Organisationen derVolkssolidarität und des Demokratischen Frauenbundes, die sich nach dem Krieg bei der Linderung der Flüchtlingsnot aufopferten.

Die Schulkinder konnten sich als 'Junge Pioniere' in ihrer Freizeit den Arbeitsgemeinschaften anschließen. Eine solche war der Schulchor, der gemeinsam mit einem Orchester und einer Volkstanzgruppe das 'Pionierensemble' bildete. Es trat mit großem Erfolg zu Veranstaltungen auf und errang in einem Leistungsvergleich 1954 den ersten Platz in der DDR. Mangels Geld und

Material mußte in den Zeiten der Sozialistischen Mangelwirt schaft manch wünschenswerte Verbesserung in Niederwürschnitz unterbleiben.

Erst nach der friedlichen Revolution von 1989 wurden in den letzten [ahren augenscheinliche Veränderungen im Ortsbild sichtbar. Darunter zählt das nach alter Ansicht erneuerte Rathaus mit ansprechendem Umfeld.

Das Haus der einstigen Scherfmühle und Scheiterfabrik verwandelte sich in ein schmuckes Vereinsheim. Es wird unter anderem vom wiedergegründeten Weihnachtsbergverein, den Schnitzern und Klöpplerinnen sowie dem Volkschor mit Leben erfüllt. Der Weihnachtsbergverein öffnet alljährlich zur Weihnachtszeit den größten mechanischen Weihnachtsberg Sachsens seinen Besuchern zur Besichtigung.

Ebenfalls auf diesem Gelände hat der sehr engagiert arbeitende Kinder- undjugendverein sein Domizil gefunden.

Nicht sichtbar, weil tief in der Erde verlegt, ist das moderne Abwassersystem. Nach der Wende wurde es zum großen Teil innerhalb von drei [ahren errichtet.

Im neuen Ortskern erhielt die Freiwillige Feuerwehr von Niederwürschnitz im Iahre 1995 ein Feuerwehrhaus, das auch den modernsten Sicherheitsansprüchen genügt.

Weise von OHo Neuber ulf-ei %äl!sckni& Text von Joh. Speck

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2 Zu den ältestenAufnahmen van Niederwürschnitz gehört dieser Blick vom Steinbruch aus in die Talmulde, die vom Würschnitzbach durchflossen wird. Am nördlichen Hang dominiert die 1904 erbaute Johanneskirche, von den vier einstigen Pferdefrongütern ist das im Volksmund sogenannte Sachergut des einstigen Zacharias Seidel mit über zweihundert [ahren das älteste.

3 Ansichtskarte aus der Zeit um 1908. Im Gemeindeamt war noch die Postagentur, rechts die Kirche mit dem 1907 erbauten Pfarrhaus, links unten das nach dem Brand von 1907 neuerbaute Gasthaus Heiterer Blick und die alte Hecker- oder Mothesmühle.

4 Von Stollberg kommend wird am Ortseingang die Bahnlinie überquert, die von Stollberg nach St. Egidien führt. Am Restaurant Zur Haltestelle, das 1890 der Zigarrenfabrikant ]ulius Franke bauen ließ, war später die Elektroinstallation van Hellmuth ZiegIer.

Gruss aus Niedetwürschnitz i. Erzgeb. Stoltberger Strasse.

5 Immer wieder wird das Ortsbild von Kirche und Schule beherrscht. Auf halber Höhe der Stollberger Straße zweigte früher hinter dem Bitterlich-Gut ein Fußweg ab, der zum Fabrikweg führte. Heute stehen auch hier neue Häuser.

Grug aus flJederwürsd1ni~ i. Erzgeb.

6 Niederwürschnitz hatte einstmals 23 Gast-und Schankstätten. Ein beliebtes Vereinslokal war die Friedenseiche beim Arnold-Oss. Sein Vorgänger, der Gastwirt Emil Schmidt, hatte einen Teil des Grundstückes der Gemeinde zum Bau der Turnhalle geschenkt. So war das Restaurant auch das Stammlokal der Turner. Dort fanden früher Vereins- und Volksfeste statt.

7 Im genau einhundert Jahre alten Sächsischen Hof ist die Zeit der großen BaIlvergnügen schon längst vorbei. Das schöne Fachwerkhaus, die alte Freitag-Schmiede, ist heute zwar modern verputzt, aber das Schmiedehandwerk samt Metallverarbeitung wird von Meister Fischer weitergeführt.

Nieäerwürschnitz mit Blick au] säehs. Hof

8 Auf der kleinen Gesamtansicht sind noch nicht die Wohnhäuser des Schulweges zu sehen, die erst in den zwanziger [ahren erbaut wurden. Das große Gebäude der Zentralschule wurde 1898 erbaut und trug bis 1939 den anmutigen Uhrturm, eine Zierde des roten Ziegelbaues.

Gruß aus Niederwürschnitz i. Erzaeb.

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