Nienburg in alten Ansichten Band 1

Nienburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5369-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 1'

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19. Der auf der Saale segelnde Kahn und die am Ufer weidende Schafherde mit ihrem Schäfer atmen die Ruhe und Beschaulichkeit der 'guten alten Zeit'. Ob die Zeit auch gut war, steht bei näherer Betrachtung dahin. Die Schiffahrt und die Be- und Entladung der Schiffe, bei der die Besatzung kräftig zugreifen mußte, war oftmals schwere Knochenarbeit. Havarien und Unfälle mannigfachster Art waren keine Seltenheit. So mancher der Schiffsbesatzung, vor allem aber mitfahrende Kinder, wurden ein Opfer des nassen Elements. Segelnde Lastschiffe wird man heute auf den Binnengewässern vergeblich suchen.

20. Um 1850 wurde vom fiskalischen Steinbruch ein 700 m langer Tunnel (Stollen) zur Saale geführt. Durch diesen gelangte der gebrochene Kalkstein in Loren zur Verladestation und von dort auf dem Wasserwege zu seinem Bestimmungsort. Seit jener Zeit wird die Verladestation Stollen genannt, obgleich dieser seit einem Jahrhundert nicht mehr in Betrieb ist. 1m obigen Bild wird Tonschiefer (Letten) in die Loren einer Feldbahn umgeladen und von dort zu dem ehemaligen Zementwerk 'Sachsen-Anhalt' transportiert.

21. Ein Schleppzug auf der Saale war bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges ein alltägliches Bild. Auf dem von der Saalebrücke aus aufgenommenen Foto fährt ein Dampfer mit seinen Anhängen saaleaufwärts in die ehemalige Nienburger Saaleschleife, von den Schiffern der 'Nienburger Kessel' genannt. Links wird das Bild vom Fährbusch, auch Zigeunerbusch genannt, begrenzt. Die Mitte nehmen die Bäume des Lippoldswerders mit den davor liegenden Obstplantagen und den Schrebergärten ein. Am linken Saaleufer haben zwei ungedeckte Saalekähne zur Entladung testgemacht.

22. Wer sich vor dem Zweiten Weltkrieg auf den Wasserstraßen zwischen Hamburg, Halle, Prag, Berlin und Stettin umsah, begegnete immer wieder Schiffen, deren Heimathafen Nienburg war. Es gab damals über 100 Nienburger Schiffseigner, von denen sogar einige mehrere Kähne besaßen. Das Bild zeigt einen solchen Kahn in seinem Bestimmungshafen vor dem Ersten Weltkrieg. Im Jahre 1936 passierten etwa 3 000 Einzelfahrzeuge und etwa 1 000 Schleppzüge mit durchschnittlich fünf Anhängen die Nienburger Saalebrücke.

23. Nicht nur gemeinsame Berufsinteressen oder Verwandtschaftsverhältnisse , sondern auch der beruflich bedingte Zwang zur gegenseitigen Hilfe verknüpften die Nienburger Schiffer zu einer Gemeinschaft. Was wunder , wenn man auch gern gemeinsam feierte , sei es im kleinen oder im großen Kreis. Nicht nur die Schifferbälle zur Winterzeit, sondern auch bescheidenere Anlässe boten Gelegenheit zu einem kleinen Umtrunk, wie es hier um 1920 im Garten eines Schiffers geschieht.

24. Dreimal im Jahr gab es ihn, den Schifferball. Folgt man den Erzählungen der Beteiligten, so war der Schifferball das gesellschaftliche Ereignis des Jahres. Jeder der drei Nienburger Schiffervereine hatte seinen Schifferball. Er begann jeweils an einem Sonnabendnachmittag der Winterszeit mit einem Umzug. Voran die Fahne des jeweiligen Vereins. So ging es unter Musikbegleitung durch die Straßen der Stadt. Jeder Teilnehmer trug stolz das mit dem Namen des Vereins beschriftete Rudel. Der Zug endete im Vereinslokal. Dort begarm dann der Kindertanz. Der eigentliche Schifferball wurde abends eröffnet und ging bis in die frühen Morgenstunden.

25. Am Sonntagmorgen, nach dem offiziellen Ende des Schifferballes, zogen die jungen Schiffer durch die Straßen der Stadt und brachten den Schiffern, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht am Ball teilnehmen konntcn, ein Ständchen. Als Dank dafür erhielten sie eine kleine Gabe, meist eine Wurst vom Selbstgeschlachteten. Die Würste wurden auf eine eigens dazu hergerichtete Stange gehängt und dann beim Frühschoppen gemeinsam verspeist. Die Gruppe der Ständchenbringer steht gerade vor dem Hause Marchand in der Bernburgerstraße.

26. Seit altersher trieb die Bode eine dem Kloster gehörige Mühle an , die später in die Hände der anhaltischen Fürsten überging. Hochwasser und Brandkatastrophen, aber auch der technische Fortschritt zwangen immer wieder zu einem Neu- oder Umbau der Mühle. Das Foto zeigt die Mühle vor dem Brand am 10. März 1889. In den beiden hölzernen Vorbauten befanden sich die aus Holz gefertigten mächtigen unterschächtigen Mühlräder. Die untere Wasserfläche vor dem Schütz, das zur Regelung des Wasserstandes diente , war einst ein beliebter, wenn auch verbotener Badeplatz der Jugend.

27. Im Jahre 1852 ging die Mühle in Privathände über. Um die Mühle auch bei Hoch- und Niedrigwasser betreiben zu können, wurde nach dem Brande im Jahre 1889 in die Mühle eine Dampfmaschine eingebaut, deren Schornstein im Bilde sichtbar ist. Als Nienburg vor dem Ersten Weltkrieg an das Netz angeschlossen wurde , übernahmen Elektromotoren diese Aufgabe. Nun erzeugte die Mühle bei ausreichendem Wasserstand selbst Elektroenergie und gab sie sogar an andere Verbraucher ab. Fast ein Jahrtausend drehten sich die Mühlräder und mahlten das Mehl für das tägliche Brot. Jetzt sind sie verschwunden.

28. Die Straße 'Unter dem Weinberg' wird man heute vergebens suchen. So hieß bis Anfang der dreißiger Jahre ein Teil der westlichen Wasserreihe. Diesen Teil zeigt das um 1880 aufgenommene Bild. Im Vordergrund fließt der Mühlgraben, auf dem gerade ein Fischer rnit seinem Handkahn seine Arbeit aufnimmt. Die heutigen Gärten jenseits des Fahrwegs entstanden fast ein halbes Jahrhundert später, als der Hang durch das Abladen von Schlacken und Asehen der Nienburger Metallbetriebe um etwa zehn Meter zum Mühlgraben hin vorgerückt war.

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