Nienburg in alten Ansichten Band 1

Nienburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5369-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 1'

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49. Eduard Alsleben betrieb einen kleinen Laden mit einem reichhaltigen Sortiment, in dem es neben Haushalts-, Schreib- und Spielwaren vieles andere zu kaufen gab, wie Postkarten mit Aufnahmen von Nienburg. Oftmals versah E. Alsleben die Postkarten mit kleinen Gedichten in Nienburger Mundart wie auf der obigen Postkarte, die eine Ansicht Nienburgs im ersten Viertel dieses Jahrhunderts von der Saalebrücke aus zeigt. In der halbrechts im Bild nach oben führenden Brückenstraße befand sich einst das 'Wiener Café' in einem einer Grotte nachgebildeten Raum.

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50. Vom unteren Teil der Brückenstraße , ausgehend über die Schloßstraße bis zum Anfang der Neugattersleberstraße hin, reihten sich vor dem Ersten Weltkrieg kleinere und größere Läden, Handwerksstätten und Gaststätten. Auch eine Druckerei, die die 'Nienburger Zeitung' herausgab, war vorhanden. Über die Hälfte der damaligen Gaststätten besteht dort nicht mehr, so auch der Gasthof 'Zur guten Quelle' in der Schloßstraße. Links neben der Gastwirtschaft lag die Conditorei von Otto Knaths und rechts daneben war eine Fleischerei.

51. Das ehemalige Hotel 'Weißer Schwan' mit Ausspann gegenüber der alten Bodebrücke bestand etwa zweihundert Jahre. Es zählte neben den Gaststätten 'Zum Löwen', dem 'Ratskeller' und der 'Tanne' mit zu den ältesten Nienburgs und beherbergte im neunzehnten Jahrhundert über Jahrzehnte auch die Post. Im großen Saal wurden neben dem Schifferball viele Tanzveranstaltungen, aber auch Theateraufführungen und Ausstellungen durchgeführt. Saal und Kegelbahn mußten einem Neubau der Schule weichen.

52. Wer in den 'Goldenen Zwanziger Jahren' Charleston und andere Modetänze liebte, der ging am Sonnabendabend zum 'Waldfrieden'. Zu heißen Rhytmen tanzten die Paare auf einer von unten beleuchteten farbigen Glasdiele. Ein dieser Musik wohl wenig zugetaner Zeitgenosse schrieb damals, der Name Waldfrieden wäre wohl davon abgeleitet, weil dort immer ein Jazz-Radau sei. Das war sicherlich übertrieben. Längst ist im 'Waldfrieden' die Musik verstummt. Geblieben aber ist bei den älteren Einwohnern die Erinnerung an ihre vergangene Jugendzeit.

53. Früher, so behaupten die Alten, gab es noch einen richtigen Winter mit viel Schnee. Auf der zugefrorenen Saale und Bode konnte man Schlittschuh laufen. Andere bevorzugten dazu die alte Saale oder die Pumperwiese. Ein besonderes Vergnügen aber bereitete eine Schlittenfahrt mit einem vorgespannten Pferd in die winterlich verschneite Landschaft. Fünf bis zehn Schlitten wurden angehängt, unbeschreiblich war die Freude bei groß und klein. Man wollte nicht rasen, sondern gemächlich die Landschaft genießen.

54. Oben: 'Erntesegen in der Großen Aue' nannte Rektor Wagner sein Foto aus jener Zeit, da die Getreideernte noch schweißtreibende Handarbeit war und die Garben noch mit Strohseilen gebündelt wurden. Im Hintergrund des Bildes liegt das Dorf Altenburg. Unten: Gedroschen wurde damals noch mittels einer Dampfmaschine, die mit großen Steinkohlenbriketts befeuert wurde. Der hin- und hersausende Kolben, das sich drehende große Schwungrad und der sich in großer Geschwindigkeit drehende Fliehkraftregler übten auf die Kinder eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Für die Erwachsenen aber war das Dreschen eine anstrengende Arbeit.

55. Von einem Pferdegespann gezogen, befindet sich der mit Säcken beladene, zu jener Zeit typische Ackerwagen zur Mittagszeit auf der Heimfahrt. Für die Fotoaufnahme wird den Pferden eine kurze Verschnaufpause gegeben. Man befindet sich noch jenseits der Eisenbahnlinie in der Siedlung, wie der Volksmund jene gegen Ende der zwanziger Jahre entstandenen Eigentumswohnungen nennt. Ursprünglich hieß die Straße 'Hindenburg-Allee, nach dem Zweiten Weltkrieg 'Ernst-Thälmann-Allee' .

56. Zum Gedenken ihrer gefallenen Söhne des Ersten Weltkriegs errichteten die Nienburger 1927 ein Denkmal. Das von Baurat Wendier in Anlehnung an die Bauweise des Bauhauses entworfene Ehrenmal ist frei von jeder Verherrlichung des Krieges und militaristischem Beiwerk. Acht Säulen tragen die Namen der Opfer. Adler in Trauergeste beklagen sie, Der Soldat in der Mitte faßt sich an das im Schmerz verkrampfte Herz. Ein Hain aus Tannen gab dem Denkmal einen würdigen Rahmen.

57. Links: In jungen Jahren verließ Adolf Meyer seine Heimatstadt, um in der Fremde sein Glück zu suchen. Er wurde Konsul des kaiserlichen Deutschlands, Minister von Guatemala, erhielt für seine Dienste höchste Auszeichnungen und vergaß trotz allen Glückes Nienburg, die Stätte seiner Kindheit. nicht, die er mit großzügigen Schenkungen bedachte. Rechts: Georg Müller, Sohn des früheren Bürgerrneisters, setzte der Nienburger Mundart in seinen zwei Bänden mit Geschichten und Gedichten in den zwanziger Jahren ein bleibendes Denkmal.

58. Adolf von Meyer kaufte anläßlich seines fünfzigsten Geburtstages das ehemalige von Gerlach'sche Grundstück und vermachte es seiner Heimatstadt. Zu seinem 75. Geburtstag erweiterte er 1928 diese Stiftung und ließ auf dem Dach des Gebäudes ein Glockenspiel errichten, das mittags 'An der Saale hellem Strande' und abends 'Goldene Abendsonne, wie bist du so schön' erklingen ließ. Das Bild zeigt die feierliche Einweihung des Glockenspiels. Die Glocken verstummten im Zweiten Weltkrieg. Sie wurden eingeschmolzen. Ihre Spur verliert sich irgendwo auf den Schlachtfeldern Europas.

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