Nienburg in alten Ansichten Band 2

Nienburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6101-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 2'

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9 Nach langem hin und her erhielt die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg die Genehmigung und die Mittel zum Bau einer neuen Turnhalle auf dem Gelände der damallgen Volksschule. Zuvor mußten Schüler und Lehrer mit einer mehr oder weniger behelfsmäßigen Turnhalle in einem alten ehemaligen Schulgebäude in der [ohanntsstraße vorlieb nehmen. Das Bild zeigt den Rohbau der neuen Turnhalle. Wahrscheinlich gab das Richtfest den Anlaß zu diesein Foto. Neben den Handwetkern und dem Bauleiter sind auf dem Foto der Lehrer Meyer (zweiter van links) und der damalige Stadtrat Christian Goedecke (dritter von links) zu sehen. Letzterer

war nach dem Zweiten Weltkrieg erwa ein Iahrzehnt Bürgermeister von Nienburg.

10 Der Nienburger Schûtzenverein kann auf eine mehr als zweihundertjährige wechselvolle Geschichte zurückblieken. Hier hat er sich zu einem Umtrunk auf dem Gehöft des Schützenkönigs zusammengefunden. Der Schutzenkönig rnit der umgehängten Königskette trägt auch den Siegerkranz in der Hand. Hinter ihm ist die Zielscheibe zu sehen. Unter die Schützen haben sich Honoratioren und fördernde Mitglieder gemischt. Auch etwa ein Dutzend Kinder haben die Gelegenheit beim Schopfe gefaßt, mit auf das Erinnerungsfoto zukommen.

11 Einer der Schützenkónige war der Friseurmeister Wilhelm Knoche. Er trägt mit Stolz die Königskette. Diese zeigt oben das Wappen des Herzogtums Anhalt, Zwei persönliche Erinnerungsmedaillen schmücken zusätzlich die Brust, Besonders bemerkenswert ist für uns der damals modische prachtvolle 'Kaiser- Wilhelm- Bart' sowie der hohe steife Kragen, 'Stehkragen' genannt. Er war ein recht unbequemes Attribut der damaligen Männermode. Der Kragen engte nämlich die Beweglichkeit des Halses und die des Kopfes stark ein. Oft scheuerte er die Haut so stark, daß es zu Entzündungen kam. Der Volks-

mund nannte diesen stelfen Kragen deshalb auch 'Vatermörder'.

1 2 Die Kinder, die sich hier im Frûhsommer des Iahres 1930 in der idyllisch im Wald und am Ufer der Saale gelegenen Nienburger Badeanstalt zu einem Kinderfest versammelt haben, ahnen nichts von den Sorgen ihrer Eltern in der Weltwirtschaftskrise, auch nichts von dem Unheil, das ein Jahrzehnt später durch den Zweiten Weltkrieg über alle hereinbrechen wird. Bei Kakao oder Limonade und Kuchen und anschließenden Spielen genießen sie freudig den Tag. Den Hintergrund des Fotos bilden die Gaststätte mit dem Sitz des Bademeisters Wagner, die Umkleidekabinen und rechts das Vereinshaus

des Arbeiter-Schwimm - Vereins 'Delphin'.

13 Die Nienburger Kinder des zweiten Grundschuljahres haben 1932 einenAusflug mit dem Dampfer zur Gaststätte 'Paradies' in Bernburg unternommen. Mit der rotgrün-weißen Fahne des Landes Anhalt im Hintergrund werden einmal für die Jungens und ein anderes Mal fûr die Mädchen Erinnerungsfotos gemacht. Auf dem Foto der Jungens sind zum Teil auch einige der älteren und jüngeren Brüder der Schüler zu sehen. Etliche der Abgebildeten waren auch beim Kinderfest im [ahre 1930 dabei. Das Schicksal hat die Kinder inzwischen in alle Winde verstreut. Etwa jeder Zehnte der

Jungens verblutete auf den Schlachtfeldern des letzten Krieges.

14 Die Schloßstraße war die Hauptgeschäftsstraße der Stadt. Dort gab es in der ersten Hälfte des 20. [ahrhunderts drei Gaststätten und zwar die 'Zum ersten Kulmbacher' , 'Zur guten Quelle' und das Hotel'Zum Löwen'. Die erstgenannten beiden Gaststätten gibt es heute nicht mehr. Das äußere Bild der Straße, sieht man von Schildern und Beschriftungen ab, hat sich zwischen 1930 und 1955 kaum verändert. Im zweiten Hause auf der rechten Seite wurde van 1886 bis 1935 dieNienburger Zeitung' gedruckt. Gründer des Unternehmens war August Weber. Dannleitete sein Schwiegersohn Reinhardt die jetzt nicht mehr bestehende Druckerei.

1 5 Die Gaststatte 'Peters Restaurant' wurde 1893 in der Schloßstraße erbaut. Später hieß sie 'Zum ersten Kulmbacher' . Die im Geschrnack der [ahrhundertwende reich verzierte Fassade ist heute leider nicht mehr erhalten. Sie ist einer einfachen Verputzung gewichen. Die Architekten in den fünfziger Iahren sahen die ursprüngliche Fassadengestaltung als völlig unmodern und als Kitsch an. Wahrscheinlich fehlte es aber auch den Handwerkern an der Zeit und der Fertigkeit sowie dem Besitzer des Hauses am Geld zur Erhaltung der ursprünglichen Fassade.

1 6 Mit der Aufhebung des Mahlzwanges in der Mitte des 19. Iahrhunderts wurden auf den Feldfluren vieler Orte

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Zum einen wollte man den oft zu weiten Weg zur Wassermühle sparen, zum anderen führte Hoch- und Niedri~wasser zur zeitweiligen Stilllegung der Wassermûhlen. Nördlich der Straße nach Neugattersleben baute um 1870 der Nienburger Bürger

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Ietzt steht nur noch das a~s Stein gebaute Mühlen~.ebaude. Die Windmühlenflugel sind verschwunden. Die Zeichnung entstand vor 1930.

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17 Gegenüber der Holländermühle stand vor dem Ersten Weltkrieg auf der Feldflur südlich der nach Neugattersleben führenden Landstraße eine Bockwindmühle. Sie befand sich ursprünglich in der Altmark. Die Mühle wurde 1889 von einem Müller namens Bauermeister erworben und nach Nienburg umgesetzt. Später war sie im Besitz des Müllers Donath. Sie wurde gegen Ende des Ersten Weltkrieges stillgelegt und abgebaut, was vom Landschaftsbild her zu bedauern ist,

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18 Das Bild zeigt die 1830 erbaute Schiffsbrücke bei Niedrigwasser. Die Schiffahrt mußte eingestellt werden. An der Eiserfurt konriten Kinder alten Berichten zufolge die Saale durchwaten, ohne sich den Bauchnabel naß zu machen. Rechts im Bild befinder sich das ehemalige Neubert'sche Grundstück. In dessen straßenseitigem, laubenähnlichem Vorbau ist die Aufschrift 'Ora et labora' zu lesen. Das kleine Haus an der Brücke dürfte das ehemalige Fährhäuschen sein. Bei Eisgang mußte die Schiffsbrûcke demontiert werden. Einmal wurden dabei die am Ufer befestigten Teile der Brücke von großen Eisschollen los ge-

rissen und saaleabwärts bis nach Calbe getrieben.

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