Nienburg in alten Ansichten Band 2

Nienburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6101-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 2'

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59 Werm man früher vom unteren Ende der SchloßstraBe in die aufwärtsführende Johannisstraße blickte, sah man eine zum alten johannisfriedhof führende Gasse. Dort stand früher rechts das Bauerngehöft Braune. Es wurde später von Brandt bewirtschaftet. Auf der linken Seite der Gasse befand sich die Stellmacherei Rawald. Die Gebäude der beiden Grundsrûkke wurden zwischen 1 970 und 1985 abgerissen. Interessant ist die im Vordergrund stehende Anschlagsäule. Sie wurde um eine Gaslaterne herum gebaut. Nienburg hatte von 1866 bis 1939 Gasbeleuchtung in den Straßen. Die Gaslaternen und die Anschlagsäulen wurden nach

dem letzten Kriege nach und nach abgebaut. Die Zeichnung entstand um 1 935.

60 Ein Begräbnis loekte früher viele Zuschauer an, wurde doch der Sarg von der Wohnung des Toten in einem feierlichen Trauerzug zum Friedhof geleitet. Der Leichenwagen wurde von zwei mit schwarzen Tûchern verhûllten pferden gezogen. Hinter dem Leichenwagen schritt die Trauergemeinde, voran der Pfarrer und hinter ihm die nächsten Angehörigen des Verstorbenen. In besonderen Fällen, vor allem bei verstorbenen Mitgliedern des Kriegervereins schritt eine Musikkapelle an der Spitze des Zuges, die dann am Grabe das Lied 'Vom guten Kameraden' spielte. Das um 1925 entstandene Foto zeigt

die letzten Vorbereittmgen für einen Trauerzug in der Mittelstraße.

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61 Das Eckhaus an der Straßenverzweigung MittelstraßeSchloßstraße ist das jüngste der auf dem Bild sichtbaren Häuser und war früher eine Scheune. Diese wurde zu einem Friseurgeschäft umgebaut. Im Haus rechts daneben war der Überlieferung nach die Bäckerei von Christoph Donath. Später hatten dort der Uhrmacher Freye, dann Lampe und schließlich der Schuhmachermeister Leiske ihre Werkstatt. Der Eingang des Hauses wurde in unserer Zeit in die Rückseite des Hauses verlegt. Dabei verschwand auch das neben derTür befindliche Schaufenster.

62 Um1810gabesin Nienburg dreizehn Schuhrnachermeister, die in einer Innung zusammengeschlossen waren. Ihre Zahl verringerte sich nach und nach, da die aufkommende Schuhindustrie billiger Schuhe herstellen konnte. Das Bild zeigt um 1925 die Schuhrnacherwerkstatt des Meisters Meißner in der Gartenstraße mit den damals üblichen Maschinen und Geräten. Im Regal an der Wand stehen die zu reparierenden und die schon reparierten Schuhe. Die Alltagsschuhe der Männer und Jungem wurden in der Regel unter den Spitzen und den Hacken mit Beschlägen aus Eisen versehen. damit sich das Leder nicht so schnell ablief

Nicht selten erhielten die Sohlen noch eiserne Zwekken.

63 Vom November bis in den Februar hinein war die Zeit des Schlachtefestes. Nicht nur die Bauern, sondern auch viele Bürger fütterten sich früher ein Schwein. Das Tier wurde auf dem Hof des Hauses von dem sogenannten Hausschlächter geschlachtet. Letztere waren in der Regel Arbeiter aus dem Baugewerbe. Wenn zur Winterszeit die Beschäftigung im Baugewerbe stockte, übten sie nebenberuflich das Fletseherhandwerk aus. Beim Schlachtefest halfen Verwandte und Freunde mit. Abgeschlossen wurde das Fest mit einem gemeinsamen Schmaus und dem 'Austragen der Wurstsuppe'.

64 Das Ladegut der Saaleschiffe, man nannte sie in Nienburg seit altersher die 'Saalekähne', war mannigfaeher Art und von der Bauart des Schiffes abhängig, denn es gab gedeckte und ungedeckte Fahrzeuge. Meist waren die Schiffe ohne eigenen Antrieb, waren also 'Schleppkähne'.

Im vorliegenden Fall hat ein gedeckter Kahn Briketts geladen. War am Lade- oder am Entladeplatz keine Krananlage vorhanden, so mußte die Ladung durch Muskelkraft in den oder aus dem Kahn gefördert werden. Dazu dienten Schubkarren als Transporunittel. Starke Holzbohlen, die zum Ufer führten, waren der Transportweg. Das war eine Arbeit, die nicht nur kräftige

sondern auch schwindelfreie Männer erforderte.

65 Im Herbst wurden frûher oberhalb der Saalebrücke auch Zuckerrûben in offenen Kähnen verladen. Eine Kolonne von etwa zwei Dutzend Leuten, die Besatzung des Schiffes mit einbegriffen, stehen für diese Arbeit bereit. Starke durch Böcke unterstûtzte Bohlen dienen als Transportweg. Die Rüben wurden meist zur Zuckerfabrik Dröbel/Bernburg, manchmal aber auch nach der Zuckerfabrik in Alsleben transportiert. Die Kochherde in der Vorder- und Hinterkajüte des Schiffes sind schon in Betrieb und sorgen für heißes Wasser für den Malzkaffee. Dieser wurde 'Muckefuck' genannt, abgeleitet vom falsch verstandenem französischen

'rnoka faux', was falscher Mokka heißt,

66 Nienburg hatte um

1930 drei Schiffbauereien. Sie waren in der Hauptsache mit Reparatur- und Umbauarbeiten an Schiffen beschäftigt, bauten aber auch vorzüglich neue Schiffe. Das Bild zeigt die an der Bode gelegene Schiffswerft Robert Otto vom Dach der ehemaligen Malzfabrik aus, Im Vordergrund liegt die Schiffbauerei und im rechten Mittelgrund der kleine Auenwald Baumwerder. Links folgen das ehemalige Gartenrestaurant auf dem Schützenplatz und der ehemalige Schießstand des Schûtzenvereins. Ganz links sieht man die Saalebrücke und den jetzt abgeteilten Bogen der Saale. Man nannte ihn in Schiffahrtskreisen den 'Nien-

burger Kessel'. Dort liegen etliche Saalekähne. Das Foto enstand um 1930.

67 Zwei junge Damen in einem Ruderboot auf der Bode waren um 1920 das Aufnahmeziel eines Hobbyfotografen. Für uns sind auch die anderen Bildteile von Interesse. So der links im Bild ankernde Holzkahn mit seiner deutlich sichtbarenAnkerwinde. Daneben liegen am Ufer vier Handkähne. Sie waren ein unentbehrliches Zubehör jeden Schiffes. Dahinter schließt sich die Schiffbauerei an. Dort liegt ein Saaleschiff aufReparatur. Ruderboote konnte man sich übrigens damals gegen ein emspreehendes Entgelt ausleihen.

68 Wegen der geringen Breite der Bode konnte der Stapellauf eines Schiffes nur parallel zu seiner Längsachse erfolgen. Ein solcher Stapellauf war ein Ereignis, das nur zufällig anwesende Zuschauer anlockte. Es war etwas Alltägliches. Manchmal wurde eine Schulklasse im Rahmen des Unterrichtsfaches Heimatkunde des zweiten oder dritten Schuljahres von ihrem Lehrer dort hin geführt. Hier wurde der Stapellauf des in Nienburg gebanten Schiffes "Ieneriffa' im Auftrag des Schiffseigners im Bild festgehalten. Die am Ufer grasenden Gänse nehmen vor der Flutwelle erschreckt schnatternd Reißaus. Sie werden aber in wenigen Minuten

wieder beruhigt am Ufer nach Grünfutter suchen.

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