Nienburg in alten Ansichten Band 2

Nienburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Erich Vogel
Gemeente
:   Nienburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6101-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nienburg in alten Ansichten Band 2'

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69 Der Stapellauf eines neuen Schiffes war sowohl für den Schiffseigner mit seiner Familie als auch für die Betriebsangehörigen der Schiffswerft ein besonderer Tag, der 'begossen' werden mußte. Alle Beteiligten haben sich anläßlich des Stapellaufs der "Ieneriffa' auf dern Gelände der Schiffswerft versammelt. Zwei Losungen geben die Freude über das Gelingen der monatelangen Arbeit wieder: das Schild mit der Aufschrift 'Es lebe die Schiffsbauerei' und die auf dem Bild nur teilweise sichtbare Aufschrift auf dem Schiff: 'Es lebe die Schiffahrt, es blühe der Handel.' Den Hintergrund

links bilden die am [enseitigen hohen Ufer liegenden Gebäude der Malzfabrik.

70 Im Iahre 978 schenkte Kaiser Otto II. dem Nienburger Reichskloster die Burg Grimschleben, die slawisch Budizco hieß, mit dreißig Königshufen Laudes und zehn Dörfern. Die Burg ist bis auf einige Wallreste längst verschwunden, auch das mittelalterliche Dorf mit seiner Kirche. Geblieben ist bis heute das ehemalige Klostergut, wenn auch mit neueren Gebäuden, Das Bild zeigt Grimschleben vom Norden her. Bestimmend im Bild ist der unter Denkmalschutz stehende quadratische Schafstall, der von dem genialen Baumeister Bandhauer um 1830 errichtet wurde. Er besitzt innen keine Querwände sondern nur vier dorische Sáu-

len, die das Hängesprengwerk der Dachkonstruktion mit unterstützen.

71 Unweit des Nienburger Ortsteiles Grimschleben, südlich der ehemaligen Wallburg, liegt auf der Heringsbreite ein Großsteingrab, im Volksmund Hünengrab genannt. Es wurde in der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts freigelegt und die Erde des Hügels, die das Grab bedeckte, abgefahren. Der Name Heringsbreite hat nichts mit dem schmackhaften Hering zu tun, sondern ist vom Namen eines germanischen Fürsten Ihring abgeleitet. Die sepiafarbene Zeichnung erschien vor dem Ersten Weltkrieg als Postkarte. Das Großsteingrab steht wie andere der näheren Umgebung unter Denkmalschutz.

Hünengrab, östllch v. Nienburg (Saale)

72 Der Ortsteil Altenburg ist wie Nienburg über tausend Iahre alt. Der Ort hieß im Mittelalter Alneburg und war die Burg eines Alno. Diese wurde 1130 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Ob der Turm der Kirche, die dem heiligen Blasius geweiht ist, früher ein Wartturm war oder gar teilweise ein Relikt der verschwundenen Burg ist, läßt sich schwer entscheiden. Die Kirche brannte im Dreißigjährigen Krieg völlig aus. Nur die Mauern blieben erhalten. Gegen Ende des 1 7. Iahrhunderts wurde sie neu eingedeckt und erhielt im Inneren eine schlichte barocke Ausstattung. Die winterliche Aufnahme entstand um 1930. Das eiserne Ziergitter wurde

ein Opfer der Kriegsvorbereitungen und ist bisher nicht ersetzt worden.

73 Ein um 1930 entstandenes Foto zeigt rechts die ehemalige Dorfschule und dahinter den Turm der um 1865 erbauten Kirche des zum Gemeindeverband Nienburg gehörenden Ortes Wedlitz. Die frühere Kirche war erwa achthundert Iahre alt. Auf der linken Seite stehen schmucke Bauerngehöfte. Der Ort wurde früher des öfteren vom Hochwasser der Saale heimgesucht. Dabei stürzten viele der damaligen aus Wellerwänden errichteten Häuser ein, Ein um 1875 errichteter Darurn schützt seitdem den über tausend Iahre alten Ort sowie die Nachbargemeinde Wispitz vor den Fluten. Wedlitz und Wispitz waren ursprünglich, wie der Name

schon verrät, slawische Siedlungen am rechten Ufer der Saale.

74 Der zum Gemeindeverband Nienburg gehörende Ort Neugattersleben kann es sich zur Ehre anrechnen, daß dort im Schloß der letzte deutsche KaiserWilhelm Il. etwa ein Dutzend Mal Gast des Wemer van Alvensleben war. Das um 1890 entstandene Bild zeigt den Kaiser auf der Freitreppe des Schlosses im Kreise der ]agdgesellschaft. Er hält seine linke Hand in einem ]agdmuff. Links neben ihm steht die Gattin des Gastgebers, die Baronin Anna van Alvensleben. Der Kaiser erhob Wemer von Alvensleben urn 1900 in den erblichen Grafenstand. Werner von Alvensleben gehörte zu den Hofchargen des kóniglich-preußischen Hofes. Er

war Kammerherr sowie Schloßhauptmann zu Quedlinburg.

75 Anna von Alvensleben verstarb 1897. Sie wurde auf dem 1888 eingerichteten Erbbegräbnis derer vonAlvensleben auf dem Friedhof der der heiligen Gertrud geweihten Kirche beigesetzt. Der Kaiser entwarf wenige Iahre später die Skizze für ein Grabdenkmal und ließ es aus französischem Kalkstein erbauen. Er selbst weihte es ein. An der Feier nahmen neben Gästen aus dem Adel auch viele Schaulustige teil. Ein von einem Kaiser entworfenes, gestiftetes und eingeweihtes Grabdenkmal! Wo gibt es das noch in einem Dorf in Deutschland?

76 Kehren wir noch einmal zurück in die' gute alte Zeit' unseres Titelbildes. Damals führte die Landstraße nach Bernburg noch durch die Aue: Der Fahrdamm zwischen Nienburg und Altenburg

wurde erst 1848/49 gebaut. Das Bild mit der Postkutsche, der Bode, der Schloßkirche und dem Schloß atmet noch die Romantik jener Zeit. Doch die Idylle trügt. Es ist die Zeit, in der großeTeile der Bevöl-

kerung in dûrftigsten Verhältnissen lebten. Es ist die Revolutionszeit, die Zeit des Aufbegehrens gegen die veralteten feudalen Verhaltnisse, die Zeit des Aufruhrs, die selbst die Throne ins Wanken

brachte und in Nienburg die ersten Fabriken entstehen ließ.

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