Nittenau in alten Ansichten

Nittenau in alten Ansichten

Auteur
:   Rainer Weileder, Friederike Eigler, Karl Baudrexl und Jens Chr. Müller
Gemeente
:   Nittenau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2699-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Nittenau in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Unter den herrlichen Ausflugsgegenden, welche den Einwohnern der Stadt Regensburg in so großer Zahl zu Gebote stehen, nimmt das Regental zwischen Mariental und Walderbach gewiß einen hervcrragenden Platz ein; denn das Regental bietet hier alles, was von einer schönen Gegend verlangt wird. Der bedeutendste Ort ist der Markt Nittenau, welcher in der Mitte jener reizenden Talstrecke liegt.

So preist der erste Fremdenverkehrsprospekt von 1903 die landschaftlichen Vorzüge der Stadt Nittenau. Die Naturschönheiten locken auch heute viele Erholungssuchende und Wanderer in unseren Ort. Die dichtbewaldeten Ausläufer des Vorderen Bayrischen Waldes im Süden des Regens und die Föhrenwälder, durchsetzt mit Weihern und Seen im Norden, sind immer noch beliebte Ausflugsziele. Für die Freunde des Angelsports ist Nittenau zu einem Geheimtip geworden. Im fischreichen Regen werden jedes Jahr die größten Waller gefangen. Einer dieser Prachtexemplare wurde präpariert und ist im 'Haus des Gastes' zu bewundern. Er maß 203 Zentimeter, wog 114 Pfund und wurde 1975 bei Treidling gefangen.

Von altersher ist Nittenau ein Handelszentrum für die bäuerliche Umgebung. 1345 wird dem Ort durch Pfalzgraf Ruprecht H. das Marktrecht verliehen. Um das Jahr 1900 waren viele Handwerksbetriebe ansässig, die heute zum Teil ausgestorben sind. Da gab es zwölf Schuhmacher, sieben Schneider, drei Töpf'er, drei Weber, drei Zinngießer, zwei Buchbinder, zwei

Wagner, zwei Seiler, zwei Sattler und zwei Kufner. Außerdem sorgten vier Brauereien und achtzehn Gasthöfe und Wirtschaften für das Wohl der Bürger. Eine große Anzahl von Vereinen prägten das gesellschaftliche Leben des Ortes.

An historischen und kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten kann der tausendjährige Ort nur wenige aufweisen. Bis auf den Storchenturm und zwei Türme der Stadtbefestigung wurden alle historischen Bauten durch Kriegswirren und große Brände zerstört. Die letzte Katastrophe brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Dezember 1944 wurde Nittenau bombardiert; dreißig Menschen kamen dabei ums Leben und der Ort wurde erheblich zerstört. 1945 war Nittenau der Schauplatz eines Gefechtes zwischen deutschen und amerikanischen Truppen. Die Regenbrücke zwischen dem Anger und Bergham wurde dabei gesprengt. Durch den Wiederaufbau und den Neuerungswillen der Bewohner änderte sich das Ortsbild stark. Aus einem bäuerlichen, gemütlichen Marktflecken mit zirka I 600 Einwohnern entwickelte sich durch Eingemeindungen und Industrieansiedlung eine geschäftige Kleinstadt, die heute fast 7 000 Bürger zählt.

Das vorliegende Buch hätte nicht zustande kommen können, wenn nicht viele Nittenauer Postkarten und Fotos zur Verfügung gestellt hätten. Ihnen und meinen Mitarbeitern Herrn Jens Chr. Müller, Herrn Karl Baudrexl und Frau Friederike Eigler sei hiermit herzlich gedankt.

1. Der Regenfluß.

Diese älteste Luftaufnahme zeigt die drei Teile Nittenaus, die durch die beiden Regenarme entstehen. Am linken Ufer liegt Nittenau. Die Insel, der Anger genannt, wurde früher als 'Zwischen den Brücken' bezeichnet, und gehörte schon immer zum Markt Nittenau, im Gegensatz zu dem Dorf Bergham, das sich am rechten Regenufer erstreckt. Es hatte um die Iahrhundertwende 300 Einwohner und wurde erst kurz vor der Stadterhebung 1953 nach Nittenau eingemeindet.

2. Nittenau mit dem Jugenberg.

Der Regen gabelt sich hier in den großen und in den kleinen Regen. Hinter den Bäumen liegt der Anger. Der 42 Meter hohe Rokokoturm ist von allen Seiten des Ortes zu sehen. Im Hintergrund ragt der Jugenberg mit seinen 612 Metern auf; er ist der Hausberg von Nittenau und rnit seinen ruhigen Waldwegen und machtigen Felsgruppen ein begehrtes Ausf1ugsziel der Wanderer.

~ ....

NITTENAU

3. Nittenau - vom 'Bawert' aus.

Ein beliebtes Motiv für Fotografen ist immer wieder der Bliek auf Nittenau vom 'Bawert' aus. Der 'Bawert ' ist das dicht mit Weiden urngebene Gelande am Regen entlang. Ein breiter, befestigter Weg weist noch heute auf die Zeit der Flößer und Trifter hin, die hier zum Teil vom Ufer aus das Holz weiterbewegten, Der Bawert wurde um die Jahrhundertwende Volksfestplatz und Fußballplatz. Der Ball fiel mitunter öfter in den Regen und mußte mit einem Netz, das an einer Stange festgebunden war, wieder herausgefischt werden.

4. Ortsansicht von Westen.

Diese Postkarte von 1907 zeigt im oberen Teil die Ortsansicht von Westen. Nittenau war damals in dieser Richtung nicht bebaut. Der Friedhof, der 1802 angelegt wurde, lag außerhalb des Ortes. Die Regensburger Straße erhielt ihren Teerbelag erst Ende der dreißiger Jahre. Wenn man nach Regensburg fahren wollte, ging der Weg über Kürn oder man benützte den Zug ab Roßbach. Dorthin gelangte man entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

5. Das Amtsgericht und Gefängnis,

Im Jahre 1903 eröffnete das Amtsgericht in Nittenau. Siebzig Jahre lang wurde hier für die ganze Umgebung Gericht gehalten. Im Gebäude rechts neben dem Amtsgericht war das Gefängnis untergebracht; heute ist es Polizeistation. Die jetzige Gerichtsstraße war damals ein Feldweg und das Gelände des Amtsgerichts bis 1899 Volksfestplatz.

6. Der Marktplatz.

Auf dem Marktplatz steht das wichtigste historische Bauwerk: der Storchenturm. Er wurde wahrscheinlich im 14. Jahrhundert gebaut und trug lange Zeit ein Storehennest auf seinem Dachfirst. Rechts davon liegt der Pfarrhof, umgeben von einer Mauer, an der Stangen für den damals jeweils am Dienstag stattfindenden Viehmarkt angebracht waren. Es wurden oft so viele Rinder aufgetrieben, daß sich der Markt bis zur Jobstbäckerei erstreckte. Im Gebäude links neben dem Storchenturm befand sich der Brotladen; hier wurde das Brot aus allen örtlichen Bäckereien verkauft. Daneben ist das Tor des Spritzenhauses. Die Feuerwehr war zu dieser Zeit mit einer Dampfspritze ausgestattet, die mehr fauchte und qualmte als spritzte.

7. Fahnenweihe auf dem Marktplatz.

Fahnenweihen waren stets besondere Ereignisse, zu denen Vereine aus nah und fern sich trafen. Dieses Fest fand um 1910 statt; welcher Verein jedoch feierte, ist leider nicht mehr festzustellen. Interessant auf diesem Bild ist der Brotladen im Hintergrund. Das Haus hatte drei gleichgroße, rundbogige Türen mit Läden. Im rechten befand sich der Brotladen, der vom Gemeinderat vergeben wurde. Die letzte Brothüterin hieß Babette Gebhardt; sie ist im Ladenfenster zu erkennen. Die Feuerwehrspritze war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in diesem Gebäude untergebracht; erst später wurde der linke Laden dafür umgestaltet. Am Pfarrhaus (rechts) war eine Türe zum Marktplatz; ein Schild hing daneben; Ortsmuseum von Nittenau und Umgebung im Rathause.

8. Die alte Pfarrkirche (Innenansicht).

Am 28. Dezember 1944 wurde bei einem Bombenangriff der Altarraum der Stadtpfarrkirche zerstört. Der Hochaltar stürzte in das Kirchenschiff. Die Altarbilder und die damals noch farbigen Kirchenfenster wurden vernichtet. Kooperator Alfons Maier, der Ministrant Norbert Dirmeier und der Sohn des Mesners Kulzer verloren dabei ihr Leben. Vor dem linken Seitena1tar sieht man die Fahne der Marianischen Männerkongregation, die heute nur noch bei besonderen Anlässen gezeigt wird.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek