Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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9 Die einzige Möglichkeit, um von Nünchritz an das gegenüberliegende Elbufer zu gelangen, bestand lange Zeit in der Überquerung der Elhe mit einem Boot. Am Ufer wohnende Fischer und Schiffsmüller waren für die Überfahrt prädestiniert. Da kam es schon vor, daß die kurfürstlich -sächsischen Fährinteressen, die bei der Fähre Merschwitz lagen, umgangen wurden. Seit dem 18. Jahrhundert wurde, allerdings mit Unterbrechungen, in Nünchritz auf Erbzinsbasis der Fährbetrieb durchgeführt. Zunächst wurden nur Personen übergesetzt, später auch Personen mit Schubkarren, Rückentragen und Vieh. Außer dem Fährgeld mußten die Überzusetzenden auch das

Geleite und die Akzise entrichten. Die Postkarte zeigt Nünchritzer Fährboote aus der Zeit um die Jahrhundertwende mit dem Gasthof und der Schiffsanlegestelle im Hintergrund.

10 Auf dieser Postkarte ist ein Stück Nünchritzer Elbufer stromab mit einem vor Anker liegenden Fährkahn abgebiltet. Genaue Kenntnis des Flusses und viel Geschick im Umgang mit dem Boot waren unerläßliche Voraussetzungen für die Ausübung der Fährtätigkeit. Die Überfahrt erfolgte, indem der Fährmann den Kahn ein Stück stromauf stakte und ihn dann unter Ausnutzung der Strömung an das gegenüberliegende Ufer lenkte. Häufig kamen bei Hochwasser die Fährkähne innerhalb des Ortes zum Einsatz. Seit Mitte der siebziger [ahre ist der Fährbetrieb nach Leutewitz eingestellt.

1 1 Die militärische Bedeutung der Eisenbahn wurde bald nach dem Bau der ersten Bahnstrecken erkannt. Bereits 1871 entstand das erste preußisch-deutsche Eisenbahnbataillon. Weitere kamen in den Folgejahren hinzu. Sie führten jährlich Übungen durch, um sicher und schnell die Feldbahnen mit einer Spurweite von 600 mm zu errichten, den dabei notwendigen Brückenbau zu forcieren und die ständig verbesserte Technik zu erproben. So eine Feldbahnübung fand im August/September 1909 mit der Aufgabenstellung, eine Feldbahn von Weißig nach Seeligstadt zu errichten, statt. Dazu war eine 180 m lange Pontonbrücke zwischen der Chemisehen Fabrik und dem Bahrmannschen Gasthof über die Elhe nach dem Leutewit zer Ufer erforderlich. Die Militärtransporte über diese

Brücke erfolgten täglich zwischen 8.00 Uhr und 14.00 Uhr. Danach wurden die sechs Mittelpontons herausgefahren, und die Elhe war wieder für den Schiffsverkehr befahrbar. Die Feldbahn-

übung war ein beliebtes Ausflugsobjekt für die Bevölkerung.

Kriegsmöbige Obung der Eisenbahnbrigade Eisenbahnbrüdlenbau Ilündirilz 1909

Bahnhof Ost

12 Kähne, mit dem Namen und dem Wohnort des Eigners gekennzeichnet, machten Nünchritz entlang der gesamten schiffbaren EIbe bekannt. Bereits die ElbschiffrolIe van 1832 wies elf Nünchritzer Schiffe aus, die Lasten zwischen 4,8 t und 62,2 t befördern konnten. Das Foto zeigt einen 742 t Schleppkahn. Er legt um 1910 gerade in Nünchritz an. Der Segelmast wurde bereits umgelegt. Am Bug stehen Bootsmann Paul Quitzsch und seine Ehefrau. Der Besitzer ist der Schiffer Friedrich Hermann Quitzsch. Er erwarb bereits 1882 das Patent zur Führung 'jedes auf der Elhe fahrenden Segelschiffes' .

1 3 An kalten Wintertagen sind heute mehr oder weniger große und starke Treibeisstücke auf der EIbe zu beobachten. In der Vergangenheit befürchteten die Schiffer und die Elbanwohner das Einfrieren der Kähne, die noch nicht den Winterhafen erreicht hatten, das Zufrieren des Stromes, Hochwasser und Überflutungen bei Tauwetter und Eisaufbruch. Noch weit bis in das Frühjahr hinein kündeten dann zerstörte Gebäude, vernichtete Saaten und große Eisblöcke auf den Wiesen und Feldern von der überstandenen Naturkatastrophe. Glücklicherweise liegen diese Ereignisse schon [ahrzehnte zurück. Das Foto zeigt den Lehrer Karl Schöne im Febru-

ar 1940 im mächtigen Packeis auf der zugefrorenen Elbe beim GrundstückAm Ufer S. In solchen Zeiten oblag es dem Fährmeister, den Weg für einen sicheren Elbübergang nach Leutewitz abzustecken.

14 Die Nünchritzer Altvordern hatten ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Heimatstrom, beeinflußte er doch entscheidend ihr Leben. Hochwasser und Eisfahrten beschädigten und verwüsteten nicht nur einmal ihre Gebäude und Äcker entlang der Elbe. Andererseits nutzten sie die Elhe zum Broterwerb. Darauf weist der 40 cm hohe, unten 30 cm und oben 40 cm breite Schlußstein hin. Er trägt die [ahreszahl 1809. Darüber befindet sich ein nicht zu entzifferndes Monogramm. Das oberhalb dieses Monogramms erkennbare Relief eines Elbkahnes mit Segel und Ruder wird als Zeichen der von den Besitzern betriebenen Schiffahrt gedeutet. Die-

ser Schlußstein ist heute als anerkanntes Denkmal in der Einfriedungsmauer des Gehöftes 'Am Ufer 10' zu sehen.

15 Die Ansicht zeigt Grödel mit Blick elbaufwärts nach Nünchritz. Der Hintergrund gewährt Einblick in die um 191 5 noch anzutreffende Bewaldung der Gegend. Auf der EIbe ist reger Verkehr. Am Ende der am Ufer befindlichen Häuserzeile ist die Mühle erkennbar. Im Vordergrund links befinden sich die Gebäude der Damm-Meisterei und der 'Rosengarten'. An dieser Gaststätte vorbei führt die Lindenallee. Sie ist eine Zufahrtstraße nach dem Rittergut, von dem einige Gebäude links in der Bildmitte sichtbar sind.

161mjahre 1890wurde dieses Gebäude der DammMeisterei mit Diensträumen und Wohnungen errichtet. Die Hauptaufgabe ihrer Beschäftigten bestand darin, die Deiche und die Fahrrinne der EIbe ständig zu kontrollieren, ihre Sicherheit zu gewährleisten sowie bei Gefahren, die bei Hochwasser bzw. Eisgängen drohten, die dafür gültigen Anordnungen umzusetzen. Das Gebäude steht auf dem Gelände des ehemaligen Grödeler Holzhofes. Hier endete der vor 2S0 [ahren errichtete Floßkanal. Das aus den Wäldern im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster transportierte Holz wurde am Kanalendbecken gestapelt, verkauft bzw. auf Elbschiffe umgeladen. Männer aus Grödel und der Umgebung fanden auf dem Holzhof und auf den Holzschiffen Arbeit.

17 Der gute Ruf des Gasthauses 'Rosengarten' als beliebte Ausflugsgaststätte führte bei den Städtern zur Herausbildung der Tradition, sonntags eine Fahrt mit dem Fahrgastschiff zu unternehmen, an der Haltestelle Nünchritz an Land zu gehen und entlang der Elbe nach Grödel zu wandern, wohl wissend, am Ziel Erquickung und angenehme Unterhaltung zu erfahren. Besonders Eilige nutzten die Grödeler Anlegestelle, die sich in Höhe der Gaststätte befand. Sie wurde in den dreißiger [ahren eingestellt. Auch Vereine wählten den 'Rosengarten' zu ihrem Domizil. Es war keine Seltenheit, daß auch nach der Beendigung der Vereinstätigkeit ehemalige Mitglieder ihrem Stammlokal die Treue hielten.

18 Diese Karte zeigt vier Grödeler Ansichten. Im linken unteren Teilbild sind die Damm-Meisterei und rechts davon der 'Rosengarten' auszumachen. Die StraßenWölbbrücke und das Endbecken des Grödel-Elsterwerdaer Floßkanals sind historische Bauwerke aus dem 18. Jahrhundert. Oben links ist im Gebäude der damaligen Dorfstraße 1 7 die Poststelle untergebracht. Daneben befindet sich der kleine Kolonialwarenladen der Frau Frieda Vetter. Ihre umfangreiche Sichtwerbung orientiert auf heute noch erhältliche Produkte wie Knorr-Suppen, Maggi oder Persil. Oben rechts ist die heutige Elbstraße mit ihrer zur Zeit der

Aufnahme einseitigen Bebauung abgebildet. Das Gebäude unten rechts, an der Parkstraße stehend, ist den wenigsten Einwohnern noch als Schule in Erinnerung.

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