Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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19 Die Aufnahme zeigt die Mühle zwischen Nünchritz und Grödel um 1910. Zu dieser Zeit war sie schon über einhundert [ahre alt, und sie hatte schon einige bauliche Veränderungen wie Ersatz des hölzernen Mühlenturms durch einen steinernen und Umstellung des ursprünglichen Windkraftantriebes auf Dampf (1912 aufElektroantrieb) überstanden. Das 'Aus' für die Mühle kam 1936 mit dem Bankrott der 'Sàchsischen Mühlengesellschaft' . Danach hatten die Mühlengebäude unterschiedliche Nutzer. Nach einem Brand wurden die Nebengebäude abgerissen. Die steinerne Mühle mit zerlöchertem Dach, stark beschädigtem Putz und feh-

lenden Fenstern fristete lange Zeit ein herren- und nutzloses Dasein, bis sie sich zwischen1977 und 1980 in ein Wohngebäude wandelte. Es erinnert nun an die über zweihundert [ahre währende Grödeler Mühlentradition, zu deren Begründung im 18. und 19. Jahrhundert auch die beiden Schiffsmühlen auf der Elhe beigetragen haben.

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20 Das Rittergut Grödel war ab 1464 über mehrere [ahrhunderte im Besitz der bekannten sächsischen Familie von Schleinitz. In dieser Zeit entwickelte es sich schon zu einem ansehnlichen Landgut. Es besaß z.B. die Kollatur über de Kirche und Schule zu Zeithain, die Ober- und Erbgerichtsbarkeit über die Dörfer Grödel, Zeithain und Lessa sowie nur die Erbgerichtsbarkeit über einen Teil von Nünchritz. Seine Blüte erlebte aber das Rittergut zwischen

1 745 und 1840 unter der Herrschaft des Adelsgeschlechts von Wolfersdorf, dessen bedeutendster Vertreter der Oberhofjägermeister, Oberforst - und Wildmeister sowie Floßdirektor Carl Ludwig Reichsgraf van Wolfersdorf war. Zu seiner Zeit wurde der auf Grödeler Flur endende Floßkanal gebaut, der den Grödeler Besitzern eine

Reihe zusätzlicher Privilegien brachte. Die Aufnahme zeigt das Grödeler Herrschaftsgebäude um 1910.

21 Diese Karte zeigt Nünchritzer Motive aus der Zeit um 1910. Das Gebäude oben links, am Dorfplatz stehend, wurde 1849 als Schule mit einem Schulzimmer sowie einer Lehrerwohnung gebaut und später erweitert. Es war das erste für schulische Zwecke errichtete Gebäude in Nünchritz. Es entstand aus dem Bestreben heraus, die Kinder in ihrem Wohnort zu unterrichten; denn bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts mußten die Kinder die Schule in Glaubitz besuchen. Seit 1808 wurden bereits Übergangslösungen in Nünchritz wie Unterricht in einem 'gemietheten Locale' oder in einem wenig geeigneten Gebäude genutzt, die dann mit dem Schulbau der Vergangenheit angehörten. Unten links ist die Schule an der Schulstraße nach ihrer ersten Erweiterung abgebildet.

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22 Ausgang der achtziger [ahre des vorigenJahrhunderts hatte die Schülerzahl so stark zugenommen, daß die Schaffung eines dritten Klassenzimmers und die Einstellung eines weiteren Lehrers erforderlich wurden. Eine Erweiterung der Schule am Dorfplatz war nicht mehr möglich. Ein neues Schulhaus mußte errichtet werden. Es entstand 1889 an der heutigen Schulstraße, zunächst bestehend aus einem Schulzimmer und einer Lehrerwohnung. Bereits fünfzehn [ahre später wurde es um vier Unterrichtsräume erweitert. Seit dieser Zeit wird am Dorfplatz nicht mehr unterrichtet. Das Foto zeigt das Schulgebäude

nach den in den [ahren

192 112 2 durchgeführten erneuten Ausbaumaßnahmen. Im ausgebauten Dachgeschoß befand sich jetzt eine Lehrerwohnung.

23 Um 1905 wurden diese drei Mädchen mit Ranzen neben dem Schulhaus am Dorfplatz fotografiert. Sie blicken fröhlich in die Kamera: freuen sie sich auf den Schultag oder ist er schon beendet? Die Mädchen stehen auf der Glaubitzer Straße, die hier bis zu ihrem bebauten Ende, das von dem heute gewohnten Bild abweicht, einzusehen ist. Das Holzgitter am Giebel der Schule dient als Stütze für den emporrankenden Wein. Übrigens waren Spaliere noch bis in die erste Hälfte unseres Jahrhunderts sehr häufig an Gebäuden zu finden als kleine Fortsetzung des ehemals auch in Nünchritz beheimateten Weinbaus.

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24 Um 1907 besuchten 330 Kinder die siebenklassige Nünchritzer Volksschule. Sie wurden von vier Lehrern unterrichtet. Die Klassen II bis VII waren gemischt. In der Klasse I waren die Schuljahre 7 und 8 zusammengefaßt, wobei die Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet wurden. Das Foto zeigt den Schulleiter Carl Gustav Tippmann, der van 1877 bis 1916 an der Schule tätig war, mit seiner Ehefrau, die zeitweilig den Handarbeitsunterricht bei den Mädchen erteilte, und seinen Klassen.

25 Karl Ernst Peschel war von 1881 bis 1915 zweiter Lehrer an der Nünchritzer Volksschule. Die vorgesetzte Schulbehörde bescheinigte ihm ausgeprägtes Lehrgeschick und gute Unterrichtserfolge. Mit besonderer Liebe unterrichtete er die Naturgeschichte. Hier trafen sich berufliche Aufgaben und private Neigungen. Viel Freizeit widmete er, angeregt durch das Studium van Vorgeschichtsliteratur, der Suche nach Zeugen prähistorischer Besiedlung in Nünchritz und Umgebung. Seine Anstrengungen

lohnten sich: Zahlreiche Spuren vorzeitlicher Kulturreste wurden von ihm aufgespürt und bestimmt. Es entstand eine umfangreiche Sammlung von Artefakten. Aktive Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Gesellschaften und einige Publikationen seiner Erkenntnisse festigten darüber hinaus den RufPeschels, ein Pionier der sächsischen Urgeschichtsforschung zu sein.

26 Diese Ansichtskarte zeigt unter anderem die Turnhalle am Elbgasthof oben von der Elb- und unten rechts von der Straßenseite. Mit viel Mühe und persönlichem Einsatz wurde sie von den Mitgliedern des Turnvereins Deutsche Turnerschaft Nünchritz, unterstützt durch Geschäftsleute, gebaut und 1928 in Betrieb genommen. Der 1892 gegründete Turnverein vereinte in seinen Reihen Kinderabteilungen, zahlreiche Turnbegeisterte beiderlei Geschlechts und aller Altersgruppen, und er hatte sich im Laufe der [ahre durch die sportlichen Leistungen seiner Mitglieder einen guten Ruf erworben. Von ihm ausgerichtete Turnfeste, Schauturn veranstaltungen und auch die

jährlichen Vereins-Geburtstagsfeiern waren ausgesprochene Volksfeste mit breiter Anteilnahme der Bevölkerung.

27 Die Abbildung zeigt einen Teil der Meißner Straße um 1910. Zu dieser Zeit konnten sich auf ihr die Fußgänger noch unbekümmert bewegen. Im Hintergrund raucht die Esse der Chemischen Fabrik. Die drei Gebäude rechts ließ 1894 Ernst Hermann Schmidt, der Begründer von Schmidt's Weinkelterei, Restaurant und Café, als Scheune, Wohnhaus und Stall bauen. Die ursprüngliche Planung sah die Anordnung dieser Gebäude hintereinander in Richtung EIbe vor. Sie wurde mit der Begründung, die Bauten könnten die Wirksamkeit der natürlichen Flutrinne der EIbe erheblich beeinträchtigen, vom Königlich-Sächsischen Finanzministerium abgelehnt.

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28 Diese dreigeteilte Postkarte aus der Zeit um 1910 zeigt als besondere Attraktion einen von der Chemischen Fabrik aufgestiegenen Ballon. Im unteren Teil ist ein Stück der Meißner Straße, von der EIbe aufgenommen, erkennbar. Die gesamte Breite des Schmidt'schen Grundstücks wird von der angelegten Obst- und Beerenplantage ausgefüllt. Aus den geernteten Obstsorten wie Stachel-, Johannis- und Erdbeeren, Kirschen, Äpfel und auch Weintrauben wurde durch Keltern und Gärung Wein hergestellt, gelagert und abgefüllt. In Nünchritz wurde in der Vergangenheit sehr vielObst angebaut. Einwohner verkauften zur Aufbesserung ihres Einkommens einen Teil ihrer Ernte an die Kelterei.

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Gruss aus NünchrItz

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