Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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29 Die Abbildung zeigt Mitglieder der Nünchritzer Freiwilligen Feuerwehr um 1905. Sie sind mit Helm, blauer [acke, Leibgurt und Drillichhose ausgestattet. Zu ihrer Ausrüstung zählt die fahrbare Handdruckspritze. Die Gründung der Feuerwehr erfolgte am 15. Februar 1891. Vorausgegangen war die Erkenntnis, daß die bisherige gemeindliche Feuerlöschordnung nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprach. Hinzu karn die Forderung der Amtshauptmannschaft Großenhain, das Löschwesen wirksam zu organisieren und in Auswertung des verheerenden Septemberhochwassers von 1890 eine Wasserwehr zu bilden. Letztere karn nicht zustande; denn ihre Aufgaben wurden von den Gemeinderäten der Feuerwehr mit übertragen.

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30 An der Ecke Meißner Straße/Großenhainer Straße stand das 1994 abgerissene Gesellschaftshaus. Es war über einhundert [ahre im Besitz der Familie Rentzseh. Der Fleischergeselle [ohann August Rentzsch kaufte 1837

das Gebäude und richtete eine Fleischerei mit Verkaufsladen ein. Als Fleischermeister erhielt er 1862 die Konzession zum Bier- und Branntweinschank. Der Sohn Carl Friedrich erhielt um

1870/71 diese Konzessionen ebenfalls, dazu noch die Erlaubnis, Speisen zu verabreichen. Der Konzessionsschein zum 'Ausspannen und Krippensetzen' kam im Dezember 1889 hinzu. Die erteilten Erlaubnisse zur Durchführung

von Veranstaltungen auf dem zwischenzeitlich errichteten Saal, zur Ausübung der Schankgerechtigkeit in den zum Grundstück gehörenden Veranden und zur Bewirtschaftung der für den Bau der

Chemischen Fabrik eingerichteten Kantine vervollständigen das Bild eines erfolgreichen Geschäftsmannes.

3 1 Hier zeigt sich das Gesellschaftshaus um 1935 stark verschönert. Sein Besitzer ist inzwischen der 1883 geborene Friedrich Karl Rentzsch geworden. Er setzte die Profession seines Vaters fort. Bereits 1906 erhielt er die Befugnis zur Schankwirtschaft in den Gaststuben, auf dem Saal, in den Gartenveranden, zur Durchführung geschlossener Veranstaltungen auf dem Saal, zum Beherbergen in den Fremdenzimmern, zum Ausspannen im Gaststall und zum Krippensetzen vor dem Grundstück. Nur in der Erinnerung der älteren Generation lebt noch diese vielseitige Benutzung des Gesellschaftshauses. Der Mehrheit der Bevölkerung ist es als

Konsum- Verkaufsstelle für Fleisch- und Wurstwaren sowie für Industrie- und Kurzwaren bekannt geworden.

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Gesellschaftshaus Nünchritz

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32 Einen ungewohnten Blick auf die Gebäude der Meißner Straße bis zur Riesaer Straße gewährt diese Postkarte aus den dreißiger [ahren. Im Vordergrund steht das imposante Gesellschaftshaus. Links ist

die Elbe, auf der in Höhe des Elbgasthofes zwei Schleppkähne fahren, zu erkennen. Zwischen diesem Gasthof und der baumbestandenen Straße nach Grödel, an deren Ende links die ehemalige Windmühle auszumachen ist, befinden sich die Bauerngüter 'Am Ufer'. Sie können auf eine lange Geschichte zurückblicken; denn ihre Bewohner prägten das Antlitz von Nünchritz bis in das 19.Jahrhundert.

33 Diese Aufnahme zeigt das Nünchritzer Ehrenmal unmittelbar nach seiner Weihe, die im September 1926 erfolgte. Das Denkmal ist umfriedet, aber noch nicht von Bäumen und Sträuchern umgeben. Dadurch ist der Blick nach den Gütern 'Am Ufer' frei. Die schlanke, nach oben ausladende viereckige Gedenksäule aus rotem Granit ist 4,50 m hoch und steht auf einem quadratischen Granitsockel, der zweimal abgesetzt ist. Die Säule enthält auf drei Seiten die Namen der 59 gefallenen Nünchritzer Bürger. Auf der Vorderseite steht noch darunter 'Vergeßt uns nicht' .

34 Am Ufer 12 befindet sich der älteste noch bestehende Nünchritzer Handwerksbetrieb. Es ist die Tischlerei Kranke, die gleichzeitig ein Möbelhaus betreibt. Firmengründer war 1889 derTischIer Paul Reinhold Peschke. Er richtete in der vom Vater gekauften Niederlage für den Vertrieb von Holzstangen und Steinmetzerzeugnissen seine Werkstatt ein. Sie wurde 1894 von dem Tischlermeister Otto Kranke übernommen, nachdem er die Witwe Peschke geehelicht hatte. Heute leitet bereits die vierte Kranke-Generation das im Laufe der [ahre mehrfach erweiterte und umgebaute Handwerksunternehmen. Das Foto zeigt eine Probe Krankescher Handwerksarbeit aus demjahre 1924, vorgestellt von den Meistern Otto und Kurt Kranke (1. und 2. van rechts).

35 Ungünstige Auftragslage und Zahlungsunlust bei manchem Kunden veranlaßten 1933 die Handwerker von Nünchritz und Umgebung, mit einem Festumzug auf die Lage des heimischen Handwerks aufmerksam zu machen. 37 festlich geschmückte Fahrzeuge und 450 Angehörige der unterschiedlichsten Gewerke wie Bäcker, Brunnenbauer, Dachdecker, Elektriker, Fleischer, Friseure, Gärtner, Klempner, Maler (Foto), Maurer, Ofensetzer, Sattler, Schlosser, Schmiede, Schuh- und Stellmacher, Tischler und Uhrmacher warben um Kunden. Der Umzug führte durch Nünchritz, Grödel, Langenberg, Roda und Zschaiten zurück nach dem Nünchritzer Sportplatz. Mit einem Ball im Elbgasthof, der die Handwerker in Zunftkleidung und ihre möglichen Kunden vereinte, klang die

beeindruckende Handwerkeraktion, die unter der Leitung des Nünchritzer Malermeisters Albin Kreisel stand, aus.

36 Der Grundstein für den Sattler- und Tapezier(Polster)betrieb in der Müllerstraße wurde 1903 von dem Sattlermeister Max Werner gelegt. Auf dem Foto aus der Zeit um 1930 steht er mit Ehefrau Hilde vor dem Eingang seines Geschäftes. Sohn Walter und Enkel Frank, ebenfalls Meister ihres Faches, übernahmen sein Erbe und setzten bzw. setzen die Familientradition fort. Auch für die nächste Generation, die bereits in der Meisterausbildung steht, ist die Weiterführung des Familienbetriebes zur gegebenen Zeit selbstverständlich.

37 Mitte der dreißiger [ahre gab es in Nünchritz fünf Bäckereien. Eine davon gehörte dem Bäckermeister Fritz [àhkel, Meißner Straße 3. Das Foto zeigt ihn um 1930 mit der Ehefrau und mit einem Gesellen vor dem Laden. Gegründet wurde die Bäckerei von dem Vater Max [àhkel, der um 1888 auf dem ehemaligen Fuhrbetriebsgrundstück den Backbetrieb eingerichtet hatte. Es gehörte zum Service, den Kunden täglich die Brötehen ins Haus zu bringen. Auch Kuchen mit von Kunden gelieferten Zutaten bzw. mit von ihnen vorbereiteten Teigen wurden gebacken.

38 An der Berggasse befand sich das Kolonialwarengeschäft des Kaufmannes Ernst Hermann Schirmer. Zentrale Lage und freundliche Bedienung sicherten einen festen Kundenkreis. Die Personen vor dem Geschäft vermitteln ein Bild des Nünchritzer Lebens um die Jahrhundertwende. Als kleines Geschäft, Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs im Angebot führend, ist es sicherlich noch vielen bekannt. Heute steht auf seinem Platz das Eiscafé Stephan. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß Herr E. H. Schirmer der erste Kommandant der Nünchritzer Freiwilligen Feuerwehr war. Er übte dieses Amt von 1891 bis 1909 aus.

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