Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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39 Markante Gebäude auf diesem Foto von der Meißner Straße um 1900 sind die zwei Wohn- und Geschäftshäuser. Im hinteren Gebäude befindet sich das Textilwarengeschäft Jobst. Vorn ist das 'Productengeschäft' von Ernst Hermann Mildner mit der Postagentur deutlich erkennbar. Es hat hier noch den Eingang von der Meißner Straße. Später wurde er unter dem Nachfolger Paul Mildner nach der Querstraße verlegt. E. H. Mildner gehörte um die Jahrhundertwende dem Nünchritzer Gemeinderat als Gemeindeältester an. Die Anhäufungen aus Sand und Schotter am Straßenrand weisen auf die um diese Zeit erfolgte Straßenbefestigung hin.

40 Drei dieser Ansichten zählen zu den auf Postkarten häufig verwendeten Motiven. Dagegen ist das oben links um 1917 abgebildete Kolonial- und Schnittwarengeschäft des Gemeinderatsmitgliedes Camillo Dathe weniger bekannt. Vor ihm war ein Moritz Thomas der Besitzer. Vertraut dürfte dieses Gebäude an der Meißner Straße 9 jedoch noch vielen Einwohnern als Schuhgeschäft und -macherei Brade, Kurzwarengeschäft und jetzt als Friseursalon sowie Auto-Service Wirth sein.

41 Zwischen 1938 und 1945 befand sich im Wohnhaus Querstraße 14 der Laden von Hugo Hoffmann. Er führte, wie sein Firmenschild ausweist, 'Ciggarren, Ciggarretten, Rauch- und Kautabak' im Angebot. Dazu gehörten ferner alle zum Rauchen benötigten Utensilien. Das Geschäft hatte er als weitere Erwerbsquelle zusätzlich zu seiner 1932 eröffneten Fahrrad-Reparaturwerkstatt, die aus seinem aufgelösten TaxiFuhrunternehmen hervorgegangen war, eingerichtet. Die Fahrradwerkstatt bestand noch bis 1956.

42 Vor mehr als sechzig Jahren wurde die Milch durch das Milchhändler-Ehepaar Kutschke noch in einzelne Nünchritzer Haushalte gebracht. Hier sehen wir Mutter Kutschke um 1935 mit ihrem Handwagen, der drei 20-1Kannen faßte. Aus ihnen wurde, wie von Tochter Hanni in der Randsiedlung demonstriert, die Milch in einen kleineren Krug umgefüllt. Danach ging es treppauf, treppab von Haus zu Haus. Mit einem geeichten Maß wurde die von den Haushalten gewünschte Milchmenge aus dem Krug entnommen. Die Milch bezog der Händler von dem Rittergut Gródel. ImAngebot noch vorhandene Produkte wie Butter, Quark und Käse holte er aus den Molkereien Riesa bzw. Großenhain.

43 Hier sehen wir das Ehepaar Kutschke vor seinem in den dreißiger [ahren erbauten Häuschen mit Geschäft in der Gartenstraße Nr. 1. Nun war zu dem ambulanten Handel der stationäre gekommen. Eine Erleichterung für die Händler trat aber während des Zweiten Weltkrieges und der ersten Nachkriegsjahre nur bedingt ein; denn Milch und Milchprodukte durften nur auf Lebensmittelmarkten verkauft werden. Die zuständigen Behörden verlangten die sorgfältige Abrechnung der vorher aufgeklebten Marken. In dem Geschäft konnten die Nünchritzer bis 1968 Milch und Milcherzeugnisse kaufen, zunächst noch bis zum Erreichen des Rentenalters 1951 bei Kutschke's, dann im Konsum.

44 Nahezu städtisch mutet die Großenhainer Straße mit ihren Bürgersteigen an. Sie erhielt in den zwanziger [ahren dieses Aussehen. Das stattliche Gebäude vorn rechts heißt im Volksmund der 'Millionenbau' . Es wurde während der Inf1ationszeit als Geschäftsund Wohnhaus errichtet. Bauherr war der Gemüsehändler OUo Stahr. Doch er konnte sich nicht an seinem Besitz erfreuen. Stark verschuldet mußte er ihn anderen Nutzem überlassen. Mit ladenschild und Schaufensterdekoration macht auf der Postkarte Friseurmeister Apel auf sich aufmerksam.

45 Der Baumeister E. Albin Müller kaufte zu Beginn dieses Iahrhunderts 'Feldstücke für künftige Baustellen'. Etliehe Gebäude wurden von ihm an der früheren Oststraße (Thälmannstraße), an der Großenhainer Straße und an der Müllerstraße, deren Namensgeber er sein soll, errichtet.

Auf dieser Karte wirbt er für sein Baugeschäft. Bekannter ist das Gebäude an der Ecke Großenhainer Straße/Mozartstraße aber als die ehemalige Fleischerei Bruno Rosseek, zu der ein Laden, ein kleines, gemütliches Restaurant mit etwa fünfzehn Plätzen und ein Vereinszimmer für etwa zwanzig Personen gehörten.

Grass aus Nünchritz a. d. E

46 Sehr häufig waren der Gasthof an der Elbe, das Rathaus und die Turnhalle auf Ansichtskarten von Nünchritz abgebildet. Die Karte von 1936 macht da keine Ausnah me. Aber wer erinnert sich noch an das unten rechts erkennbare Lebensmittelgeschäft von Georg Wachs an der Meißner Straße Nr. 17? Vor dreißig [ahren war darin noch eine HO- Verkaufsstelle untergebracht. Das unten in der Bildmitte stehende Ehrenmal wurde zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aufBetreiben des Nünchritzer Militärvereins errichtet. Es steht an der Riesaer Straße, Abzweig Straße nach Gródel.

47 Anfang September 1890 führte die Elbe so ein beträchtliches Hochwasser, daß die Wassermassen die Straße nach MühIberg - so auf alten Flurkarten die offizielle Bezeichnung für die heutige Riesaer und Meißner Straße - unbegeh- und unbefahrbar machten sowie großen Schaden anrichteten. An der Gehöftmauer 'Am Ufer 10' weist eine Markierung auf den damaligen Höchstwasserstand hin. Um die Verbindung im Ort und nach den Nachbarorten aufrechtzuerhalten, wurde die Terrassenoberkante genutzt. Der so entstandene Hochwasserweg erinnert noch heute an diese Naturkatastrophe. In den zwanziger [ahren wurde mit seiner Bebauung begonnen.

48 Nach dem Ersten Weltkrieg fehlten in Nünchritz etwa 75 Wohnungen. Um diese Wohnungsnot zu beseitigen und Zwangseinquartierungen sowie GemeindeUmlagen für die Wohnungsfürsorge zu vermeiden, erließ der Gemeinderat am 1. September 1920 einen Aufruf zur Bildung einer örtlichen Selbsthilfegenossenschaft. Bereits fünfWochen später fand die Gründungsversammlung der 'Siedlungsgenossenschaft Nünchritz' statt. Ihre Satzung sah als Ziel vor, den Mitgliedern 'den Erwerb eines eigenen Hcims' zu ermöglichen. Diese Zielstellung wurde in relativ kurzer Zeit erreicht. Das Foto zeigt Frau Damm mit ihren Kindern Margarete, Lieselotte und Annemarie vor ihrem Siedlungshaus Hochwasserweg 17 um 1925.

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