Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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49 Das Doppelhaus der Familien Ruppe und Driesnack 'Am Hang 4 und 6' - hier ein Foto um 1925 - entstand ebenfalls durch die Tätigkeit der 'Siedlungsgenossenschaft Nünchritz'. Es wurde Bauland von dem Grödeler Rittergutsbesitzer Harz zwischen den heutigen Straßen Hochwasserweg, Am Hang und Gartenstraße gekauft. Dieses Land war zu gleichen Teilen für 26 Bauwillige bestimmt. Sie errichteten gemeinsam fünf einstöckige Doppelhäuser und vier Reihenhäuser für jeweils vier Familien bis zum Dachstuhl. Erst danach wurde durch Los bestimmt, welches Haus der einzelne Siedler erhält. Die Möglichkeit, anschließend untereinander zu tauschen, war gegeben, und einige Siedler machten davon Gebrauch.

SO Kostengünstig mußten die Siedlungshäuser Hochwasserweg/Gartenstraße errichtet werden. Dazu waren viele Eigenleistungen erforderlich. Das Foto zeigt, wie künftige Hausbesitzer die Bausteine selbst herstellten (von rechts nach links: Herr Damm, der Rohlinge trägt; Frau Damm, Herr Köhler, Frau Uhlemann, die eine Art Betonmischer mit Handantrieb bedient; Frau Strache, und die spätere Frau Großmann mit Margarete, der ältesten Tochter des Ehepaares Damm, auf demArm).Jeweils zwei manuell gestampfte Lförmige Betonteile, bestehend aus herkömmlichem Beton für die Außen - und aus Schlackebeton für die Innenwände, wurden mit Mörtel zusammengesetzt und verbaut. Schlacke diente dem Verfüllen der entstandenen Hohlräume. Um ihr Durch-

rieseln zu verhindern, folgte nach einer bestimmten Anzahl von Steinschichten die Abdeckung mit einer Betonplatte.

51 Die ehrwürdig dreinschauenden Herren mit Zylinder und 'Bratenrock' auf dem Foto aus den zwanziger [ahren sind Mitglieder des Nünchritzer Männergesangvereins 'Concordia'. Ausgangspunkt für seine Gründung war eine entsprechende Anregung durch den Werkmeister Rudolf Grahl am Stammtisch im damaligen Bahrmann'schen Gasthof am 7. September 1907. Bereits Ende Oktober hatte der Verein neunzehn aktive Sänger. 1909 wurde der Lehrer und spätere Schulleiter Max Reuter Liedermeister ( Chorleiter). Die unter seiner Leitung erreichte Gesangsqualität führte 1928 zur Aufnahme in den Deutsehen Sängerbund. Bei Sängerfesten, -treffen und sonstigen Auftritten erfreute der Männergesangverein seine Zuhörer. 1945 wurde er aufgelöst.

52 Im Rahmen einesArbeits beschaffungsprogramms entstand während der Amtszeit des ersten Nünchritzer Bürgermeisters Gustav Walter Zill das Rathaus. Es wurde am Sonntag, dem 1. Mai 1932, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung seiner Bestimmung übergeben. Damit hatte die Gemeinde erstmals einen repräsentativen Verwaltungssitz, der sich zuvor in der ehemaligen Schule am Dorfplatz befand. Im Rathausgebäude wurde auch die Apotheke eingerichtet. Im Laufe der [ahre veränderte sich die Umgebung des Rathauses. So ist die freie Zufahrt nach der Nordstraße verschwunden, wurden die zwischenzeitlich hoch gewachsenen Pappeln gefällt, wechselte das Aussehen von Rathaus- und Apothekenvorplatz.

S3 Nüchtern und schmucklos stellt sich das um 1930 eingerichtete Kulturhaus an der Glaubitzer Straße 21 dar. Ursprünglich befand sich da die in Konkurs geratene Korbfabrik Mehnert GmbH Glaubitz. Die Gemeinde übernahm das Grundstück. In Selbsthilfe mit einem Teil der Einwohner entstand darauf ein Domizil für die Jugend. Dazu gehörten neben dem Kulturhaus Vereinszimmer, eine Gaststätte, Jugendherbergsräume und Sportplätze. Aber 1933 wurden die Räumlichkeiten dem Arbeitsdienst zugesprochen. Auch die inzwischen dort untergebrachte Berufsschule mußte ausziehen. Unterschiedliche Nutzer wie nationalsozialistische Jugendorganisationen, Obstkelterei, Bäckerei der Roten Armee, MAS, MTS bzw.

Kfl folgten. Die wenigsten, die heute das Fahrzeugteilegeschäft betreten, wissen, daß seine Räumlichkeiten einst Teile des Kulturhauses waren.

S4 Diese Aufnahme gestattet einen Einblick in den Saal des Kulturhauses. Bühne und Bestuhlung waren Voraussetzung für das Durchführen kultureller Veranstaltungen. Davon gab es in der kurzen Zeit des Bestehens viele, und sie fanden großen Anklang. Örtliche Höhepunkte wie zum Beispiel der zweite Nünchritzer Kulturtag im Juli 1930 hatten hier ihren Ausgang und gleichzeitig ihr Zentrum. Solche Vereinigungen wie der Volkschor Nünchritz, die Sozialistische Arbeiter-Jugend und die Kinderfreunde führten im Jugendhaus ihre Zusammenkünfte durch. Der Saal war

gleichzeitig Versammlungsort der SPD-Gruppe Nünchritz. Darüber hinaus wurde er als Sporthalle von der Volksschule und von den Turnern des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Nünchritz genutzt.

SS Einfach präsentierte sich der Weißiger Gasthof um die Jahrhundertwende an der Straße von Riesa nach Großenhain. Mancher Kutscher mit seinem Fuhrwerk oder Wanderer wird hier auf dem Weg von bzw. nach Hain, dem Verwaltungssitz des für die Region zuständigen Amtes und der späteren Amtshauptmannschaft, stärkende Rast eingelegt haben. Der Gasthof entwickelte sich aus der Ende des 18. [ahrhunderts errichteten Schenke, die auch eine Branntweinbrennerei besaß. Möglich ist auch, daß Nutzer der in der Nähe vorbeiführenden 'Hohen Straße' hier Einkehr hielten.

S6 So sah der Bahnhof Weißig an der ersten deutsehen Ferneisenbahnstrecke Dresden-Leipzig unmittelbar nach der Inbetriebnahme um 1840 aus. Weitab von jeglicher Bebauung stehen auf Weißiger Flur Bahnhofsgebäude und Gasthof. Die den Gleiskörper kreuzende Straße führt in den etwa 1, S km entfemt liegenden Ort und entgegengesetzt nach Leekwitz. Von dieser Bahnstation wurde im Zuge der Errichtung des Chemiebetriebes ein Anschlußgleis in den Betrieb gelegt. Somit gab die Station dem entstandenen Unternehmen auch ihren Standortna-

men.

57 Die Aufnahme stammt aus dem [ahre 1927 und zeigt Großmutter Quitzsch sowie Mutter Leichsenring mit den Söhnen Herbert und Erich. Im Hintergrund befindet sich ein mehr als dreihundert [ahre altes eingeschossiges Wohnhaus. Es ist das älteste im Nünchritzer Oberdorf. Hinter dem Haus begann früher der Wald. Aus ihm wurde das Holz zum Heizen des an der Hausrückseite befindlichen Backofens geholt. Interessant ist die im Vordergrund stehende hölzerne Pumpe, von der gesagt wird, daß sie eine bessere Wasserqualität lieferte als die später eingebaute Eisenpumpe. Höl-

zerne Pumpen waren typisch für die Einzelwasserversorgung, und sie zierten bis zum Anschluß an das Ortsnetz die Höfe der einzelnen Grundstücke.

58 DieAufnahme gestattet einen Einblick in die ZschaitenerTeichstraße. An ihr lagen bzw. liegen die geschichtlich bedeutendsten Grundstücke des Ortsteiles. Das große Gebäude links wurde 1874 von der Schulgemeinde Zschaiten-Roda erbaut und bis 1917 als Schule genutzt. Dahinter ist die Kirchturmspitze zu erkennen. Verdeckt sind die sich anschließenden Gebäude des Rittergutes Zschaiten mit dem Schornstein der Brennerei. Die rechts von der Teichstraße abgehende Dreschergasse und der davor befindliche Wall mit einem umlaufenden Wassergraben, gedeutet als Reste einer mittelalterlichen Wasserburg, sind bewahrte Zeugnisse Zschaitener Geschichte.

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