Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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59 Achtzehn Zschaitener Bürger ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben.

Zu ihrem Gedenken errichtete die Gemeinde mit aktiver Unterstützung des Jugendvereins 'Eintracht' ein Ehrenmal. Ostersonntag 1923 wurde es in feierlicher Farm enthüllt. Die Anteilnahme der Darfbevölkerung war groß. Das Denkmal steht an derTeichstraße auf dem Schulgrundstück. Dahinter befindet sich das schmucke Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern und Nebenräumen im Erdgeschoß sowie den Lehrerwohnungen im ersten Stock. Es wurde 1917 fertiggestellt.

60 Im oberenTeil der Postkarte ist das lange Zeit als Zschaitener Schule genutzte Gebäude abgebildet. Es wurde nach Fertigstellung der neuen Schule von dem Schmiedemeister Johannes Münster gekauft. Er richtete darin seine neue Schmiede ein, die in den folgenden [ahren eine ansprechende technische Ausrüstung erlangte. Das im unteren Teil abgebildete Gebäude mit der Hausnummer 2 b - es befand sich von derTeichstraße links hinter dem Friedhof - war von 1839 bis 1874 die Zschaitener Schule. Durch Kauf wurde sie von dem Korbmacher August Hartmann erworben. Neben seiner Korbmacherei richtete er dort auch eine Kolonialwarenhandlung ein. Diese wurde später von seinerTochter Martha Eichler fortgeführt.

61 Das Schmiedehandwerk hat im Ortsteil Zschaiten eine lange Tradition. In dem Grundstück Nr. 26 (heute:

Weißiger Straße 16) waren zwischen 1808 und 1917 die Huf- und Waffenschmiede Johann GottlobThümmel, Karl Gottfried Busch, [ohann Gottlieb Peschel sowie die Schmiedemeister [ohann Gottlieb Grahl und Karl Franz Schlegel ansässig. Zuletzt lebte und arbeitete hier der Schmiedemeister Johannes Münster. Das Foto zeigt ihn beim Beschlagen eines Pferdes; seine Familie ist im Hintergrund erkennbar.

62 Die Landwirtschaft bestimmte über Jahrhunderte das Leben in Nünchritz und in den Ortsteilen. Umfassende Handarbeit war typisch bei der Bearbeitung des Bodens, bei der Einbringung der Ernte und bei der Viehwirtschaft. Pferdegespanne auf den Straßen und Feldern wie hier beim Pflügen in Roda waren bis in die Mitte unseres [ahrhunderts ein vertrautes Bild. Aber auch Ochsen bzw. Kühe wurden in der Vergangenheit als Zugtiere genutzt. Besitzer kleiner Parzellen griffen häufig zur Selbsthilfe, indem sie sich vor größere Handwagen oder vor Geräte wie Pflug

und Egge spannten.

63 Das Foto zeigt einen Felddrusch in Roda um 1925. Die Mechanisierung hat Einzug gehalten. Nichts erinnert mehr an das Dreschen auf der Tenne mit dem Dreschflegel. Dreschmaschine und ihreAntriebsquelle mit Schwungrad und Treibriemen stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Dennoch ist umfassende Handarbeit beim Einlegen der Garben, Entnehmen und Lagern des Strohs und beim Absacken des Korns unabdingbar. Für die einzelnen Arbeitsgänge werden zahlreiche Arbeitskräfte benötigt. Sie leisten eine harte Arbeit, die durch Hitze und Staub zusätzlich erschwert wird.

64 Roda ist der kleinste Ortsteil van Nünchritz. Er liegt idyllisch, fernab vom störenden Überlandverkehr. Das Platzdorf mit seiner ehemaligen Gewannflur wird geprägt durch zwei gleichgerichtete Straßen. Die Postkarte wurde um 1935 hergestellt. Aber nahezu unverändert präsentiert sich auch heute noch das Dorf so dem von Zschaiten kommenden Besucher. Nur die Feldstreifen mit den Zeugen aufgewandter Handarbeit zur Erntezeit wird er nicht mehr finden. Genießen kann er aber von Roda eine herrliche Sicht nach den Nachbarorten, und er wird dabei sich dort vollzogene Veränderungen registrieren.

6S DieAbbildung zeigt das Rittergut Roda um die [ahrhundertwende. Es gehörte mit seinen 69 ha zu den kleinsten Gütern im Meißner Kreis. Als markgräfliches Lehen wurde es Ende des 14. Jahrhunderts erstmalig urkundlich erwähnt. Zunächst wurde das Meißner Domkapitel damit belehnt. Als Vorwerk ihrer Güter erhielten es dann zwischen dem 1 S. und 1 7. Jahrhundert die Herren auf Glaubitz und Walda zum Lehen. Erst seit dem Erhalt der Kanzleischriftsässigkeit unter Hans Georg von Kospoth im [ahre 1670 waren die häufig wechselnden Besitzer auch auf dem Gut ansässig. Ihre Einflußnahme auf das Dorf

Roda war begrenzt; denn verschiedene Gerichtsbarkeiten und altherkömmliche Befugnisse bestimmten noch bis Mitte des vorigen [ahrhunderts das dörfliche Leben.

66 In der kalten Jahreszeit war das Hausschlachten eine willkommene Abwechslung im dörflichen Leben. Neben der damit verbundenen Arbeit gestaltete es sich gleichzeitig zu einem kleinen Fest, an dem auch Freunde und Nachbarn teilnahmen. Fleisch, Wurst und Speck wurden durch Einwecken, Pökeln oder Räuchern konserviert und bevorratet. Die Aufnahme aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts zeigt ein bereits geschlachtetes und zum Ausnehmen und Auskühlen aufgehängtes Schwein auf dem Hof des Grundstückes Riesaer Straße 20. Der etwas abseits stehende Herr in der Joppe ist der ehemals in der Dorfstraße wohnhaft gewesene Trichi nenbeschauer Emil Burkhardt.

67 Viele Nünchritzer besaßen etwas Ackerland. Außerhalb ihrer eigentlichen Erwerbstätigkeit bewirtschafteten sie es für den Eigenbedarf bzw. für den Erhalt von zusätzlichen Einkünften. Mit Gespannen ortsansässiger Bauern wurde häufig die erforderliche Bodenbearbeitung durchgeführt. Als Gegenleistung wurden von den Frauen bei den Fuhrwerksbesitzern manuelle Feld- bzw. Erntearbei ten wie zum Beispiel bei der Rübenpf1ege durchgeführt. Das Foto zeigt von links nach rechts die Bäuerin Herrmann mitTochter Gerda sowie die Frauen Enger, Braune, WinkIer, Leichsenring mit Sohn Erich und Quitzsch im [ahr 1928 auf dem Feld zwischen der Meißner Straße und der Elbe, etwa in der Nähe

des heutigen Ärztehauses.

68 Im [ahre 1861 ließ der Hufengutsbesitzer Carl August Böttger das Wohn- und Geschäftsgebäude Dorfplatz 3 errichten. Das etwa fünfzig [ahre später entstandene Foto zeigt seine Schwiegertochter, im Hauseingang stehend, und einige seiner acht Enkelkinder. Die Gebäudeinschrift erinnerte noch vor etwa zwanzig [ahren an den Firmengründer, obwohl Besitzer und Angebotspalette gewechselt hatten. Wurden zunächst Getreideprodukte wie Mehl und Teigwaren und Futter für die Kleintierhaltung verkauft sowie von Kleinproduzenten geliefertes Korn gegen Mehl getauscht, so entwickelte sich daraus der Landhandel mit zum Beispiel Werkzeugen für Feld-, Garten- und Hofarbeiten, Sämereien und Farben.

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