Nünchritz in alten Ansichten

Nünchritz in alten Ansichten

Auteur
:   Rosemarie Hermes
Gemeente
:   Nünchritz
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6520-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nünchritz in alten Ansichten'

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69 Ein heute noch bemerkenswerter Vierseitenhof steht am Dorfplatz 6. Die Aufnahme, um 1905 gemacht, zeigt in derToreinfahrt das Besitzerehepaar mit dem Sohn Ewald. Die Inschrift an der Giebelseite des Wohngebäudes weist auf den von Vater GustavThomas betriebenen und später auf den Sohn übergegangenen Handel mit Getreide, Mehl und weiteren Nährmitteln hin. Auch Düngemittel wurden bis Mitte unseres [ahrhunderts verkauft. Im Vordergrund der Erwerbstätigkeit stand jedoch die Landwirtschaft, bei der neben dem Eigentumsland auch Pachtland bearbeitet wurde.

70 Als Werk Weißig wurde die Tochtergesellschaft der Chemischen Fabrik von Heyden AG in Radebeul auf Nünchritzer Flur errichtet. Für die Wahl des Standortes waren die günstigen Transportmöglichkeiten zu Lande und zu Wasser durch die Nähe der Dresden-Leipziger Eisenbahnlinie und der Elhe sowie die Größe des sandigen, öden und zum Teil bewaldeten Baulandes ausschlaggebend. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. Juni 1900. Bereits am S. August 1902 nahm mit dem Anheizen der Kiesröstöfen für die Schwefelsäureherstellung die erste Produktionsanlage den Betrieb auf Weitere Anlagen

wurden in der Folgezeit errichtet. Viele Nünchritzer Einwohner fanden in der 'Chernsehen' einen Arbeitsplatz. Das Foto zeigt eine Ansicht des Werkes von der Meißner Straße um 193 O.

Niinchritz a. EIbe - Chemische Fabrik

71 Die Postkarte zeigt einen talwärts fahrenden Elbkahn in Höhe der Chemischen Fabrik. Auch sie nutzte die EIbe als Wasserstraße. Sichtbares Zeichen dafür ist die in der Mitte am rechten Bildrand auf mächtigen Pteilern befindliche Schiffsentladebrücke. Dahinter sind die Gebäude der Schwefelsäureanlage erkennbar. Alle Gebäude werden überragt von dem 86 m hohen Schornstein, dem ehemals weithin sichtbaren Wahrzeichen von Nünchritz. Für seinen Bau wurden über 500000 Steine und 65 Tonnen Zement verbraucht. Er stand auf einer Betonplatte von 300 m" Inhalt. 1953 wurde er gesprengt.

j(ünchritz.

ehern. Fabrik von }{eyden.

72 Zusammen mit den Fabrikationsanlagen mußte auf dem Gelände der Chemischen Fabrik in relativ kurzer Zeit die gesamte Infrastruktur für das aufSelbstversorgung angewiesene Unternehmen wie Wasserversorgung, Kanalisation, Kesselhaus, Werksstraßen- und -eisenbahnnetz, Verwaltungs- und Kantinengebäude errichtet werden. Auch Wohnungen waren notwendig; denn das für das Betreiben der Anlagen erforderliche Fachpersonal mußte aus dem RadebeuIer Werk nach Nünchritz umgesetzt und hier seßhaft gemacht werden. So entstand am Rande des Fabrikgeländes die Friedrichvon-Heyden-Straße mit

schmucken Häusern, wie auch auf dem Foto zu erkennen ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Straße den Namen des bekannten Chemikers [ustus von Liebig.

73 Hier wird am 7. Oktober 1928 ein Ballon für den Start vorbereitet. Passionierte Ballonfahrer sehen erwartungsvoll der bevorstehenden Luftfahrt entgegen. Ganz links außen ist Herr Dr. Strauß zu erkennen, der langjährige und erfahrene Ballonstarter in der Chemischen Fabrik. Durch die unter seiner Leitung gestaltete Chlor-AlkaliElektrolyse wurden Ballonstarts erst möglich; denn der dabei als Nebenprodukt anfallende Wasserstoff, unter anderem in einem großen Gasometer gesammelt und durch eine unterirdische Leitung dem Füll- und Startplatz zugeführt, wurde als Füllgas für die Freiballone genutzt.

74 Das Foto zeigt den Aufstieg eines Freiballons vom Startplatz der Nünchritzer Chemischen Fabrik. Mehr als eintausend Ballone wurden hier in den [ahren 1909 bis 1934, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg, gefüllt und auf große Fahrt geschickt. Zunächst waren es die fabrikeigenen Ballone 'Heyden 1', 'Heyden II' und 'Riesa' , die in das Reich der Lüfte starteten. Auch manchem Beschäftigten war es vergönnt, Arbeits- und Wohnort aus der Vogelperspektive zu betrachten. Die erfalgrei ehen Ballonfahrten veranlaßten die verschiedensten Luftfahrtvereine, ihre Ballone von Nünchritz zu starten, sportliche oder wissenschaftliche Ziele verfolgend.

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75 Um 1920 hat der BahnhofWeißig schon das heute noch bekannte Aussehen. Seine Bedeutung ist gewachsen; denn zu dem sich entwickelnden Personenverkehr

gesellte sich ein umfangreicher Gütertransport. Umgeschlagen wurden vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und chemische Produkte. Rangier-, Be- und Entlade-

arbeiten erforderten Arbeitskräfte, die aus der Umgebung gewonnen wurden. Das links vom Bahnsteig zwischenzeitlich errichtete mehrgeschossige Gebäude ist das Wohn-

haus für Bahnangestellte mit ihren Familien. Die Straße nach Weißig ist nun mit einigen Häusern bebaut.

76 Die Eisenbahnstrecke Dresden-Leipzig führt auch durch Nünchritzer Flur. Dem Ort blieb aber eine Bahnstation versagt, so daß seine Einwohner von den Bahnhöfen Glaubitz bzw. Weißig in der Vergangenheit ihre 'Reise in die große Welt' antraten. Die Postkarte, entstanden in der Mitte der dreißiger [ahre, zeigt das inzwischen verlegte zweite Gleis, durch das bereits eine Verkürzung der Fahrzeit eintrat. Hier eröffnet sich dem Betrachter in Höhe der Zschaitener Brücke der Blick auf die ehemalige Oststraße. Dazwischen liegen noch Ackerf1ächen. Auf ihnen stehen heute Kleingärten, die Gebäude des Kolping-Bildungswerkes und der KarlMarx-Straße. Links ist die mit Bäumen bestandene Straße nach Zschaiten-Großenhain erkennbar.

Nünchritz 8. Elbe

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