Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Nordhausen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Rainer Hellberg
Gemeente
:   Nordhausen
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6544-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Nordhausen in alten Ansichten Band 1'

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19 Der Dom zum Heiligen Kreuz verdankt seine Bezeichnung einem Partikel vom hl. Kreuz, eine Schenkung Kaiser Otto lIl. an die Kirche. Dieses Kreuzpartikel wurde in der Folgezeit das Wahrzeichen und Heiligtum des Stiftes (Kreuzstift) und der Kirche, die davon ihren Namen Kirche und Stift zum Heiligen Kreuz erhielten. Der Dom ist aus dem von Königin Mathilde 961 gegründeten Nonnenstift hervorgegangen. Glanzpunkte, wie die Trauung am 22. Juli 1212 von Kaiser Otto IV. und Beatrix von Schwaben, aber auch erschütternde Ereignisse, wie die vollständige Zerstörung durch Heinrich den Löwen im [ahre 1180, gehören zur wechselvollen Vergangenheit des Gotteshauses. Im Bild eine Aufnahmeum 1935.

Beim Luftangriff aufNordhausen brannte das gesamte

Dach des Doms ab. 1964 wurde das alte Steildach wieder errichtet. Der Dom mit der um 1 1 3 ° erbauten Krypta, dem Chor aus dem [ahre 1267 und seinem Chorgestühl von 1380 ist auch heute noch ein Anziehungspunkt fürTouristen und Besucher der Stadt.

Dom

Nerdhausen

20 Der Logengarten der Freimaurerloge 'Zur gekrönten Unschuld' in der Domstraße um 192 0, mit dem Tempel (links) aus dem [ahre 1815 und rechts das 1862 errichtete Gesellschaftshaus. In der Mitte ist ein auf vier KugeIn ruhender steinerner Sockel zu erkennen.

Im Iahre 1790 taten sich einige Männer zusammen, um eine Loge zu gründen. Da die Freie Reichsstadt Nordhausen den Bestrebungen der Freimaurer skeptisch gegenüberstand, hielten die Männer es für ratsam, die Zusammenkünfte zunächst unter dem Deckmantel eines literarischen Zirkels abzuhalten. Erst gegen Ende des 18. [ahrhunderts nahm die Johannisloge

'Zur gekrönten Unschuld' unter dem Pastor Leopold aus Steigerthal, der van 1797 bis 1803 Logenmeister war, einen bemerkenswerten Aufschwung. Nach 144 [ahren ihres Bestehens wurde die

Loge imApril 1934 aufgelöst. Ihr Vermögen erhielt die Stadt. Seit 1992 gibt es in Nordhausen wieder eine Loge.

21 Blick von der Hohensteiner Straße über die Elisabethstraße zur Heinrich-Mittelschule in der Domstraße 1 5 im Iahre 1920. Rechts im Hintergrund sind die Türme und das Steildach des Doms zu erkennen. Die ehemalige Heinrich-Mittelschule wurde am 2. August 1885 ihrer Bestimmung übergeben. Außerdem waren damals in dem Gebäude noch die Handelsschule und später die Gewerbliche Fortbildungsschule untergebracht. Im Iahre 1900 erfolgte die Trennung in eine Knabenmittelschule, die im Objekt verblieb, und eine Mädchenmittelschule, die ins ehemalige Gymnasium in der Predigerstraße 1 umzog. Durch preußischen Erlaß vom

8. März 1912 als vollausgebildete Lehranstalt anerkannt, stellte die Schule den Schülern nach erfolgreichem Abschluß Reifezeugnisse aus. Vom Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges verschont, er-

folgte die Umbenennung in POS 'Adolph Diesterweg'. Heute befindet sich dort das staatliche Gymnasium Wilhelm van Humboldt.

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NORDHAUSEN

22 Die Tradition der Gaststätte 'Stadt Brandenburg' geht bis 1824 zurück. Einst als Speisehaus bekannt, wurde die Gastwirtschaft 1848 unter den Namen 'Stadt Brandenburg' als Wanderherberge für Färber und Gerber erwähnt. Seit etwa 1 30 [ahren ist sie im Familienbesitz. Einst sorgten in diesem geschichtsträchtigen Gasthaus und Hotel Fritz Spitz, dann Schwiegersohn Oskar Maetke für das leibliche Wohl der Gäste, bis letzterer aus Altersgründen die Geschicke des Hauses in die Hände seiner Tochter und deren Ehemann Bruno T ölle legte. Die Gaststätte war bekannt für Gemütlichkeit, gepflegte Biere und gutes Essen. Reisende wurden

mit der Kutsche vom Bahnhof abgeholt und bis direkt vor das Hotel gefahren. Im Bild eine Aufnahme von 1930. Im [ahre 1977 übergab Bruno Tölle die Gaststätte seinem Sohn Manfred. Dieser baute

das einstige Bierlokal in ein café um, gab ihm den Namen 'Café Altstadt' und eröffnete dieses am 14.AprilI978.

23 Blick über den westlichen Teil der Stadt, fotografiert vom Petriturm um 1937. In der Bildmitte sind das Rathaus und die Nikolaikirche zu erkennen, dahinter der Dom. Rechts die Türme der Blasiikirche, am Horizont das Herreder Wäldchen und der Kohnstein.

Mauern, Türme und Treppen, winklige Gassen und buntes Fachwerk gaben der ehemals Freien und Reichsstadt Nordhausen ihr Gepräge. Aus dem Gewirr der roten Dächer ragten die schlanken Spitzen ihrer Kirchen und die Türme und Bollwerke der Stadtmauern hoch empor, weithin sichtbar als stolzes Wahrzeichen der tausendjährigen Stadt. In Nordhausen gab es

fast ein Dutzend Treppen mit über sechshundert Stufen, die die Unterstadt mit der Oberstadt verbanden. Gepflegte Grünanlagen inmitten der Stadt luden zum Verweilen ein - bis zum 3. und 4. April

1945, als britische Flugzeuge die Stadt in Schutt undAsche legten. Wertvolle historische Gebäude, Denkmale und Einrichtungen wurden unwiederbringlich zerstört.

24 Die St.-Blasii-Kirche mit ihren beiden ungleich hohen Türmen, von denen der höhere gegen Norden aus dem Lot geraten ist, stellt eine der markantesten Erscheinungen im Stadtbild Nordhausens dar. Als pfarrkirche wurde sie im [ahre 1234 erbaut, im 14. Jahrhundert jedoch wieder abgerissen. An ihrer Stelle errichtete man von 1487 bis 1490 einen Neubau. Ein Brand beschädigte am 24. April 1634 den nördlichen Turm, der nicht wieder auf seine ursprüngliche Höhe aufgebaut wurde. Der Probst des Frauenbergklosters war 1284 erster urkundlich erwähnter Pfarrer in diesem Gotteshaus. Im [ahre 1 524 berief der Rat der Stadt mit Luthers Schüler Johannes Spangenberg aus Hardegsen den ersten protestantischen Pfarrer an die St. - BlasiiKirche.

Auch dieses Gotteshaus erlitt bei der Bombardierung im April 1945 schwere Schäden, die man bis 1949 beseitigte. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Kirche umfassenden Sanierungsarbeiten von 1987 bis 1990.

SI. Blesuklrche

Ncrdhausen

25 Die Barfüßerstraße mit ihren reich verzierten Fachwerkhäusern und der alten Stadtmauer, die den höher gelegenen Spendekirchhof stützt, so wie sie der Fotograf im Iahre 1905 sah. Noch bestimmten Pferdewagen und Droschken das Straßenbild. Kaum vorstellbar, daß ab

1900 die elektrische Bahn durch diese schmale Straße rumpelte. Gemütliche Gaststätten und kleine Läden, das Grün der Bäume und wildwachsenden Pflanzen, die sich über die Stadtmauer ergossen, die schmiedeeisernen Gaslaternen und das grobe Kopfsteinpflaster verliehen dieser Straße schon zu Urgroßvaters Zeit ein besonderes Flair. Benannt wurde die Barfüßerstraße nach dem dort ehemals befindlichen Kloster der Franziskaner- oder Bettelmönche.

Von den englischen Bomben

im Zweiten Weltkrieg verschont, fristeten die alten Häuser fast fünf [ahrzehnte ein erbarmungswürdiges Dasein. Nach derWiedervereinigung wurde mit der Sanierung begonnen, heute zeigt sich die Barfüßerstraße in neuem Glanz.

26 Der Eingang zum Spendekirchhof um 1910. Das noch heute erhaltene und unter Denkmalschutz stehende Torhäuschen stammt aus demjahre 1667. Der Kirchhoflag nördlich der Barfüßerstraße und hatte seinen Eingang von der Georgengasse her. Das runde steinerne Becken im Vordergrund war das letzte Relikt der einstigen Wasserkunst und mußte 1974 einem modernen Brunnen weichen.

Im Iahre 1230 erfolgte auf dem Spendekirchhof durch Franziskaner der Bau der Barfüßerkirche, die allerdings beim großen Brand von 1234 wieder zerstört wurde. Zu dieser Zeit etwa begann die Nutzung des Kirchhofs als Be-

stattungsstätte. Das Kloster und die neue Kirche wurden ab 1276 errichtet und im [ahre 1481 erneuert. Nach demAbriß der Kirche 1805 diente der Kirchhof zur Bestattung der Gemeindemit -

glieder von St. Nikolai (Marktkirche ) und St. Blasii. Seit 1900 wird die Fläche als Sportplatz genutzt.

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Eingang zum Spendekirchhof

-

27 Vor dem Hagentor 1 hatte die Nordhäuser Aktienbrauerei ihren Sitz. Seit 1 758 wurde in diesem Gebäude Bier gebraut. Siebzig Arbeiter und Angestellte stellten jährlich 38000 Hektoliter unterund obergäriges Bier her. Die Aufnahme zeigt das Sudhaus im [ahre 1908. Zum Inventar der Brauerei gehörten unter anderem vier Lastkraftwagen, eine Zugmaschine und 26 pferde. Sie besaß Bierniederlagen in Ellrich, Bad Lauterberg, Herzberg und Osterode (Harz), Großbodungen, Sondershausen, Stolberg (Harz), Roßla und Benneckenstein. Nordhausens Brautradition reicht bis zu Beginn des 18.

Iahrhunderts zurück. Das kristallklare Wasser des Harzes, feinster Hopfen aus den bekanntesten deutschen Anbaugebieten und erlesene Malze aus der Goldenen Aue waren von Beginn an das Unter-

pfand für das Brauen von Qualitätsbier. 1880 gab es in der Stadt siebzehn Brauereien, die im [ahr 69 531 Hektoliter Bier produzierten.

28 Das Bismarckdenkmal in der oberen Promenade um

191 S.

Kurz nach dem Tode Bismarcks 1898 bildete sich auf Initiative des Rittmeisters a.D. Kruse, der Brennereibesitzer Seidel und Schenke sowie des Sanitätsrates Dr. Bloedau ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an den 'Eisernen Kanzler'. Der Magistrat stimmte zu, aber der Bau schien in der Stadtverordnetenversammlung an der Standortfrage zu scheitern. Nach mehrmaliger Ablehnung gab diese schließlich im September 1899 ihr Einverständnis. Ein Spendenaufruf in der Stadt zur Errichtung des Denkmals hatte

17 000 Mark erbracht. Nach einem Entwurf des taubstum-

men Berliner Künstlers Fritz Schneider übernahm die Firma Gladebeck in Friedrichshagen bei Berlin den Guß. Maurermeister Adler aus Nordhausen schuf den Sockel.Am 28.Juni 1900

fand die feierliche Enthüllung des Bismarckdenkmals unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Ende 1945 wurde das Denkmal durch Nordhauser Kommunisten bei Nacht und Nebel entfernt.

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